Day 4: Völkingen-Luxemburg (Luxemburg-Tour)

Die letzte Etappe meiner Frühlingstour nehme ich um 8 Uhr in Angriff. Es ist noch ziemlich kühl auf den ersten Kilometern und ich habe bald kalte Hände. Zum Glück scheint wieder die Sonne und es wird schnell ein bisschen wärmer.
Nach ca. 5 km gelange ich wieder auf den Saarradweg, der sehr komfortabel ist. Doch nach etwa 15 km signalisiert ein Fahrverbot, dass eine Umleitung gefahren werden soll. Ich fahre aber einfach weiter – der Strassenbelag ist abgehobelt, aber man kommt trotzdem einigermassen vorwärts, bis ich sehe, dass Baumaschinen den Weg versperren und mir ein Bauarbeiter entgegenkommt und erklärt, dass es gescheiter sei, die Umleitung zu befahren, weil der frische Asphalt die Pneus ruinieren würde

Kein Durchkommen Nr. 1

Das Argument überzeugt mich und ich fahre wieder zurück, um mit Hilfe von Komoot einen neuen Weg zu finden. Bald danach durchquere ich die Stadt Saarlouis, die geschichtlich sehr interessant ist.

Saarlouis

Hier stehe ich schon zum zweiten Mal vor einem Fahrverbot.

Kein Durchkommen Nr. 2

Auch da lässt sich mit Hilfe von Komoot einen alternativen Weg finden. Wieder an der Saar angelangt, staune ich über eine Gänsefamilie mit sieben kleinen Gänseküken, die emsig nach Futter suchen.

Grosse Gänsefamilie

Nach ca. 30 km verlasse ich den Saaradweg endgültig und biege links ab, um über einen ausgedehnten Hügelzug ins Moseltal zu gelangen. Die Steigungen hier sind ziemlich anstrengend, doch wird man, oben angekommen, mit einer tollen Aussicht in alle Richtungen belohnt. Der Weg führt hier oft der Grenze zu Frankreich entlang. An einem besonders schönen Plätzchen mache ich nach rund 40 km meine Mittagsrast und lege mich noch ein wenig auf die etwas kurz geratene Bank.

Mittagsrast (mit Blick auf Frankreich)

Bald schon folgt eine rassige Abfahrt ins Moseltal hinunter, welches rundum von Weinbergen umgeben ist.

Blick ins Moseltal

Unten angekommen erreiche ich im Dreiländereck Deutschland-Frankreich-Luxemburg den Ort Schengen, der ja aufgrund des Schengener Abkommen (1985), welches Zollkontrollen aufhob zwischen europäischen Ländern, Berühmtheit erlangte.

Moselüberquerung bei Schengen

Ich bin das erste Mal in Luxemburg und staune, wie aufgeräumt alles wirkt. Auch die Häuser sind schön und gut unterhalten. Landschaftlich ist es ziemlich hügelig und die Fahrradroute ein Auf und Ab. Das zermürbt mich und ich fühle mich ein wenig ausgebrannt, weshalb ich gröbere Steigungen meist zu Fuss bewältige und das Fahrrad schiebe.

Landschaft in Luxemburg

Als wieder mal ein Fahrverbot meine vorgesehene Route verhindern will, bin ich wie immer mutig und fahr einfach durch und geniesse danach eine längere Abfahrt auf menschenleerer Strasse – bis ich Bagger und Baumaschinen sehe, die die ganze Strasse versperren. Kein Durchkommen auch hier. So ein Mist!

Kein Durchkommen Nr. 3

Bei einem Bauernhof kurz vor der Baustelle sehe ich einen Bauern, der an einem Traktor herumwerkelt und frage ihn, ob es eine gute Umleitung von hier aus gebe. Er meint (mit einem etwas eigenartigen Deutsch), ich müsste den ganzen Weg wieder zurück und eine andere Strasse nehmen, und der Umweg sei etwa 14 km und es gäbe keine andere Möglichkeit. Ich kriege die Krise, konsultiere darauf Komoot und glaube eine kürzere Umleitung zu entdecken, indem ich eine grössere Wiese überquere.

Route über Wiesen

Mein Plan funktioniert und dank einer frisch gemähten Wiese muss ich auch nicht hohes Gras niedertrampeln. Ich bin happy!
Nach diesem kleinen Abenteuer bin ich schon bald in der Agglomeration der Stadt Luxemburg und fahre dort durch einen schöne Parkanlage

Hesperpark  bei Hesperange

Wenig später sollte ich das Flüsschen Alzette überqueren, welches sich um Luxemburg herumschlängelt. Aber auch hier ist wieder kein Durchkommen

Kein Durchkommen Nr. 4

Dank Komoot finde ich auch hier einen alternativen Weg und erreiche gegen 16 Uhr den Ortsrand von Luxemburg.

Luxemburg, Ortsrand

Es dauert aber noch ein wenig, bis ich endlich die Innenstadt erreiche.

Vor der Innenstadt von Luxemburg

Das Hotel muss ich suchen, da Komoot etwas überfordert ist, mich direkt ans Hotel zu lotsen. Mit Google Maps klappt’s dann aber.

Ankunft beim Hotel Vauban, mitten im Zentrum von Luxemburg

Ich bin ziemlich fertig nach dieser welligen Etappe und lege mich nach der Dusche etwas hin, bevor ich mich auf die Suche nach einem Restaurant mache. Die Suche endet schnell, denn gleich vor dem Hotel hat’s ein italienisches Restaurant, wo ich mich niederlasse, ein feines Menu bestelle und meinen Abschlussblog schreibe.
Ich hatte enormes Wetterglück auf meiner diesjährigen Frühlingstour, es war jeden Tag sonnig und angenehm warm und die Etappen sehr schön und auch abwechslungsreich, also eine sehr empfehlenswerte Tour, auch wenn die Etappen fast ein wenig zu lange waren.
Vielen Dank für die Likes und Feedbacks, sogar ein Gedicht wurde mir gewidmet zu meiner Tour (das ist ja schon fast Tradition). Ihr findet es unten.

Etappe 4: Völkingen-Luxemburg
Distanz: 92 km
Durchschnittsgeschwindigk.: 13.4 km/h
hinauf: 880 m
hinab: 840 m
Übernachtung im Hotel Vauban, Luxemburg

Screenshot

Gedicht zu meiner Luxemburg-Tour (A. Hux)
An den ersten freien Tagen
schwingt sich Bernhard sozusagen
fernwehsüchtig auf sein Ross,
packt das Nötigste ein bloss.
Heuer ist das Elsass dran,
was man gut verstehen kann.
In Etappen aufgeteilt,
er von Stadt zu Städtchen eilt.
Regelmässig wie die Uhr
meldet sich von seiner Tour
voll begeistert und verschwitzt
unser Freund. Er schreibt gewitzt
nach des Tages Räderlauf,
was er sah und sichtet’ auf.
Häuser, pittoresk, zum Malen,
haben ihm (uns auch) gefallen.
Darf ich für die nächste Tour
einen Hinweis geben nur?
Wie wär’s auch einmal rundum
um den Bodensee herum?
Boxenstopp in Frauenfeld!
Schön ist auch die kleine Welt!

Day 3: Saverne-Völkingen (Luxemburg-Tour)

Der neue Tag beginnt mit einem aussergewöhnlichen Frühstück im Hotel Garenne bei Saverne, wo wir sehr gut geschlafen haben.

Frühstück im Hotel Garenne

Wir beeilen uns, nach dieser schönen kulinarischen Erfahrung bald loszufahren, denn die heutige Etappe ist ziemlich weit und ausserdem sollte mein Sohn um 16 Uhr in Saarbrücken sein, damit er den gebuchten Flixbus erwischt.

Wir durchfahren gleich nach dem Start das schöne Städtchen Saverne ohne uns gross umzusehen, machen aber beim Kanalhafen eine Foto.

Kanalhafen bei Saverne

Hier warten wohl Hausboote auf die Vermietung. Wir fahren noch eine kurze Zeit dem Kanal entlang, bevor wir nach Norden abbiegen, um zum Naturschutzgebiet der nördlichen Vogesen zu gelangen, durch welches unsere heutige Etappe durchführt. Eine Zeitlang fahren wir dabei auf Autostrassen, aber zum Glück hat es sehr wenig Verkehr an diesem Sonntagmorgen.

Unterwegs in der Umgebung von Saverne

Bald schon biegen wir auf eine schmale «Passstrasse» ab, die uns auf einen kleinen Pass führt.

Schöner Aufstieg

Der Aufstieg gestaltet sich weniger happig als erwartet und führt uns durch eine grüne und beruhigende Waldlandschaft. Als wir oben sind, staunen wir, dass wir hier ein kleines Städtchen vorfinden mit schönen Häusern. Es heisst La Petite-Pierre.

La Petite-Pierre

Auf Französisch heisst das Naturschutzgebiet, in dem wir uns befinden, «Réserve Nationale de Chasse et Faune Sauvage de la Petite Pierre» und etwas nordöstlich davon «Parc Naturel Régional des Vosges du Nord». Es ist ein beeindruckend grosses Waldgebiet, das grenzüberschreitend bis nach Kaiserslautern reicht.
Wir fahren ohne Pause und gelangen auf kleineren Abfahrten in ein Tal, wo es einen schönen Fahrradweg hat.

Fahrradweg in der Nähe von Diemeringen

Es ist auffällig, dass die Ortsnamen hier aussschliesslich deutschen Ursprungs sind, obwohl wir uns in Frankreich befinden.
Als wir eine ruppige Steigung mit anschliessendem grober Kiesbelags-Natur-Strasse bewältigen müssen, ärgere ich mich ein wenig, denn wir hätten unten im Tal der Autostrasse folgen können, ohne diese Qualen auf uns zu nehmen. Immerhin haben wir hier eine tolle Aussicht.

Blick ins Weite bei Oermingen

Nach 60 km (!) machen wir die erste richtige Pause; es ist bereits 13 Uhr. Wir haben dafür aber wieder einen schönen Rastplatz gefunden.

Mittagspause in Wittring

Hier gelangen wir nun erstmals an die Sarre und dem zugehörigen Kanal, der sich «Canal des Houillères de la Sarre nennt. Offenbar wurde er früher benutzt, um die Steinkohle (la houille) von den Bergwerken in der Region abzutransportieren.


Am Sarre-Kanal

Es ist erstaunlich, dass dieser Kanal im Jahre 1862 bis 1866 erbaut wurde. Man fragt sich, wie das mit den damaligen Mitteln überhaupt möglich war.

Wir folgen nun bis Saarbrücken diesem Kanal. Das ist sehr bequem und wir kommen gut vorwärts, da wir zum Teil auch Rückenwind haben. So erreichen wir Saarbrücken rechtzeitig und haben sogar noch Zeit in einem Eis-Kaffee einen Erdbeerbecher zu vertilgen, bevor sich unsere Wege trennen.

Saarbrücken

Ich fahre alleine weiter und erreiche bald mein Etappenziel Völklingen, eine Industriestadt, die vor allem für ihre Stahl- und Kohleindustrie bekannt war, heute aber wegen der Krise in diesen Industrien an Bedeutung verloren hat und 1993 sogar als hässlichste deutsche Stadt bezeichnet wurde.

Ankunft in Völklingen

Das Hotel, in dem ich nächtige, liegt leicht erhöht am Waldrand und ist modern. Besonders gefällt mir die Terrasse, wo ich bei angenehmen Temperaturen das Nachtessen einnehme und an meinem Blog schreibe.

Nachtessen auf der Terrasse des Leonardo Hotels in Völkingen

So endet eine weitere schöne Etappe und ich bin gespannt, wie sich der morgige letzte Tag präsentieren wird.

Etappe 3: Saverne-Völkingen
Distanz: 104 km
Durchschnittsgeschwindigk.: 15.9 km/h
hinauf: 760 m
hinab: 780 m
Übernachtung im Leonardo Hotel, Völkingen

Screenshot

Day 2: Colmar-Saverne (Luxemburg-Tour)

Auch die zweite Etappe starten wir bei Sonnenschein und blauem Himmel. Es ist angenehm frisch als wir ca. um 9 Uhr Colmar verlassen und ein wenig wärmer als am Vortag. Bald schon erreichen wir wieder la véloroute du vignoble und wie der Name verrät, durchfahren wir wieder endlos scheinende Rebberge, die anmutige kleinere und grössere Dörfer beherbergen.

Auf der route du vignoble in der Nähe von Colmar

Unterwegs scheuchen wir einen Vogel auf, den ich in Natur noch nie gesehen habe; er sieht so aus:

Screenshot

Was ist das für ein Vogel?

Richtig, es ist ein Wiedehopf, über den ich abends noch ein wenig recherchiere und herausfinde, dass es die Redewendung gibt «du stinkst wie ein Wiedehopf». Auch kann ich mich an das Lied «die Vogelhochzeit» erinnern, wo in einer Strophe dieser Vogel so zur Sprache kommt: Die Vogelhochzeit: „Der Wiedehopf, der Wiedehopf, der bringt der Braut nen Blumentopf“.

Sehenswert sind die vielen kleineren und grösseren Weindörfer dir wir durchfahren, wie zum Beispiel Dambach-La-Ville.

Dambach-La-Ville.

Nach knapp 40 km machen wir unsere Mittagsrast an einem schön angelegten Plätzchen.

Mittagsrast

Wir suchen den Schatten, denn es in in der Zwischenzeit sommerlich warm geworden.

Auf der Weiterfahrt weist uns ein Schild darauf hin, dass wir in ein Dorf gelangen, welches offiziell zu den schönstern Dörfern Frankreichs zählt – es heisst Mittelbergheim.

Mittelbergheim

Nach ca. 60 km erreichen wir das sehr schöne Städtchen Obernai, in dem viel los ist und an jeder Ecke ein Restaurant die vielen Touristen verköstigt.

Obernai

Wenig später verlassen wir die véloroute du vignoble und gelangen auf einen tollen Fahrradweg, der auf einem ehemaligen Eisenbahntrassee angelegt ist und uns bis nach Saverne, unserem Zielort, führt.

Auf der «voie verte» (grünes Geleise) nach Saverne

Hier gibt es keine ruppigen Steigungen wie zuvor, sondern sanftes, gleichmässiges Hochsteigen, so dass die Steigungen kaum spürbar sind.

Statt Weinberge gibt es in dieser Region nun Kuhwiesen und Obstbäume.

Auf der Veloroute in der Nähe von Saverne

Um viertel nach fünf erreichen wir das etwas ausserhalb von Saverne leicht erhöht liegende Hotel, von wo aus man einen herrlichen Weitblick hat.

Blick vom Hotel Garenne bei Saverne

Wir bekommen ein schönes, helles Zimmer – nur das Bad ist etwas gewöhnungsbedürftig; es gibt nämlich keine Tür, dazu kommen grosse Fenster, die eine Intimität  beim Duschen verunmöglichen.

türloses Bad mit Fenster

Die Hotelküche, die wir nach der Dusche geniessen dürfen, begeistert uns dann aber restlos.

Die im Hause hergestellten Pommes, das Rindsfilet mit etwas Foie Gras (Entenleber) und der anschliessende Dessert sind «allererste Sahne».

Abendessen im Hotel Garenne, Saverne

Nach diesem ausserordentlich schönen Tag fallen wir müde in die Betten und während mein Sohn bald schon schläft, schreibe ich noch meinen Blog – das muss sein!

Etappe 2: Colmar – Saverne
Distanz: 95.8 km
Durchschnittsgeschwindigk.: 14,4 km/h
hinauf: 610 m
hinab: 530 m
Übernachtung im Hotel Garenne, Saverne

Screenshot

Day 1 Basel-Colmar (Luxemburg-Tour)

Die heurige Frühlingstour beginnt in Basel und wird mich nach Luxemburg führen, wo ich noch nie war. Es ist ein Prachtstag an diesem Freitagmorgen, die Sonne scheint, der Himmel ist blau und die Temperatur noch etwas frisch, als wir um etwa 9 Uhr den Rhein erreichen.

Basel, Blick auf den Rhein und die Fahrradroute

Wie schon oft begleitet mich mein Sohn für ein paar Tage; die Gesellschaft freut mich – man sieht sich nicht so oft und so hat sich in der Zwischenzeit viel Gesprächsstoff angesammelt, der ausgetauscht werden will.

Die Route zweigt bald vom Rhein ab und es geht in der Folge längere Zeit einem Kanal entlang, der uns durch ein Naturschutzgebiet führt, das sich «Petite Camarque Alsacienne» nennt.

«Petite Camarque Alsacienne» am Canal du Rhône au Rhin

Kurz vor Mulhouse verlassen wir den Kanal, indem wir eine Brücke überqueren, von der man eine tolle Aussicht bis in die Vogesen hat.

Brücke über den Canal du Rhône au Rhin

Nach ein paar Kilometern durch Waldlandschaften gelangen wir in offeneres Gelände, wo uns eine ca. 200 m lange, etwa 4 m hohe und ca. 80 cm breite «Mauer» etwas stutzig macht. Sie besteht nämlich komplett aus Maiskolben. So etwas haben wir noch nie gesehen und wir fragen uns nach dem Sinn und Zweck dieser «Maiskolbenmauer». Vielleicht gibt es unter der Leserschaft Leute, die sich daraus einen Reim machen können. (?)

«Maiskolbenmauer» bei Battenheim

Die Landschaft in diesem Abschnitt ist nun geprägt durch weite Felder, die zum Teil für die Aussaat bereit sind oder wie im folgenden Bild in voller Blüte stehen.

Rapsfelder bei Enisheim

Bisher haben wir kaum eine Pause gemacht, weshalb wir ca. um 12 Uhr und nach rund 50 km bei einem schönen Plätzchen mit Sitzbänken im Halbschatten anhalten und unsere Käse- und Salamibrote essen.

Mittagsrast in Enisheim

Es ist nun merklich wärmer geworden und wir schwitzen fast schon ein wenig. Wir sind nun am Rande der Vogesen angelangt, nachdem wir einige kleinere sehenswerte Ortschaften durchquert haben.

Wir befinden uns nun auf der Veloroute des Vignobles, also auf der Weinberge-Veloroute, die uns ein wenig in und auf Hügel führt, auf der, soweit das Auge reicht, Weinreben kulitivert werden.

Auf der Route des Vignobles bei Soultzmatt

Es ist landschaftlich sehr schön hier und wir geniessen die Fahrt durch die Weinberge, obwohl es manchmal ziemlich heftig bergauf geht.

Der letzte Abschnitt der heutigen Etappe ist etwas weniger attraktiv, da er manchmal einer 4-spurigen Autobahn entlangführt; ausserdem ist starker Gegenwind (Bise) aufgekommen, der das Vorankommen erschwert. Deshalb sind wir (oder mindestens ich) ziemlich erschöpft als wir gegen 5 Uhr und genau 90 km Fahrt unser Hotel in Colmar erreichen.

Nach der obligaten Dusche und kurzem Nickerchen brechen wir auf, um die sehr sehenswerte Innenstadt von Colmar zu besichten und natürlich auch unseren Hunger zu stillen. Schnell werden wir fündig und wir geniessen die letzten Sonnenstrahlen beim Abendessen im Restaurant Pfeffel.

Nachtessen im Restaurant Pfeffel, Colmar.

Beim anschliessenden kurzen Rundgang durch die Altstadt bestaunen wir die hübschen Fachwerkhäuser und die kleinen Kanäle, die das Stadtbild prägen.

Abendimpression, Colmar Altstadt

Bald schon aber machen wir uns auf den Rückweg zum Hotel, denn wir sind ziemlich müde und ausserdem sollte ich ja noch meinen Blog schreiben.

Etappe 1: Basel – Colmar
Distanz: 89,9km
Durchschnittsgeschwindig: 14,5km/h
hinauf: 300 m
hinab: 390 m
Übernachtung im Hotel Arc-en-Ciel, Colmar

Screenshot

Day 5: Bratislava – Wien (Burgenland-Tour)

Auch heute morgen ist es wieder grau, als ich um viertel nach neun zu meiner letzten Etappe meiner diesjährigen Herbsttour aufbreche.

Bratislava am Sonntagmorgen

Bald schon bin ich auf dem Donauradweg, wo schon Jogger, Spaziergänger und andere Fahrradfahrer unterwegs sind an diesem Sonntagmorgen. Ein junger sportlicher Jogger benutzt mich sogar als Hase, nachdem ich ihn überholt habe, und hechelt mir ca. 500 Meter hinterher, das ist beachtlich, da ich wohl mit ca. 18-20 km/h unterwegs bin.

Nach ca. 5 km Fahrt überquere ich die Grenze zu Österreich und erreiche bald den ersten grösseren Ort, Hainburg.

Donau, bei Hainburg

Gerne hätte ich das kleine, etwas erhöht liegende Städtchen besichtigt, scheitere aber bei diesem Unterfangen an einer längeren Treppe. Dafür erblicke ich beim Stadttor eine interessante Gedenktafel.

Gedenktafel, Hainburg

Kurz danach überquere ich die Donau.

Blick von der Donaubrücke bei Hainburg

In der Folge führt mich die Route kilometerweit auf dem Hochwasserschutzdamm Richtung Wien. Hier werde ich von einem deutschen Tourenfahrer eingeholt, mit dem ich ins Gespräch komme. Er kommt von Köln, fuhr von dort bis nach Ungarn ins Grenzgebiet zur Ukraine und ist jetzt wieder auf dem Rückweg nach Köln. Das ist beachtlich.

Auf dem Donauradweg südlich von Wien

Die Fahrradroute führt durch den Nationalpark Donau-Auen, wie ich auf einer Infotafel lese. Das Gebiet umfasst eine der letzten grossen Flussauenlandschaften Europas

Im Nationalpark Donau-Auen

Nach einem Kaffeehalt in Hermi’s Radl-Café sehe ich schon bald die Hochhäuser von Wien.

In der sogenannten Grillzone von Wien sind Sonntagsausflügler im Begriffe, ihre Würste und Grillspiesse zu braten:

Grillzone von Wien (kein Witz)

Vor den Toren von Wien überquere ich zuerst die neue Donau auf einer futuristisch anmutenden Fahrradbrücke:

Fahrradbrücke über die neue Donau, Wien

Anschliessend befahr ich ein «Karussel», um auf die Brücke über die grosse Donau zu gelangen.

Karussel zur Donaubrücke (mit der Inschrift «Willkommen in Korruptistan»)

Anschliessend fahr ich auf guten Fahrradwegen Richtung Wiener Hauptbahnhof und mache unterwegs eine Foto von modernen Hochhäusern:

Hochhäuser in Wien

Komoot führt mich punktgenau zum Ziel meiner heutigen Reise, dem Wiener Hauptbahnhof, wo ich heute abend den Nachtzug nach Zürich nehmen werde.

Hauptbahnhof Wien

Auf eine Stadtbesichtigung verzichte ich diesmal, da Wien schon einmal Ziel einer früheren Fahrradtour war.

Somit geht meine interessante Burgenland-Tour zu Ende. Sie führte mich von Graz über den Iron Curtain Trail im ungarisch-österreichischem Grenzgebiet nach Bratislava und schliesslich nach Wien. Ich bin froh, sie pannen- und unfallfrei überstanden zu haben. Auch mein Rücken machte mir diesmal keine Probleme und das Wetter war auch gut; es war zwar oft etwas grau, aber immerhin hat es nie wirklich geregnet.
Vielen Dank meinen Lesern für die Likes, Wünsche und Rückmeldungen.
Mal schauen, wo mich die nächste Tour im Frühling hinführt – ich weiss es noch nicht.

Fakten Etappe 5: Bratislava – Wien
Gefahrene Strecke: 71 km
reine Fahrzeit: 4 Std. 53
Durchschnittsgeschwindigkeit: 14.6 km/h
Bergauf: 240 m
Bergab: 200 m

Screenshot


Day 4: Eisenstadt – Bratislava (Burgenland-Tour)

Nach nicht so gutem Schlaf – es war viel zu heiss in meinem Zimmer, da ich die Heizung nicht ausschalten konnte – fahre ich heute etwas früher los als sonst.

Es ist sehr windig an diesem Tag und das Grau der vielen Wolken verzieht sich nach und nach.

Fahrradroute in der Nähe des Neusiedler-Sees

Zuerst führt mich meine Route an den nördlichen Teil des Neusiedler-Sees. Eine Ortschaft, die ich durchfahre, heisst Winden. Sie trägt ihren Namen heute zurecht.

Winden

Bei der Kirche dieser Ortschaft, bei der ich vorbeifahre, warten bestimmt etwa 200 Leute, die in Reih und Glied stehen, wohl auf Einlass an eine Beerdigung, wie ich aufgrund ihrer schwarzen Kleidung und den ernsten Mienen vermute.

Kirche von Winden

Bald nach Winden verlasse ich den Neusiedler-Radweg und fahre weiter in nordöstlicher Richtung. Der Wind ist inzwischen noch stärker geworden und fühlt sich fast wie ein Sturm an – ich kann mich nicht erinnern jemals bei solchen Windverhältnissen unterwegs gewesen zu sein. Leider habe ich den Wind nur abschnittsweise im Rücken, meist kommt er seitwärts aus nordwestlicher Richtung. Das erschwert das Vorwärtskommen enorm.

Da heute leider kein Café in Sicht ist, mache ich eine Pause im Windschatten der Kirche von Parndorf.

Mittagspause in Parndorf

Auf der Weiterfahrt treffe ich auf einen «Windräder-Park». Über hundert Windräder zähle ich auf die Schnelle und sie laufen fast alle auf Hochtouren bei diesem Wind.

Windräder bei Parndorf

Passend zum Wind und den Windrädern bin ich nun auf dem Windradweg unterwegs, der gleichzeitig auch Entdeckertour und Verbindungsradweg Donau-Neusiedlersee ist.

Auf dem Windradweg

Bald schon erreiche ich die Grenze zur Slowakei, die mit einem kleinen Schild angekündigt wird.

Grenzübergang zur Slowakei

Es folgen die ersten Vororte von Bratislava, noch auf der rechten Seite der Donau.

Agglomeration von Bratislava

Ein Fahrradstreifen führt mich bis zur Brücke über die Donau, von der ich einen tollen Blick auf das Wahrzeichen der Stadt, die Bratislavsky hrad (Pressburger Burg) habe.

Blick auf die Bratislavsky hrad

Der Weg zum Hotel führt mich durch die Altstadt. Hier hat es soviele Touristen, dass ich mein Fahrrad schieben muss.

Michaeler-Tor, Bratislava

Im Hotel angekommen bin ich so müde, dass ich mich nach der Dusche hinlege und gleich einschlafe. Dabei war die Etappe heute doch eher kurz und flach!

Fakten Etappe 4: Eisenstadt – Bratislava
Gefahrene Strecke: 74 km
reine Fahrzeit: 5 Std. 6
Durchschnittsgeschwindigkeit: 14.5 km/h
Bergauf: 270 m
Bergab: 280 m
Übernachtung im Hotel Tatra, Bratislava

Screenshot

Day 3: Köszeg – Eisenstadt (Burgenland-Tour)

Der Aufenthalt im Hotel Benedict war sehr schön und zu kurz. Bevor ich losfahre werfe ich einen Blick aus dem Hotelzimmer und schaue, ob mein Fahrrad noch da ist.

Blick aus dem Hotelzimmer

Das Fahrrad ist noch da und so starte ich genau um viertel nach neun zu meiner dritten Etappe und verlasse das schmucke Städtchen Köszeg.

Bald schon bin ich wieder im Grünen, wo ich zuerst einen bewaldeten Hügel überquere.

Fahrradroute durch den Wald

Bald schon bin ich wieder in Österreich. Man merkt es an den Strassen, dass man nicht mehr in Ungarn ist, denn sie sind meist um Welten besser.

Weinberge im Grenzgebiet

Wenig später befinde ich mich in ebenem Gelände, wo ich gut vorankomme. Es ist heute weniger grau als am Tag zuvor, und man entdeckt immer mal wieder etwas Blau am Himmel.

Auf dem «Iron Curtain Trail» bei Klostermarienberg

Bald schon bin ich wieder auf ungarischem Gebiet – die Gegend ist hier ziemlich menschenleer und auch heute wieder begegne ich keinem Tourenfahrer.

Menschenleere Gegend

Als ich wieder auf österreichischem Staatsgebiet bin, lädt mich ein kleines Café zu einem Halt ein.

Kaffeehalt in Nikitsch

Mit den beiden humorvollen Herren auf dem Bild komme ich ins Gespräch – sie staunen, dass ich heute in Köszeg gestartet bin und noch bis Eisenstadt fahre.

Die heutige Etappe führt mich immer wieder an Weinbergen vorbei; so hatte ich mir das Burgenland vorgestellt.

Weinberge im Burgenland

Wieder auf ungarischem Gebiet erreiche ich nach ca. 45 km die Stadt Sopron. Hier lasse ich mich draussen in einem Restaurant nieder und geniesse die Ambiance der sehenswerten Altstadt.

Mittagshalt in der Altstadt von Sopron

Beim Bezahlen staune ich, wie wenig ich für meine Konsumation bezahlen muss. 17.30 Euro für Spaghetti Bolognese, einen grünen Salat, ein Mineralwasser, ein Bier und einen Espresso. Das ist kaum zu glauben.

Nach Sopron führt mich die Fahrradroute wieder durch einen Wald.

Fahrradroute bei Sopron

In der Nähe des Neusiedler-Sees verlasse ich Ungarn endgültig und fahre in der Folge durch Weinberge etwas erhöht dem See entlang.

Fahrradroute beim Neusiedler-See

Nach ein paar Kilometern biege ich links ab und fahre über eine kleine Anhöhe, von wo ich einen wunderbaren Ausblick Richtung Eisenstadt habe.

Blick Richtung Eisenstadt

Die letzten Kilometer kämpfe ich gegen einen starken böigen Wind und erreiche deshalb erst nach 4 Uhr mein Etappenziel Eisenstadt.

Eisenstadt ist die Haydn-Stadt. Hier hat Joseph Haydn längere Zeit beim Fürsten Esterhàz gewirkt. Ich mache mich deshalb nach der Dusche schnell auf den Weg in die Altstadt, wo ich das Haydn-Haus aufsuche.

Haydn-Haus

Haydn Gedenktafel

Es gäbe auch einen Haydn-Pfad, wo man Stationen seines Wirkens besuchen ablaufen kann. Da es aber schon etwas eindunkelt und ich Hunger habe, marschiere ich wieder zu meinem Hotel zurück, wo ich im hoteleigenen Restaurant zu Abend esse. Ich bestelle Gänseleber, etwas was ich noch nie gegessen habe – und springe damit über meinen Schatten, denn ich bin sonst eher der Typ «Was der Bauer nicht kennt, …»

Gänseleber im Gasthof Ohr, Eisenstadt

Zwischen den Gängen schreibe ich an meinem Blog. So werde ich hoffentlich zeitig fertig.

Fakten Etappe 3: Köszeg – Eisenstadt
Gefahrene Strecke: 78 km
reine Fahrzeit: 5 Std. 13
Durchschnittsgeschwindigkeit: 15.0 km/h
Bergauf: 570 m
Bergab: 69 m
Übernachtung im Gasthof Ohr, Eisenstadt

Screenshot

Day 2: Szentgotthàrd – Köszeg (Burgenland-Tour)

Der zweite Tag meiner Burgenland-Tour beginnt grau und endet grau. Bei diesem Wetter wirken die Häuser der Strasse entlang bei Szentgotthard noch etwas trostloser als sie sonst schon sind.

Unterwegs in der Nähe von Szentgotthàrd

Mein Weg führt mich zuerst auf wenig befahrenen Nebenstrassen Richtung Osten. Unterwegs erblicke ich ein Denkmal, das an den zweiten Weltkrieg erinnert.

Panzerdenkmal

Nach ca. 30 Minunten Fahrzeit endet die asphaltierte Strasse und ich gelange auf einen ziemlich glitschigen Waldweg.

Fahrradroute durch den Wald

Zum Glück erreiche ich bald die Grenze zu Österreich, wo ich wieder bessere Strassen vorfinde.

Grüner Grenze

Die Gegend hier ist hügeliger als erwartet und ich habe immer wieder kleine Steigungen zu bewältigen. Auf meinem Weg entdecke ich strohbedeckte kleine Gebäude.

Historische Weinkeller bei Heiligenbrunn

Ich befinde mich nun offenbar im kleinen Weinbaugebiet des sogenannten Uhudler-Weines, der nur in dieser Region angebaut werden darf und aus Trauben von Direktträgersorten (nicht gepropft, resp. veredelt) gewonnen wird und einen eigenen Charakter hat. Das ist interessant.

Schon bald verlasse ich aber dieses interessante Weinbaugebiet wieder und fahre weiter gegen Nordosten. Dabei begegnet mir wie schon am Vortag ein Velotouren-Schilderbaum; ich befinde mich nun auf dem ökoEnergieland Radweg, dem Weinidylle-Radweg sowie auf der Paradiesroute Südburgenland.

Fahrradparadies Südburgenland

Die Landschaft ist hier dünn besiedelt, ich durchfahre nur wenige kleinere Dörfer wie z.B. Unterbildein:

Unterbildein

Nun befinde ich mich auf dem «Iron Curtain Trail», einer Strasse die der Grenze zwischen Österreich und Ungarn entlangführt. Man könnte hier sogar eine Grenzerfahrung machen auf dem Grenzerfahrungsweg.

Auf dem «Iron Curtain Trail»

Heutzutage ist vom «eisernen Vorhang», der einst den Osten vom Westen hermetisch abriegelte, kaum mehr etwas zu sehen.

Auf ungarischer Seite mache ich nach ca. 3 Stunden Fahrzeit meinen Mittagshalt. Der gedeckte Rastplatz kommt mir sehr gelegen, denn es beginnt ganz leicht zu regnen, kaum habe ich mich hingesetzt.

Mittagspause in Horvàlövö

Von nun an befindet sich meine Route bis ins Ziel auf ungarischem Gebiet. Zum guten Glück hat der Regen wieder aufgehört und ich muss mich deshalb nicht mit den Regenklamotten einkleiden (was ich hasse!).

In der Nähe von Köszeg

Gegen halb vier erreiche ich mein Ziel, die Stadt Köszeg.

Ankunft in Köszeg

Das hellbeige Haus in der Bildmitte ist mein Hotel, wie ich wenig später bemerke. Es handelt sich um ein Gebäude, das die Benediktiner einst nutzten, weshalb es nun Benedict Hotel heisst.

Bevor ich einchecke machen ich einen kleinen Rundgang um das Hotel und entdecke dabei eine Büste von Franz Liszt.

Bronzebüste von Franz Liszt (2013)

Er soll hier 1846 ein Konzert gegeben haben und danach zum Ehrenbürger der Stadt ernannt worden sein.

Das Hotel Benedict ist wunderbar renoviert worden und ich fühle mich in meinem Zimmer sehr wohl.

Mein Zimmer im Hotel Benedict

Nach einem kurzen Nickerchen machen ich noch einen kleinen Bummel durch die äusserst schöne und gepflegte Altstadt von Köszeg.

Altstadt von Köszeg

Nach dem Abendessen in einer Pizzeria in der Nähe des Hotels ziehe ich mich in mein Zimmer zurück und schreibe dort meinen täglichen Blog. Ich bin ziemlich müde und werde wohl bald zu Bett gehen.

Fakten Etappe 2: Szentgotthàrd – Köszeg
Gefahrene Strecke: 72 km
reine Fahrzeit: 4 Std. 33
Durchschnittsgeschwindigkeit: 15.9 km/h
Bergauf: 500 m
Bergab: 450 m
Übernachtung im Hotel Benedict, Köszeg

Screenshot

Day 1: Graz – Szentgotthàrd (Burgenland-Tour)

Nach etwas mühseliger Zugsfahrt nach Graz am Tage zuvor beginnt dort heute bei strahlendem Sonnenschein meine diesjährige Herbsttour. Ich nenne sie Burgenland-Tour, weil sie mich durch das Burgenland zuerst nach Bratislava und schliesslich nach Wien führen soll.

Da Graz schon mal Zielort einer Sommertour war, verzichte ich darauf, durch die Altstadt zu fahren und biege deshalb gleich nach der Fahrt über die Mur-Brücke nach rechts in den Murradweg ein.

Graz in der Morgensonne

Es ist sehr kühl an diesem goldenen Herbsttag, meine Wetterapp zeigte mir morgens 7° an, weshalb ich mich warm angezogen habe – die Sonne wärmt aber so stark, dass ich bald meine Winterhandschuhe wieder ausziehe und eine dünnere Jacke anziehen kann.

Auf dem Murradweg

Bald verlasse ich den Murradweg und meine Reise führt mich in die Hügel.

Mein erstes und auch schon letztes Abenteuer heute ereilt mich, als ich plötzlich vor gesperrter Strasse stehe und ein Graben die Weiterreise verhindert.

Kein Durchkommen

Netterweise fährt der Baggerfahrer etwas zur Seite, so dass ich mein Fahrrad über den Erd- und Schutthaufen hieven kann.

Es sind kleine Pässe, die ich in der Folge überwinden muss; der schöne Ausblick aber belohnt mich für die kleinen Strapazen.

Schöner Ausblick

Am höchsten Punkt der heutigen Etappe (und wohl meiner gesamten Tour) habe ich eine wunderbare Aussicht.

Höchster Punkt meiner Etappe (500 Meter ü. Meer)

Von nun an geht’s meist leicht abwärts, was sehr angenehm ist. Ich fahre heute meistens auf kleinen Nebenstrassen, auf denen kaum Verkehr herrscht. Tourenfahrern begegne ich keinen am heutigen Tag.

Mehlteuer

Auf dem Weg begegnen mir manchmal lustige Ortsnamen wie z.B. Mehlteuer. Es ist eine sehr ländliche Gegend, die ich am heutigen Tag durchfahre, geprägt von vielen Maisfeldern, die meist noch nicht abgeerntet sind.

An einer Stelle, entdecke ich mehrere Tafeln (11!) mit verschiedenen Maissorten-Namen. Wird hier mit genmanipuliertem Mais herumexperimentiert, frage ich mich. Ich weiss es nicht, aber wenn Maissorten «Astronauto» heissen, macht man sich schon solche Gedanken.

Maissorten-Versuch

Ich muss heute lange warten, bis ich einen Kaffeehalt machen kann. Nach 13 Uhr gelange ich endlich in eine kleinere Stadt, wo ich mich draussen in ein Café setzen kann. Ich bestelle einen «Verlängerten» und ein Brioche und  amüsiere mich wieder einmal, dass in Österreich ein «normaler» Kaffee «Verlängerter» heisst.

Kaffeehalt in Feldbach

Da ich bald wieder Hunger habe, mache ich etwa eine Stunde später meinen Mittagshalt auf dem schön gestalteten Hauptplatz von Fehring und esse dort mein Schinken-Käse-Brötchen.

Mittagshalt in Fehring

Ich frage mich auf der Weiterfahrt, ob ich nun denn schon im Burgenland bin und erhalte bald die Antwort.

Einfahrt ins Burgenland

Ca. 15 Kilometer vor dem Ziel erreiche ich das Burgenland und werde hier herzlich willkommen geheissen –  Burgen erblicke ich aber vorerst noch keine.

Es ist nun so warm geworden, dass ich ohne Jacke unterwegs bin. Es sind perfekte Verhältnisse heute zum Fahrradfahren. So gefällt’s!

Auf einem Fahrradschilder-Baum, den ich unterwegs entdecke, lese ich, dass ich auf einer «multiplen» Fahrradroute unterwegs bin, nämlich auf dem Burgenland Jubiläumsradweg R1, dem Dreiländer Radweg, der Waters of Central Euope Route und der Paradiesroute Südburgenland. Interessant!

Multiple Fahrradroute

Bald darauf erreiche ich die Grenze zu Ungarn.

Grenze Österreich – Ungarn

Es ist nun nicht mehr weit zu meinem Hotel, das in Szentgotthàrd liegt. Diese Stadt liegt im äussersten Westen Ungarns an der Raab und ist das Zentrum der slowenischen Minderheit in Ungarn. Der Name leitet sich vom Heiligen Gotthard ab, klärt mich die KI von Google später auf.

Das im Voraus gebuchte Hotel befindet sich an einer Hauptstrasse, ist also alles andere als idyllisch gelegen. Das stört mich aber nicht gross, denn es beherbergt auch ein schönes Restaurant, wo ich mich verköstige und nachher noch meinen Blogeintrag schreibe.

Nachtessen im Hotel Restaurant Andante in Szentgotthàrd

So geht ein schöner Tag zu Ende. Die Tour hätte nicht besser beginnen können!

Fakten Etappe 1: Graz – Szentgotthàrd
Gefahrene Strecke: 86 km
reine Fahrzeit: 5 Std. 24
Durchschnittsgeschwindigkeit: 15.9 km/h
Bergauf: 460 m
Bergab: 600 m
Übernachtung im Hotel Restaurant Andante in Szentgotthàrd

Screenshot


Day 7: Aschach – Linz (Isar-Tour)

Nach guter Nacht in meinem riesigen Schlosszimmer begebe ich mich in den Frühstücksraum, wo ich von der «Schlossherrin» (zu sehen links im Hintergrund ) bereits erwartet werde.

Frühstücksraum und Café im Schloss Aschach

Ich nehme es sehr gemütlich an diesem Morgen, meine Etappe heute wird sehr kurz sein bis zu meinem Tourziel Linz.

Bevor ich losfahre mache ich noch ein Bild von der Vorderseite des Schlosses; mein Zimmer war ganz links oben im 2. Stock.

Schloss Aschach

Bald schon bin ich wieder auf dem Donauradweg und radle Richtung Südwesten los. Das Wetter ist heute prächtig und die Temperatur angenehm frisch.

Auf dem Donauradweg bei Aschach

Es hat hier viele Burgen und Schlösser. Etwa auf halber Strecke erblicke ich auf der anderen Seite der Donau das Schloss Ottensheim.

Schloss Ottensheim

Hier bringt mich eine Drahtseilfähre ans Ostufer der Donau

Ottensheimer Drahtseilbrücke

Diese Fährgelegenheit gibt’s schon über 150 Jahre. Die Fähre funktioniert mit der Strömungskraft der Donau, nur beim Anlegen kommt noch etwas motorisierte Hilfe dazu.

Auf der Überfahrt

Es sind noch einige andere Fahrradfahrer Passagier bei dieser Überfahrt.

Von hier an ist die Fahrradroute weniger idyllisch und führt meist einer stark befahrenen Hauptstrasse entlang nach Linz.

Ankunft in Linz

Diese Stadt habe ich nun schon des öfteren befahren auf meinen Fahrradtouren und ich verzichte deshalb auf ein Sightseeing und lasse mich stattdessen in einem Café nieder, in dem ich auch schon war.

Stärkung vor der Rückreise

Meine Sommertour ist nun zuende; ich bin froh, dass ich sie pannen- und unfallfrei abschliessen kann. Es war eine sehr schöne Tour mit viel Natur, vor allem der Isar entlang. Leider hat mein Rücken nicht mitgespielt und mich nach der Hexenschussattacke vor ein paar Tagen immer wieder geplagt. Zum guten Glück hat er mich aber beim Fahrradfahren kaum beeinträchtigt. Abgesehen von einem Regentag war das Wetter ideal zum Fahrradfahren; es herrschten sehr angenehme Temperaturen und der Wind kam auch meist von hinten.

Vielen Dank auch für die Rückmeldungen, Likes und Aufmunterungen. Wie schon bei meiner letzten Herbsttour wurde mir sogar wieder ein Gedicht gewidmet; herzlichen Dank dafür!

Dem begeisterten Radtourenfahrer
Wenn einer eine Reise tut,
so, sagt man, kann er was erzählen,
es sei für Leib und Seele gut,
man könne dabei gar nicht fehlen.
Drum frisch entschlossen. Auf zur Tat!

So packt, sobald ein Urlaub naht,
ganz losgelöst von Jahreszeiten,
Freund Bernhard flink sein treues Rad
und füllt die Taschen beider Seiten
mit Regenschutz und Notvorrat.

Klug wählt er seine Route dann,
er startet hoch im Engadin,
so spart er Kraft, so viel er kann,
denn abwärts fliesst zumeist der Inn.
Wenn nur das Wetter besser wär!

Wo geht sie hin, die Fahrt dies Jahr?
Anfänglich noch bergab, entspannt,
den Inn «durab» bis zur Isar,
wo Berge fehlen, flach das Land,
doch leider nicht so flach wie’s Meer.

Er saust durch Dörfer, schiebt am Hang,
geniesst Radwege, meidet Pfützen,
die frecherweis sein Rad bespritzen,
und weiter geht’s, Isar entlang.
Die Wolken weichen, es wird hell.

Nun ist’s erreicht, hat er sein Ziel.
Vergessen sind die Müh’n und Plagen,
von all dem spürt er nicht mehr viel.
Er rechnet nach und kann sich sagen,
wie gross die Strecke, das Gefäll.

In all den harten Fahrradstunden
hat er den Alltag abgewälzt
und grosse Strecken überwunden,
am meisten aber wohl sich selbst.
(Angelus Hux)

Fakten Etappe 7: Aschach – Linz
Gefahrene Strecke: 30 km
reine Fahrzeit: 2 Std. 8
Durchschnittsgeschwindigkeit: 14.3 km/h
Bergauf: 90 m
Bergab: 100 m

Screenshot

Überblick Fahrradtour Scuol – Linz