Day 3: Going-Salzburg (Salzburg-Tour)

Heute fahren wir wegen spätem Frühstück erst um 8.45 Uhr los und verlassen den Touristenort Going am Wilden Kaiser. Es ist schon sehr warm, aber auch leicht gewittrig. Der Weg führt uns zuerst ca. 10 km abwärts, was ein sehr angenehmer Start ist.

Fahrradroute durch den Wald, in der Nähe von Going

Als wir St. Johann im Tirol durchfahren, werden wir Zeuge einer Open-Air-Trainingseinheit von zwei Jugend-Blasmusikkappellen. Sie üben gerade das Marschieren im Rhythmus des Trommlers.

Marschtraining

In der Folge fahren wir einige Kilometer der Grossache entlang.

An der Grossache

Darauf biegen wir rechts ab und nehmen den grössten Anstieg des Tages in Angriff. Der Anstieg ist aber weniger schlimm als befürchtet und führt uns meist im Schatten auf eine Anhöhe, von der man einen schönen Ausblick Richtung Osten hat.

Passhöhe in der Nähe von Waidring

Die darauffolgende Abfahrt führt einem lustig rauschenden Flüsslein entlang und ist sehr schön – so wie auch die touristische Ortschaft Lofer, die wir durchqueren.

Ortskern von Lofer

Hier gelangen wir an die Saalach, der wir nun folgen.

Blick auf die Saalach

Der Fahrradweg diesem Fluss entlang gehört zu den schönsten, die ich jemals befahren habe.

Der Saalach entlang

Da um die Mittagszeit in dieser Region heftige Gewitter angesagt sind, sind wir ohne Pause 46 km durchgefahren; vor dem grossen Regen machen wir deshalb noch eine kurze Mittagspause unter einem grossen Baum und essen unsere Brote.

Mittagspause

In der Zwischenzeit sind dunkle Wolken aufgezogen, weshalb wir schnell weiterfahren, in der Hoffnung dem Unwetter zu entrinnen.

Dunkle Wolken

Wenig später kündigen heftige Böen ein Unwetter an. Gerade als die ersten grossen Tropfen fallen, können wir uns unter ein grosses Dach eines Unterhalthäuschen retten – was für ein Glück.

Unwetter

Wir haben nur unsere Regenjacken dabei, weil wir nicht mit einem Unwetter gerechnet haben. So warten wir über 20 Minuten bis das Schlimmste vorbei ist und fahren dann trotz anhaltendem Regen weiter.

Bereit für die Weiterfahrt

Das Radeln im Regen hat auch seinen Reiz und wir kommen dank guten Strassen und Fahrradwegen gut vorwärts, und als wir unser Ziel, das Hotel Leopoldskron erreichen, scheint schon fast wieder die Sonne. Nur die triefend nassen Schuhe erinnern uns an das Unwetter.

Ankunft beim Hotel Schloss Leopoldskron

Das Hotel Schloss Leopoldskron liegt etwas ausserhalb von Salzburg in einer herrlichen Parkanlage an einem kleinen See mit wunderbarer Aussicht auf die Berge.

Hotelanlage mit Aussicht

Als wir uns zu Fuss zum Nachtessen in ein nahegelegenes Restaurant aufmachen, haben wir einen tollen Blick auf die Festung Hohensalzburg.

Festung Hohensalzburg

Ich bin froh, dass wir unser Tourziel heil erreicht haben – es war eine kurze, aber schöne Tour. Salzburg werden wir am morgigen Tag erkunden (ich kenne es schon ziemlich gut, mein Tochter ist das erste Mal hier) und dann am Donnerstag wieder nach Zürich zurückfahren.

Gespannt bin ich auf das morgige Frühstück, welches im Schloss in einem Prunksaal eingenommen wird, während das eigentliche Hotel in einem separaten neueren Gebäude untergebracht ist.

Herzlichen Dank für die Feedbacks und Likes auf meine Etappenberichte, ein besonderer Dank geht an meinen Dichterfreund, der mir zu dieser Tour auch wieder ein Gedicht geschrieben hat (veröffentlicht Zum Schluss dieses Beitrages).

Nachtrag: Da das Schloss Leopoldskron u. das dazugehörige Hotel (in Nebengebäude) aussergewöhnlich sind und Hotelgäste freien Zugang zu den Schlossräumen haben, hier noch ein paar Bilder:

Schloss Leopoldskron

Frühstück im Prunksaal

Morgen-Yoga vor dem Schloss Leopoldskron (Blick vom Schlossbalkon)

Schlossbibliothek

Etappe 3: Going – Salzburg
Distanz: 80 km
Durchschnittsgeschwindigk.: 17.3 km/h
hinauf: 400 m
hinab: 750 m
Übernachtung im Hotel Schloss Leopoldskron

Screenshot

Radler on Tour
Unser Radler ist on Tour
allerdings drei Tage nur
Sie ist heuer eher klein,
doch verdankenswerterweise
teilt die Tochter diese Reise.
So ist’s schöner als allein.

Für den Einstand zu Beginn
folgen sie dem Flusse Inn.
Wasser läuft ja kaum bergauf –
das spart Kräfte, lockert Waden,
s fährt sich leicht. Auf den Geraden
kommt man nicht mal aus dem Schnauf.

Diesmal sind’s nicht Berges Tücken,
Regenschauer, Schmerz im Rücken
oder sonstige Tortur.
Nein, nur Hitze, Schweisseswellen
könnten Euch die Freud vergällen
an der Kultur-Velotour.

S goldne Dacherl spendet Schatten,
Innsbrucks Gassen immer hatten
ihren ganz besondern Reiz.
Schattig sind auch Salzburgs Gärten
(welche ins Programm gehörten!)
und den Durst löscht jede Beiz.

Darum wünsch ich für Euch beide
dreier Tage pure Freude
und die Freiheit peu è peu
von des Alltags Sorgenfalten
und Problemchen abzuschalten. –
Und dazu stets Luft im Pneu!

(A. Hux)

Day 2: Innsbruck-Going (Salzburg-Tour)

Am zweiten Tag unserer Salzburg-Tour sind wir pünktlich um 06.30 Uhr im Frühstücksraum – wir sind die ersten; nach dem Motto «der frühe Vogel fängt den Wurm». Wir geniessen ein tolles Frühstück und brechen bald danach zu unserer 2. Etappe auf.

Dem Inn entlang bei Innsbruck

Es ist angenehm kühl an diesem Montagmorgen und wir staunen wie viele Velofahrer schon unterwegs sind zu dieser Uhrzeit. Wir brechen ein forsches Tempo an und kommen gut vorwärts; kein Wunder, denn es geht topfeben dem Inn entlang und wir haben auch (anders als am Vortag) keinen lästigen Gegenwind.

Überquerung des Inn in der Nähe von Schwaz

Als wir nach rund 45 km an der Veloroute ein Biker-Café entdecken, stoppen wir, ein Kaffeehalt ist nämlich überfällig, denn wir sind bis jetzt non-stop durchgefahren.

Kaffeehalt

Wir sind froh, dass wir auf der Weiterfahrt oft schattige Abschnitte haben, denn es ist in der Zwischenzeit merklich wärmer geworden. Als wir wieder einmal den Inn überqueren, erblicken wir auf der anderen Seite ein stattliches Gebäude. Es ist das ehemalige Augustinerkloster Rattenberg, welches heute ein Museum ist.

Augustinermuseum Rattenberg

Leider gibt es aber auch Abschnitte, wo man der sengenden Sonne ausgesetzt ist, wie hier.

Innradweg in der Nähe von Wörgl

Bei Wörgl verlassen wir den Inn-Radweg und biegen nach rechts ab, wo’s Richtung Kitzbühel und Ellmau geht. Die Strasse steigt nun an und es geht in die Berge. Hier hatte ich mich vor Jahren auf der Wien-Tour fürchterlich verfahren (noch ohne Komoot) und deshalb passe ich wie ein «Häftlimacher» auf, damit ich die richtige Abzweigung nicht verpasse.
Wir folgen zuerst einem kleinen, lustig dahin fliessenden Flüsslein, der Brixentaler Ache, bei der wie an einem schönen, schattigen Plätzchen unsere Mittagspause machen.

Mittagspause in der Nähe von Wörgl

In der Folge steigt die Strasse stark an, manchmal ist die Steigung so heftig, dass ich (im Gegensatz zu meiner sportlichen Tochter) vom Rad steige und es ein Stückchen schiebe. Ausserdem ist nun sehr heiss geworden, so dass mein Mund immer wieder austrocknet und ich immer wieder eine Trinkpause machen muss.
Landschaftlich ist die Gegend hier mit dem Kaisergebirge (wilder Kaiser) sehr schön.

Landschaft mit dem Kaisergebirge

Nach einem kurzen Trinkhalt in Sölle nehmen wir den letzten Anstieg nach Ellmau in Angriff. Mir macht die Hitze und die ansteigende Strasse ziemlich zu schaffen, ich merke, dass ich halt auch nicht mehr der Jüngste bin. Deshalb bin ich froh, dass wir um ca. 15.00 Uhr den höchsten Punkt unserer heutige Etappe geschafft haben.

Ellmau

Nun ist es nicht mehr weit zu unserer Pension in Going, wo wir übernachten werden. Dort angekommen stellen wir erfreut fest, dass unser Zimmer einen grossen Balkon mit Blick auf den Wilden Kaiser hat. Das ist toll.

Blick von unserem Zimmer auf den Wilden Kaiser

Wer mehr über den Wilden Kaiser und seine Geschichte erfahren möchte, findet mit folgendem Link interessante Infos:
https://blog.kufstein.com/de/mythos-wilder-kaiser.html

Den Abend lassen wir ausklingen mit einem feinen Essen im hoteleigenen Restaurant. Danach geniessen wir unseren tollen Balkon und ich vollende meinen Blog über einen weiteren schönen Tag.

Etappe 2: Innsbruck-Going
Distanz: 92 km
Durchschnittsgeschwindigk.: 15.7 km/h
hinauf: 520 m
hinab: 310 m
Übernachtung in der Pension Alexandra, Going

Screenshot

Day 1: Imst-Innsbruck (Salzburg-Tour)

Die diesjährige Sommertour ist eine kurze nur. Sie führt in 3 Tagen von Imst nach Salzburg.

Der Tourstart ist beim Bahnhof Imst, den wir am heutigen Sonntagmorgen mit einer halben Stunde Verspätung mit dem Zug von Zürich kommend um 10.38 Uhr erreichen.

Tourstart beim Bahnhof Imst-Pitztal

Da mich dieses Jahr meine Tochter begleitet, habe ich eine kürzere Tour mit dem attraktiven Ziel Salzburg geplant.

Die Veloroute führt uns den ganzen Tag dem Inn entlang. Zu Beginn ist der Fluss ziemlich naturbelassen und wild.

Innradweg in der Nähe von Imst

Wenig später sehen wir Leute, die im Inn baden. Auch Riverrafting-Gruppen vergnügen sich auf dem Inn.

Riverrafting und Badende

Auch landschaftlich hat die heutige Etappe einiges zu bieten.

Blick Richtung Norden

Nach ca. 20 km fliesst der Inn nun begradigt daher, was nicht mehr so attraktiv ist. Auch führt die Radroute jetzt meist der Autobahn entlang, was die Idylle stört.
Schon längst wäre nun ein Mittagshalt fällig, aber es dauert einige Zeit, bis wir endlich ein schattiges Plätzchen am Inn finden, wo uns der Autobahnlärm nicht mehr stört.

Mittagspause am Inn

Wir essen unsere Brötchen, machen ein kurzes Nickerchen und brechen schon bald wieder auf, da es immer heisser wird und wir deshalb möglichst bald in Innsbruck, unserem ersten Etappenziel, eintreffen wollen.

Um drei Uhr erreichen wir unser heutiges Ziel und obwohl wir nur 60 km zurückgelegt haben, sind wir ziemlich müde und legen uns nach der Dusche etwas hin.

Blick vom Fenster unseres Hotelzimmers

Gegen Abend machen wir uns auf den Weg ins Zentrum von Innsbruck. Meine Tochter hat ein Restaurant entdeckt auf Google, wo es auch vegane Menus gibt. Auf dem Weg dorthin machen wir noch einige Fotos von Sehenswürdigkeiten in der Innenstadt – unter anderem auch vom Goldenen Dachl.

In der Innenstadt von Innsbruck

Den Tag lassen wir auf der Gartenterrasse des Hotels bei einem Espresso ausklingen. Ein schöner Tag bei perfektem Wetter neigt sich dem Ende entgegen.

Etappe 1: Imst-Innsbruck
Distanz: 60 km
Durchschnittsgeschwindigk.: 16.8 km/h
hinauf: 180 m
hinab: 320 m
Übernachtung im Austria Trend Hotel, Innsbruck

Screenshot

Day 4: Völkingen-Luxemburg (Luxemburg-Tour)

Die letzte Etappe meiner Frühlingstour nehme ich um 8 Uhr in Angriff. Es ist noch ziemlich kühl auf den ersten Kilometern und ich habe bald kalte Hände. Zum Glück scheint wieder die Sonne und es wird schnell ein bisschen wärmer.
Nach ca. 5 km gelange ich wieder auf den Saarradweg, der sehr komfortabel ist. Doch nach etwa 15 km signalisiert ein Fahrverbot, dass eine Umleitung gefahren werden soll. Ich fahre aber einfach weiter – der Strassenbelag ist abgehobelt, aber man kommt trotzdem einigermassen vorwärts, bis ich sehe, dass Baumaschinen den Weg versperren und mir ein Bauarbeiter entgegenkommt und erklärt, dass es gescheiter sei, die Umleitung zu befahren, weil der frische Asphalt die Pneus ruinieren würde

Kein Durchkommen Nr. 1

Das Argument überzeugt mich und ich fahre wieder zurück, um mit Hilfe von Komoot einen neuen Weg zu finden. Bald danach durchquere ich die Stadt Saarlouis, die geschichtlich sehr interessant ist.

Saarlouis

Hier stehe ich schon zum zweiten Mal vor einem Fahrverbot.

Kein Durchkommen Nr. 2

Auch da lässt sich mit Hilfe von Komoot einen alternativen Weg finden. Wieder an der Saar angelangt, staune ich über eine Gänsefamilie mit sieben kleinen Gänseküken, die emsig nach Futter suchen.

Grosse Gänsefamilie

Nach ca. 30 km verlasse ich den Saaradweg endgültig und biege links ab, um über einen ausgedehnten Hügelzug ins Moseltal zu gelangen. Die Steigungen hier sind ziemlich anstrengend, doch wird man, oben angekommen, mit einer tollen Aussicht in alle Richtungen belohnt. Der Weg führt hier oft der Grenze zu Frankreich entlang. An einem besonders schönen Plätzchen mache ich nach rund 40 km meine Mittagsrast und lege mich noch ein wenig auf die etwas kurz geratene Bank.

Mittagsrast (mit Blick auf Frankreich)

Bald schon folgt eine rassige Abfahrt ins Moseltal hinunter, welches rundum von Weinbergen umgeben ist.

Blick ins Moseltal

Unten angekommen erreiche ich im Dreiländereck Deutschland-Frankreich-Luxemburg den Ort Schengen, der ja aufgrund des Schengener Abkommen (1985), welches Zollkontrollen aufhob zwischen europäischen Ländern, Berühmtheit erlangte.

Moselüberquerung bei Schengen

Ich bin das erste Mal in Luxemburg und staune, wie aufgeräumt alles wirkt. Auch die Häuser sind schön und gut unterhalten. Landschaftlich ist es ziemlich hügelig und die Fahrradroute ein Auf und Ab. Das zermürbt mich und ich fühle mich ein wenig ausgebrannt, weshalb ich gröbere Steigungen meist zu Fuss bewältige und das Fahrrad schiebe.

Landschaft in Luxemburg

Als wieder mal ein Fahrverbot meine vorgesehene Route verhindern will, bin ich wie immer mutig und fahr einfach durch und geniesse danach eine längere Abfahrt auf menschenleerer Strasse – bis ich Bagger und Baumaschinen sehe, die die ganze Strasse versperren. Kein Durchkommen auch hier. So ein Mist!

Kein Durchkommen Nr. 3

Bei einem Bauernhof kurz vor der Baustelle sehe ich einen Bauern, der an einem Traktor herumwerkelt und frage ihn, ob es eine gute Umleitung von hier aus gebe. Er meint (mit einem etwas eigenartigen Deutsch), ich müsste den ganzen Weg wieder zurück und eine andere Strasse nehmen, und der Umweg sei etwa 14 km und es gäbe keine andere Möglichkeit. Ich kriege die Krise, konsultiere darauf Komoot und glaube eine kürzere Umleitung zu entdecken, indem ich eine grössere Wiese überquere.

Route über Wiesen

Mein Plan funktioniert und dank einer frisch gemähten Wiese muss ich auch nicht hohes Gras niedertrampeln. Ich bin happy!
Nach diesem kleinen Abenteuer bin ich schon bald in der Agglomeration der Stadt Luxemburg und fahre dort durch einen schöne Parkanlage

Hesperpark  bei Hesperange

Wenig später sollte ich das Flüsschen Alzette überqueren, welches sich um Luxemburg herumschlängelt. Aber auch hier ist wieder kein Durchkommen

Kein Durchkommen Nr. 4

Dank Komoot finde ich auch hier einen alternativen Weg und erreiche gegen 16 Uhr den Ortsrand von Luxemburg.

Luxemburg, Ortsrand

Es dauert aber noch ein wenig, bis ich endlich die Innenstadt erreiche.

Vor der Innenstadt von Luxemburg

Das Hotel muss ich suchen, da Komoot etwas überfordert ist, mich direkt ans Hotel zu lotsen. Mit Google Maps klappt’s dann aber.

Ankunft beim Hotel Vauban, mitten im Zentrum von Luxemburg

Ich bin ziemlich fertig nach dieser welligen Etappe und lege mich nach der Dusche etwas hin, bevor ich mich auf die Suche nach einem Restaurant mache. Die Suche endet schnell, denn gleich vor dem Hotel hat’s ein italienisches Restaurant, wo ich mich niederlasse, ein feines Menu bestelle und meinen Abschlussblog schreibe.
Ich hatte enormes Wetterglück auf meiner diesjährigen Frühlingstour, es war jeden Tag sonnig und angenehm warm und die Etappen sehr schön und auch abwechslungsreich, also eine sehr empfehlenswerte Tour, auch wenn die Etappen fast ein wenig zu lange waren.
Vielen Dank für die Likes und Feedbacks, sogar ein Gedicht wurde mir gewidmet zu meiner Tour (das ist ja schon fast Tradition). Ihr findet es unten.

Etappe 4: Völkingen-Luxemburg
Distanz: 92 km
Durchschnittsgeschwindigk.: 13.4 km/h
hinauf: 880 m
hinab: 840 m
Übernachtung im Hotel Vauban, Luxemburg

Screenshot

Gedicht zu meiner Luxemburg-Tour (A. Hux)
An den ersten freien Tagen
schwingt sich Bernhard sozusagen
fernwehsüchtig auf sein Ross,
packt das Nötigste ein bloss.
Heuer ist das Elsass dran,
was man gut verstehen kann.
In Etappen aufgeteilt,
er von Stadt zu Städtchen eilt.
Regelmässig wie die Uhr
meldet sich von seiner Tour
voll begeistert und verschwitzt
unser Freund. Er schreibt gewitzt
nach des Tages Räderlauf,
was er sah und sichtet’ auf.
Häuser, pittoresk, zum Malen,
haben ihm (uns auch) gefallen.
Darf ich für die nächste Tour
einen Hinweis geben nur?
Wie wär’s auch einmal rundum
um den Bodensee herum?
Boxenstopp in Frauenfeld!
Schön ist auch die kleine Welt!

Day 3: Saverne-Völkingen (Luxemburg-Tour)

Der neue Tag beginnt mit einem aussergewöhnlichen Frühstück im Hotel Garenne bei Saverne, wo wir sehr gut geschlafen haben.

Frühstück im Hotel Garenne

Wir beeilen uns, nach dieser schönen kulinarischen Erfahrung bald loszufahren, denn die heutige Etappe ist ziemlich weit und ausserdem sollte mein Sohn um 16 Uhr in Saarbrücken sein, damit er den gebuchten Flixbus erwischt.

Wir durchfahren gleich nach dem Start das schöne Städtchen Saverne ohne uns gross umzusehen, machen aber beim Kanalhafen eine Foto.

Kanalhafen bei Saverne

Hier warten wohl Hausboote auf die Vermietung. Wir fahren noch eine kurze Zeit dem Kanal entlang, bevor wir nach Norden abbiegen, um zum Naturschutzgebiet der nördlichen Vogesen zu gelangen, durch welches unsere heutige Etappe durchführt. Eine Zeitlang fahren wir dabei auf Autostrassen, aber zum Glück hat es sehr wenig Verkehr an diesem Sonntagmorgen.

Unterwegs in der Umgebung von Saverne

Bald schon biegen wir auf eine schmale «Passstrasse» ab, die uns auf einen kleinen Pass führt.

Schöner Aufstieg

Der Aufstieg gestaltet sich weniger happig als erwartet und führt uns durch eine grüne und beruhigende Waldlandschaft. Als wir oben sind, staunen wir, dass wir hier ein kleines Städtchen vorfinden mit schönen Häusern. Es heisst La Petite-Pierre.

La Petite-Pierre

Auf Französisch heisst das Naturschutzgebiet, in dem wir uns befinden, «Réserve Nationale de Chasse et Faune Sauvage de la Petite Pierre» und etwas nordöstlich davon «Parc Naturel Régional des Vosges du Nord». Es ist ein beeindruckend grosses Waldgebiet, das grenzüberschreitend bis nach Kaiserslautern reicht.
Wir fahren ohne Pause und gelangen auf kleineren Abfahrten in ein Tal, wo es einen schönen Fahrradweg hat.

Fahrradweg in der Nähe von Diemeringen

Es ist auffällig, dass die Ortsnamen hier aussschliesslich deutschen Ursprungs sind, obwohl wir uns in Frankreich befinden.
Als wir eine ruppige Steigung mit anschliessendem grober Kiesbelags-Natur-Strasse bewältigen müssen, ärgere ich mich ein wenig, denn wir hätten unten im Tal der Autostrasse folgen können, ohne diese Qualen auf uns zu nehmen. Immerhin haben wir hier eine tolle Aussicht.

Blick ins Weite bei Oermingen

Nach 60 km (!) machen wir die erste richtige Pause; es ist bereits 13 Uhr. Wir haben dafür aber wieder einen schönen Rastplatz gefunden.

Mittagspause in Wittring

Hier gelangen wir nun erstmals an die Sarre und dem zugehörigen Kanal, der sich «Canal des Houillères de la Sarre nennt. Offenbar wurde er früher benutzt, um die Steinkohle (la houille) von den Bergwerken in der Region abzutransportieren.


Am Sarre-Kanal

Es ist erstaunlich, dass dieser Kanal im Jahre 1862 bis 1866 erbaut wurde. Man fragt sich, wie das mit den damaligen Mitteln überhaupt möglich war.

Wir folgen nun bis Saarbrücken diesem Kanal. Das ist sehr bequem und wir kommen gut vorwärts, da wir zum Teil auch Rückenwind haben. So erreichen wir Saarbrücken rechtzeitig und haben sogar noch Zeit in einem Eis-Kaffee einen Erdbeerbecher zu vertilgen, bevor sich unsere Wege trennen.

Saarbrücken

Ich fahre alleine weiter und erreiche bald mein Etappenziel Völklingen, eine Industriestadt, die vor allem für ihre Stahl- und Kohleindustrie bekannt war, heute aber wegen der Krise in diesen Industrien an Bedeutung verloren hat und 1993 sogar als hässlichste deutsche Stadt bezeichnet wurde.

Ankunft in Völklingen

Das Hotel, in dem ich nächtige, liegt leicht erhöht am Waldrand und ist modern. Besonders gefällt mir die Terrasse, wo ich bei angenehmen Temperaturen das Nachtessen einnehme und an meinem Blog schreibe.

Nachtessen auf der Terrasse des Leonardo Hotels in Völkingen

So endet eine weitere schöne Etappe und ich bin gespannt, wie sich der morgige letzte Tag präsentieren wird.

Etappe 3: Saverne-Völkingen
Distanz: 104 km
Durchschnittsgeschwindigk.: 15.9 km/h
hinauf: 760 m
hinab: 780 m
Übernachtung im Leonardo Hotel, Völkingen

Screenshot

Day 2: Colmar-Saverne (Luxemburg-Tour)

Auch die zweite Etappe starten wir bei Sonnenschein und blauem Himmel. Es ist angenehm frisch als wir ca. um 9 Uhr Colmar verlassen und ein wenig wärmer als am Vortag. Bald schon erreichen wir wieder la véloroute du vignoble und wie der Name verrät, durchfahren wir wieder endlos scheinende Rebberge, die anmutige kleinere und grössere Dörfer beherbergen.

Auf der route du vignoble in der Nähe von Colmar

Unterwegs scheuchen wir einen Vogel auf, den ich in Natur noch nie gesehen habe; er sieht so aus:

Screenshot

Was ist das für ein Vogel?

Richtig, es ist ein Wiedehopf, über den ich abends noch ein wenig recherchiere und herausfinde, dass es die Redewendung gibt «du stinkst wie ein Wiedehopf». Auch kann ich mich an das Lied «die Vogelhochzeit» erinnern, wo in einer Strophe dieser Vogel so zur Sprache kommt: Die Vogelhochzeit: „Der Wiedehopf, der Wiedehopf, der bringt der Braut nen Blumentopf“.

Sehenswert sind die vielen kleineren und grösseren Weindörfer dir wir durchfahren, wie zum Beispiel Dambach-La-Ville.

Dambach-La-Ville.

Nach knapp 40 km machen wir unsere Mittagsrast an einem schön angelegten Plätzchen.

Mittagsrast

Wir suchen den Schatten, denn es in in der Zwischenzeit sommerlich warm geworden.

Auf der Weiterfahrt weist uns ein Schild darauf hin, dass wir in ein Dorf gelangen, welches offiziell zu den schönstern Dörfern Frankreichs zählt – es heisst Mittelbergheim.

Mittelbergheim

Nach ca. 60 km erreichen wir das sehr schöne Städtchen Obernai, in dem viel los ist und an jeder Ecke ein Restaurant die vielen Touristen verköstigt.

Obernai

Wenig später verlassen wir die véloroute du vignoble und gelangen auf einen tollen Fahrradweg, der auf einem ehemaligen Eisenbahntrassee angelegt ist und uns bis nach Saverne, unserem Zielort, führt.

Auf der «voie verte» (grünes Geleise) nach Saverne

Hier gibt es keine ruppigen Steigungen wie zuvor, sondern sanftes, gleichmässiges Hochsteigen, so dass die Steigungen kaum spürbar sind.

Statt Weinberge gibt es in dieser Region nun Kuhwiesen und Obstbäume.

Auf der Veloroute in der Nähe von Saverne

Um viertel nach fünf erreichen wir das etwas ausserhalb von Saverne leicht erhöht liegende Hotel, von wo aus man einen herrlichen Weitblick hat.

Blick vom Hotel Garenne bei Saverne

Wir bekommen ein schönes, helles Zimmer – nur das Bad ist etwas gewöhnungsbedürftig; es gibt nämlich keine Tür, dazu kommen grosse Fenster, die eine Intimität  beim Duschen verunmöglichen.

türloses Bad mit Fenster

Die Hotelküche, die wir nach der Dusche geniessen dürfen, begeistert uns dann aber restlos.

Die im Hause hergestellten Pommes, das Rindsfilet mit etwas Foie Gras (Entenleber) und der anschliessende Dessert sind «allererste Sahne».

Abendessen im Hotel Garenne, Saverne

Nach diesem ausserordentlich schönen Tag fallen wir müde in die Betten und während mein Sohn bald schon schläft, schreibe ich noch meinen Blog – das muss sein!

Etappe 2: Colmar – Saverne
Distanz: 95.8 km
Durchschnittsgeschwindigk.: 14,4 km/h
hinauf: 610 m
hinab: 530 m
Übernachtung im Hotel Garenne, Saverne

Screenshot

Day 1 Basel-Colmar (Luxemburg-Tour)

Die heurige Frühlingstour beginnt in Basel und wird mich nach Luxemburg führen, wo ich noch nie war. Es ist ein Prachtstag an diesem Freitagmorgen, die Sonne scheint, der Himmel ist blau und die Temperatur noch etwas frisch, als wir um etwa 9 Uhr den Rhein erreichen.

Basel, Blick auf den Rhein und die Fahrradroute

Wie schon oft begleitet mich mein Sohn für ein paar Tage; die Gesellschaft freut mich – man sieht sich nicht so oft und so hat sich in der Zwischenzeit viel Gesprächsstoff angesammelt, der ausgetauscht werden will.

Die Route zweigt bald vom Rhein ab und es geht in der Folge längere Zeit einem Kanal entlang, der uns durch ein Naturschutzgebiet führt, das sich «Petite Camarque Alsacienne» nennt.

«Petite Camarque Alsacienne» am Canal du Rhône au Rhin

Kurz vor Mulhouse verlassen wir den Kanal, indem wir eine Brücke überqueren, von der man eine tolle Aussicht bis in die Vogesen hat.

Brücke über den Canal du Rhône au Rhin

Nach ein paar Kilometern durch Waldlandschaften gelangen wir in offeneres Gelände, wo uns eine ca. 200 m lange, etwa 4 m hohe und ca. 80 cm breite «Mauer» etwas stutzig macht. Sie besteht nämlich komplett aus Maiskolben. So etwas haben wir noch nie gesehen und wir fragen uns nach dem Sinn und Zweck dieser «Maiskolbenmauer». Vielleicht gibt es unter der Leserschaft Leute, die sich daraus einen Reim machen können. (?)

«Maiskolbenmauer» bei Battenheim

Die Landschaft in diesem Abschnitt ist nun geprägt durch weite Felder, die zum Teil für die Aussaat bereit sind oder wie im folgenden Bild in voller Blüte stehen.

Rapsfelder bei Enisheim

Bisher haben wir kaum eine Pause gemacht, weshalb wir ca. um 12 Uhr und nach rund 50 km bei einem schönen Plätzchen mit Sitzbänken im Halbschatten anhalten und unsere Käse- und Salamibrote essen.

Mittagsrast in Enisheim

Es ist nun merklich wärmer geworden und wir schwitzen fast schon ein wenig. Wir sind nun am Rande der Vogesen angelangt, nachdem wir einige kleinere sehenswerte Ortschaften durchquert haben.

Wir befinden uns nun auf der Veloroute des Vignobles, also auf der Weinberge-Veloroute, die uns ein wenig in und auf Hügel führt, auf der, soweit das Auge reicht, Weinreben kulitivert werden.

Auf der Route des Vignobles bei Soultzmatt

Es ist landschaftlich sehr schön hier und wir geniessen die Fahrt durch die Weinberge, obwohl es manchmal ziemlich heftig bergauf geht.

Der letzte Abschnitt der heutigen Etappe ist etwas weniger attraktiv, da er manchmal einer 4-spurigen Autobahn entlangführt; ausserdem ist starker Gegenwind (Bise) aufgekommen, der das Vorankommen erschwert. Deshalb sind wir (oder mindestens ich) ziemlich erschöpft als wir gegen 5 Uhr und genau 90 km Fahrt unser Hotel in Colmar erreichen.

Nach der obligaten Dusche und kurzem Nickerchen brechen wir auf, um die sehr sehenswerte Innenstadt von Colmar zu besichten und natürlich auch unseren Hunger zu stillen. Schnell werden wir fündig und wir geniessen die letzten Sonnenstrahlen beim Abendessen im Restaurant Pfeffel.

Nachtessen im Restaurant Pfeffel, Colmar.

Beim anschliessenden kurzen Rundgang durch die Altstadt bestaunen wir die hübschen Fachwerkhäuser und die kleinen Kanäle, die das Stadtbild prägen.

Abendimpression, Colmar Altstadt

Bald schon aber machen wir uns auf den Rückweg zum Hotel, denn wir sind ziemlich müde und ausserdem sollte ich ja noch meinen Blog schreiben.

Etappe 1: Basel – Colmar
Distanz: 89,9km
Durchschnittsgeschwindig: 14,5km/h
hinauf: 300 m
hinab: 390 m
Übernachtung im Hotel Arc-en-Ciel, Colmar

Screenshot

Day 5: Bratislava – Wien (Burgenland-Tour)

Auch heute morgen ist es wieder grau, als ich um viertel nach neun zu meiner letzten Etappe meiner diesjährigen Herbsttour aufbreche.

Bratislava am Sonntagmorgen

Bald schon bin ich auf dem Donauradweg, wo schon Jogger, Spaziergänger und andere Fahrradfahrer unterwegs sind an diesem Sonntagmorgen. Ein junger sportlicher Jogger benutzt mich sogar als Hase, nachdem ich ihn überholt habe, und hechelt mir ca. 500 Meter hinterher, das ist beachtlich, da ich wohl mit ca. 18-20 km/h unterwegs bin.

Nach ca. 5 km Fahrt überquere ich die Grenze zu Österreich und erreiche bald den ersten grösseren Ort, Hainburg.

Donau, bei Hainburg

Gerne hätte ich das kleine, etwas erhöht liegende Städtchen besichtigt, scheitere aber bei diesem Unterfangen an einer längeren Treppe. Dafür erblicke ich beim Stadttor eine interessante Gedenktafel.

Gedenktafel, Hainburg

Kurz danach überquere ich die Donau.

Blick von der Donaubrücke bei Hainburg

In der Folge führt mich die Route kilometerweit auf dem Hochwasserschutzdamm Richtung Wien. Hier werde ich von einem deutschen Tourenfahrer eingeholt, mit dem ich ins Gespräch komme. Er kommt von Köln, fuhr von dort bis nach Ungarn ins Grenzgebiet zur Ukraine und ist jetzt wieder auf dem Rückweg nach Köln. Das ist beachtlich.

Auf dem Donauradweg südlich von Wien

Die Fahrradroute führt durch den Nationalpark Donau-Auen, wie ich auf einer Infotafel lese. Das Gebiet umfasst eine der letzten grossen Flussauenlandschaften Europas

Im Nationalpark Donau-Auen

Nach einem Kaffeehalt in Hermi’s Radl-Café sehe ich schon bald die Hochhäuser von Wien.

In der sogenannten Grillzone von Wien sind Sonntagsausflügler im Begriffe, ihre Würste und Grillspiesse zu braten:

Grillzone von Wien (kein Witz)

Vor den Toren von Wien überquere ich zuerst die neue Donau auf einer futuristisch anmutenden Fahrradbrücke:

Fahrradbrücke über die neue Donau, Wien

Anschliessend befahr ich ein «Karussel», um auf die Brücke über die grosse Donau zu gelangen.

Karussel zur Donaubrücke (mit der Inschrift «Willkommen in Korruptistan»)

Anschliessend fahr ich auf guten Fahrradwegen Richtung Wiener Hauptbahnhof und mache unterwegs eine Foto von modernen Hochhäusern:

Hochhäuser in Wien

Komoot führt mich punktgenau zum Ziel meiner heutigen Reise, dem Wiener Hauptbahnhof, wo ich heute abend den Nachtzug nach Zürich nehmen werde.

Hauptbahnhof Wien

Auf eine Stadtbesichtigung verzichte ich diesmal, da Wien schon einmal Ziel einer früheren Fahrradtour war.

Somit geht meine interessante Burgenland-Tour zu Ende. Sie führte mich von Graz über den Iron Curtain Trail im ungarisch-österreichischem Grenzgebiet nach Bratislava und schliesslich nach Wien. Ich bin froh, sie pannen- und unfallfrei überstanden zu haben. Auch mein Rücken machte mir diesmal keine Probleme und das Wetter war auch gut; es war zwar oft etwas grau, aber immerhin hat es nie wirklich geregnet.
Vielen Dank meinen Lesern für die Likes, Wünsche und Rückmeldungen.
Mal schauen, wo mich die nächste Tour im Frühling hinführt – ich weiss es noch nicht.

Fakten Etappe 5: Bratislava – Wien
Gefahrene Strecke: 71 km
reine Fahrzeit: 4 Std. 53
Durchschnittsgeschwindigkeit: 14.6 km/h
Bergauf: 240 m
Bergab: 200 m

Screenshot


Day 4: Eisenstadt – Bratislava (Burgenland-Tour)

Nach nicht so gutem Schlaf – es war viel zu heiss in meinem Zimmer, da ich die Heizung nicht ausschalten konnte – fahre ich heute etwas früher los als sonst.

Es ist sehr windig an diesem Tag und das Grau der vielen Wolken verzieht sich nach und nach.

Fahrradroute in der Nähe des Neusiedler-Sees

Zuerst führt mich meine Route an den nördlichen Teil des Neusiedler-Sees. Eine Ortschaft, die ich durchfahre, heisst Winden. Sie trägt ihren Namen heute zurecht.

Winden

Bei der Kirche dieser Ortschaft, bei der ich vorbeifahre, warten bestimmt etwa 200 Leute, die in Reih und Glied stehen, wohl auf Einlass an eine Beerdigung, wie ich aufgrund ihrer schwarzen Kleidung und den ernsten Mienen vermute.

Kirche von Winden

Bald nach Winden verlasse ich den Neusiedler-Radweg und fahre weiter in nordöstlicher Richtung. Der Wind ist inzwischen noch stärker geworden und fühlt sich fast wie ein Sturm an – ich kann mich nicht erinnern jemals bei solchen Windverhältnissen unterwegs gewesen zu sein. Leider habe ich den Wind nur abschnittsweise im Rücken, meist kommt er seitwärts aus nordwestlicher Richtung. Das erschwert das Vorwärtskommen enorm.

Da heute leider kein Café in Sicht ist, mache ich eine Pause im Windschatten der Kirche von Parndorf.

Mittagspause in Parndorf

Auf der Weiterfahrt treffe ich auf einen «Windräder-Park». Über hundert Windräder zähle ich auf die Schnelle und sie laufen fast alle auf Hochtouren bei diesem Wind.

Windräder bei Parndorf

Passend zum Wind und den Windrädern bin ich nun auf dem Windradweg unterwegs, der gleichzeitig auch Entdeckertour und Verbindungsradweg Donau-Neusiedlersee ist.

Auf dem Windradweg

Bald schon erreiche ich die Grenze zur Slowakei, die mit einem kleinen Schild angekündigt wird.

Grenzübergang zur Slowakei

Es folgen die ersten Vororte von Bratislava, noch auf der rechten Seite der Donau.

Agglomeration von Bratislava

Ein Fahrradstreifen führt mich bis zur Brücke über die Donau, von der ich einen tollen Blick auf das Wahrzeichen der Stadt, die Bratislavsky hrad (Pressburger Burg) habe.

Blick auf die Bratislavsky hrad

Der Weg zum Hotel führt mich durch die Altstadt. Hier hat es soviele Touristen, dass ich mein Fahrrad schieben muss.

Michaeler-Tor, Bratislava

Im Hotel angekommen bin ich so müde, dass ich mich nach der Dusche hinlege und gleich einschlafe. Dabei war die Etappe heute doch eher kurz und flach!

Fakten Etappe 4: Eisenstadt – Bratislava
Gefahrene Strecke: 74 km
reine Fahrzeit: 5 Std. 6
Durchschnittsgeschwindigkeit: 14.5 km/h
Bergauf: 270 m
Bergab: 280 m
Übernachtung im Hotel Tatra, Bratislava

Screenshot

Day 3: Köszeg – Eisenstadt (Burgenland-Tour)

Der Aufenthalt im Hotel Benedict war sehr schön und zu kurz. Bevor ich losfahre werfe ich einen Blick aus dem Hotelzimmer und schaue, ob mein Fahrrad noch da ist.

Blick aus dem Hotelzimmer

Das Fahrrad ist noch da und so starte ich genau um viertel nach neun zu meiner dritten Etappe und verlasse das schmucke Städtchen Köszeg.

Bald schon bin ich wieder im Grünen, wo ich zuerst einen bewaldeten Hügel überquere.

Fahrradroute durch den Wald

Bald schon bin ich wieder in Österreich. Man merkt es an den Strassen, dass man nicht mehr in Ungarn ist, denn sie sind meist um Welten besser.

Weinberge im Grenzgebiet

Wenig später befinde ich mich in ebenem Gelände, wo ich gut vorankomme. Es ist heute weniger grau als am Tag zuvor, und man entdeckt immer mal wieder etwas Blau am Himmel.

Auf dem «Iron Curtain Trail» bei Klostermarienberg

Bald schon bin ich wieder auf ungarischem Gebiet – die Gegend ist hier ziemlich menschenleer und auch heute wieder begegne ich keinem Tourenfahrer.

Menschenleere Gegend

Als ich wieder auf österreichischem Staatsgebiet bin, lädt mich ein kleines Café zu einem Halt ein.

Kaffeehalt in Nikitsch

Mit den beiden humorvollen Herren auf dem Bild komme ich ins Gespräch – sie staunen, dass ich heute in Köszeg gestartet bin und noch bis Eisenstadt fahre.

Die heutige Etappe führt mich immer wieder an Weinbergen vorbei; so hatte ich mir das Burgenland vorgestellt.

Weinberge im Burgenland

Wieder auf ungarischem Gebiet erreiche ich nach ca. 45 km die Stadt Sopron. Hier lasse ich mich draussen in einem Restaurant nieder und geniesse die Ambiance der sehenswerten Altstadt.

Mittagshalt in der Altstadt von Sopron

Beim Bezahlen staune ich, wie wenig ich für meine Konsumation bezahlen muss. 17.30 Euro für Spaghetti Bolognese, einen grünen Salat, ein Mineralwasser, ein Bier und einen Espresso. Das ist kaum zu glauben.

Nach Sopron führt mich die Fahrradroute wieder durch einen Wald.

Fahrradroute bei Sopron

In der Nähe des Neusiedler-Sees verlasse ich Ungarn endgültig und fahre in der Folge durch Weinberge etwas erhöht dem See entlang.

Fahrradroute beim Neusiedler-See

Nach ein paar Kilometern biege ich links ab und fahre über eine kleine Anhöhe, von wo ich einen wunderbaren Ausblick Richtung Eisenstadt habe.

Blick Richtung Eisenstadt

Die letzten Kilometer kämpfe ich gegen einen starken böigen Wind und erreiche deshalb erst nach 4 Uhr mein Etappenziel Eisenstadt.

Eisenstadt ist die Haydn-Stadt. Hier hat Joseph Haydn längere Zeit beim Fürsten Esterhàz gewirkt. Ich mache mich deshalb nach der Dusche schnell auf den Weg in die Altstadt, wo ich das Haydn-Haus aufsuche.

Haydn-Haus

Haydn Gedenktafel

Es gäbe auch einen Haydn-Pfad, wo man Stationen seines Wirkens besuchen ablaufen kann. Da es aber schon etwas eindunkelt und ich Hunger habe, marschiere ich wieder zu meinem Hotel zurück, wo ich im hoteleigenen Restaurant zu Abend esse. Ich bestelle Gänseleber, etwas was ich noch nie gegessen habe – und springe damit über meinen Schatten, denn ich bin sonst eher der Typ «Was der Bauer nicht kennt, …»

Gänseleber im Gasthof Ohr, Eisenstadt

Zwischen den Gängen schreibe ich an meinem Blog. So werde ich hoffentlich zeitig fertig.

Fakten Etappe 3: Köszeg – Eisenstadt
Gefahrene Strecke: 78 km
reine Fahrzeit: 5 Std. 13
Durchschnittsgeschwindigkeit: 15.0 km/h
Bergauf: 570 m
Bergab: 69 m
Übernachtung im Gasthof Ohr, Eisenstadt

Screenshot