Der neue Tag beginnt mit einem aussergewöhnlichen Frühstück im Hotel Garenne bei Saverne, wo wir sehr gut geschlafen haben.

Frühstück im Hotel Garenne
Wir beeilen uns, nach dieser schönen kulinarischen Erfahrung bald loszufahren, denn die heutige Etappe ist ziemlich weit und ausserdem sollte mein Sohn um 16 Uhr in Saarbrücken sein, damit er den gebuchten Flixbus erwischt.
Wir durchfahren gleich nach dem Start das schöne Städtchen Saverne ohne uns gross umzusehen, machen aber beim Kanalhafen eine Foto.

Kanalhafen bei Saverne
Hier warten wohl Hausboote auf die Vermietung. Wir fahren noch eine kurze Zeit dem Kanal entlang, bevor wir nach Norden abbiegen, um zum Naturschutzgebiet der nördlichen Vogesen zu gelangen, durch welches unsere heutige Etappe durchführt. Eine Zeitlang fahren wir dabei auf Autostrassen, aber zum Glück hat es sehr wenig Verkehr an diesem Sonntagmorgen.

Unterwegs in der Umgebung von Saverne
Bald schon biegen wir auf eine schmale «Passstrasse» ab, die uns auf einen kleinen Pass führt.

Schöner Aufstieg
Der Aufstieg gestaltet sich weniger happig als erwartet und führt uns durch eine grüne und beruhigende Waldlandschaft. Als wir oben sind, staunen wir, dass wir hier ein kleines Städtchen vorfinden mit schönen Häusern. Es heisst La Petite-Pierre.

La Petite-Pierre
Auf Französisch heisst das Naturschutzgebiet, in dem wir uns befinden, «Réserve Nationale de Chasse et Faune Sauvage de la Petite Pierre» und etwas nordöstlich davon «Parc Naturel Régional des Vosges du Nord». Es ist ein beeindruckend grosses Waldgebiet, das grenzüberschreitend bis nach Kaiserslautern reicht.
Wir fahren ohne Pause und gelangen auf kleineren Abfahrten in ein Tal, wo es einen schönen Fahrradweg hat.

Fahrradweg in der Nähe von Diemeringen
Es ist auffällig, dass die Ortsnamen hier aussschliesslich deutschen Ursprungs sind, obwohl wir uns in Frankreich befinden.
Als wir eine ruppige Steigung mit anschliessendem grober Kiesbelags-Natur-Strasse bewältigen müssen, ärgere ich mich ein wenig, denn wir hätten unten im Tal der Autostrasse folgen können, ohne diese Qualen auf uns zu nehmen. Immerhin haben wir hier eine tolle Aussicht.

Blick ins Weite bei Oermingen
Nach 60 km (!) machen wir die erste richtige Pause; es ist bereits 13 Uhr. Wir haben dafür aber wieder einen schönen Rastplatz gefunden.

Mittagspause in Wittring
Hier gelangen wir nun erstmals an die Sarre und dem zugehörigen Kanal, der sich «Canal des Houillères de la Sarre nennt. Offenbar wurde er früher benutzt, um die Steinkohle (la houille) von den Bergwerken in der Region abzutransportieren.

Am Sarre-Kanal
Es ist erstaunlich, dass dieser Kanal im Jahre 1862 bis 1866 erbaut wurde. Man fragt sich, wie das mit den damaligen Mitteln überhaupt möglich war.
Wir folgen nun bis Saarbrücken diesem Kanal. Das ist sehr bequem und wir kommen gut vorwärts, da wir zum Teil auch Rückenwind haben. So erreichen wir Saarbrücken rechtzeitig und haben sogar noch Zeit in einem Eis-Kaffee einen Erdbeerbecher zu vertilgen, bevor sich unsere Wege trennen.

Saarbrücken
Ich fahre alleine weiter und erreiche bald mein Etappenziel Völklingen, eine Industriestadt, die vor allem für ihre Stahl- und Kohleindustrie bekannt war, heute aber wegen der Krise in diesen Industrien an Bedeutung verloren hat und 1993 sogar als hässlichste deutsche Stadt bezeichnet wurde.

Ankunft in Völklingen
Das Hotel, in dem ich nächtige, liegt leicht erhöht am Waldrand und ist modern. Besonders gefällt mir die Terrasse, wo ich bei angenehmen Temperaturen das Nachtessen einnehme und an meinem Blog schreibe.

Nachtessen auf der Terrasse des Leonardo Hotels in Völkingen
So endet eine weitere schöne Etappe und ich bin gespannt, wie sich der morgige letzte Tag präsentieren wird.
Etappe 3: Saverne-Völkingen
Distanz: 104 km
Durchschnittsgeschwindigk.: 15.9 km/h
hinauf: 760 m
hinab: 780 m
Übernachtung im Leonardo Hotel, Völkingen