Day 4: Völkingen-Luxemburg (Luxemburg-Tour)

Die letzte Etappe meiner Frühlingstour nehme ich um 8 Uhr in Angriff. Es ist noch ziemlich kühl auf den ersten Kilometern und ich habe bald kalte Hände. Zum Glück scheint wieder die Sonne und es wird schnell ein bisschen wärmer.
Nach ca. 5 km gelange ich wieder auf den Saarradweg, der sehr komfortabel ist. Doch nach etwa 15 km signalisiert ein Fahrverbot, dass eine Umleitung gefahren werden soll. Ich fahre aber einfach weiter – der Strassenbelag ist abgehobelt, aber man kommt trotzdem einigermassen vorwärts, bis ich sehe, dass Baumaschinen den Weg versperren und mir ein Bauarbeiter entgegenkommt und erklärt, dass es gescheiter sei, die Umleitung zu befahren, weil der frische Asphalt die Pneus ruinieren würde

Kein Durchkommen Nr. 1

Das Argument überzeugt mich und ich fahre wieder zurück, um mit Hilfe von Komoot einen neuen Weg zu finden. Bald danach durchquere ich die Stadt Saarlouis, die geschichtlich sehr interessant ist.

Saarlouis

Hier stehe ich schon zum zweiten Mal vor einem Fahrverbot.

Kein Durchkommen Nr. 2

Auch da lässt sich mit Hilfe von Komoot einen alternativen Weg finden. Wieder an der Saar angelangt, staune ich über eine Gänsefamilie mit sieben kleinen Gänseküken, die emsig nach Futter suchen.

Grosse Gänsefamilie

Nach ca. 30 km verlasse ich den Saaradweg endgültig und biege links ab, um über einen ausgedehnten Hügelzug ins Moseltal zu gelangen. Die Steigungen hier sind ziemlich anstrengend, doch wird man, oben angekommen, mit einer tollen Aussicht in alle Richtungen belohnt. Der Weg führt hier oft der Grenze zu Frankreich entlang. An einem besonders schönen Plätzchen mache ich nach rund 40 km meine Mittagsrast und lege mich noch ein wenig auf die etwas kurz geratene Bank.

Mittagsrast (mit Blick auf Frankreich)

Bald schon folgt eine rassige Abfahrt ins Moseltal hinunter, welches rundum von Weinbergen umgeben ist.

Blick ins Moseltal

Unten angekommen erreiche ich im Dreiländereck Deutschland-Frankreich-Luxemburg den Ort Schengen, der ja aufgrund des Schengener Abkommen (1985), welches Zollkontrollen aufhob zwischen europäischen Ländern, Berühmtheit erlangte.

Moselüberquerung bei Schengen

Ich bin das erste Mal in Luxemburg und staune, wie aufgeräumt alles wirkt. Auch die Häuser sind schön und gut unterhalten. Landschaftlich ist es ziemlich hügelig und die Fahrradroute ein Auf und Ab. Das zermürbt mich und ich fühle mich ein wenig ausgebrannt, weshalb ich gröbere Steigungen meist zu Fuss bewältige und das Fahrrad schiebe.

Landschaft in Luxemburg

Als wieder mal ein Fahrverbot meine vorgesehene Route verhindern will, bin ich wie immer mutig und fahr einfach durch und geniesse danach eine längere Abfahrt auf menschenleerer Strasse – bis ich Bagger und Baumaschinen sehe, die die ganze Strasse versperren. Kein Durchkommen auch hier. So ein Mist!

Kein Durchkommen Nr. 3

Bei einem Bauernhof kurz vor der Baustelle sehe ich einen Bauern, der an einem Traktor herumwerkelt und frage ihn, ob es eine gute Umleitung von hier aus gebe. Er meint (mit einem etwas eigenartigen Deutsch), ich müsste den ganzen Weg wieder zurück und eine andere Strasse nehmen, und der Umweg sei etwa 14 km und es gäbe keine andere Möglichkeit. Ich kriege die Krise, konsultiere darauf Komoot und glaube eine kürzere Umleitung zu entdecken, indem ich eine grössere Wiese überquere.

Route über Wiesen

Mein Plan funktioniert und dank einer frisch gemähten Wiese muss ich auch nicht hohes Gras niedertrampeln. Ich bin happy!
Nach diesem kleinen Abenteuer bin ich schon bald in der Agglomeration der Stadt Luxemburg und fahre dort durch einen schöne Parkanlage

Hesperpark  bei Hesperange

Wenig später sollte ich das Flüsschen Alzette überqueren, welches sich um Luxemburg herumschlängelt. Aber auch hier ist wieder kein Durchkommen

Kein Durchkommen Nr. 4

Dank Komoot finde ich auch hier einen alternativen Weg und erreiche gegen 16 Uhr den Ortsrand von Luxemburg.

Luxemburg, Ortsrand

Es dauert aber noch ein wenig, bis ich endlich die Innenstadt erreiche.

Vor der Innenstadt von Luxemburg

Das Hotel muss ich suchen, da Komoot etwas überfordert ist, mich direkt ans Hotel zu lotsen. Mit Google Maps klappt’s dann aber.

Ankunft beim Hotel Vauban, mitten im Zentrum von Luxemburg

Ich bin ziemlich fertig nach dieser welligen Etappe und lege mich nach der Dusche etwas hin, bevor ich mich auf die Suche nach einem Restaurant mache. Die Suche endet schnell, denn gleich vor dem Hotel hat’s ein italienisches Restaurant, wo ich mich niederlasse, ein feines Menu bestelle und meinen Abschlussblog schreibe.
Ich hatte enormes Wetterglück auf meiner diesjährigen Frühlingstour, es war jeden Tag sonnig und angenehm warm und die Etappen sehr schön und auch abwechslungsreich, also eine sehr empfehlenswerte Tour, auch wenn die Etappen fast ein wenig zu lange waren.

Etappe 4: Völkingen-Luxemburg
Distanz: 92 km
Durchschnittsgeschwindigk.: 13.4 km/h
hinauf: 880 m
hinab: 840 m
Übernachtung im Hotel Vauban, Luxemburg

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