Beim heutigen Frühstück wähne ich mich in China. Wohin ich auch schaue – lauter schmatzende Chinesen, und ich der einzige Europäer. Dabei bin ich doch extra früh aufgestanden, um dieser Invasion zuvorzukommen. «Der frühe Vogel fängt den Wurm» scheint ein Chinesisches Sprichwort zu sein. An der Rezeption erfahre ich, dass in Friedrichshafen momentan die grösste Fahrradmesse Europas stattfindet und alle diese Chinesen dorthin wollen.
Punkt 07.15 Uhr fahr ich los und bei friedlicher Morgenstimmung überquer ich die Brücke zum Festland.

In der Folge fahre ich dem Bodensee entlang Richtung Bregenz, durchquere dieses, überquere bald den neuen Rhein (furchtbar begradigt – würde man das heute auch noch so machen?) und befinde mich danach noch längere Zeit auf österreichischem Boden, bis ich endlich an den alten Rhein gelange. Dieser bildet die Grenze zur Schweiz. Bei Rheineck ist es dann soweit – ich bin wieder in der Schweiz! Kurz danach schickt mich Komoot bergauf – Richtung Rorschacherberg. Es ist schön hier oben mit Blick auf den Bodensee.

Doch wäre es wirklich nötig gewesen hier hochzufahren? Denn Komoot schickt mich nun nach Rorschach hinunter (Da hätte ich ja dem See entlangfahren können). Von dort geht’s wieder rauf, mit St. Gallen als Ziel. Eine schöne Stadt, aber ich kenne sie schon. Hier ein Bild von der Innenstadt (Im Hintergrund die Türme des Doms):

Ich mache einen Kaffeehalt und esse endlich mal wieder ein Schweizer Gipfeli; diese munden mir mehr als die deutschen Croissants – dafür vermisse ich nun die feinen Erdbeertorten…
Bei der Weiterfahrt überquere ich die Sitter und sehe weiter oben die berühmte Sitterbrücke:

Weiter geht’s über Gossau, Flawil und Uzwil, bis ich die Thur erreiche und dieser bis Wil entlangfahre. Von dort geht’s in den Hinterthurgau, wo es sehr ländlich ist.

Später, jetzt bin ich schon wieder im Kanton Zürich, mache ich – speziell für die Architekturfreunde – eine Foto von diesem aussergewöhnlichen Haus in der Nähe von Russikon:

Kurz darauf geniesse ich die Aussicht auf den Pfäffikersee mit den Alpen im Hintergrund:

45 Min. später, um 17.10 Uhr bin ich endlich wieder zuhause.

Ich habe die dreiwöchige Deutschlandtour gesund, ohne grössere Beschwerden und unfallfrei überstanden. Ich bin dankbar dafür. Es war eine tolle Erfahrung!
Ein Dankeschön auch für die vielen Rückmeldungen zu meinem Blog; es hat mich gefreut, dass meine Tagesberichte mit Vergnügen gelesen wurden. Es hat mir selbst auch Spass gemacht, meine Erlebnisse aufzuschreiben und ich habe ziemlich viel Zeit investiert darin, habe jetzt dafür aber eine bleibende Erinnerung an meine grosse Reise.
PS: Und ich habe sogar 4 Kilogramm abgenommen, trotz der vielen Kuchen und Bierchen! – also, wenn ihr abnehmen wollt, wisst ihr nun, was zu tun ist…
Fakten: Gefahrene Strecke 124 km / aufw. 1370 m, abw. 1260 m / Fahrzeit 8 Std. 37 Min.
