C-Tour 3: Ratenpass u. Ägerisee

Heute Morgen fahre ich vor Sonnenaufgang los, ich habe eine schwere Etappe vor mir mit vielen Aufstiegen, deshalb scheint es mir vernünftig, schon möglichst früh unterwegs zu sein. Ihr kennt ja unterdessen meine Devise: Der frühe Vogel …

Zuerst fahre ich in Richtung Südosten auf einer Strecke, die ich schon gut kenne. An einer meiner Lieblingsstellen mache ich heute das erste Foto. Der Panoramablick auf die Alpen und die Zürcher-Oberland-Landschaft davor begeistert mich hier immer wieder.

IMG_8828

Landschaft bei Oetwil a. See

Wenig später erreiche ich den Lützelsee, ein beliebtes Ausflugsziel und Naturschutzgebiet bei Hombrechtikon. Auf meinen Kurzvelotouren ist er oft  Ziel und im Sommer auch herrlich zum Schwimmen. Heute ist er noch in Nebelschwaden gehüllt.

IMG_8830

Morgenstimmung am Lützelsee

In der Folge führt mich meine Tour Richtung Rapperswil, welches auch bald aus der Ferne zu erblicken ist:

IMG_8831

Rapperswil mit Zürichsee

Als ich mich diesem reizvollen Städtchen nähere, erinnere ich mich daran, dass hier Roger Federer, unser Nationalheld, ein grosses Gründstück mit Seeanstoss erworben hat, auf welchem er eine Villa bauen möchte. Kaum hat sich dieser Gedanke in meinem Kopf ausgebreitet, fahre ich an einer auffällig mit Sichtschutz gesicherten grossen Baustelle vorbei. Ist das Federers neues Grundstück?

IMG_8832

Baustelle am See bei Rapperswil (entsteht hier Federers neue Villa?)

Da mich die Sache nicht mehr loslässt, google ich abends  „Federer Grundstück Rapperswil“. – Bingo, es ist tatsächlich Federers neues Grundstück. Für Federer-Fans (die gibt’s wie Sand am Meer) hier ein spannender Artikel zum diesem Kauf:

Neuer Ärger für Federers

Noch im Ungewissen über diese Sache fahr ich weiter, durchquere Rapperswil und schicke mich an, den Seedamm zu überqueren. Überwältigt vom Blick auf den Zürichsee, halte ich an und möchte ein Foto machen. Da höre ich eine Frauenstimme laut „Achtung“ rufen. Ich kann gerade noch zur Seite springen – eine junge Frau braust mit ihrem Rennrad an mir vorbei.

IMG_8835

Zürichsee von Rapperswil aus

Ich geniesse in der Folge die Strecke über den Seedamm. Es hat noch sehr wenig Verkehr und so ist diese gerade und ebene Strecke sehr angenehm zu befahren.
Auf der anderen Seeseite angekommen biege ich nach rechts ab und fahr noch ein Stückchen dem See entlang, bevor ich links abbiege und von nun eine geraume Zeit nur noch aufwärts fahre. Ich befinde mich nun im Kanton Schwyz, dem Steuerparadies.

Bald erreiche ich Wollerau. Dieser Ort ist architektonisch betrachtet keine Schönheit.
Da Wollerau wegen seines tiefen Steuerfusses beliebt ist bei reichen Steuervermeidern , wurde hier in den letzten Jahren wie wild gebaut. Das Resultat sieht man hier:

IMG_8837

Wollerau

Ich durchquere diesen Ort – die Autobahn zwängt sich auch noch irgendwie hindurch, aber meist in Tunnels – und bin froh, mich bald wieder in ländlicheren Gefilden zu befinden.
Bis nach Schindellegi geht’s nun mächtig aufwärts, manchmal so steil, dass ich absteige und das Velo schiebe.

In Schindellegi sind auch viele hässliche Neubauten zu sehen, nur bei der Kirche gibt’s noch so etwas wie ländliche Idylle:

IMG_8839

Schindellegi

Der kommende Abschnitt bis Biberbrugg ist nicht schön, dafür ist es nun fast wieder eben. Ich fahre zumeist auf einem schmalen Fahrradstreifen neben einer doppelspurigen, ziemlich stark befahrenen autobahnartigen Strasse.
Bei Biberbrugg wird’s zum guten Glück wieder besser. Ich biege rechts ab in eine Strasse, die mit angenehm zu fahrender Steigung zum Raten führt, das ist ein kleiner Pass, der zum Aegerisee führt.

IMG_8844

Blick zurück, Hochmoor von Rothenturm (rechts hinten im Bild)

Als ich oben bin (auf 1’077 M.ü.M.) eröffnet sich mir ein neues Panorama mit Blick auf den Ägerisee mit Rigi und Pilatus (zwei berühmte Aussichtsberge) im Hintergrund.

IMG_8845

Panoramablick vom Raten aus

Ich mache hier oben eine kurze Rast, esse zwei Riegel und trinke Orangensaft dazu.

Die Abfahrt auf Nebensträsschen hinunter an den Ägerisee ist traumhaft; immer wieder halte ich an und mache ein Foto nach dem anderen und kann mich nun kaum entscheiden, welches ich für diesen Blog verwende.

IMG_8850

Ägerisee mit Oberägeri und Unterägeri

Nach Unterägeri folgt ein sehr schönes Teilstück, das entlang der Lorze führt, so heisst der Fluss, der aus dem Ägerisee abfliesst.

IMG_8853

Lorze oberhalb von Baar

In diesem Teilstück befinden sich die berühmten Höllgrotten, die man unbedingt einmal besucht haben muss – momentan sind sie aber leider coronabedingt geschlossen.

Verwegen wie ich bin, suche und finde ich aber einen geheimen Eingang und mache zum Beweis dieses tolle Bild:

DSC00652

Höllgrotten bei Baar

Natürlich habe ich ein bisschen geflunkert. Das Bild stammt von einem Besuch im Jahre 2013.

Die Lorze fliesst weiter unten durch die Ortschaft Baar und dort, gerade neben dem Fahrradweg, wohnt ein Studienfreund aus alten Zeiten. Er ist zuhause und so statte ich ihm und seiner Frau einen kurzen Besuch ab. Es ist schön, sich so spontan zu sehen und miteinander plaudern zu können.

IMG_8854

Paul und Cornelia

Gestärkt durch ein alkoholfreies Bier breche ich nach gut einer halben Stunde wieder auf, ich habe ja immer noch ein rechtes Stück vor mir.
Auf ziemlich ebener, aber nicht sehr attraktiver Strecke geht’s nun weiter bis Sihlbrugg. Dort erwartet mich eine happige Steigung, ein ziemlich hoher Hügelzug muss überwunden werden.
Ich gerate nun in ein Stück „Kuhschweiz“ hinein, und damit wie in eine vergangene, idyllische Zeit mit verstreuten Bauernhöfen und Kuhweiden.

IMG_8858

Blick auf die Höhi bei Sihlbrugg

Auf der Höhi angelangt bietet sich mir ein wunderbarer Rundblick. Ein weiterer See gerät dabei in mein Blickfeld: Der Zugersee.

IMG_8860

Blick von der Höhi, mit Zugersee (rechts hinten im Bild)

Auf die Aufstiegsstrapazen folgt eine lange Abfahrt bis hinunter nach Horgen.

IMG_8861

Blick auf den Zürichsee (oberhalb von Horgen aufgenommen)

Bald bin ich unten bei der Fähre, die mich auf die andere Seeseite bringen soll. Da wegen Corona der Fährenfahrplan aber ausgedünnt wurde, habe ich beim Warten Zeit, mir eine Bratwurst zu gönnen. Mmm, sie schmeckt lecker, und ich habe einen Riesenhunger, merke ich.

Die Fahrt über den Zürichsee ist immer wieder ein Highlight, besonders bei diesem wunderbaren Wetter.

IMG_8862

Auf dem Zürichsee

Die Fähre steuert Meilen an. Im Hintegrund sieht man den Pfannestil, das letzte Hindernis, das ich heute überwinden muss.

IMG_8865

Meilen mit Pfannenstil
Es ist inzwischen heiss geworden und ich muss meine letzten Reserven anzapfen, damit ich diese Steigung auch noch schaffe. Aber ich bin zäh und quäle mich mit letzter Kraft über diesen Berg, und so sehe ich bald schon Egg vor mir und werde bald zuhause sein.

IMG_8866

Blick auf Egg (ZH)

Eine abwechslungsreiche, aber auch anstrengende Etappe geht damit zu Ende.

C-Tour 3: Raten und Aegerisee
06:57 Fahrzeit
80,4 km gefahrene Strecke
11,6 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit (so langsam?)
1’710 m hinauf (das ist ziemlich happig, erklärt die Frage oben)
1’710 m hinab

C-Tour 3

C-Tour 2: Tösstal und Bachtel

Der heutige Tag beginnt mit wunderbarer Morgendämmerung, die ich von unserem Dachzimmer aus festhalte:

IMG_8791

Fast zur gleichen Zeit wie gestern fahr ich los und bin schon bald wieder am Greifensee, den ich diesmal auf seiner schmalen Ostseite kurz streife. Das Naturschutzgebiet auf dieser Seite des Sees liegt noch ruhig da, nur eine einzelne Ente sucht schon Futter in einer kleinen „Pfütze“.

IMG_8792

Naturschutzgebiet beim Greifensee

Kurz darauf erreiche ich Uster. Das ist die drittgrösste Stadt des Kantons Zürich. Es sieht aber aus dieser Perspektive eher wie ein Dorf aus (und es ist eigentlich auch ein grosses Dorf – Ustermer vezeiht mir!)

IMG_8793

Uster mit reformierter Kirche und Schloss

 

Nach Uster folgt eine Steigung nach Gutenswil. Ein blühender Apfelbaum gibt ein tolles Sujet her, denke ich, fokussiere mich darauf aber eher auf mein Schattenbild:

IMG_8795

bei Gutenswil

Bald schon erreiche ich Illnau. Ich erinnere mich daran, vor einigen Jahren in der Dorfbäckerei in diesem Ort feine Gipfelis gekauft zu haben. Also nichts wie hin – und es gibt sogar noch Kaffee dazu. Vis-a-vis erblicke ich eine lange Menschenschlange, die auf Einlass in eine Metzgerei wartet, die Wartenden schön im 2-Meter-Abstand zueinander.

IMG_8797

Kaffeehalt in Illnau, Bäckerei Nüssli

 

Nach Illnau, das in einer Senke liegt, steigt die Strasse stark an, aber bald hat man dafür einen wunderbaren Ausblick:

IMG_8799

Landschaft oberhalb Illnau

In der Folge gelange ich über Theilingen und Weisslingen hinunter ins Tösstal. Bei Kollbrunn erblicke ich erstmals die Töss:

IMG_8801

Töss bei Kollbrunn (mit Hundekotsäckchen, das sich auch noch ins Bild gedrängt hat, wie ich erst jetzt sehe)

 

Ich fahre nun tössaufwärts. Die Strecke führt meist entlang des Flusses, der in diesem Bereich noch ziemlich viel Wasser führt. Es ist wunderbar, auf guten Fahrradwegen diesem gemächlich dahinplätscherndem Flüsschen entlangzufahren. Wer aber die Töss schon einmal bei Hochwasser erlebt hat, weiss, dass aus diesem Flüsschen schnell ein tosender Fluss werden kann. Die Bedeutung des Namens Töss ist deshalb „die Tosende“. Das wusste ich nicht, aber dank Wikipedia weiss ich es jetzt.

Kurz vor Zell mache ich dieses Foto:

IMG_8803

Töss bei Zell (im Hintergrund)

In Zell wurde das von Paul Burkhard komponierte berühmte Krippen- und Singspiel
„D Zäller Wiehnacht“ im Jahr 1960 erstmals aufgeführt. Einige Lieder daraus gehören auch heute noch zum festen Repertoire von Weihnachtssingen. Hier das berühmteste dieser Lieder (zur Information an meine deutschen Leser: Das Lied wird auf Zürichdeutsch gesungen):

Das isch dä Schtärn vo Bethlehem

 

Nach diesem gedanklichen Ausflug in die Weihnachtszeit, wird’s bald darauf romantisch: Das mit Tannzapfen geformte Herz möchte auch verewigt werden:

IMG_8804

Töss bei Zell

 

Bei Wila mache ich erstmals ein grössere Pause; ich setze mich auf eine Bank, nimm ein paar Schlücke Orangensaft, ess einen Riegel und eine Banane und geniesse die Sonne.

IMG_8806

Wila

 

Nun bin ich im oberen Tössbergland und bei Steg erblicke ich erstmals den höchsten Gipfel des Kantons Zürich, das Schnebelhorn:

IMG_8807

bei Steg, Schnebelhorn (1’292 M.ü.M.) in der Bildmitte

 

Hier in der Nähe befindet sich auch das einzige grössere Skigebiet im Kanton Zürich und wenig später entdecke ich im Rückblick auf Gibswil eine Skisprungschanze. Der Klimawandel wird sich hier aber wahrscheinlich besonders drastisch zeigen, diesen Winter gab’s ja praktisch keinen Schnee und hier wohl auch nicht.

IMG_8814

Blick auf Gibswil und Hörnli (im Hintergrund)

 

Kurz nachdem ich mit 810 Meter ü. Meer den höchsten Punkt meiner heutigen Tour erreicht hatte, eröffnet sich mir eine wunderbare Aussicht auf den Ort Wald und die Glarner Berge im Hintergrund.

IMG_8816

Ortschaft Wald mit Glarner Alpen

 

Ich umrunde nun den Bachtel, einen Aussichtsberg bei Hinwil und es bieten sich mir deshalb immer wieder neue Ausblicke:

IMG_8817

Blick auf den Zürichsee

 

Als ich Oberdürnten erreiche, habe ich die Idee, meinen ehemaligen Rektor (also meinen ehemaligen Chef) aufzusuchen, der hier wohnt. Ich klingle an der Haustür und er ist tatsächlich zuhause. Ich bin froh zu hören, dass er und seine Frau bei guter Gesundheit sind, nicht selbstverständlich, sie sind ja nicht mehr die allerjüngsten. Wir plaudern ein wenig vor der Haustüre – natürlich im 2-Meter-Abstand – über dies und das und ich habe endlich Gelegenheit, mich über die Geburtstagskarte zu bedanken, die er mir auch dieses Jahr wieder zugeschickt hatte.

IMG_8822

Nick und Ann

 

Auf meiner Weiterfahrt erreiche ich Hinwil. Dort führt mich mein Weg beim AMP (Armeemotorfahrzeugpark) vorbei. Da ich daran militärische Erinnerungen knüpfe – ich wurde hierhin oft aufgeboten bei WKs – mache ich eine Foto und hoffe, damit nicht militärische Geheimnisse zu verraten.

IMG_8823

AMP Hinwil

Besonders ist mir das sogenannte „Abdieseln“ bei der Fahrzeugrückgabe in Erinnerung geblieben: Das „Reinigen“ der Fahrzeuge mit stinkenden in Diesel getränkten Putzfäden, bei dem man mit B-Kleidung (zweitbeste Kleidung) unter das Fahrzeug kriechen und alles mit Diesel einschmieren musste! Würde mich wundern, wenn man das heute noch so macht. – Ich werde bald meinen Sohn darüber befragen, der momentan Militärdienst leistet und Fahrer bei den Übermittlungstruppen geworden ist – genau so wie ich dazumals!

 

Nun ist es nicht mehr weit nach Hause. Zwischen Gossau und Mönchaltorf mache ich noch schnell eine Foto des Pfannenstils, das ist eine Hügelkette auf der Nordseite des Zürichsees. In diese Hügelkette hineingeschmiegt erkennt man in der Bildmitte den Ort Egg, also den Ort, wo ich wohne.

IMG_8824

Pfannenstil (Hügelkette im Hintergrund)

 

Auf dem kurzen aber ruppigen Aufstieg nach Egg, mache ich das letzte Foto der heutigen Etappe. Es zeigt wunderbar blühende Obstbäume und im Hintergrund sieht man wieder den Greifensee.

IMG_8825

Aufstieg nach Egg mit Greifensee im Hintergrund

 

Ein sehr schöne und empfehlenswerte Rundfahrt geht damit zu Ende.

 

C-Tour 2: Tösstal und Bachtel
05:19 Fahrzeit
77,9 km Strecke
14,6 km/h Durchschnittsgeschw.
1 000 m hinauf
1 000 m hinunter

C-Tour 2 Tösstal und Bachtel

C-Tour 1: Glattal u. Bachsertal

Eigentlich würde ich heute von Genf startend der Rhône entlang fahren mit dem Ziel Arles, der letzten grösseren Stadt vor der Mündung der Rhône ins Meer. Es hat nicht wollen sein.
Als Ersatzprogramm für die ins Wasser respektive dem Coronavirus zum Opfer gefallene Rhônetaltour mache ich halt nun in diesen Ostertagen kleinere Rundfahrten von meinem Wohnort Egg aus. Da ich versuche, diese gemäss den bundesrätlichen Empfehlungen durchzuführen, also keine Benutzung des ÖV und Hotspots vermeiden, nenne ich sie Corona-Tours.

Heute starte ich also zu meiner ersten Corona-Tour. Ich möchte der Glatt entlang fahren bis zu ihrer Mündung in den Rhein und nachher übers Bachser Tal und den Katzensee wieder zurück nach Egg.

Nach dem Motto „Der frühe Vogel fängt den Wurm“ stehe ich um 05.30 Uhr auf, esse reichlich Frühstück und mache mich um 07.15 auf den Weg.
Es ist sehr frisch an diesem Morgen, aber ich bin warm eingepackt, an den Fingern meine Odlo-Langlaufhandschuhe.
Zuerst geht’s runter an den Greifensee; die soeben aufgegangene Sonne verbreitet ihr warmes Licht, weshalb ich an einer Stelle mit wunderbarem Ausblick anhalte und mein erstes Foto mache:

IMG_8753
Sonnenaufgang am Greifensee

Bald schon bin ich unten am See und fahre diesem auf gut ausgebauten Fahrradwegen entlang. Es sind noch kaum Leute unterwegs, vereinzelte Jogger und natürlich Hündeler, denen ich Laufe dieses Morgens zu Hunderten (ein bisschen übertrieben!) begegne.

Bei Fällanden könnte ich eigentlich zur „Quelle“ der Glatt fahren, d.h. an den Ort, wo sie aus dem Greifensee austritt. (Ich habe extra noch gegoogelt zur Glatt und auf Wikipedia folgenden ein bisschen merkwürdig klingenden Satz gefunden: Die Glatt ist ein Fluss im Kanton Zürich von 38,5 Kilometern Länge, der den Greifensee zum Rhein entwässert. – Ich weiss schon, man sollte Wikipedia-Texte nicht ungefiltert übernehmen, das sagen wir unseren Schülern auch immer).

Komoot führt mich aber entlang der Hauptstrasse Richtung Dübendorf. Von dort weiter nach Zürich-Schwamendingen. Dort haben wir mal gewohnt vor langer Zeit. „Eichacker“ war die Adresse, natürlich mache ich ein Foto vom Namensschild:

IMG_8755

Zürich-Schwamendingen

Wenig später erreiche ich die Glatt, es bietet sich mir kein schönes Bild: Die Glatt zwängt sich zwischen Autobahnpfeilern und den Anlagen des Fernwärme-Kraftwerks Aubrugg hindurch: (Wikipediatext: Die nordöstlichen Ausläufer der Stadt Zürich passierend, wird der Flusslauf stark von der sich ausweitenden Agglomeration bedrängt – frei übersetzt: Die Agglomeration sprach zur Glatt: „mach Platz, du bist im Weg!“)

IMG_8757

Glatt beim Fernwärme-Kraftwerk Aubrugg

Bald schon aber wird es idyllischer, man würde das gar nicht erwarten, die Flughafenregion ist sonst eher eine unwirtliche Gegend:

IMG_8760

Holzbrücke über die Glatt Nähe Flughafen

A propos Flughafen: Bis jetzt – ich bin schon ca. 2 Stunden unterwegs –  habe ich gerade mal 2 landende und 1 startendes Flugzeug gesehen. Normalerweise würde hier Hochbetrieb herrschen mit startenden und landenden Flugzeugen im Minutentakt. Aber was ist schon normal momentan?
Ich geniesse aber die „himmlische“ Ruhe (= keine Flugzeuge am Himmel) und fahre nun fast immer der Glatt entlang, die über weite Strecken begradigt und reguliert wurde.

Wenig später bin ich ganz nah beim Flughafengelände und man sieht gut die herumstehenden Flugzeuge der SWISS:

IMG_8761

Flughafen Kloten

Die Hündeler werden nun auch wieder mehr, glücklicherweise halten sie und ihre Hunde Distanz – wie es sich gehört in der Zeit des social distancing. Schmunzeln muss ich als eine Frau ihren Hund ruft: „Alabama, wart!“ Ich stell mir darauf vor, dass Hunde Schweizer Kantonsnamen als Namen hätten: „Aargau, daher“ oder „Solothurn, Platz!“…

Bei Bülach überrascht mich eine alte Fabrikruine; das sieht ja aus wie in Italien, denke ich. Es war vielleicht mal eine Spinnerei, die früher die Wasserkraft der Glatt nutzte.

IMG_8765

Fabrikruine bei Bülach

Der Unterlauf der Glatt ist besonders schön, vor allem auch an diesem wunderbaren Frühlingstag:

IMG_8767

Glatt nach Glattfelden

Nach einem eindrücklichen Bahnviadukt verschwindet die Glatt in einem Stollen und nährt darauf das Rheinkraftwerk bei Eglisau.

IMG_8770

Glatt kurz vor Mündung in den Rhein

Jetzt habe ich also mein erstes Ziel erreicht. In einer Schlaufe über das Bachsertal geht’s nun wieder zurück.
Nach einer Weile Fahrt entlang des Rheins, den man aber nicht sieht, und einem kurzen Abstecher auf Aargauer Gebiet bei Fislibach, biege ich links ins Bachsertal ab. Es ist sehr ruhig hier und es hat kaum Verkehr.

IMG_8774

Bachsertal

Ein Steinbruch (oder eher Ton?) erweckt meine Aufmerksamkeit und ich frage mich, was hier abgebaut wird. Oder wird hier ein potenzielles Endlager für Atomabfälle sondiert? Ich weiss es nicht, aber vielleicht kann mich ein informierter Leser ja darüber aufklären.

IMG_8776

Abbaustätte von ???

Es geht nun stetig aufwärts, nicht sehr steil zwar, aber doch anstrengend. Ich merke, dass meine Beine zu schmerzen beginnen; auch der Hunger beginnt mich zu plagen. Nirgendwo entdecke ich aber ein schönes Plätzchen, wo ich eine Mittagsrast einlegen könnte.

Ich passiere das schöne Dörfchen Bachs:

IMG_8777

Bachs

und erreiche bald darauf den höchsten Punkt des Aufstiegs, wo man eine wunderbare Fernsicht hätte, wenn es nicht so dunstig wäre heute:

IMG_8779

Nach weniger interessanter Fahrt über Steinmaur und Dielsdorf erreiche ich den Katzensee. Weil er so schön durch die Bäume hindurchschimmert, entschliess ich mich, den Veloweg entlang der Hauptstrasse zu verlassen und auf schönem Pfade dem See entlang zu fahren. Ich mache das in Schritttempo, weil hier ziemlich viele Leute unterwegs sind. Auf einer schön gelegene Bank mit Blick auf den See kann ich nun endlich meine Brote essen. Ich wusste gar nicht, dass dieser See so schön ist!

IMG_8785

Katzensee

Bald schon breche ich wieder auf und fahre über Zürich-Affoltern und Örlikon nach Schwamendingen. Dort erblicke ich zu meiner Überraschung unsere ehemaligen Nachbarn und guten Freunde, die sich auf einem Spaziergang befinden; das zufällige Wiedersehen ist das Highlight des Tages, finden wir alle.

IMG_8789

Inge und Hans

Man muss wissen, dass ich ohne die beiden wahrscheinlich gar nicht so ein begeisterter Velofahrer geworden bin – sie gingen nämlich früher mit unseren Kindern jedes Jahr auf Velotour und weckten so die Begeisterung fürs Velofahren auch bei mir.

Wir plaudern ein bisschen und bald schon breche ich wieder auf. Ich bin nun wieder auf der gleichen Strecke wie am Morgen – nur fahre ich in die andere Richtung.

Im Aufstieg nach Egg, mache ich noch das letzte Bild des Tages:

IMG_8790

Greifensee mit Blick auf Bachtel und St. Galler und Glarner Berge im Hintergrund

Fix und fertig erreiche ich wieder Egg. Fast 100km bin ich gefahren heute – nicht schlecht, da kann ich doch ganz zufrieden sein mit mir.  Erschöpft lege ich mich hin und falle in Tiefschlaf…

C-Tour 1: Glattal und Bachsertal
06:16 Fahrzeit
97,5 km Strecke
15,6 km/h Durchschnittsgeschw.
800 m hinauf
800 m hinunter

C1 Glattal u. Bachsertal

Day 3: Trento – Verona (Verona-Tour)

Nach einer erholsamen Nacht und reichhaltigem Frühstück im „Grand Hotel Trento“ machen wir uns frühzeitig auf den Weg, denn wir haben heute unsere längste und auch letzte Etappe vor uns. Nach dem nächtlichem Regen ist der Himmel schon wieder vorwiegend blau, als wir um 08.15 Uhr losfahren

Auf der Fahrt durch Trento schiess ich noch schnell ein Foto der eindrücklichen Kathedrale:

IMG_8219

Ein wunderbarer Tag kündigt sich an und wir freuen uns über die ersten Sonnenstrahlen:

IMG_8220

Bald schon erreichen wir wieder die Etsch und geniessen den Rückenwind, der uns hilft, ein beachtliches Tempo hinzulegen.

IMG_8225

Es ist wärmer heute, so dass wir bald schon unsere Jacken ausziehen und kurzärmlig unterwegs sein können:

IMG_8228

Auf einen grösseren Halt verzichten wir, denn die heutige Etappe ist über 100 km weit und Eva möchte unbedingt noch im „Brandy Melville“ in Verona einkaufen gehen. So gibt sie heute mächtig Gas und lässt mich bei eineren grösseren Steigung sogar stehen.

Die heutige Zwischenverpflegung besteht aus Schoko-Bisquits und Orangensaft; nicht gesund, aber immerhin kalorienreich.

Die Etappe führt nach ca. 50 km oft entlang eines Kanals, der oberhalb der Etsch (auf ital. Adige) parallel zur Etsch erbaut wurde. Dieser Kanal hat gemäss meinen Recherchen die Funktion, bei Hochwasser der Etsch, Wasser in den Gardasee zu umzuleiten, um Überschwemmungen in der Region Verona zu vermeiden.

IMG_8233

Kurz vor Verona lassen wir die Bergwelt hinter uns und blicken auf eine ganz andere, flachere Landschaft:

IMG_8238

Um 15.00 Uhr erreichen wir Verona und werden von einer wunderbaren Kirche „begrüsst“. Nach mehreren Versuchen klappt es endlich, mit dem Selbstaulöser ein ordentliches Foto mit uns beiden zu machen – damit bin ich nun auch noch fotografisch verewigt.

IMG_8267

Nachdem wir unser Hotel bezogen haben, machen wir uns bald auf den Weg zum „Brandy Melville“, dem eigentlichen Etappenziel meiner Tochter. Sie ist froh, dort zwei „stylische“ Winterpullover zu entdecken – natürlich vom Vater gesponsert…

IMG_8290

„Brandy Melville“ in Verona

Nach dem Vertilgen einer Lasagne und eines Tiramisus schlendern wir noch ein wenig durch die schöne Stadt und geniessen die herrliche Abendstimmung.

IMG_8296

IMG_8301

Morgen früh werden wir noch das Amphitheater besuchen, bevor wir uns mit dem Zug wieder auf den Rückweg nach Zürich machen.

Eine tolle Velotour, die ich wärmstens empfehlen kann (auch geeignet für Senioren) geht damit zu Ende.

Wo es mich im Frühling hinzieht, weiss ich noch nicht, werde meine treue Leserschaft aber bestimmt darüber informieren, wenn es soweit ist.

Fakten Etappe 3: Trento – Verona
gefahrene Strecke: 102 km
Fahrzeit: 6 Std. 5
Durchschnittsgeschwindigkeit: 16.8 km/h
Bergauf: 670 m / bergab: 810 m
Übernachtung im “Aparthotel Verona House“

Day 2: Meran – Trento (Verona-Tour)

Nach gutem Schlaf – wir schliefen wie Steine im sehr ruhig gelegenen Hotel „Villa Laurus“ – machen wir uns um ca. um 08.00 Uhr auf den Weg.

Es ist sehr kühl an diesem Morgen, wir sind froh, warme Kleider und richtige Handschuhe dabei zu haben.

Schon kurz nachdem wir losgefahren sind, haben wir einen tollen Blick Richtung Süden und auf den klippenartigen Berg, der das Etsch-Tal zwischen Meran und Bozen prägt

IMG_8172

Wir kommen gut voran, der Radweg ist eben und führt fast immer der Etsch entlang.

Es sind schon erstaunlich viele Radfahrer unterwegs an diesem frühen Sonntagmorgen, meist sind es aber Italiener, die auf ihren Rennvelos trainieren – die Tourenfahrer sind später aufgestanden.

IMG_8177

Bozen

Bald schon sind wir in der Nähe von Bozen, welches wir linkerhand „liegenlassen“. Wir erhaschen aber noch einen Blick auf die eindrücklichen Berge, die östlich von Bozen liegen. Sind das wohl die berühmten „drei Zinnen“ im Hintergrund? Ich weiss es nicht.

Nachdem wir ca. 2 Stunden gefahren sind, haben wir Lust auf einen Kaffee. Eine sogenannte „Radstation“ direkt am Veloweg lässt uns anhalten. Eigentlich wäre sie noch geschlossen, aber ein junges Pärchen, das dort arbeitet, lässt uns in die warme Stube.

IMG_8180

Nach der kleinen Stärkung geht’s wieder weiter und schon bald machen wir unseren Mittagshalt. Es gibt ein Brötchen, das wir uns beim Früstück im Hotel geschnappt haben, Basler Leckerlis, ein paar Datteln und Cashew-Nüsse.

IMG_8187

Nach dieser kurzen Rast fahren wir gemütlich weiter. Es ist lustig zu beobachten, dass uns immer wieder die gleichen Leute überholen – mittelalterliche Tourenfahrer auf E-Bikes. Hier ist es aber so eben, dass es eigentlich gar keine E-Bikes bräuchte…

IMG_8188

Schon gegen 14.00 Uhr erreichen wir Trento. Wir sind froh, in unserem Hotel, dem „Grand Hotel Trento“ schon so früh einchecken zu können.

IMG_8197

Nach einer wohligen Dusche und ebenso wohligem Mittagsschlaf erkunden wir noch ein wenig diese schöne Stadt.

IMG_8194

Den Tag lassen wir im hoteleigenen Restaurant ausklingen: Es gibt Spaghetti Carbonara und für mich Lammkotelettes mit Kartoffeln – sehr lecker!

IMG_8203

Nach einem kleinen Fotoshooting in den Hotelhallen und -gängen – der Insta-Account meiner Tochter muss ja täglich „gefüttert“ werden – ziehen wir uns müde in unser Hotelzimmer zurück.

IMG_8215

Fakten Etappe 2: Meran – Trento
gefahrene Strecke: 87.8 km
Fahrzeit: 5 Std. 6
Durchschnittsgeschwindigkeit: 17.2 km/h
Bergauf: 270 m / bergab: 400 m
Übernachtung im “Grand Hotel Trento“

 

 

 

Day 1: Mals – Meran (Verona-Tour)

Schon zum zweiten Mal mache ich die schöne Tour von Mals im Südtirol nach Verona; Das letzte Mal zusammen mit meinem Sohn im Winter, diesmal mit meiner Tochter im Herbst.

Als wir heute morgen Zürich mit dem Zug um 07.45 Uhr verlassen, ist es kalt und regnerisch. Zuerst geht’s mit der SBB von Zürich nach Landquart, von dort mit der rhätischen Bahn nach Zernez und dann mit dem Postauto über den Ofenpass nach Mals. Die Reise klappt wunderbar, auch das Postauto ist – dank telefonischer Vorankündigung – auf unsere Velos vorbereitet.

Als wir über den Ofenpass fahren, haben wir schon fast winterliche Verhältnisse, es hat schon Schnee bis weit hinunter. Wir sind froh, im warmen Postauto zu sitzen.

IMG_8130

In Mals angekommen ist das Wetter merklich besser, es regnet nicht, aber es ist ziemlich kühl; also ziehen wir uns warm an (Handschuhe und warme Pullover) und machen uns ca. um 11.00 Uhr auf den Weg.

IMG_8131

Die heutige Etappe ist ziemlich kurz, wir müssen uns nicht beeilen. In Glurns machen wir einen kurzen Halt, bevor wir weiter fahren.

IMG_8133

An einer schönen Stelle (weiter hinten geht’s Richtung Stilfser Joch, den höchsten Strassenpass Europas) machen wir schon bald Mittagspause und essen unsere Käsebrote.

IMG_7667

Es geht heute meist abwärts und damit mühelos vorwärts. Schon bald befinden wir uns in endlosen Apfelplantagen, quasi das Wahrzeichen dieser Gegend.

IMG_8140

Wir treffen sehr viele Velofahrer unterwegs. Es hat sich wohl herumgesprochen, dass man im Vinschgau wunderbare Fahrradwege vorfindet.

Einen Kaffeehalt legen wir gleich an der Fahrradstrecke ein. Dazu gibt’s einen feinen Apfelstrudel (Ich habe mir diesmal schon gar nicht vorgenommen abzunehmen…)

IMG_8145

Bald schon erreichen wir unser erstes Tagesziel, die berühmte Stadt Meran. Mittlerweile ist es angenehm warm geworden. Auf der Suche nach einer günstigen Sonnenbrille (die haben wir beide vergessen) schlendern wir noch ein wenig durch die stark bevölkerte Stadt.

IMG_8158

Meran

Nachher steuern wir unser Hotel „Villa Laurus“ an . Dank meiner Navigationsapp Komoot gelingt uns das fast mühelos.
Eine „chillige“ Etappe (heutige Jugendsprache) geht damit zu Ende.

Fakten Etappe 1: Mals – Meran
gefahrene Strecke: 65.6 km
Fahrzeit: 3 Std. 40
Durchschnittsgeschwindigkeit: 17.9 km/h
Bergauf: 190 m / bergab: 880 m
Übernachtung im Hotel „Villa Laurus“

 

 

 

 

Loire-Tour (Day 1-9) Zusammenfassung

Das diesjährige Ziel meiner Sommer-Velotour war Carnac, ein bekannter Badeort am Atlantik in der südlichen Bretagne. Startort war Sainte-Croix in der Nähe von Vallorbe.

Tourbild 1

Ich habe diesen Startort aufgrund seiner erhöhten Lage gewählt, um nicht gleich zu Beginn der Tour die Jurahöhen überwinden zu müssen. Von Sainte-Croix ging’s nach Westen, um möglichst bald den Loire-Radweg zu erreichen. Am 3. Tag, an dem Nevers unser Etappenziel war, war es dann soweit:

IMG_7612

Loire bei Gannay-sur-Loire

In der Folge radelten wir meist auf dem Loire-Radweg bis an den Atlantik. Der Loire-Radweg ist sehr schön und führt oft der natürlich belassenen Loire entlang, die diesen Sommer sehr wenig Wasser führte und deshalb zum Baden nicht geeignet war – vielleicht ist sie aber überhaupt kein Badefluss.

IMG_7641

Das Wetter war sehr angenehm und nicht zu heiss. Wie zu erwarten war, kämpften wir meist gegen den Wind an (vielleicht mache ich die Tour deshalb ein ander Mal in der Gegenrichtung). Im Schnitt legten wir ca. 120 km pro Tag zurück, was sicher an der obersten Grenze liegt für ein nicht mehr ganz so junges Semester wie ich es bin; aber da die Etappen meist geradeaus führten, war das doch ziemlich gut machbar. Die Hotels hatte ich etwa 2 Monate vorher reserviert, um keine unliebsamen Überraschungen zu erleben. Wegen der langen Etappen hatten wir natürlich zu wenig Zeit, die schönen Städte und Schlösser am Weg näher zu besichtigen; das werde ich vielleicht ein andermal nachholen – vielleicht wenn ich pensioniert bin und viel Zeit habe…

IMG_7660

Die Planung der Rückreise war übrigens gar nicht so einfach. Da ich keine Lust hatte, mein Fahrrad auf die Masse 120×90 zu demontieren und in einem Transbag zu verstauen, um mit dem TGV reisen zu können, hab ich mit der App der SNCF-OUI (eine sehr gute App, viel einfacher zu handhaben als die SBB-App, wenn man mit Velo reist) Züge Richtung Schweiz gesucht und gebucht, die Velos mitnehmen. Schliesslich bin ich in am ersten Rückreisetag von Auray über Nantes nach Nevers gefahren und hatte dabei sehr komfortable TER-Züge, wo genügend Platz war für mein Velo. Am zweiten Rückreisetag ging’s von Nevers über Lyon nach Genf.

Auf dieser Strecke hatte es enorm viele Fahrradtouristen; mit Mühe und Not gelang es schliesslich alle Fahrräder zu verstauen.

IMG_7962

Fahrräder im Zug von Lyon nach Genf am Samstag, 3. August 2019

Von Genf gings dann mit einem ICE nach Zürich (Achtung: man braucht auf diesen Zügen zusätzlich zur Velotageskarte noch eine Veloplatzreservation – man kann alles über die SBB-App buchen, es ist aber nicht so einfach zu finden). Nun bin ich wieder zuhause in Zürich und freue mich auf meine nächsten Touren – werde dann diesen Blog wieder weiterführen…

Fakten Loire-Tour (Sainte-Croix CH bis Carnac F)
12. Juli bis 21. Juli 2019
Gefahrene Strecke: ca. 1100 km

 

Day 9 – Trignac – Carnac (Loire-Tour)

Am letzten Tag unserer diesjährigen Sommer-Velotour verlassen wir die Loire-Gegend und steuern Richtung südliche Bretagne, wo wir mit der ganzen Familie noch einige Ferientage verbringen werden. Wir fahren wieder sehr früh los – frühstückslos – und es ist noch fast dunkel als wir auf die Räder steigen, wir wollen ja schliesslich rechtzeitig bei unserer Ferienwohnung ankommen und den Vermieter nicht warten lassen. Mit Rückenwind kommen wir zu Beginn flott voran und haben bei unserer ersten Kaffeepause um ca. 8 Uhr schon fast 40 km geschafft.

IMG_7782

Es ist grau in grau an diesem Morgen und als es zu regnen beginnt, kommt dieses kleine Schutzhäuschen gerade zur rechten Zeit. Was haben wir wieder für ein Glück! Wir ziehen im Schutz dieses Häuschen unsere Regenklamotten an, was jeweils ein längeres Prozedere ist.

IMG_7783

Der Regen dauert aber nicht allzu lange an und schon bald können wir die Regenkleider wieder ausziehen und an der Sonne ein wenig trocknen lassen:

IMG_7786

Nachdem wir Vannes, eine grössere Stadt am Meer, mehr oder weniger umfahren haben, machen wir in Auray, einer schmucken Kleinstadt eine Glacéhalt.

IMG_7790.JPG

Wenig später erreichen wir die Ortstafel von Carnac, unserem diesjährigen Tourziel, was natürlich festgehalten wird.

IMG_7792

Als wir unsere Wohnung erreichen und aus dem Fenster blicken, sind wir überwältigt – es ist traumhaft hier.

IMG_7793

Und der Strand liegt in Schrittweite von unsere Wohnung:

IMG_7805

Mit diesen Impressionen beende ich meinen Loire-Tour-Blog. Diese Tour war eine meiner schönsten bisher und mit über 1000 km eine meiner längsten. Im Herbst werde ich eine kleinere Tour machen und mich dann wieder melden.

Vielen Dank allen meinen treuen Lesern und die Rückmeldungen, die ich jeweils erhalte auf meine Reiseberichte.

Fakten zur Etappe 9 Trignac –  Carnac
Gefahrene Strecke : 115 km
Fahrzeit : 7 Std. 15
Bergauf: 850 m / bergab: 860 m

Day 8 Montjean-sur-Loire – Trignac (Loire-Tour)

Day 8 Montjean-sur-Loire – Trignac (Loire-Tour)

Nachdem es am Vortag ein bisschen geregnet hat, ist der heutige Morgen wieder wolkenlos. Wir fahren heute um 06.15 Uhr los – es ist wunderbar in der Morgendämmerung Velo zu fahren, es ist aber wieder sehr frisch

IMG_7750

Als die ersten Sonnenstrahlen auf uns treffen, werfen sie lange Schatten:

IMG_7755

Wir fahren wieder lange ohne Pause. In der Frühe sehen wir immer wieder Tiere: gestern u.a. ein Wildschwein, heute ein Fuchs und wenig später huschen vor uns grössere Tiere über den Weg und verschwinden in einem veralgten kleinen Kanal. Wir entdecken sie wieder im Wasser:

IMG_7758

Sind es Kaimane? Nein, natürlich nicht, die gibt’s in Europa nur im Hallwilersee (gemäss Zeitungsberichten). Es sind … ? (Lösung am Schluss des Blogs)

Erst gegen 9 Uhr verführt uns eine „boulangerie“ dazu, eine kleine Pause zu machen. Wir decken uns ein mit frischen Brötchen und weiteren Leckereien ein und trinken un café au lait, respektive un chocolat chaud.

Nach zwei weiteren kurzweiligen Fahrstunden oft entlang der Loire erreichen wir Nantes, eine Stadt etwa in der Grösse von Zürich. Uns fällt auf, dass das Wasser der Loire nun plötzlich schmutzig braun ist und der Fluss nun sehr viel mehr Wasser hat als wie bis hierhin. Das hängt wohl mit den Zuflüssen zusammen, die bei Nantes in die Loire münden.

Wir durchqueren allerdings nicht das historische Zentrum der Stadt sondern fahren zuerst entlang der Loire, wo ein grosses (älteres?) Kriegsschiff unsere Aufmerksamkeit erregt:

IMG_7764

Nach dem Durchfahren von wenig ansehnlichen Industrierevieren entdecken wir – wieder am Ufer der Loire – dieses aus dem Gleichgewicht geratene Haus:

IMG_7765

Zur Mittagszeit kommt dieses schön gelegene Restaurant wie gerufen. Man blickt auf einen Kanal, dem wir nach dem Mittagessen längere Zeit folgen.

IMG_7769

Je näher wir zum Meer kommen, desto stärker wird nun wieder der Gegenwind. Der Veloweg befindet sich nun nahe an der Loire – oder ist es schon das Meer? Uns fallen die zahlreichen auf Stelzen stehenden Stege auf, die zu kleinen Holzhäuschen führen, vor denen grosse Fischnetze hängen. Sie stehen aber auf dem Trockenen als wir durchfahren; vielleicht wird aber bei Flut gefischt von diesen Häuschen aus. Ich vermute es, bin aber nicht ganz sicher.

Im Hintergrund erblicken wir schon von weitem eine imposante Brücke, die über die Loire/das Meer führt und über die wir auch fahren werden.

IMG_7773

Als wir näher kommen, frage ich mich, ob es wohl erlaubt ist mit dem Velo über diese Brücke zu fahren, da darüber eine Art Autobahn führt mit sehr viel Verkehr.

Es scheint aber möglich zu sein, denn es hat einen schmalen Velostreifen und vor uns nehmen gerade 2 Velofahrer diese Brücke in Angriff – wir wagen es auch.

IMG_7775Man muss höllisch aufpassen, auf der Spur zu bleiben, ausserdem steigt die Brücke in der Mitte stark an. Wir schaffen es aber schliesslich ohne Probleme auf den höchsten Punkt und werden dafür mit einem wunderbaren Ausblick auf das Meer belohnt:

IMG_7776

Zur rechten Seite blicken wir zurück auf die Loire. Wir sind nun quasi am Ziel unserer Loire-Tour.

IMG_7779(1)

Nach der gefährlichen Abfahrt von dieser Brücke erreichen wir bald unser Hotel, das in Trignac liegt, einem Vorort von St. Nazaire.

Morgen fahren wir weiter Richtung Bretagne, wo wir Carnac ansteuern werden, wo wir ein paar Tage Ferien machen werden.

Fakten zur Etappe 8 Montjean-sur-Loire – Trignac
Gefahrene Strecke : 125 km
Fahrzeit : 8 Std. 2
Bergauf: 790 m / bergab: 810 m
Uebernachtung: Hotel Kyriad, Trignac

Lösung Rätsel: Wir haben Biber gesehen

 

Day 7 Villandry – Montjean-sur-Loire (Loire-Tour)

Heute stehen wir sehr früh auf, schon um 04.45 Uhr schrillt der Wecker, resp. das Iphone. Wir haben geschlafen wie Steine, der befürchtete Kampf um Platz und Decke ist trotz des schmalen Bettes ausgeblieben.

Die nette Gastwirtin hat uns das Frühstück schon am Vorabend parat gemacht, so dass wir wie geplant um 06.00 Uhr losfahren können. Der Mond ist unser erster Begleiter:

IMG_7718

Wir fahren zügig und machen lange keine Pause. Wir haben wieder tolle Wege, angenehme Temperaturen und immer wieder wechselnde Szenerien. Erst in Saumur machen wir unseren ersten Halt.

IMG_7720

Saumur

Wir setzen uns in ein Café und amüsieren uns über einen älteren Herrn (mit Pfeife), der die Gäste unterhält.

IMG_7721

Wir brechen bald wieder auf, denn die heutige Etappe ist mit 140 km die längste und wir wollen beizeiten am heutigen Ziel ankommen.

IMG_7722

Brücke bei Saumur

Gegen Mittag wird es wieder wärmer und die Sonne brennt wieder. Wir machen einen kurzen Halt, um uns mit Sonnencreme einzuschmieren und etwas zu trinken

IMG_7727

Es folgt eine sehr schöne Strecke am rechten Ufer der Loire. Bei einem Campingplatz macht sich eine Gruppe von Kanufahrern startklar. Schwimmer haben wir übrigens noch nicht gesehen in der Loire. Sie führt wohl zu wenig Wasser und macht auch nicht den saubersten Eindruck.

IMG_7728

Wenig später fahren wir durch eine Outdoorbilderausstellung; etwa 20 grossformatige gemalte Bilder säumen unseren Weg.

IMG_7729

In der Folge erregt ein Feld mit einer speziellen Pflanze unsere Aufmerksamkeit. Was ist das wohl für eine Pflanze?

IMG_7733

Als wir einen grösseren Hunger verspüren, kommt dieser fahrende Koch mit seinem zirkusartigen Wagen wie gerufen. Er bietet selbstgemacht Teigtaschen (gallette-artig) mit eigen kreiierten Füllungen an. Sie sind lecker. Sein Wagen steht an strategisch günstiger Lage: gerade am Loire-Fahrradweg.

IMG_7735

Am Nachmittag wird der Wind immer stärker und es scheint ein Gesetz zu sein, dass er immer aus der Richtung kommt, in die wir fahren.

Bei einem wilden Zwetschgenbaum, machen wir einen kleinen Verpflegungshalt und verdrücken wohl je über 30 Zwetschgen. Noch nie hat uns diese Frucht so gemundet!

IMG_7745

In der Zwischenzeit sind dunkle Wolken aufgezogen und wir schalten einen Gang höher – wir wollen vor dem grossen Regen im Hotel ankommen. Auf dem letzten Kilometer werden wir aber trotzdem noch ein bisschen nass. Macht aber nichts, das Hotel ist ja schon in Sichtweite. Dort angekommen legen wir uns nach der obligaten Dusche eine wenig aufs Bett und fühlen uns dabei wie tote Fliegen.

Nach der feinen Ente zum Nachtessen blicken wir aus unserem Hotelzimmer und fangen dieses schöne Abenstimmung ein:

IMG_7748

Fakten zur Etappe 7: Villandry –  Montjean-sur-Loire:
Gefahrene Strecke : 141 km
Fahrzeit : 8 Std. 35
Bergauf: 900 m / bergab: 930 m
Uebernachtung: Hotel de la Loire, Montjean-sur-Loire (gute Küche!)