Day 5: Bratislava – Wien (Burgenland-Tour)

Auch heute morgen ist es wieder grau, als ich um viertel nach neun zu meiner letzten Etappe meiner diesjährigen Herbsttour aufbreche.

Bratislava am Sonntagmorgen

Bald schon bin ich auf dem Donauradweg, wo schon Jogger, Spaziergänger und andere Fahrradfahrer unterwegs sind an diesem Sonntagmorgen. Ein junger sportlicher Jogger benutzt mich sogar als Hase, nachdem ich ihn überholt habe, und hechelt mir ca. 500 Meter hinterher, das ist beachtlich, da ich wohl mit ca. 18-20 km/h unterwegs bin.

Nach ca. 5 km Fahrt überquere ich die Grenze zu Österreich und erreiche bald den ersten grösseren Ort, Hainburg.

Donau, bei Hainburg

Gerne hätte ich das kleine, etwas erhöht liegende Städtchen besichtigt, scheitere aber bei diesem Unterfangen an einer längeren Treppe. Dafür erblicke ich beim Stadttor eine interessante Gedenktafel.

Gedenktafel, Hainburg

Kurz danach überquere ich die Donau.

Blick von der Donaubrücke bei Hainburg

In der Folge führt mich die Route kilometerweit auf dem Hochwasserschutzdamm Richtung Wien. Hier werde ich von einem deutschen Tourenfahrer eingeholt, mit dem ich ins Gespräch komme. Er kommt von Köln, fuhr von dort bis nach Ungarn ins Grenzgebiet zur Ukraine und ist jetzt wieder auf dem Rückweg nach Köln. Das ist beachtlich.

Auf dem Donauradweg südlich von Wien

Die Fahrradroute führt durch den Nationalpark Donau-Auen, wie ich auf einer Infotafel lese. Das Gebiet umfasst eine der letzten grossen Flussauenlandschaften Europas

Im Nationalpark Donau-Auen

Nach einem Kaffeehalt in Hermi’s Radl-Café sehe ich schon bald die Hochhäuser von Wien.

In der sogenannten Grillzone von Wien sind Sonntagsausflügler im Begriffe, ihre Würste und Grillspiesse zu braten:

Grillzone von Wien (kein Witz)

Vor den Toren von Wien überquere ich zuerst die neue Donau auf einer futuristisch anmutenden Fahrradbrücke:

Fahrradbrücke über die neue Donau, Wien

Anschliessend befahr ich ein «Karussel», um auf die Brücke über die grosse Donau zu gelangen.

Karussel zur Donaubrücke (mit der Inschrift «Willkommen in Korruptistan»)

Anschliessend fahr ich auf guten Fahrradwegen Richtung Wiener Hauptbahnhof und mache unterwegs eine Foto von modernen Hochhäusern:

Hochhäuser in Wien

Komoot führt mich punktgenau zum Ziel meiner heutigen Reise, dem Wiener Hauptbahnhof, wo ich heute abend den Nachtzug nach Zürich nehmen werde.

Hauptbahnhof Wien

Auf eine Stadtbesichtigung verzichte ich diesmal, da Wien schon einmal Ziel einer früheren Fahrradtour war.

Somit geht meine interessante Burgenland-Tour zu Ende. Sie führte mich von Graz über den Iron Curtain Trail im ungarisch-österreichischem Grenzgebiet nach Bratislava und schliesslich nach Wien. Ich bin froh, sie pannen- und unfallfrei überstanden zu haben. Auch mein Rücken machte mir diesmal keine Probleme und das Wetter war auch gut; es war zwar oft etwas grau, aber immerhin hat es nie wirklich geregnet.
Vielen Dank meinen Lesern für die Likes, Wünsche und Rückmeldungen.
Mal schauen, wo mich die nächste Tour im Frühling hinführt – ich weiss es noch nicht.

Fakten Etappe 5: Bratislava – Wien
Gefahrene Strecke: 71 km
reine Fahrzeit: 4 Std. 53
Durchschnittsgeschwindigkeit: 14.6 km/h
Bergauf: 240 m
Bergab: 200 m

Screenshot


Day 4: Eisenstadt – Bratislava (Burgenland-Tour)

Nach nicht so gutem Schlaf – es war viel zu heiss in meinem Zimmer, da ich die Heizung nicht ausschalten konnte – fahre ich heute etwas früher los als sonst.

Es ist sehr windig an diesem Tag und das Grau der vielen Wolken verzieht sich nach und nach.

Fahrradroute in der Nähe des Neusiedler-Sees

Zuerst führt mich meine Route an den nördlichen Teil des Neusiedler-Sees. Eine Ortschaft, die ich durchfahre, heisst Winden. Sie trägt ihren Namen heute zurecht.

Winden

Bei der Kirche dieser Ortschaft, bei der ich vorbeifahre, warten bestimmt etwa 200 Leute, die in Reih und Glied stehen, wohl auf Einlass an eine Beerdigung, wie ich aufgrund ihrer schwarzen Kleidung und den ernsten Mienen vermute.

Kirche von Winden

Bald nach Winden verlasse ich den Neusiedler-Radweg und fahre weiter in nordöstlicher Richtung. Der Wind ist inzwischen noch stärker geworden und fühlt sich fast wie ein Sturm an – ich kann mich nicht erinnern jemals bei solchen Windverhältnissen unterwegs gewesen zu sein. Leider habe ich den Wind nur abschnittsweise im Rücken, meist kommt er seitwärts aus nordwestlicher Richtung. Das erschwert das Vorwärtskommen enorm.

Da heute leider kein Café in Sicht ist, mache ich eine Pause im Windschatten der Kirche von Parndorf.

Mittagspause in Parndorf

Auf der Weiterfahrt treffe ich auf einen «Windräder-Park». Über hundert Windräder zähle ich auf die Schnelle und sie laufen fast alle auf Hochtouren bei diesem Wind.

Windräder bei Parndorf

Passend zum Wind und den Windrädern bin ich nun auf dem Windradweg unterwegs, der gleichzeitig auch Entdeckertour und Verbindungsradweg Donau-Neusiedlersee ist.

Auf dem Windradweg

Bald schon erreiche ich die Grenze zur Slowakei, die mit einem kleinen Schild angekündigt wird.

Grenzübergang zur Slowakei

Es folgen die ersten Vororte von Bratislava, noch auf der rechten Seite der Donau.

Agglomeration von Bratislava

Ein Fahrradstreifen führt mich bis zur Brücke über die Donau, von der ich einen tollen Blick auf das Wahrzeichen der Stadt, die Bratislavsky hrad (Pressburger Burg) habe.

Blick auf die Bratislavsky hrad

Der Weg zum Hotel führt mich durch die Altstadt. Hier hat es soviele Touristen, dass ich mein Fahrrad schieben muss.

Michaeler-Tor, Bratislava

Im Hotel angekommen bin ich so müde, dass ich mich nach der Dusche hinlege und gleich einschlafe. Dabei war die Etappe heute doch eher kurz und flach!

Fakten Etappe 4: Eisenstadt – Bratislava
Gefahrene Strecke: 74 km
reine Fahrzeit: 5 Std. 6
Durchschnittsgeschwindigkeit: 14.5 km/h
Bergauf: 270 m
Bergab: 280 m
Übernachtung im Hotel Tatra, Bratislava

Screenshot

Day 3: Köszeg – Eisenstadt (Burgenland-Tour)

Der Aufenthalt im Hotel Benedict war sehr schön und zu kurz. Bevor ich losfahre werfe ich einen Blick aus dem Hotelzimmer und schaue, ob mein Fahrrad noch da ist.

Blick aus dem Hotelzimmer

Das Fahrrad ist noch da und so starte ich genau um viertel nach neun zu meiner dritten Etappe und verlasse das schmucke Städtchen Köszeg.

Bald schon bin ich wieder im Grünen, wo ich zuerst einen bewaldeten Hügel überquere.

Fahrradroute durch den Wald

Bald schon bin ich wieder in Österreich. Man merkt es an den Strassen, dass man nicht mehr in Ungarn ist, denn sie sind meist um Welten besser.

Weinberge im Grenzgebiet

Wenig später befinde ich mich in ebenem Gelände, wo ich gut vorankomme. Es ist heute weniger grau als am Tag zuvor, und man entdeckt immer mal wieder etwas Blau am Himmel.

Auf dem «Iron Curtain Trail» bei Klostermarienberg

Bald schon bin ich wieder auf ungarischem Gebiet – die Gegend ist hier ziemlich menschenleer und auch heute wieder begegne ich keinem Tourenfahrer.

Menschenleere Gegend

Als ich wieder auf österreichischem Staatsgebiet bin, lädt mich ein kleines Café zu einem Halt ein.

Kaffeehalt in Nikitsch

Mit den beiden humorvollen Herren auf dem Bild komme ich ins Gespräch – sie staunen, dass ich heute in Köszeg gestartet bin und noch bis Eisenstadt fahre.

Die heutige Etappe führt mich immer wieder an Weinbergen vorbei; so hatte ich mir das Burgenland vorgestellt.

Weinberge im Burgenland

Wieder auf ungarischem Gebiet erreiche ich nach ca. 45 km die Stadt Sopron. Hier lasse ich mich draussen in einem Restaurant nieder und geniesse die Ambiance der sehenswerten Altstadt.

Mittagshalt in der Altstadt von Sopron

Beim Bezahlen staune ich, wie wenig ich für meine Konsumation bezahlen muss. 17.30 Euro für Spaghetti Bolognese, einen grünen Salat, ein Mineralwasser, ein Bier und einen Espresso. Das ist kaum zu glauben.

Nach Sopron führt mich die Fahrradroute wieder durch einen Wald.

Fahrradroute bei Sopron

In der Nähe des Neusiedler-Sees verlasse ich Ungarn endgültig und fahre in der Folge durch Weinberge etwas erhöht dem See entlang.

Fahrradroute beim Neusiedler-See

Nach ein paar Kilometern biege ich links ab und fahre über eine kleine Anhöhe, von wo ich einen wunderbaren Ausblick Richtung Eisenstadt habe.

Blick Richtung Eisenstadt

Die letzten Kilometer kämpfe ich gegen einen starken böigen Wind und erreiche deshalb erst nach 4 Uhr mein Etappenziel Eisenstadt.

Eisenstadt ist die Haydn-Stadt. Hier hat Joseph Haydn längere Zeit beim Fürsten Esterhàz gewirkt. Ich mache mich deshalb nach der Dusche schnell auf den Weg in die Altstadt, wo ich das Haydn-Haus aufsuche.

Haydn-Haus

Haydn Gedenktafel

Es gäbe auch einen Haydn-Pfad, wo man Stationen seines Wirkens besuchen ablaufen kann. Da es aber schon etwas eindunkelt und ich Hunger habe, marschiere ich wieder zu meinem Hotel zurück, wo ich im hoteleigenen Restaurant zu Abend esse. Ich bestelle Gänseleber, etwas was ich noch nie gegessen habe – und springe damit über meinen Schatten, denn ich bin sonst eher der Typ «Was der Bauer nicht kennt, …»

Gänseleber im Gasthof Ohr, Eisenstadt

Zwischen den Gängen schreibe ich an meinem Blog. So werde ich hoffentlich zeitig fertig.

Fakten Etappe 3: Köszeg – Eisenstadt
Gefahrene Strecke: 78 km
reine Fahrzeit: 5 Std. 13
Durchschnittsgeschwindigkeit: 15.0 km/h
Bergauf: 570 m
Bergab: 69 m
Übernachtung im Gasthof Ohr, Eisenstadt

Screenshot

Day 2: Szentgotthàrd – Köszeg (Burgenland-Tour)

Der zweite Tag meiner Burgenland-Tour beginnt grau und endet grau. Bei diesem Wetter wirken die Häuser der Strasse entlang bei Szentgotthard noch etwas trostloser als sie sonst schon sind.

Unterwegs in der Nähe von Szentgotthàrd

Mein Weg führt mich zuerst auf wenig befahrenen Nebenstrassen Richtung Osten. Unterwegs erblicke ich ein Denkmal, das an den zweiten Weltkrieg erinnert.

Panzerdenkmal

Nach ca. 30 Minunten Fahrzeit endet die asphaltierte Strasse und ich gelange auf einen ziemlich glitschigen Waldweg.

Fahrradroute durch den Wald

Zum Glück erreiche ich bald die Grenze zu Österreich, wo ich wieder bessere Strassen vorfinde.

Grüner Grenze

Die Gegend hier ist hügeliger als erwartet und ich habe immer wieder kleine Steigungen zu bewältigen. Auf meinem Weg entdecke ich strohbedeckte kleine Gebäude.

Historische Weinkeller bei Heiligenbrunn

Ich befinde mich nun offenbar im kleinen Weinbaugebiet des sogenannten Uhudler-Weines, der nur in dieser Region angebaut werden darf und aus Trauben von Direktträgersorten (nicht gepropft, resp. veredelt) gewonnen wird und einen eigenen Charakter hat. Das ist interessant.

Schon bald verlasse ich aber dieses interessante Weinbaugebiet wieder und fahre weiter gegen Nordosten. Dabei begegnet mir wie schon am Vortag ein Velotouren-Schilderbaum; ich befinde mich nun auf dem ökoEnergieland Radweg, dem Weinidylle-Radweg sowie auf der Paradiesroute Südburgenland.

Fahrradparadies Südburgenland

Die Landschaft ist hier dünn besiedelt, ich durchfahre nur wenige kleinere Dörfer wie z.B. Unterbildein:

Unterbildein

Nun befinde ich mich auf dem «Iron Curtain Trail», einer Strasse die der Grenze zwischen Österreich und Ungarn entlangführt. Man könnte hier sogar eine Grenzerfahrung machen auf dem Grenzerfahrungsweg.

Auf dem «Iron Curtain Trail»

Heutzutage ist vom «eisernen Vorhang», der einst den Osten vom Westen hermetisch abriegelte, kaum mehr etwas zu sehen.

Auf ungarischer Seite mache ich nach ca. 3 Stunden Fahrzeit meinen Mittagshalt. Der gedeckte Rastplatz kommt mir sehr gelegen, denn es beginnt ganz leicht zu regnen, kaum habe ich mich hingesetzt.

Mittagspause in Horvàlövö

Von nun an befindet sich meine Route bis ins Ziel auf ungarischem Gebiet. Zum guten Glück hat der Regen wieder aufgehört und ich muss mich deshalb nicht mit den Regenklamotten einkleiden (was ich hasse!).

In der Nähe von Köszeg

Gegen halb vier erreiche ich mein Ziel, die Stadt Köszeg.

Ankunft in Köszeg

Das hellbeige Haus in der Bildmitte ist mein Hotel, wie ich wenig später bemerke. Es handelt sich um ein Gebäude, das die Benediktiner einst nutzten, weshalb es nun Benedict Hotel heisst.

Bevor ich einchecke machen ich einen kleinen Rundgang um das Hotel und entdecke dabei eine Büste von Franz Liszt.

Bronzebüste von Franz Liszt (2013)

Er soll hier 1846 ein Konzert gegeben haben und danach zum Ehrenbürger der Stadt ernannt worden sein.

Das Hotel Benedict ist wunderbar renoviert worden und ich fühle mich in meinem Zimmer sehr wohl.

Mein Zimmer im Hotel Benedict

Nach einem kurzen Nickerchen machen ich noch einen kleinen Bummel durch die äusserst schöne und gepflegte Altstadt von Köszeg.

Altstadt von Köszeg

Nach dem Abendessen in einer Pizzeria in der Nähe des Hotels ziehe ich mich in mein Zimmer zurück und schreibe dort meinen täglichen Blog. Ich bin ziemlich müde und werde wohl bald zu Bett gehen.

Fakten Etappe 2: Szentgotthàrd – Köszeg
Gefahrene Strecke: 72 km
reine Fahrzeit: 4 Std. 33
Durchschnittsgeschwindigkeit: 15.9 km/h
Bergauf: 500 m
Bergab: 450 m
Übernachtung im Hotel Benedict, Köszeg

Screenshot

Day 1: Graz – Szentgotthàrd (Burgenland-Tour)

Nach etwas mühseliger Zugsfahrt nach Graz am Tage zuvor beginnt dort heute bei strahlendem Sonnenschein meine diesjährige Herbsttour. Ich nenne sie Burgenland-Tour, weil sie mich durch das Burgenland zuerst nach Bratislava und schliesslich nach Wien führen soll.

Da Graz schon mal Zielort einer Sommertour war, verzichte ich darauf, durch die Altstadt zu fahren und biege deshalb gleich nach der Fahrt über die Mur-Brücke nach rechts in den Murradweg ein.

Graz in der Morgensonne

Es ist sehr kühl an diesem goldenen Herbsttag, meine Wetterapp zeigte mir morgens 7° an, weshalb ich mich warm angezogen habe – die Sonne wärmt aber so stark, dass ich bald meine Winterhandschuhe wieder ausziehe und eine dünnere Jacke anziehen kann.

Auf dem Murradweg

Bald verlasse ich den Murradweg und meine Reise führt mich in die Hügel.

Mein erstes und auch schon letztes Abenteuer heute ereilt mich, als ich plötzlich vor gesperrter Strasse stehe und ein Graben die Weiterreise verhindert.

Kein Durchkommen

Netterweise fährt der Baggerfahrer etwas zur Seite, so dass ich mein Fahrrad über den Erd- und Schutthaufen hieven kann.

Es sind kleine Pässe, die ich in der Folge überwinden muss; der schöne Ausblick aber belohnt mich für die kleinen Strapazen.

Schöner Ausblick

Am höchsten Punkt der heutigen Etappe (und wohl meiner gesamten Tour) habe ich eine wunderbare Aussicht.

Höchster Punkt meiner Etappe (500 Meter ü. Meer)

Von nun an geht’s meist leicht abwärts, was sehr angenehm ist. Ich fahre heute meistens auf kleinen Nebenstrassen, auf denen kaum Verkehr herrscht. Tourenfahrern begegne ich keinen am heutigen Tag.

Mehlteuer

Auf dem Weg begegnen mir manchmal lustige Ortsnamen wie z.B. Mehlteuer. Es ist eine sehr ländliche Gegend, die ich am heutigen Tag durchfahre, geprägt von vielen Maisfeldern, die meist noch nicht abgeerntet sind.

An einer Stelle, entdecke ich mehrere Tafeln (11!) mit verschiedenen Maissorten-Namen. Wird hier mit genmanipuliertem Mais herumexperimentiert, frage ich mich. Ich weiss es nicht, aber wenn Maissorten «Astronauto» heissen, macht man sich schon solche Gedanken.

Maissorten-Versuch

Ich muss heute lange warten, bis ich einen Kaffeehalt machen kann. Nach 13 Uhr gelange ich endlich in eine kleinere Stadt, wo ich mich draussen in ein Café setzen kann. Ich bestelle einen «Verlängerten» und ein Brioche und  amüsiere mich wieder einmal, dass in Österreich ein «normaler» Kaffee «Verlängerter» heisst.

Kaffeehalt in Feldbach

Da ich bald wieder Hunger habe, mache ich etwa eine Stunde später meinen Mittagshalt auf dem schön gestalteten Hauptplatz von Fehring und esse dort mein Schinken-Käse-Brötchen.

Mittagshalt in Fehring

Ich frage mich auf der Weiterfahrt, ob ich nun denn schon im Burgenland bin und erhalte bald die Antwort.

Einfahrt ins Burgenland

Ca. 15 Kilometer vor dem Ziel erreiche ich das Burgenland und werde hier herzlich willkommen geheissen –  Burgen erblicke ich aber vorerst noch keine.

Es ist nun so warm geworden, dass ich ohne Jacke unterwegs bin. Es sind perfekte Verhältnisse heute zum Fahrradfahren. So gefällt’s!

Auf einem Fahrradschilder-Baum, den ich unterwegs entdecke, lese ich, dass ich auf einer «multiplen» Fahrradroute unterwegs bin, nämlich auf dem Burgenland Jubiläumsradweg R1, dem Dreiländer Radweg, der Waters of Central Euope Route und der Paradiesroute Südburgenland. Interessant!

Multiple Fahrradroute

Bald darauf erreiche ich die Grenze zu Ungarn.

Grenze Österreich – Ungarn

Es ist nun nicht mehr weit zu meinem Hotel, das in Szentgotthàrd liegt. Diese Stadt liegt im äussersten Westen Ungarns an der Raab und ist das Zentrum der slowenischen Minderheit in Ungarn. Der Name leitet sich vom Heiligen Gotthard ab, klärt mich die KI von Google später auf.

Das im Voraus gebuchte Hotel befindet sich an einer Hauptstrasse, ist also alles andere als idyllisch gelegen. Das stört mich aber nicht gross, denn es beherbergt auch ein schönes Restaurant, wo ich mich verköstige und nachher noch meinen Blogeintrag schreibe.

Nachtessen im Hotel Restaurant Andante in Szentgotthàrd

So geht ein schöner Tag zu Ende. Die Tour hätte nicht besser beginnen können!

Fakten Etappe 1: Graz – Szentgotthàrd
Gefahrene Strecke: 86 km
reine Fahrzeit: 5 Std. 24
Durchschnittsgeschwindigkeit: 15.9 km/h
Bergauf: 460 m
Bergab: 600 m
Übernachtung im Hotel Restaurant Andante in Szentgotthàrd

Screenshot


Day 7: Aschach – Linz (Isar-Tour)

Nach guter Nacht in meinem riesigen Schlosszimmer begebe ich mich in den Frühstücksraum, wo ich von der «Schlossherrin» (zu sehen links im Hintergrund ) bereits erwartet werde.

Frühstücksraum und Café im Schloss Aschach

Ich nehme es sehr gemütlich an diesem Morgen, meine Etappe heute wird sehr kurz sein bis zu meinem Tourziel Linz.

Bevor ich losfahre mache ich noch ein Bild von der Vorderseite des Schlosses; mein Zimmer war ganz links oben im 2. Stock.

Schloss Aschach

Bald schon bin ich wieder auf dem Donauradweg und radle Richtung Südwesten los. Das Wetter ist heute prächtig und die Temperatur angenehm frisch.

Auf dem Donauradweg bei Aschach

Es hat hier viele Burgen und Schlösser. Etwa auf halber Strecke erblicke ich auf der anderen Seite der Donau das Schloss Ottensheim.

Schloss Ottensheim

Hier bringt mich eine Drahtseilfähre ans Ostufer der Donau

Ottensheimer Drahtseilbrücke

Diese Fährgelegenheit gibt’s schon über 150 Jahre. Die Fähre funktioniert mit der Strömungskraft der Donau, nur beim Anlegen kommt noch etwas motorisierte Hilfe dazu.

Auf der Überfahrt

Es sind noch einige andere Fahrradfahrer Passagier bei dieser Überfahrt.

Von hier an ist die Fahrradroute weniger idyllisch und führt meist einer stark befahrenen Hauptstrasse entlang nach Linz.

Ankunft in Linz

Diese Stadt habe ich nun schon des öfteren befahren auf meinen Fahrradtouren und ich verzichte deshalb auf ein Sightseeing und lasse mich stattdessen in einem Café nieder, in dem ich auch schon war.

Stärkung vor der Rückreise

Meine Sommertour ist nun zuende; ich bin froh, dass ich sie pannen- und unfallfrei abschliessen kann. Es war eine sehr schöne Tour mit viel Natur, vor allem der Isar entlang. Leider hat mein Rücken nicht mitgespielt und mich nach der Hexenschussattacke vor ein paar Tagen immer wieder geplagt. Zum guten Glück hat er mich aber beim Fahrradfahren kaum beeinträchtigt. Abgesehen von einem Regentag war das Wetter ideal zum Fahrradfahren; es herrschten sehr angenehme Temperaturen und der Wind kam auch meist von hinten.

Vielen Dank auch für die Rückmeldungen, Likes und Aufmunterungen. Wie schon bei meiner letzten Herbsttour wurde mir sogar wieder ein Gedicht gewidmet; herzlichen Dank dafür!

Dem begeisterten Radtourenfahrer
Wenn einer eine Reise tut,
so, sagt man, kann er was erzählen,
es sei für Leib und Seele gut,
man könne dabei gar nicht fehlen.
Drum frisch entschlossen. Auf zur Tat!

So packt, sobald ein Urlaub naht,
ganz losgelöst von Jahreszeiten,
Freund Bernhard flink sein treues Rad
und füllt die Taschen beider Seiten
mit Regenschutz und Notvorrat.

Klug wählt er seine Route dann,
er startet hoch im Engadin,
so spart er Kraft, so viel er kann,
denn abwärts fliesst zumeist der Inn.
Wenn nur das Wetter besser wär!

Wo geht sie hin, die Fahrt dies Jahr?
Anfänglich noch bergab, entspannt,
den Inn «durab» bis zur Isar,
wo Berge fehlen, flach das Land,
doch leider nicht so flach wie’s Meer.

Er saust durch Dörfer, schiebt am Hang,
geniesst Radwege, meidet Pfützen,
die frecherweis sein Rad bespritzen,
und weiter geht’s, Isar entlang.
Die Wolken weichen, es wird hell.

Nun ist’s erreicht, hat er sein Ziel.
Vergessen sind die Müh’n und Plagen,
von all dem spürt er nicht mehr viel.
Er rechnet nach und kann sich sagen,
wie gross die Strecke, das Gefäll.

In all den harten Fahrradstunden
hat er den Alltag abgewälzt
und grosse Strecken überwunden,
am meisten aber wohl sich selbst.
(Angelus Hux)

Fakten Etappe 7: Aschach – Linz
Gefahrene Strecke: 30 km
reine Fahrzeit: 2 Std. 8
Durchschnittsgeschwindigkeit: 14.3 km/h
Bergauf: 90 m
Bergab: 100 m

Screenshot

Überblick Fahrradtour Scuol – Linz

Day 6: Windorf – Aschach (Isar-Tour)

Der heutige Tag beginnt mit einem tollen Frühstück in einem stylischen Raum. Schade habe ich mein Iphone nicht dabei, um es zu fotografieren.

Da es leicht regnet, als ich mich zur heutigen Etappe bereitmache, montiere ich meine Regenklamotten.

Donauradweg in der Nähe von Windorf

Nach ca. einer Stunde erreiche ich Passau. Da ich diese Stadt schon einmal auf einer Fahrradtour besichtigt habe und es noch zu früh für einen Kaffeehalt ist, fahre ich durch und staune über die vielen Hotelschiffe, die hier vertäut sind.

Passau

Hier fliesst ja der Inn in die Donau und beim Zusammenfluss sieht man, dass der Inn «schmutzigeres« Wasser führt und die Donau deshalb ab hier merklich trüber, fast eine braune Brühe ist.

Etwas ausserhalb von Passau ist offenbar eine Service-Stelle für die Donauhotelschiffe. Ich werde gerade Augenzeuge davon, wie die ganze Crew in einer Schlange Abfällsäcke weiterreicht und danach Bierfässer auflädt.

Service-Station für Donauhotelschiffe

Diesen Abschnitt der heurigen Sommer-Tour bin ich schon einmal gefahren, aber ich kann mich nicht erinnern, dass ich mit einer Fähre aufs andere Donauufer übersetzte.

Fähre ans westliche Donauufer bei Obernzell

Ich bin nun wieder in Österreich, auf der östlichen Seite der Donau ist aber weiterhin deutsches Gebiet. Gerade um die Mittagszeit herum wird auf Werbetafeln Bernhard’s Restaurant angekündigt. Klar, dass ich da hin muss!
Das moderne Restaurant liegt etwas oberhalb der Donau und es hat genügend Platz für Bernhard.

Mittagessen in Bernhard’s Restaurant

Leider treffe ich meinen Namensvetter nicht in diesem Restaurant, aber das Essen, Spaghetti carbonara, ist vorzüglich. Etwas irritiert bin ich über den Apostroph im Namen dieses Restaurants, wir sind ja in Österreich und nicht in England …

Auf der Weiterfahrt befahre ich einen der schönsten Abschnitte des Donauradweges, die sogenannte Donauschleife. Die Fahrradfahrer sind da unter sich, da es hier keine Autostrassen gibt.

Auf der Donauschleife

Jetzt ist es nicht mehr weit bis zu meinem Etappenziel Aschach an der Donau. Ich fahre mit zügigem Tempo und erreiche es um 16 Uhr.

Meine Unterkunft befindet sich in einem leicht heruntergekommenen Renaissance-Schloss, dem Schloss Aschach. Mein Zimmer ist riesig und etwa 4 Meter hoch.

Mein Zimmer im Schloss Aschach

Als ich duschen möchte, sehe ich, dass es zwar eine Badewanne hat, aber keinen Duschvorhang. Deshalb entschliesse ich mich ein Bad zu nehmen, das tut meinem geschundenen Rücken sicher gut.

Nachher mache ich noch eine kleine Schlossbesichtigung; die Räume sind  zugänglich und zum Teil mit Bildern einer Kunstausstellung geschmückt.

Räume des Schlosses Aschach

Es gibt hier aber auch Gruseliges, der «Ritter« erinnert mich spontan an den Feuerreiter von Mörike.

Gruseliges im Schloss Aschach

Nach der Schlossbesichtigung mache ich mich auf den Weg, ein Restaurant zu suchen. Die Schlossherrin hat mir eine Pizzeria ganz in der Nähe empfohlen, wo ich gerne hingehe und herzlich empfangen werde. Im schönen Garten geniesse ich einen Caprese-Salat und eine kleine Pizza und schreibe zwischendurch immer wieder an meinem Blog.

In der Pizzeria Santa Lucia, Aschach

Das Personal ist sehr freundlich und bittet mich, als es zu regnen beginnt, in den Innenbereich, wo ich einen feinen Grappa geniesse und meinen heutigen Blogeintrag fertigschreibe.

Grappa in der Pizzeria Santa Lucia, Aschach

Dort komme ich mit einem anderen Gast ins Gespräch, er heisst Gerold und ist Bassist im Jazz- und Popbereich. Wir finden heraus, dass wir beide am Europa-Cantat-Festival 1997 in Linz waren, er als Bassist einer Begleitband und ich als Chorleiter-Student mit einer Studenten-Klasse von Basel.

PS: Die MSC-Super-Gewitterzelle ist heute wohl woanders durchgezogen, es hat eigentlich gar nicht so viel geregnet und auch nicht gewittert wie vorhergesagt und es herrschten ganz angenehme Fahrradtouren-Temperaturen.

Fakten Etappe 6: Windorf – Aschach
Gefahrene Strecke: 90 km
reine Fahrzeit: 5 Std. 38
Durchschnittsgeschwindigkeit: 16.0 km/h
Bergauf: 470 m
Bergab: 500 m
Übernachtung im Gästehaus Schloss Aschach

Screenshot

Day 5: Mamming – Windorf (Isar-Tour)

Die heutige Etappe führt mich schon bald wieder ans Ufer der Isar. Es ist wunderbar frisch an diesem Mittwochmorgen. Ich bin froh, dass die Etappe nach Windorf eher kurz ist und ich so meinen Rücken etwas schonen kann.

Auf dem Isarradweg bei Mamming

Nach einer halben Stunde Fahrzeit erregt eine Holz-Metall-Konstruktion meine Aufmerksamkeit. Was könnte das wohl sein, frag ich mich.

Holz-Metall-Konstruktion bei Mamming

Aha, es ist eine Sitz-/Treppenanlage lese ich auf der Rückseite der Konstruktion.

Sitz-/Treppenanlage

Auf der Weiterfahrt entdecke ich eine weitere Sehenswürdigkeit: Es handelt sich um eine alte Eisenbahnbrücke, die 1903 erbaut wurde und als Wahrzeichen von Landau gilt.

Bockerlbahnbrücke Landau von 1903

Heute fahren da wohl keine Züge mehr darüber.

Das Wetter ist ideal zum Fahrradfahren. Es ist ca. 22-24 Grad warm und meist scheint die Sonne. Als ich wieder einmal die Isar überquere, bin ich nicht mehr allzu weit weg von der Mündung der Isar in die Donau.

Überquerung der Isar bei Niederpöring

Wenig später versperrt mal wieder ein Lastwagen den Fahrradweg. Hier wird mit grossem Gerät, einem Bagger mit Rotationssäge, gerodet.

Grobes Gerät auf dem Fahrradweg

In der Folge verlasse ich den Flusslauf der Isar und fahre ca. 10 km über Land. Das ist auch schön.

Landschaft in der Nähe von Deggendorf

Bald überquere ich die Donau und lande im ganz schönen Städtchen Deggendorf, wo ich endlich eine Pause machen will.

Deggendorf

Hier verpflege ich mich bei einer Imbissbude. Es gibt eine Ofenkartoffel mit Salat und Putenstreifen; ganz lecker.

Mein Mittagessen in Deggendorf

Nach Deggendorf gestaltet sich die Suche nach der richtigen Route etwas schwierig. Es sind Bauarbeiten am Fahrradweg im Gange und die Ausweichroute ist nicht konsequent ausgeschildert. Auf der Suche nach dem Weg treffe ich auf eine deutsche Tourenfahrerin. Gemeinsam finden wir wieder die richtige Spur und beginnen miteinander zu plaudern. Sie heisst Sabine und ist von Bielefeld aus nach Albanien unterwegs – das ist beachtlich.

Auf dem Donauradweg bei Hofkirchen

Bis zu meinem Etappenziel Windorf unterhalten wir uns über unsere Fahrradtouren, über die deutsche Bahn und deutsche Politik. Sie erzählt mir auch von der Organisation dachgeber.de, über die sie bei Privaten kostenfrei übernachten kann. Das scheint eine tolle Sache zu sein, vor allem wenn man monatelang wie sie unterwegs ist.

Das Hotel, in dem ich heute übernachte, ist wunderbar ruhig und idyllisch an der Donau gelegen. Es hat sogar einen Pool direkt vor meinem Zimmer. Ich ziehe aber ein kleines Nickerchen vor und gehe bald abend essen. Zur Abwechslung gibt es für einmal Fisch. Das schmeckt auch gut!

Zander zum Abendessen im Landgasthof Moser

So neigt sich ein schöner Tag dem Ende entgegen. Morgen soll die Kaltfront Karlheinz schwere Gewitter auslösen in Bayern lese ich im Münchner Merkur. Man spricht in diesem Artikel von Superzellen oder sogar von MCS (mesoskaliges konvektives System, vereinfacht ein Riesengewitter). Schauen wir mal!

Fakten Etappe 5: Mamming – Windorf
Gefahrene Strecke: 79 km
reine Fahrzeit: 5 Std. 15
Durchschnittsgeschwindigkeit: 15.0 km/h
Bergauf: 260 m
Bergab: 310 m
Übernachtung im Landgasthof Moser

Screenshot

Day 4: Freising – Mamming (Isar-Tour)

Der heutige Tag beginnt mit einem üppigen Frühstück und danach mit einem Schreckmoment, da mir beim Packen mal wieder die Hexe in den Rücken fährt. Das müsste jetzt nicht sein. Ich bewege mich danach krumm wie eine Banane – wie ein Opa im Altersheim, meint mein Sohn.

Das Wetter ist wieder besser als am Vortag und wir geniessen die Fahrt, die uns durch eine paradiesische Fluss- und Wälderlandschaft führt. Glücklicherweise sind die Rückenschmerzen beim Fahrradfahren aushaltbar.

Der Isar entlang bei Freising

Wir haben viel Rückenwind, so dass wir trotz der Kieswege gut vorwärts kommen.
Bei einem Isar-Stausee sehen wir viele Wildgänse und andere Wasservögel und lesen auf einer Schautafel, dass hier viele Zugvögel Rast machen.

Am Echinger Stausee

Gegen 11 Uhr erreichen wir Landshut, welches uns mit einer sehr schönen Altstadt beeindruckt. Hier machen wir einen kurzen Halt in einem griechischen Restaurant (schon wieder griechisch) und essen was Kleines.

Altstadt von Landshut

Auf der Weiterfahrt werden wir von zwei Lastwagen aufgehalten, die den Fahrradweg gerade frisch kiesen. Wir müssen uns ein wenig gedulden, bis wir sie überholen können.

Der Fahrradweg wird erneuert

Das Wetter ändert heute sehr schnell – wir sind plötzlich von bedrohlichen dunklen Wolken umgeben.

Dunkle Wolken bei Dingolfing

Als ein heftiger Schauer niedergeht, können wir uns unter eine Autostrassenbrücke retten. Dort machen wir auch gerade unseren Mittagshalt und warten bis der Regen wieder aufhört.

Mittagshalt im Trockenen

Nun ist es nicht mehr weit bis zu unserem Etappenziel Mammingen. Eine sehr schöne Etappe endet in diesem kleineren Ort beim Landgasthof Apfelbeck. Dort verabschiede ich meinen Sohn, der noch bis Landau weiterfährt und von dort zurück nach Zürich reist. Es hat mich sehr gefreut, dass er mich auch dieses Jahr wieder ein Stück begleitet hat auf meiner Sommertour.

Abends sitze ich fast ganz alleine im riesigen Gartenrestaurant des Hotels, schreibe an meinem Blog und esse mal wieder ein Wienerschnitzel.

Im Landgasthof Apfelbeck

Fakten Etappe 4: Freising – Mamming
Gefahrene Strecke: 81 km
reine Fahrzeit: 5 Std. 14
Durchschnittsgeschwindigkeit: 15.5 km/h
Bergauf: 200 m
Bergab: 310 m
Übernachtung im Landgasthof Apfelbeck

Screenshot

Day 3: Bad Tölz – Freising (Isar-Tour)

Als wir um 6.45 Uhr aufstehen regnet es. Schon in der Nacht hatte es ziemlich heftig geregnet, aber die angekündigten Unwetter sind ausgeblieben.

Wir ziehen unser komplettes Regenset an, bevor wir losfahren, denn gemäss Prognose wird es wohl den ganzen Tag nass sein.

An der Isar bei Bad Tölz

Nach kurzer Fahrt auf geteertem Fahrradweg entlang der Isar, biegen wir links ab und gelangen in hügeliges Gelände. Es wäre wohl sehr schön in dieser grünen Landschaft, aber die tiefliegenden Wolken verhindern den Blick in die Ferne.

Auf dem Isarradweg in der Nähe von Bad Tölz

Nach einigen Kilometern auf aspaltierten Strassen, befahren wir in der Folge oft gekieste Wege, die aber zumeist gut befestigt und nicht allzu holprig sind. Dennoch ist es ein stetiges Auf und Ab, was ziemlich anstrengend ist; auch versuchen wir den vielen Pfützen soweit möglich auszuweichen.

Unterwegs auf gekiesten Wegen

Der Regen ist unser konstanter Begleiter an diesem Tag; es regnet mal mehr und mal weniger heftig. Als es gerade einmal aus allen Kübeln giesst, suchen wir Schutz bei einem Buswartehäuschen, verpflegen uns und warten darauf, dass sich das Wetter wieder bessert.

Schutz vor dem Regen

Auf der Weiterfahrt überqueren wir heute erstmals die Isar.

Isar bei Puppling

Wir sind froh, dass unsere Route ab hier einen geteerten Abschnitt enthält und wir deshalb auch wieder schneller vorwärtskommen.

Wenig später ist ein Teil der Isar kanalisiert. Von weiten sehen wir ein flossähnliches Gebilde darauf. Aus der Nähe betrachtet sehen wir ein grosses Baumstämmefloss, auf welchem eine Gesellschaft eine Art Party abhält bei Live-Musik, Grillwürsten und Bier. Sogar ein kleines WC-Häuschen ist in einer Ecke des Flosses zu sehen (das braucht’s bei den Biermengen, die die Bayern trinken).

Party-Floss auf dem Isar-Kanal

Circa um ein Uhr sind wir in München, sehen aber interessanterweise von dieser Milionenstadt kaum etwas, weil wir immer der Isar entlangfahren und wir dort kaum etwas von der Stadt wahrnehmen.

Isar bei München

Eigentlich hätten wir uns hier gerne in einem Restaurant oder Café aufgewärmt, aber wir entdecken nichts dergleiches. So fahren wir durch, machen einen kurzen Halt, essen eine Banane, ein paar Nüsse und ein kleines Brötchen.

Bis nach Freising, unserem Etappenziel, fahren wir auf manchmal etwas holprigen Kieswegen der Isar entlang. Der Fluss ist erstaunlich naturbelassen und man fühlt sich weitab von jeglicher Zivilisation.

Isarradweg zwischen München und Freising

Als plötzlich eine Schranke mit einer Fahrverbotstafel den Weg versperrt, ignorieren wir diese. Wenig später bemerken wir den Grund des Verbots: Die Strasse wurde von der Isar weggespült.

Weggespülter Fahrradweg

Glücklicherweise entdecken wir einen schmalen Ersatzpfad durch den Wald, der uns auf die andere Seite bringt.

Inzwischen hat es aufgehört zu regnen und wir sehen erstmals ein Stückchen blauen Himmels.

Um 16.30 Uhr treffen wir in Freising ein. Vor dem Einchecken im relativ noblen Munich Airport Marriott Hotel, müssen wir zuerst unsere vor Dreck starrenden Satteltaschen reinigen. Auch die Fahrräder sehen schrecklich aus nach dem heutigen Ritt durch Pfützen und Schlamm.

Fahrrad nach der heutigen Etappe

Mein Fahrrad sieht dank Schutzblechen zum guten Glück etwas weniger schlimm aus.

Später im Hotelzimmer begrüsst mich in der Dusche eine Kuh, die nicht so richtig zu diesem Hotel passt.

Kuh in der Dusche

Nach der Dusche machen wir uns auf den Weg in die Altstadt von Freising, welche einen ganz hübschen Eindruck macht.

Freising

Die Sonne scheint und es ist spürbar wärmer geworden, weshalb wir uns am Hauptplatz draussen an einem Tisch eines griechischen Restaurants niederlassen und einen feinen Znacht inkl. offeriertem Ouzo geniessen

So endet eine regnerische Etappe versöhnlich.

Fakten Etappe 3: Bad Tölz – Freising
Gefahrene Strecke: 93 km
reine Fahrzeit: 5 Std. 55
Durchschnittsgeschwindigkeit: 15.8 km/h
bergauf: 510 m
bergab: 710 m
Übernachtung im Munich Airport Marriott Hotel

Screenshot