Day 4: Karlstadt – Wertheim (Main-Tour)

Heute breche ich um 09.00 Uhr auf. Da ich Karlstadt am Vortag nicht besichtigt habe, fahre ich zuerst durch dieses überschaubare Städtchen und mache eine Erinnerungsfoto von der historisch bedeutsamen Kirche.

Pfarrkirche von Karlstadt

Kaum habe ich Karlstadt verlassen, beginnt es leicht zu regnen. Das müsste jetzt nicht sein, denn heute habe ich die Regenhose nicht schon beim Start angezogen. Glücklicherweise hört der Regen aber bald wieder auf und das Wetter wird immer besser.

Mainradweg bei Karlstadt

Schon bald scheint die Sonne, das hatte ich nicht erwartet, denn Kachelmann hatte eher trübes Wetter angekündigt.

Mainradweg in der Nähe von Gmünden

Nach ca. 20 km erreiche ich den ersten grösseren Ort, Gmünden. Ich weiche von der Fahrradroute ab und möchte dieses Städtchen kurz besichtigen. Für einen Kaffeehalt ist es aber noch zu früh.

Gmünden

Auf der Weiterfahrt überquere ich den Main auf einer ganz neuen Brücke.

Main bei Gmünden

Die heutige Apfelpause ist frühzeitig. Bei diesem Apfelbaum kann ich nicht achtlos vorbeifahren:

Apfelpause in der Nähe von Gmünden

Ich liebe diese frisch vom Baum geplückten Äpfel, obwohl sie immer auch ein bisschen sauer sind. Die gleich neben dem Apfelbaum stehende Infotafel gibt auch einen guten Überblick über den Mainradweg in dieser Region, den ich meinen geschätzten Lesern nicht vorenthalten möchte:

Mainradweg zwischen Würzburg und Wertheim

Auf dieser Karte kann man gut sehen, dass ich heute zuerst nach Norden gefahren bin und nachher grösstenteils Richtung Süden.

Bei Löhr mache ich meinen obligaten Kaffeehalt. Zur heissen Schokolade esse ich diesmal ein „mürbes Hörnchen“. Dieser Name belustigt mich, in der Schweiz ist das einfach ein „Gipfeli“.

Auf meiner Fahrt treffe ich immer wieder auf Wildgans-Kolonien. Wunderbar diese schnatternden und sozialen Tiere, die mich an „Nils Holgersson“ erinnern.

Wildgänse am Main bei Lohr

Das ist ein schönes Bild geworden; die Gänse liessen sich kaum stören durch meine Anwesenheit.

Wenig später mache ich eine Pause und setze mich auf eine Bank direkt am Main. Vis-à-vis befindet sich Neustadt am Main.

Neustadt am Main

Da ich sitzenderweise fast einschlafe, lege ich mich kurz hin und geniesse die wärmenden Sonnenstrahlen.

Wenig später erblicke ich auf meiner Weiterfahrt die Stadt und Burg Rothenfels, ein tolles Sujet:

Stadt und Burg Rothenfels

Die heutige Etappe ist wunderbar. Das unerwartet gute Wetter trägt natürlich auch dazu bei.

In Marktheidenfeld mache ich die nächste Pause. Auch dieses Städtchen ist reizvoll. Ich setze mich in einer Gelateria draussen an die Sonne und bestelle ein heisse Schokolade und einen Apfelstrudel; das ist mein heutiges Mittagessen.

Rast in Marktheidenfeld

Auch andere Tourenfahrer haben diese Gelateria entdeckt. Zwei davon treffe ich später wieder im Hotel in Wertheim.

Auf der Weiterfahrt kann ich gleich live verfolgen wie ein Frachtschiff mit Sand od. Kies beladen wird.

Mainradweg in der Nähe von Homburg

Die heutige Etappe ist sehr schön, der Fahrradweg führt – nicht wie hier – meist abseits der Strasse dem Main entlang.

Nach Homburg, einem Weinort, entdecke ich wieder einmal einen Apfelbaum; das gibt doch ein wunderbares Bild:

Landschaft mit Apfelbaum in der Nähe von Homburg

Natürlich esse ich auch hier wieder einen frisch vom Baum gepflückten, biologischen Apfel und erinnere mich dabei an das Lied von der jungen Frau von Ryde, die zuviele Äpfel ass und daran starb:

There was a young woman of Ryde
who ate too many apples and died.
The apples fermented inside the lamented
and made cider inside her inside.

Also bin ich vorsichtig und übertreibe es nicht mit dem Verzehr von Äpfeln.

Nachdem ich heute fast den ganzen Tag gegen Süden gefahren bin, macht der Main bei Uphar eine Schlaufe und fliesst von nun an wieder mehrheitlich westwärts.

Main bei Urphar

Der Ortschaftsname Urphar klingt sehr exotisch in meinen Ohren, könnte z.B. persisch sein.

Bald erreiche ich Wertheim, mein heutiges Ziel. Das ist eine sehr schöne Stadt, von der ich zuvor noch nie gehört habe. Vor dem Einchecken im Hotel schlendere ich noch ein wenig in der Stadt herum.

Altstadt von Wertheim

Bei Wertheim fliesst die Tauber in den Main, wie ich auf meiner Erkundungstour festelle:

Tauber bei Wertheim

Als ich in meinem gebuchten Hotel einchecken will, erlebe ich eine Überraschung. Das Hotel ist geschlossen und präsentiert sich ausserdem in einem lamentablen Zustand. Das kann doch nicht wahr sein. Ich storniere das Hotel online und suche in der Altstadt nach einem Ersatzhotel; schliesslich lande ich wieder einem Hotel gleichen Namens (Hotel Löwensteiner Hof). Ich brauch ein bisschen Zeit, bis ich den Grund finde dieses kuriosen Missverständnisses: Es gibt/gab zwei Hotels mit dem Namen Löwensteiner Hof und die Adressdatei von Komoot hatte die Adresse dieses alten, geschlossenen Hotels gespeichert und mich dorthin gelotst.

Ende gut alles gut; ich bin froh, dass ich mein gebuchtes Hotel schliesslich fand, denn die Küche hier ist ausgezeichnet. Auch die Tourenfahrer, die ich schon in Marktheidenfeld getroffen habe, begegnen mir hier wieder. Ich wechsle ein paar Worte mit ihnen.

Rindergulasch im Hotel Löwensteiner Hof in Wertheim

Ein schöner Tag endet somit auch kulinarisch erfolgreich.

Fakten Etappe 4: Karlstadt-Wertheim
gefahrene Strecke: 73.7 km
Fahrzeit: 5 Std. 10
Durchschnittsgeschwindigkeit: 14.3 km/h
bergauf: 550m
bergab: 590m

Day 3 : Volkach – Karlstadt (Main-Tour)

Heute habe ich keine Lust früh aufzustehen. Immer wieder drücke ich bei meinem iPhone-Wecker auf Schlummern und und schlafe so 4×9 Minuten länger als ursprünglich geplant. Als ich aus dem Fenster schaue, sehe ich, dass es regnet – also wirklich kein Grund zur Eile.

Beim Frühstück liest mir die äusserst freundliche und gut gelaunte Bedienstete jeden Wunsch von den Lippen ab. Ich wusste gar nicht, dass Deutsche so freundlich sein können. Ah –  da fällt mir gerade ein, dass ich hier ja gar nicht in Deutschland bin sondern im Freistaat Bayern – das erklärt alles.

Um 09.15 Uhr fahr ich los. Da es leicht regnet, habe ich die Regenhosen angezogen und der Helmregenschutz ist immer noch von gestern her auf dem Helm montiert. Die Schuhregenschütze bleiben vorerst in der Tasche, da es gemäss Kachelmann.com ab 11.00 nicht mehr regnen soll.

Gleich zu Beginn führt mich meine App an den Main.

Fahrradweg bei Volkach

Es ist wärmer als an den beiden Vortagen und der Regen hört bald auf, so dass ich die schöne Landschaft trotz des grauen Wetters geniessen kann. Es ist ein Weinbaugebiet hier; überall sind Weinberge. Nicht weit von Volkach entfernt fahre ich an grossen verschieden farbigen Haufen vorbei. Was das wohl ist?

merkwürdige Haufen

Es sind ausgepresste Weintrauben, die hier zwischengelagert werden. Wozu werden die wohl verwendet? Schweinefutter? zum Düngen? Ich weiss es nicht. Immerhin kann ich erkennen, dass hier auch rote Trauben angebaut werden, nicht nur weisse, die aber klar beliebter sind.

Die Stimmung an diesem Morgen gefällt mir. Weinberge wechseln sich ab mit schönen Ortschaften, die vom Weinbau leben.

Reben in der Nähe von Sommerach

Eine grosse Kirche mit 4 Türmen erregt meine Aufmerksamkeit; es ist ein Benediktinerkloster.

Benediktinerkloster Münsterschwarzach

In der Folge überquere ich mal wieder den Main. Ein grosses Lastschiff namens «Rialto» fährt gerade vorbei. Dieses Schiff hatte ich doch schon mal gesehen.

Main bei Schwarzach

Heute fahre ich fast immer dem Main entlang. Vor Kitzingen zeigt sich an diesem trüben Tag sogar einmal kurz der blaue Himmel.

Mainradweg in der Nähe von Kitzingen

Es ist sehr angenehm zu fahren heute. Wenig Wind, wenig Regen, nicht so kalt wie an den Vortagen und Top-Fahrradwege.

In der schönen Kreisstadt Kitzingen machen ich heute den ersten Halt. Ich finde eine Gelateria und hoffe, dass ich einen feinen Capuccino bekomme. Die Wirtin hat Freude an mir, da ich ein bisschen Italienisch spreche (besser als sie deutsch). Ich staune, dass Leute vorbeikommen und ein Eis möchten. Dies bei diesem nasskaltem Wetter! Ich bekomme den ersehnten Capuccino und esse einen italienischen Nusskuchen, der zwar ein bisschen trocken ist.

In einer Gelateria in Kitzingen

Als ich Kitzingen verlasse, mache ich noch rückblickend eine Foto:

Kitzingen

Wenig später erreiche ich das Städtchen Marktbreit, das herzig und klein ist, eben marktbreitklein…

Stadttor von Marktbreit

Als ich das Städtchen Ochsenfurt erreiche, beginnt es zu regnen. Also mache ich halt noch einen Kaffeehalt. Diesmal trinke ich aber eine heisse Schokolade und einen frisch gepressten Orangensaft.

Ochsenfurt

Auf dem Bild sind übrigens 2 Tourenfahrer zu entdecken. Es sind so ziemlich die einzigen, die mir heute begegnet sind.

Es gäbe noch weitere schöne Weinorte auf meinem heutigen Weg, die ich besichtigen könnte, aber ich ziehe es vor, nicht alle zu besichtigen, da ich ja irgendwann auch noch an meinem Zielort ankommen möchte.

Ca. 10 km vor Würzburg ist der Main besonders schön, da muss ich unbedingt eine Foto schiessen:

Main bei Würzburg

Würzburg habe ich auf meiner grossen Deutschlandtour im 2018 schon einmal besucht, deshalb fahre ich mehr oder weniger durch, mach aber eine Foto auf der berühmten Brücke, auf der viele Leute ein Weinglas in der Hand halten und Wein trinken; das scheint auf dieser Brücke wohl Mode zu sein.

Alte Mainbrücke, Würzburg

Der Weg weiter bis nach Karlstadt ist sehr schön – klar, bei schönen Wetter, wär er noch viel schöner – ich bin aber froh, dass es heute zumeist trocken geblieben ist.

Fahrradweg in der Nähe von Würzburg

Als ich mich 10 km vor Karlstadt befinde, fahre ich mal wieder an Apfelbäumen vorbei. Da kann ich nicht widerstehen. Der Hundehalter (im Hintegrund zu sehen) meint zwar, diese Äpfel seien zu sauer und ungeniessbar. Sie sind wirklich sauer, aber trotzdem gut, wenn man durstig ist und Hunger hat.

Apfelhalt in der Nähe von Karlsstadt

Um 17.15 Uhr erreiche ich endlich mein Ziel, Karlstadt

Karlsstadt

Mein App führt mich zielgenau zum Hotel Eisenbahn. Das ist eine gute Wahl, ich kann wieder im hoteleigenen Restaurant das Abendessen einnehmen und auch das Zimmer hat alles, was ich brauche.

Hotel Eisenbahn, Karlstadt

Nach dem vielen Schweinefleisch gibt’s heute einen gebratenen Lachs zusammen mit einem Weisswein aus der Region. Das passt und ich bin sehr zufrieden.

Zwischen den Gängen schreibe ich an meinem Blog und bin schon fast fertig, als ich beim Espresso bin.

Fakten Etappe 3: Volkach-Karlsstadt
gefahrene Strecke: 97 km
Fahrzeit: 6 Std. 15
Durchschnittsgeschwindigkeit: 15.4 km/h
bergauf: 730m
bergab: 760m

Day 2: Bamberg – Volkach (Main-Tour)

Der heutige Tag startet gemütlich. Da ich weiss, dass es wieder sehr kalt sein wird am heutigen Tag, möchte ich nicht allzu früh losfahren. Nach reichlichem Frühstück fahre ich warm eingepackt ca. um 09.00 los.

Bamberg am frühen Morgen

Der Weg führt mich zu Beginn meist dem Main entlang oder dem Main-Kanal, auch die Sonne scheint wieder, obwohl es heute morgen bewölkt ist.

Ich schlage ein gemächliches Tempo an, die Beine schmerzen noch ein wenig vom Vortag und schwitzen möchte ich auch nicht; das passiert nämlich schnell, wenn man warm eingepackt ist.

Friedliche Stimmung am Main-Kanal

In der Folge fahre ich an einer schönen Wallfahrtskirche vorbei; die muss doch fotografiert sein.

Wallfahrtskirche in der Nähe von Bamberg

Wieder pflücke ich einen Apfel von einem Apfelbaum, der am Strassenrand steht. Immer wieder gibt es diese „wilden“ Apfelbäume mit reifen Früchten, um die sich niemand kümmert.

Der Main ist nun schon viel stattlicher als bei der ersten Etappe und ein richtiger Fluss geworden, der allerdings oft gestaut ist und mit wenig Zug träge dahinfliesst.

Main in der Gegend von Hassfurt

Nach knapp 40 km erreiche ich den grösseren Ort Hassfurt. Gerade zur rechten Zeit für meine Kaffee- und Kuchenpause. Diesmal trinke ich aber eine heisse Schokolade, die ich zusammen mit einem Apfel-Rahm-Kuchen geniesse. Da es schon 12 Uhr ist, ist das gleichzeitig auch mein Mittagessen.

Kaffeehalt in Bauer’s Cafehaus in Hassfurt

Frisch gestärkt breche ich bald wieder auf. Der Himmel ist in der Zwischenzeit ziemlich grau geworden. Aber trotz Grau-in-Grau ist es doch noch ganz schön:

Main-Fahrradweg in der Nähe von Hassfurt

Die Fahrradwege sind in einem Top-Zustand; so komme ich mit wenig Anstrengung gut vorwärts und bin schon bald in Schweinfurt. Dort entdecke ich einen Schwimmer, der sich mutig in den Main wirft.

Schwimmer im Main, bei Schweinfurt

Das wäre nichts für mich!

Die Stadt Schweinfurt, lasse ich zu meiner rechten liegen, ich habe irgendwie keine Lust bei diesem grauen Wetter ein Stadt zu besichtigen. So fahre ich weiter und mach aber noch eine Foto:

Industrieanlagen bei Schweinfurt

Kurze Zeit später passiere ich eine Schautafel, wo unter anderem der ganze Main-Radweg gross abgebildet ist. Sowas hätte ich gerne vorher im Netz gefunden, das hätte mir die Planung erleichtert.

Karte des Mainradweges (Osthälfte)

Wie man auf dieser Karte sieht, muss man bei Wipfeld mit einer Fähre den Main überqueren. Als ich bei dieser Stelle eintreffe, bin ich der einzige, der auf die andere Seite möchte. Der Fährmann tuckert aber sogleich von der anderen Seite zu mir herüber, um mich abzuholen – welch ein Service, und dies für 1 Euro!

Fähre bei Wipfeld

In der Zwischenzeit hatte es leicht zu regnen begonnen. Glücklicherweise hält sich das Nass aber in Grenzen und ich muss nicht meine ganze Regenausrüstung überziehen, nur Helmschutz und Regenjacke ziehe ich an. Bei schönem Wetter wäre das wohl wunderschön hier, denn der Main macht hier eine grosse Schlaufe und auf der linken Seite sind grosse Weinberge zu sehen. Die Ernte ist wohl schon vorbei denke ich, aber da entdecke ich kurz vor meinem Etappenziel Leute, die an der Weinlese sind. Bei diesem nasskalten Wetter wohl nicht so eine schöne Arbeit!

Weinlese in der Nähe von Volkach

Das Ganze erinnert mich an meine Jugendzeit, in der ich oft als Erntehälfter beim „Wümme“ bei Bekannten in Wilchingen, Hallau und auch Bibern ein kleines Taschengeld verdiente.

Nach rund 90km Fahrt erreiche ich um 16.30 Uhr mein Etappenziel Volkach, welches ein herziges Kleinstädtchen ist. Mitten in der Altstadt liegt mein heutiges Hotel, der Gasthof Leipold.

Volkach

Ich bin froh, dass ich schon um 17.30 Uhr im Gasthaus das Nachtessen einnehmen darf, denn ab 19.00 Uhr wäre es ausgebucht gewesen. Ich bestelle ein Leipoldschnitzel.

Leipold-Schnitzel

Das Teil schmeckt gut (wieder einmal Schweinefleisch) ist aber so riesig – zwei Schnitzel übereinander- , dass ich nicht alles aufesse. Das seien eben fränkische Portionen meint die Kellnerin, als sie abräumt. Aha, jetzt weiss ich, weshalb es hier so viele dicke Leute gibt.

Nach dem Essen möchte ich noch einen Abendspaziergang durch das schöne Volkach machen, aber da es so kalt ist und ich zu schlottern beginne wie ein Sch(l)osshund (Bolonka?), verziehe ich mich schnell in mein Hotelzimmer – ich sollte ja noch meinen Blog schreiben.

Fakten Etappe 2: Bamberg-Volkach
gefahrene Strecke: 91.3 km
Fahrzeit: 6 Std. 21
Durchschnittsgeschwindigkeit: 14.4 km/h
bergauf: 1080m (so sagt es jedenfalls meine App, ist aber wohl ein bisschen zu hoch gegriffen)
bergab: 1130m

Day 1: Bayreuth – Bamberg (Main-Tour)

Die diesjährige Herbsttour begann gestern mit einer fast pannenfreien Anfahrt per Bahn von Zürich nach Bayreuth. Erst als ich schon fast in Bayreuth war, gab’s noch eine Stellwerkstörung, die eine Verspätung von einer halben Stunde verursachte.

Trotzdem blieb noch Zeit, diese Stadt zu erkunden. Der erste Eindruck war eine Nazikundgebung gleich vor dem Hotel; ziemlich hässlich, aber zum guten Glück nur eine Handvoll Leute, die unverständliche Parolen schrien und die anwesende Polizei beleidigte, die das Ganze aber gelassen über sich ergehen liess.

Nazis an einer Manifestation in Bayreuth

Nach kurzem Weitermarsch stand ich plötzlich vor dem Haus Wahnfried, dem ehemaligen Wohnhaus Richard Wagners. Da das Wagner-Museum gleich schliessen würde, begnügte ich mich mit einem Kaffee im Café Wahnfried – die letzten Sonnenstrahlen geniessend.

Haus Wahnfried, Bayreuth

Die Stadt Bayreuth gefällt mir sehr gut, und da es wenig Touristen hat, kommt sie ziemlich authentisch herüber.

Dinosaurier in Bayreuth

Mein Hotel liegt an der Opernstrasse, in der Nähe des berühmten barocken Opernhauses, wo an den Sommerfestspielen jeweils die Wagner-Opern zelebriert werden.

Hotel zum Goldenen Anker

Nach exquisitem Nachtessen im Hotel (Hab ich das wirklich schon verdient, frage ich mich), erholsamem Schlaf und üppigem Frühstück möchte ich an diesem Sonntagmorgen um ca. 09.00 Uhr losfahren. Es ist putzekalt an diesem Morgen, nahe am Gefrierpunkt. So ziehe ich fast alles an, was ich an Warmem dabei habe, zwei Paar Handschuhe, meine Langlaufmütze, den Faserpelz und über meine Velohosen und die Beinstulpen ziehe ich noch eine halblange Wanderhose, die ich im letzten Moment eingepackt hatte. Ein wenig Sorge bereiten mir die Füsse. Fusswärmer habe ich nicht dabei, aber die Skisocken, die ich bei Herbsttouren jeweils trage, sind Gold wert. Dank dieser winterlichen Ausrüstung friere ich kaum.

Raureif bei Bayreuth

Ohne Pause zu machen fahre ich über 2 Stunden am Stück, eine kleine Pause mache ich erst, als mich ein schöner Apfel von einem Apfelbaum her anlacht – den lasse ich mir nicht entgehen, denk ich, pflück ihn und geniesse ihn wenig später auf einer Bank.

Der rote Main, dem ich zu Beginn entlangfahre, ist anfangs eher noch ein Bach, dafür aber sehr idyllisch.

Roter Main in der Nähe von Bayreuth

Ich sehe den Main heute aber nicht so oft, der Fahrradweg entfernt sich manchmal vom Fluss und führt stattdessen durch schöne Dörfer, die abseits liegen.

Es ist wunderbar heute und je länger der Tag dauert, desto mehr Velofahrer sind unterwegs. Es sind aber keine Tourenfahrer, sondern meist betagtere Leute mit ihren E-Bikes.

Gegen Mittag meldet sich der erste kleine Hunger. Ein Café, wo ich mich draussen an die Sonne setzen könnte, wär schön, denke ich. Das Glück ist mir hold; gerade zur richtigen Zeit finde ich das Gewünschte in Lichtenfels, einer kleinen Stadt, die ich aber nicht näher besichtige.

Kaffee und Kuchen in Lichtenfels

Da noch ein ordentliches Wegstück zu bewältigen ist, breche ich bald wieder auf.

Der Weg ist ziemlich abwechslungsreich im weiten Oberen Maintal und führt durch schöne Landschaften auf wenig befahrenen Nebenstrassen oder Fahrradwegen Richtung Westen.

Oberes Maintal in der Nähe von Bamberg

Gegen 16.30 Uhr erreiche ich Bamberg, das sich in wunderschönem Abendlicht präsentiert.

Bamberg mit Main

Ich staune nicht schlecht, als ich sehe, welcher Betrieb in den Gassen dieser schönen Stadt herrscht. Es ist doch Sonntag und schon wieder recht kühl. Das hält die Leute aber nicht davon ab, draussen zu sitzen oder zu stehen, ein kaltes Bier zur trinken und viel Lärm zu machen.

Viel Betrieb in Bamberg beim Hotel Alt-Ringlein, wo ich übernachten werde.

Da ich in dieser Stadt schon auf meiner grossen Deutschlandtour Halt gemacht hatte, verzichte ich auf eine Sightseeingtour. Stattdessen setze ich mich nach der heissen Dusche bald ins hoteleigene Restaurant. Ich darf Platz nehmen an einem Tisch, an dem schon ein junger Mann sitzt: ein Amerikaner aus Texas, wie sich im Gespräch herausstellt, der in Deutschland Orte besucht, in denen er als Soldat stationiert war vor 10 Jahren. Er spricht nicht Deutsch, so habe ich Gelegenheit, wieder einmal mein Englisch aufzufrischen.

Nachtessen im Gasthof Alt-Ringlein

Er erzählt mir von seiner Freundin, die Medizin studiere und in einem Chor singe, der «BCM Docappella» heisse und «quite good» sei, aber dass könne ich als Chorleiter vielleicht besser beurteilen als er. BCM Docappella in Action:

Crazy (Gnarls Barkley) – BCM Docappella Cover – YouTube

Ja, sie sind wirklich gut, aber die Stücke, die sie singen, nicht so mein Stil.

Er sei übrigens fast ein wenig froh, dass seine Freundin ihn nicht begleite auf seiner Europa-Reise, weil man hier so viel Schweinefleisch esse und sie als Muslimin (aus Bangladesh stammend) kein Schweinefleisch esse.

Nach dem Essen und dem interessanten Gespräch mit dem jungen Amerikaner gehe ich schon bald aufs Zimmer und schreibe an meinem Blog.

Fakten Etappe 1: Bayreuth-Bamberg
gefahrene Strecke: 100 km
Fahrzeit: 6 Std. 22
Durchschnittsgeschwindigkeit: 15.8 km/h
bergauf: 760m
bergab: 860m


Day 8: Orange – Arles (Basel-Arles-Tour)

Heute bin ich ein bisschen später dran, die letzte Etappe meiner diesjährigen Sommertour ist nicht so weit, so habe ich mir erlaubt, mal ein bisschen länger zu schlafen und später loszufahren.

Orange, Hotel Saint-Florent, am frühen Morgen

Heute morgen hole ich das Verpasste des Vortages nach. Ich werfe noch einen Blick auf das römische Theater von Orange, welches ja die Sehenswürdigkeit dieser Stadt ist. Mein Hotel liegt nur unweit dieses monumentalen Baus aus der Römerzeit.

Römisches Theater von Orange, Aussenfassade

Es ist heute morgen wieder leicht bewölkt, ich bin froh darüber. Schon bald bin ich wieder in der Natur draussen und bin erstaunt, dass die Strasse ziemlich stark ansteigt.

Morgenstimmung bei Orange

Ich bin nun in der Region von Château-Neuf-du-Pape, in der Gegend eines berühmten Weinbaugebiets. In der Tat „streife“ ich die auf einer Anhöhe gelegene Ortschaft gleichen Namens. Ich vermute, dass die grosse Schlossruine wohl das Schloss eines Papstes von Avignon war und der Ort deshalb so heisst.

Château-Neuf-du-Pape

Die Fahrt geht nun längere Zeit auf guten Wegen durch Weinberge und führt nun meist leicht abwärts. Unten, wieder in der Rhone-Ebene angekommen, ist schon bald die Agglomeration von Avignon spürbar, ich fahr nun meist auf Velostreifen auf Autostrassen, die in einem schlechten Zustand sind – ein richtiger Flickenteppich mit vielen Unebenheiten, ich muss gut aufpassen, wo ich durchfahre.

Als ich nach ca. 2 Stunden das geschichtsträchtige Avignon erreiche, lasse ich es mir nicht nehmen, mitten durch die Altstadt zu fahren und beim Palais des Papes einen grösseren Kaffeehalt zu machen. Seit längerem höre ich wieder einmal Schweizerdeutsch, Zürichdeutsch genau genommen, ich habe es nicht vermisst.
Es ist schon spürbar, dass aufgrund von COVID weniger ausländische Touristen als sonst die touristischen Hotspots bevölkern. Asiatische Touristen sind zum Beispiel keine zu sehen.

Avignon, Palais des Papes

Als ich Avignon verlasse, erblicke ich die alte, nicht mehr vollständig erhaltene Brücke über die Rhone, die wohl der Gegenstand des berühmten französischen Volksliedes «Sur le Pont d’Avignon» ist.

Sur le pont d’Avignon (Lied):
Lied

Sur le pont d’Avignon (Doku):
Film über rekonstruierte Brücke

Le Pont d’Avignon

Die Fahrradroute ist nach Avignon wieder sehr schön und abwechslungsreich. Vor allem die «voies vertes», Radwege auf stillgelegten Bahntrassees, mag ich besonders.

«voie verte» Richtung Beaucaire

Die Stadt Beaucaire, die ich als nächstes durchfahre, verströmt in eigenartiges Flair. Die Altstadt ist sehr gross, sie wirkt aber ziemlich verlottert und es hat kaum Geschäfte und Leben. Nur eine südamerikanische Hochzeit (bolivianische Indios, vermute ich), in dessen Corso ich gerate, versprüht Lebensfreude.

bolivianischer (?) Hochzeitscorso in Beaucaire

Das Leben spielt sich am Rande dieser Stadt ab, merke ich wenig später, als ich an den Kanal Rhône-Sète gelange. Hier hat es einige Strassenbistros und es ist belebter als in der Innenstadt. Ein kleines Bistro auf einem ausrangierten kleineren Schiff, weckt meine Aufmerksamkeit – das wäre doch ein schöner Ort für einen kleinen Glace-Halt.

Pause mit pêche melba in Beaucaire

Ein Coupe „pêche melba“ stillt mein Verlangen nach Süssem und lädt meine Batterien wieder auf.

Bis Arles ist es nun nicht mehr weit. Der Wind ist mir heute gnädig gesinnt und gibt mir ordentlich Schub, auch die Hitze ist so einigermassen erträglich.

Landschaft in der Nähe von Arles

Um halb Vier bin ich am Ziel meiner Reise; Arles ist erreicht.

Arles

Mein Hotel liegt am Rande der Altstadt und ist ein guter Ausgangspunkt zur Erkundung dieser Stadt. Heute bin ich zum Glück früher dran als am Vortag und habe genügend Zeit, nach Dusche und Erholungsnickerchen ein wenig durch die Stadt zu schlendern.

Amphitheater, Arles

Beim Amphitheater entdecke ich ein kleines Restaurant, das Bio- und Vegiessen anbietet. Genau das Richtige für mich nach dem exzessiven Fleischkonsum in den letzten Tagen, denke ich, und setze mich an einen freien Tisch.

Abendessen bei „Chez Félix“

Meine diesjährige Sommertour findet somit auch kulinarisch ein erfreuliches Ende (felix sum). Die Tour selbst war zumeist sehr schön und das Wetter hat fast immer mitgespielt. Die Etappen waren für meine alten Knochen manchmal etwas gar lang, aber Herausforderungen und die Meisterung derselben haben noch nie geschadet. Von Pannen und grösseren Beschwerden bin ich zum Glück verschont geblieben. Vielen Dank für die Rückmeldungen meiner treuen Leserschaft. Es ist schön zu wissen, dass meine Berichte mit Interesse gelesen werden.

Day 8: Orange – Arles
Gefahrene Strecke : 90 km
Fahrzeit: 5 Std. 45
Durchschnittsgeschw.: 15.6 km/h
Bergauf: 160 m
Bergab: 130 m

Day 8: Orange – Arles

Day 1-8: Basel – Arles
Gefahrene Strecke : 836 km

Day 1-8: Basel-Arles

Day 7: Valence – Orange (Basel-Arles-Tour)

Als ich heute um Viertel nach sieben losfahren möchte, beginnt es gerade zu regnen. Damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet. So muss ich halt mal wieder die Regenklamotten überziehen, was ein ziemlich aufwändiges Prozedere ist. Da ich am Vorabend die Sightseeing-Tour von Valence wortwörtlich verschlafen habe, mache ich noch einen kleinen Abstecher in die Innenstadt. Es ist aber noch gar nichts los zu dieser frühen Zeit.

Morgenstimmung in Valence

Als ich wieder einmal die Rhone überquere, sieht’s wettermässig gegen Norden gar nicht so schlecht aus, ich fahre aber gegen Süden und dort hat es eine bedrohliche, dunkle Wolkenwand.

Bei Valence

Der Regen ist zum Glück nicht so stark und hört nach ca. einer Stunde wieder auf. Der Rhone-Radweg, die Via Rhôna, ist heute sehr abwechslungsreich, er führt nicht nur monoton der Rhone entlang, sondern er zweigt immer wieder ins «Hinterland» ab, wo es manchmal durch schöne Auenwälder geht, oder Obst- oder Gemüsekulturen entlang.

Via Rhona (Rhone-Fahrradroute)

Nach ca. 2 Stunden ist es wieder strahlend schön und da es noch angenehm kühl ist, trete ich heftig in die Pedalen und komme gut vorwärts.

Immer wieder überquere ich heute die Rhone und manchmal schaukeln die Hängebrücken, was ein mulmiges Gefühl hinterlässt

Überquerung der Rhone

Ein schönes grünes Farbenspiel weckt beim Betrachten eines kleinen Flüsschen meine Aufmerksamkeit:

Grünes Farbenspiel

Von weitem schon sehe ich aufsteigende Wasserdampfwolken. Beim Näherkommen stellt sich, wie vermutet, heraus, dass sie von einem grösseren Atomkraftwerk mit 4 Kühltürmen stammen. Einer davon ist bemalt, was ich ein bisschen geschmacklos finde:

Atomkraftwerk bei Montélimar

Gegen halb zwölf beginnt sich der Hunger bemerkbar zu machen; ein Restaurant käme nun wie gerufen. Ich habe mal wieder Glück. In Rochemaure, einem Örtchen mit Burgruinen oberhalb des Ortes, finde ich eine Pizzeria. Das Gebotene ist aber sehr mässig.

Blick auf Rochemaure

Ein wenig enttäuscht fahre ich wieder weiter und gerate nochmals in einen Regenschauer. Das ist aber der letzte heute. Sobald die Sonne scheint, wird es sehr heiss heute. So heiss, dass ich ein bisschen überhitzt ein Mittagsschläfchen im kühlenden Schatten eines Baumes mache.

Nickerchen an der Rhone

Die Brückenüberquerungen nehmen kein Ende heute, immerhin hat man auf der Brücke meist einen tollen Ausblick:

Die Etappe ist wieder sehr lang heute. Ich würde eigentlich lieber kürzere Etappen fahren, aber ich wollte halt in einem Tag von Valence kommend Orange erreichen.

Sehr froh, bin ich heute um die Wegstrecken im Wald, der Rhone-Radweg wurde wohl mit Absicht hier angelegt. Überhaupt staune ich über die gute Qualität der Radwege auf der heutigen Strecke. Oft scheint der Weg frisch asphaltiert worden zu sein.

Radweg im Schatten

Nur die letzten 20  Kilometer der heutigen Etappe sind weniger schön, wohl weil ich die Via Rhôna verlassen habe und einen direkteren Weg nach Orange geplant habe. Die Hitze setzt mir zu; so bin ich froh, gegen 18.00 Uhr endlich mein Ziel zu erreichen

Orange, Arc de Triomphe

Zum Hotel fahre ich mitten durch die kleine, verwinkelte, sehenswerte und sehr belebte Altstadt.
Der Hotelier begrüsst mich freundlich und meint auf meine Bemerkung, es sei sehr heiss heute, es sei heute «kalt». Normalerweise sei die Temperatur in dieser Jahreszeit viel höher.

Mein Zimmer ist eine Foto wert:

Zimmer im Hotel Saint-Florian

Leider schaffe ich es nicht, noch das etwas ausserhalb liegende römische Theater zu besichtigen, ich bin zu müde und möchte nur noch etwas Kleines essen – und den Blog schreiben sollte ich ja auch noch…

Day 7: Valence – Orange
Gefahrene Strecke : 124 km
Fahrzeit: 8 Std. 2
Durchschnittsgeschw.: 15.3 km/h
Bergauf: 240 m
Bergab: 320 m

Day 7: Valence – Orange

Day 6: Lyon – Valence (Basel-Arles-Tour)

Der heutige Tag beginnt mit einem frühen Frühstück um 06.15 Uhr. Da ich heute wieder eine lange Etappe vor mir habe, bin ich froh, so früh frühstücken zu können im Hotel Simplon, welches ideal war für eine Nacht. Circa eine Stunde später mache ich mich auf den Weg und gerate in den morgendlichen Verkehr dieser grossen Stadt. Stark befahrenen Strassen entlang fahr ich Richtung Süden und erblicke bald von weitem ein futuristisch anmutendes Gebäude, das aussieht wie ein Ufo. Beim Näherkommen entpuppt es sich als ein Museum. Es ist das „musée des confluences“.

Le musée des confluences

Der Name ist nicht zufällig gewählt; es befindet sich nämlich an der Stelle, wo Saône und Rhône zusammenfliessen. Ein letztes Mal überquere ich die Saône, die zugunsten der Rhone (frz. le Rhône) ihren Namen aufgibt.

Überqueren der Saône in Lyon

In der Folge fahre ich auf Fahrradstreifen stark befahrenen Strassen entlang. Manchmal hat’s auch keine Fahrradstreifen. Das ist nicht schön und ich frage mich, ob ich den Rhone-Radweg verpasst habe. Endlich, nach fast 30km bin ich wieder an der Rhone und nun taucht auch die Beschilderung dieses Radweges wie aus dem Nichts auf. Ich bin froh, denn es folgen nun meist sehr schöne Wegstücke dem Fluss entlang.

Au Bord du Rhône

Das Wetter ist prächtig heute, jedenfalls viel besser als es in der Wettervorhersage tags zuvor verkündet wurde. Kaum ein Wölklein trübt den blauen Himmel.

Fast ohne Pause pedale ich die ersten Stunden, es ist sehr angenehm und noch nicht zu heiss. Gegen Mittag halte ich Ausschau nach Restaurants. Mein Blick schweift dabei auch auf die andere Seite der Rhone. Leuchtet da nicht ein roter Sonnenstoren? Das sieht nach einem Restaurant aus. Nichts wie hin!

Serrières

Wie vermutet befindet sich bei den roten Sonnenstoren tatsächlich ein Restaurant. Als einer der ersten Gäste nehme ich Platz an einem Tisch im Schatten. Ich bestelle einen Salat und côtes de boeuf.

Côtes de bœuf avec gratin dauphinois

Als mir der Kellner das grosse Stück Fleisch hinstellt, sagt er: «côtes de boeuf en forme d’Afrique». Ich bin nicht „sage“ (brav) und esse nur die magereren Stücke davon. Aber es schmeckt ausgezeichnet zusammen mit dem Gratin.

Nach einer Stunde breche ich wieder auf und fühle mich leicht beduselt nach diesem opulenten Mahl und dem Bierchen, das ich mir gegönnt habe.

Kaum bin ich losgefahren, entdecke ich zum ersten Mal in meinem Leben einen schwarzen Schwan, der friedlich mit zwei weissen Schwänen auf Futtersuche ist.

Schwarzer Schwan in der Rhone

Ich lese übrigens immer mal wieder, dass ein Black-Swan-Ereignis die nächste Finanzkrise auslösen wird, also ein unerwartetes kaum denkbares Ereignis ein Kettenereignis auslösen wird. Wir werden sehen…

Die Fahrradroute bleibt ausserordentlich schön, anders als die Saône ist die Rhone oft von weichen Hügeln umgeben, auf denen auch Weinbau betrieben wird.

Weinbau im Rhonetal

Es ist nun richtig heiss geworden, die Sonne brennt erbarmungslos nieder. (Als ich abends in den Spiegel schaue, sehe ich aus wie eine Schweizer Flagge: aussen rum rot und in der Mitte weiss).

Immer mal wieder wechselt der Radweg von der einen auf die andere Seite der Rhone und von den Brücken aus hat man meist einen besonders schönen Blick auf die Landschaft:

Überquerung der Rhone bei Saint-Vallier

Die Wege heute sind im Gegensatz zu gestern sehr gut, meist geteert oder wie hier gut befahrbare Naturstrassen:

Rhone-Radweg in der Nähe von Valence

So komme ich schnell vorwärts und erblicke ca. um 17.00 von weitem Valence, meine Zielstadt.

Dort angekommen, möchte ich endlich mein Rückticket buchen. Der Schalter ist tatsächlich noch offen um diese Zeit und ich kann problemlos mein Rückfahrticket mit Velo von Arles bis Genf buchen (etwas, das ich mit der Oui.sncf App einfach nicht schaffte – da lob ich mir wieder die SBB-App, wo man problemlos Veloplätze reservieren kann).

Als ich endlich ins Hotel einchecke um 18.00, bin ich ziemlich müde und lege mich kurz hin; was ein Powernap hätte sein sollen, wird aber ein zweistündiger Bärenschlaf – ich erwache gerade noch rechtzeitig, um im hoteleigenen Restaurant auf der Strassenterrasse noch etwas Kleines essen zu können und nachher den heutigen Blog zu schreiben.

Am Blogschreiben vor dem Hotel

Dabei werde ich überrascht von einem Telefonanruf meines Sohnes, der gerade per Fahrrad in Mexico unterwegs ist. Ich bin froh, wieder einmal etwas von ihm zu hören auf seiner abenteuerlichen Fahrradtour.

Ein schöner Tag geht gemütlich zu Ende.

Day 6: Lyon – Valence
Gefahrene Strecke : 126 km
Fahrzeit: 8 Std. 2
Durchschnittsgeschw.: 15.6 km/h
Bergauf: 300 m
Bergab: 350 m

Day 6: Lyon – Valence

Day 5: Mâcon – Lyon (Basel-Arles-Tour)

Als ich heute morgen um 8 Uhr aus dem Hotel trete, ist es ziemlich grau – «la rue est grise et triste» kommt mir in den Sinn, einer der ersten Sätze, den ich vor langer Zeit in der Sekundarschule gelernt habe.

„la rue est grise et triste“ in Macôn

Als ich kurze Zeit später am Bahnhof von Mâcon vorbeifahre, halte ich und suche den Schalter, um endlich ein Rückfahrticket zu buchen. Er ist aber leider noch geschlossen und öffnet erst um 09.45 Uhr! So fahre ich halt unverrichteter Dinge weiter.

Kurz nach Mâcon überquere ich mal wieder die Saône und mache zum Abschied dieses Foto:

Mâcon

Nach kurzer Zeit auf Hauptstrassen biege ich ab und komme auf einen Feldweg, der entlang der Saône führt; das Fahrverbotsschild macht mich zwar ein bisschen stutzig, aber da Komoot mich hier durchführt, wird es schon seine Richtigkeit haben, denke ich. Kurze Zeit später überfahre ich einen sogenannten «bovi-stop», d.h. ich bin nun auf einer Kuhweide. Und da tauchen schon die ersten Rinder auf meinem Weg auf – ich weiss nicht, ob ich mich ein bisschen fürchten sollte. Die Angst ist unbegründet, die Rinder nehmen Reissaus und finden einen Ausgang zur Weide nebenan. Der Weg ist katastrophal; eine Schotterpiste mit grossen Wasserpfützen und Schlammlöchern, das Ganze gemischt mit Kuhscheisse – auf einen tollen Fahrradweg bin ich da geraten.

„Fahrradweg“ bei Mâcon

Ich komme kaum noch vorwärts – kurze Zeit später wird es aber noch schlimmer, der Weg ist wieder fast komplett mit Wasser bedeckt und die Gräben nebenan sind auch voll Wasser; und es ist nicht frisches Regenwasser, sondern güllig stinkendes „Brackwasser“. Sowas habe ich noch nie erlebt. Ich bin froh, dass ich diesen Weg bald Richtung Hauptstrasse verlassen kann, denn aggressive Mücken hat es hier auch noch schwarmweise. Ich ziehe es nun vor, längere Zeit auf der Hauptstrasse zu fahren, die parallel zur Saône in den Süden führt. Auf dieser Strasse komme ich nun endlich flott voran, es gibt dafür nun aber auch ein wenig Verkehr, der aber aushaltbar ist.

auf der Hauptstrasse Richtung Süden

Nach ca. 30 km, in Montmerle-sur-Saône, trifft diese Strasse wieder mit der «Fahrradroute» zusammen. Ein Kaffeehalt wäre jetzt doch angebracht, denke ich und habe Glück. Das Bistro «la plage» hat soeben geöffnet und der junge Mann an der Theke ist froh um den ersten Gast. Er erzählt mir, dass wegen des Hochwassers Wildschweine in grosser Zahl von der gegenüberliegenden Halbinsel hierher ans sichere Ufer geschwommen seien und dass wegen der Mückenplage sogar Helikopter eingesetzt worden seien, um Insektizide zu versprühen.

Kaffeehalt in Montmerle-sur-Saône

Von hier weg mache ich nochmals den Versuch dem Uferweg entlangzufahren, gebe es aber bald wieder auf; es ist einfach zu mühsam: schlechte Wege und immer wieder grosse Pfützen und Schlammlöcher lassen keine Freude aufkommen.

In Saint-Bernard fahre ich an einem Restaurant vorbei und kann nicht widerstehen – zur Not hätte ich  ich mich heute mit Studentenfutter, Cashewnüssen und gedörrten Aprikosen ernährt, aber es ist doch schöner sich hinzusetzen und sich bedienen zu lassen

Mittagspause in Saint-Bernard

Da die heutige Etappe für meine Begriffe ziemlich kurz ist, nehme ich es gemütlich und mache ziemlich bald wieder eine Pause und lege mich an einem schönen Ort unter einem grossen Baum auf eine Bank und mache eine kleines Nickerchen.

Pause in Trévoux

Je mehr ich mich Lyon nähere, desto mehr Betrieb herrscht auf den Strassen. Der Fahrradweg ist nun z.T. auch nur ein Streifen neben einer Hauptstrasse, es herrscht also keine Naturidylle mehr.

Deshalb bin ich froh, dass ich schon bald die Innenstadt von Lyon erreiche.

Lyon

Mein Hotel, das Hotel Simplon, befindet sich auf der Halbinsel, die zwischen Rhône und Saône liegt. Nach Einchecken, Dusche und Erholung mache ich mich zum nahegelegenen Bahnhof Lyon-Perrache auf, vielleicht kann ich ja hier mein Rückticket lösen, aber nun bin ich zu spät, die Schalter sind um 17.55 Uhr schon geschlossen. Pech gehabt.

Der Aufenthalt in einem Bistro gegenüber dem Hotel hebt meine Laune aber wieder. Lustige und kommunikative Wirtsleute bringen mich immer wieder zum Schmunzeln. Omelette und Crème Brulée schmecken ausgezeichnet. So endet der Tag versöhnlich.

Das Bistro am anderen Morgen, schon wieder geöffnet

Day 5: Mâcon – Lyon
Gefahrene Strecke : 85 km
Fahrzeit: 5 Std. 54
Durchschnittsgeschw.: 14.5 km/h
Bergauf: 350 m
Bergab: 380 m

Day 5: Mâcon – Lyon

Day 4: Verdun-sur-le-Doubs – Mâcon (Basel-Arles-Tour)

Der heutige Tag beginnt mit einem tollen Frühstück – unter anderem darf ich verschiedene delikate Käsesorten, Wurst- und Fleischwaren geniessen, alles wunderschon präpariert. Ich habe wohl das grosse Los gezogen mit der Hostellerie Bourguignonne und seinem preisgekrönten Gault-Millau-Koch, wie ich erst heute morgen erfahre. Sparfüchse werden wohl einen grossen Bogen machen um diese Gaststätte, für mich war’s aber schon jetzt das Highlight dieser Tour.

Abschied von der «Hostellerie Bourguignonne» in Verdun-sur-le-Doubs

Um ca. 8.30 Uhr fahre ich heute wieder bei idealen Bedingungen los; ich habe die Monsteretappe vom Vortag gut verdaut und starte frohgemut in den neuen Tag, der mich bald ans Ufer der Saône führt. Ich bin noch nicht lange unterwegs, da versperrt mir ein heruntergestürzter Baum den Weg:

Was jetzt?

Da ist kein Vorbeikommen. Ich höre Motorsägen und hoffe, dass dieser Baum beseitigt wird, doch es sind offenbar mehrere Bäume, die ein Sturm gefällt hat und es ist kein Durchkommen, wie mir ein Forstarbeiter erklärt. So suche ich halt eine Umfahrungsmöglichkeit, die ich glücklicherweise dank Komoot ziemlich problemlos finde.

Offenbar hat hier vor kurzem ein heftiges Unwetter gewütet, denn wenig später passiere ich eine Brücke, die teilweise weggerissen wurde von einem reissenden Bach.

Unwetterschäden

Die Saône hat vor kurzem Hochwasser geführt, der Fahrradweg ist mancherorts überspült worden und von vertrocknetem oder noch feuchtem Schlamm bedeckt und die angrenzenden Wiesen und Felden stehen teilweise unter Wasser. An einer Stelle steht sogar der Fahrradweg unter Wasser; kein Problem, denke ich und fahre langsam durch das Wasser und schaffe es knapp mit trockenen Füssen auf die andere Seite:

Wasser auf dem Fahrradweg

Es wird aber noch schlimmer, beim nächsten Wegstück, das unter Wasser steht, bräuchte ich ein Kanu – hab ich aber nicht.

Ein Kanu wäre praktisch

Es gibt kein zurück, also fahr ich durch das Wasser, welches an den tiefsten Stellen ca. 20 cm hoch steht und bis zum Tretlager reicht. Mit pflotschnassen Füssen, Schuhen und Socken erreiche ich die andere Seite. Zum guten Glück habe ich Sandalen dabei, die ich nun anziehen kann. Die nassen Schuhe klemme ich auf den Gepäckträger und die Socken schmeiss ich weg.

Der Weg führt nun praktisch immer der Saône entlang und überall sieht man die Spuren der Überschwemmungen. Manchmal sieht man auch Schilder, die ankündigen, dass der Weg gesperrt sei – aber niemand beachtet sie, ich auch nicht.

Fahrradweg der Saône entlang

In einem kleineren Städtchen namens Tournus mache ich nach ca. 60 km den ersten grösseren Halt und esse einen Tomaten-Mozarella-Salat in einem kleinen, sehr schön gelegenen Gartenrestaurant über der Saône.

Mittagshalt in Tournus

Das Wetter ist heute wieder perfekt, es ist nicht zu heiss und der Himmel ist oft wolkenverhangen; auch der Wind ist mir heute freundlicher gesinnt. Nur gegen Abend baut sich zu meiner Rechten eine bedrohliche dunkle Wolkenwand auf.

Regen im Anzug?

Ich trete nun heftiger in die Pedalen, ich will nicht noch nass werden. So erreiche ich schon nach 16.00 Uhr Mâcon, meinen Zielort.

Mâcon in Sicht

In einem kleinen von aussen unscheinbaren Hotel checke ich ein. Heute sollte ich noch ein bisschen dreckige Wäsche waschen – aber zuerst trinke ich etwas (was wohl?) im idyllischen Hotelgarten und schreibe an meinem Blog.

Hotel Concorde, Macon

Day 4: Verdun-sur-le-Doubs – Mâcon
Gefahrene Strecke : 94 km
Fahrzeit: 5 Std. 57
Durchschnittsgeschw.: 15.8 km/h
Bergauf: 520 m
Bergab: 500 m

Day 4: Verdun-sur-le-Doubs – Mâcon

Day 3: Besançon – Verdun-sur-le-Doubs (Basel-Arles-Tour)

Wie fast immer bin ich zum frühstmöglichen Zeitpunkt beim Frühstück, das ist heute wieder um 07.00 Uhr. Los fahre ich um 07.50 Uhr; das ist spät für die heutige sehr weite Etappe. Deshalb geb ich auch ziemlich Gas und geniesse die morgendliche Stimmung am Doubs.

Morgenstimmung am Doubs bei Besançon

Ich nehme mir vor, mind. 30 km zu fahren und dann einen Kaffeehalt zu machen. Es taucht aber leider kein Café auf auf meinem Weg. So schiesse ich halt mal ein Schattenselfie:

Selfie der anderen Art

Die Veloroute führt zu Beginn entweder dem Doubs oder dem ihn begleitenden Kanal entlang. Es ist sehr angenehm, aber schon ein bisschen windig, meist Gegenwind natürlich!
Manchmal verlässt die Route Doubs und Kanal, das heisst dann meist, dass kleine Steigungen überwunden werden müssen, wo mich die E-Biker locker überholen. Es sind wie gestern auch wieder einige Touren- und andere Biker unterwegs, aber in überschaubarer Zahl.

Unterwegs dem Kanal entlang

Ich fahre fast ohne Pause ca. 60 km weit, bis ich in den ersten grösseren Ort komme:  Dole-sur-le-Doubs.

Dole-sur-le-Doubs

Das ist ein kleineres sehenswertes Städtchen, in welchem der berühmte Louis Pasteur aufgewachsen ist.

Geburtshaus von Louis Pasteur in Dole-sur-le-Doubs

Da ich ziemlich hungrig bin, setze ich mich gleich neben dem Louis-Pasteur-Haus in ein wunderbar gelegenes Gartenrestaurant und vertilge einen „Salade Comtoise“.

Mittagessen in Dole-sur-le-Doubs

Frisch gestärkt geht die Fahrt ca. um 13.00 weiter; ich bin ein wenig besorgt, da ich noch nicht einmal die Hälfte der heutigen Etappe geschafft habe. Wieder geht es längere Zeit einem Kanal entlang.
Bei einer Schleuse gibt’s wieder Spektakel; diesmal mache ich ein kurzes Video.

Schleuse in Aktion

Erstaunt bemerke ich, dass dieser Kanal an dieser Stelle in die Saône mündet, die hier ziemlich breit ist.

Saône

Die Landschaft ist nun sehr eben geworden, das Wetter ist perfekt, nur der Wind, der in meine Richtung bläst, erschwert mein Vorankommen. Beim Städtchen Saint-Jean-de-Losne sind nacheinander mehrere Schiffe – Hausboote(?) – am Ufer vertäut. Die Briefkästen davor lassen darauf schliessen, dass hier Leute fix wohnen.

Blick auf Saint-Jean-de-Losne mit Hausboot im Vordergrund

Auch auf diesem Streckenabschnitt gibt es einen Kanal, der die Saône begleitet und dem ich manchmal entlangfahre. An einer Anlagestelle springen Jugendliche ins Wasser. Ich denke, dass das nicht ungefährlich ist.

„Sprungbrett“

Als ich schon weiter bin und von einer Brücke aus die Szenerie fotografisch festhalte, springen mir drei Jungs entgegen und rufen: «nous allons sauter du pont». Die wollen doch tatsächlich von der Brücke springen, auf der ich mich befinde. Ich rufe ihnen zu: «C’est trop dangereux», die Brücke ist mind. 8 m hoch und es ist nicht ersichtlich wie tief der darunterliegende Kanal ist.  Deshalb fahr ich schnell weiter – ich möchte nicht Zeugnis sein eines solchen Wagnisses.

In Seurre, in einem kleinen Städtchen mit schöner, alter Kirche mache ich dieses Foto:

Seurre

Wenig später sehe ich 2 Badende in der Saône, Baden scheint an dieser Stelle offenbar nicht verboten zu sein, wie sonst fast überall.

Wer findet den Schwimmer?

Die letzten 15 km sind extrem hart. Ich verlasse die Saône und muss eine kleine Steigung im strengen Gegenwind bewältigen, dafür habe ich, als ich oben bin, eine tolle Aussicht:

Mit letzter Kraft erreiche ich um 17.45 Uhr den Zielort Verdun-sur-le-Doubs. Ich bin nun also wieder am Doubs, stelle ich erstaunt fest.

Bild Verdun-sur-le-Doubs

Komoot führt mich direkt vor das Hotel. Ich checke ein, nehme eine Dusche und möchte ein kurzes Nickerchen machen vor dem Nachtessen, das ich im hoteleigenen Restaurant einnehmen darf.

Das Nickerchen wird aber länger, erschrocken stelle ich fest, dass ich über eine Stunde geschlafen habe und somit fast das Highlight des Tages verpasst hätte.

Ich setze mich in das scheunenartige Gartenrestaurant des Hotels und lasse mich kulinarisch verwöhnen, das habe ich doch verdient nach dieser harten und langen Etappe!

Grüsslein von der Küche (eines von dreien)
salade mixte
filet de boeuf

Da wird man doch fast neidisch, oder?

Blogschreibend bleibe ich noch eine Weile an meinem schönen Plätzchen sitzen, nur die aggressiven Steckmücken trüben ein ganz klein bisschen meine gute Laune.

Day 3: Besançon – Verdun-sur-le-Doubs
Gefahrene Strecke : 125 km
Fahrzeit: 8 Std. 20
Durchschnittsgeschw.: 15.1 km/h
Bergauf: 510 m
Bergab: 580 m

Day 3: Besançon – Verdun-sur-le-Doubs