Heute breche ich um 09.00 Uhr auf. Da ich Karlstadt am Vortag nicht besichtigt habe, fahre ich zuerst durch dieses überschaubare Städtchen und mache eine Erinnerungsfoto von der historisch bedeutsamen Kirche.

Kaum habe ich Karlstadt verlassen, beginnt es leicht zu regnen. Das müsste jetzt nicht sein, denn heute habe ich die Regenhose nicht schon beim Start angezogen. Glücklicherweise hört der Regen aber bald wieder auf und das Wetter wird immer besser.

Schon bald scheint die Sonne, das hatte ich nicht erwartet, denn Kachelmann hatte eher trübes Wetter angekündigt.

Nach ca. 20 km erreiche ich den ersten grösseren Ort, Gmünden. Ich weiche von der Fahrradroute ab und möchte dieses Städtchen kurz besichtigen. Für einen Kaffeehalt ist es aber noch zu früh.

Auf der Weiterfahrt überquere ich den Main auf einer ganz neuen Brücke.

Die heutige Apfelpause ist frühzeitig. Bei diesem Apfelbaum kann ich nicht achtlos vorbeifahren:

Ich liebe diese frisch vom Baum geplückten Äpfel, obwohl sie immer auch ein bisschen sauer sind. Die gleich neben dem Apfelbaum stehende Infotafel gibt auch einen guten Überblick über den Mainradweg in dieser Region, den ich meinen geschätzten Lesern nicht vorenthalten möchte:

Auf dieser Karte kann man gut sehen, dass ich heute zuerst nach Norden gefahren bin und nachher grösstenteils Richtung Süden.
Bei Löhr mache ich meinen obligaten Kaffeehalt. Zur heissen Schokolade esse ich diesmal ein „mürbes Hörnchen“. Dieser Name belustigt mich, in der Schweiz ist das einfach ein „Gipfeli“.
Auf meiner Fahrt treffe ich immer wieder auf Wildgans-Kolonien. Wunderbar diese schnatternden und sozialen Tiere, die mich an „Nils Holgersson“ erinnern.

Das ist ein schönes Bild geworden; die Gänse liessen sich kaum stören durch meine Anwesenheit.
Wenig später mache ich eine Pause und setze mich auf eine Bank direkt am Main. Vis-à-vis befindet sich Neustadt am Main.

Da ich sitzenderweise fast einschlafe, lege ich mich kurz hin und geniesse die wärmenden Sonnenstrahlen.
Wenig später erblicke ich auf meiner Weiterfahrt die Stadt und Burg Rothenfels, ein tolles Sujet:

Die heutige Etappe ist wunderbar. Das unerwartet gute Wetter trägt natürlich auch dazu bei.
In Marktheidenfeld mache ich die nächste Pause. Auch dieses Städtchen ist reizvoll. Ich setze mich in einer Gelateria draussen an die Sonne und bestelle ein heisse Schokolade und einen Apfelstrudel; das ist mein heutiges Mittagessen.

Auch andere Tourenfahrer haben diese Gelateria entdeckt. Zwei davon treffe ich später wieder im Hotel in Wertheim.
Auf der Weiterfahrt kann ich gleich live verfolgen wie ein Frachtschiff mit Sand od. Kies beladen wird.

Die heutige Etappe ist sehr schön, der Fahrradweg führt – nicht wie hier – meist abseits der Strasse dem Main entlang.
Nach Homburg, einem Weinort, entdecke ich wieder einmal einen Apfelbaum; das gibt doch ein wunderbares Bild:

Natürlich esse ich auch hier wieder einen frisch vom Baum gepflückten, biologischen Apfel und erinnere mich dabei an das Lied von der jungen Frau von Ryde, die zuviele Äpfel ass und daran starb:
There was a young woman of Ryde
who ate too many apples and died.
The apples fermented inside the lamented
and made cider inside her inside.
Also bin ich vorsichtig und übertreibe es nicht mit dem Verzehr von Äpfeln.
Nachdem ich heute fast den ganzen Tag gegen Süden gefahren bin, macht der Main bei Uphar eine Schlaufe und fliesst von nun an wieder mehrheitlich westwärts.

Der Ortschaftsname Urphar klingt sehr exotisch in meinen Ohren, könnte z.B. persisch sein.
Bald erreiche ich Wertheim, mein heutiges Ziel. Das ist eine sehr schöne Stadt, von der ich zuvor noch nie gehört habe. Vor dem Einchecken im Hotel schlendere ich noch ein wenig in der Stadt herum.

Bei Wertheim fliesst die Tauber in den Main, wie ich auf meiner Erkundungstour festelle:

Als ich in meinem gebuchten Hotel einchecken will, erlebe ich eine Überraschung. Das Hotel ist geschlossen und präsentiert sich ausserdem in einem lamentablen Zustand. Das kann doch nicht wahr sein. Ich storniere das Hotel online und suche in der Altstadt nach einem Ersatzhotel; schliesslich lande ich wieder einem Hotel gleichen Namens (Hotel Löwensteiner Hof). Ich brauch ein bisschen Zeit, bis ich den Grund finde dieses kuriosen Missverständnisses: Es gibt/gab zwei Hotels mit dem Namen Löwensteiner Hof und die Adressdatei von Komoot hatte die Adresse dieses alten, geschlossenen Hotels gespeichert und mich dorthin gelotst.
Ende gut alles gut; ich bin froh, dass ich mein gebuchtes Hotel schliesslich fand, denn die Küche hier ist ausgezeichnet. Auch die Tourenfahrer, die ich schon in Marktheidenfeld getroffen habe, begegnen mir hier wieder. Ich wechsle ein paar Worte mit ihnen.

Ein schöner Tag endet somit auch kulinarisch erfolgreich.
Fakten Etappe 4: Karlstadt-Wertheim
gefahrene Strecke: 73.7 km
Fahrzeit: 5 Std. 10
Durchschnittsgeschwindigkeit: 14.3 km/h
bergauf: 550m
bergab: 590m
























































































































