Der heutige Tag beginnt mit einem üppigen Frühstück im Hotel Modo. Die Käse-Fleisch-Gemüs-Platte, die mir aufgetischt wird, würde für 6 Personen reichen. Ich kann damit noch locker 2 Brote für die Reise zubereiten und es bleibt immer noch die Hälfte übrig.

Frühstück im Hotel Modo
Auf meinem Weg fahre ich heute auch nochmal durch Pula. Die Hafen- und Werftanlagen prägen das Bild von Pula, wenn man es von weitem fotografiert.

Pula
Diesmal fahre ich durch die Innenstadt und entdecke weitere Gebäude aus der Römerzeit

Pula, Zentrum
Ich halte mich aber nicht lange in der Innenstadt auf, denn die heutige Etappe ist wieder ziemlich lang. Als ich die Stadt verlasse, sticht mir das schöne Bahnhofsgebäude von Pula ins Auge. Es steht ein mickriges Zügchen dort und fährt gerade ab, als ich vorbeifahre.

Bahnhof von Pula
Die Istrier scheinen keine Zugfahrer zu sein und auch die Rezeptionistin im Hotel Modo gestand, noch nie mit dem Zug von Pula losgefahren zu sein, denn er sei viel zu langsam. Randbemerkung: Pula hat 50’000 Einwohner.
Heute fahre ich immer auf Asphaltstrassen, denn nach der gestrigen schlechten Erfahrung mit den Naturstrassen, habe ich die heutige Etappe nochmals neu geplant – diesmal als Rennvelofahrer – denn dann habe ich die Gewissheit nur auf Asphaltstrassen zu fahren.
Die erste grössere Ortschaft, die ich erreiche ist, heisst Galižana und ist sehr reizvoll mit ihrer Ursprünglichkeit.

Galižana
Galižana hat heute 1500 Einwohner, von welchen der Grossteil zu einer italienischen Gemeinde gehört, die tief verwurzelte Eigentümlichkeiten wie Lieder, Tänze, Musik und spezielle Kleidung pflegt. (Quelle: Internetrecherche)
Heute bin ich oft im Grünen unterwegs und durchquere wenig Siedlungen und Ortschaften.

Auf der Hochebene in der Nähe von Vodjane
Selten ist die Route heute eben, insgesamt habe ich 3 Anstiege zu bewältigen, was beim zweiten Anstieg etwas nervig ist, weil die Strasse ziemlich stark befahren ist – vor allem die Lastwagen machen mir immer etwas Angst.

Rückblick ins Tal
Dank den Aufstiegen gibt’s aber immer wieder rasante Abfahrten.

Abfahrt bei schlechterem Wetter
Bis jetzt hatte ich zumeist die Sonne im Rücken, nun scheint sich das Wetter aber wieder zu verschlechtern; doch bleibt’s zum guten Glück bei ein paar wenigen Regentropfen.
Auf meinem letzten Anstieg mache ich einen Halt in einer kleinen Bergnest-Ortschaft; sie heisst Plomin.

Plomin
Hier treffe ich auf ein grosses Rudel von deutschen E-Bike-Fahrern aus dem Allgäu, die an einer organisierten Bike-Tour von Arnold-Bike-Reisen teilnehmen und von einem Riesen-Bus mit Anhänger begleitet werden.

Teilnehmer einer organisierten Bike-Tour
Es gibt viel zu sehen von Plomin aus: Im Tal unten befindet sich ein Kohlekraftwerk, wenn ich das Bild richtig interpretiere.

Kohlekraftwerk bei Plomin
Und in die andere Richtung hat man einen schönen Blick auf einen Meeresarm, der fjordartig ins Landesinnere reicht.

Aussicht bei Plomine
Hier mache ich meine Mittagspause und geniesse meine Wurst- und Käsebrötchen.
Der folgende Abschnitt ist der schönste der ganzen Tour. Auf erhöhter Panoramastrasse geht’s nun auf der Ostseite der Istrischen Halbinsel auf der Küstenstrasse Richtung Norden. Immer wieder muss ich anhalten um das schöne Panorama zu fotografieren

Blick nach Osten auf die Insel Cres
In Fahrtrichtung Norden kann man schon bald die grosse Agglomeration von Rijeka erkennen.

Blick Richtung Norden
Als ich um halb fünf in Lovran ankomme, ist gerade viel los und junge Leute in Uniformen eilen über die Strasse. Die Rezeptionistin im Hotel Lovran erklärt mir, dass heute die «Marunada» stattfinde, das grosse Marronifest. So schlendere ich noch ein wenig im Zentrum dieses kleinen Städtchens herum, um die „chilbimässige“ Kirmess-Stimmung einzufangen.

Marunada in Lovran
Es ist mir aber ein bisschen zu laut, weshalb ich mich ans Meerufer begebe und auf einer schönen Strandpromenade zurück zum Hotel spaziere.

Abendstimmung am Strand von Lovran
Im Hotel darf ich ein spannendes Buffet-Essen geniessen und viele lokale Köstlichkeiten probieren – eine neue Erfahrung. Es sind ziemlich viele Gäste anwesend, was erstaunlich ist für diese Nebensaisonzeit.

Abendessen im Hotel Lovran
Nach dem Abendessen muss ich meine Nachhausefahrt neu organisieren. Ausgerechnet am Sonntag, meinem Rückfahrtag streiken die Mitarbeiter der italienischen Eisenbahngesellschaft FS. Eigentlich wollte ich morgen Samstag mit dem Velo nach Trieste fahren und am Tag darauf über Bologna und Mailand zurück nach Zürich reisen. – Aber das fällt nun ins Wasser, meine Züge fallen aus. Nun versuche ich von Rijeka (das nur 20km entfernt von Lovran ist) über Ljubljana und Graz heimzureisen. Ich hoffe, das klappt.
Damit enden meine Berichte über die Istrien-Tour, über die ich ein durchzogenes Fazit ziehe, da das Wetter nicht immer mitspielte und ich auch manchmal mit schlechten (oder fehlenden) Fahrradwegen hadern musste. Ich habe aber viele sehenswerte Städte besucht und – wie heute – auch traumhafte Panoramas geniessen können.
Zum Schluss möchte ich mich wie immer bedanken bei meinen Lesern für die Feedbacks, Likes und Aufmunterungen. Spätestens im nächsten Frühling werdet ihr wieder von mir hören.

Am Blogschreiben in der Hotel-Lobby
Fakten Day 5: Pula-Lovran
Gefahrene Strecke: 87 km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 13.4 Km/h
Bergauf: 960 m
Bergab: 950 m
Übernachtung im Hotel Lovran, Lovran

Nachtrag:
Am 6. Tag, dem Rückreisetag, radle ich zuerst bei schönstem Wetter nach Rijeka (ca. 20 km) und nehme dann dort den ersten Zug nach Ljubljana um 11:50 Uhr. Mein Fahrrad hat glücklicherweise auch Platz.

Hafen von Rijeka, Zielort meiner Istrien-Tour
Unterhaltsamer und authentischer Fahrradtouren Blog, lese ich immer wieder gerne!
Monika
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