Der zweite Tag meiner Burgenland-Tour beginnt grau und endet grau. Bei diesem Wetter wirken die Häuser der Strasse entlang bei Szentgotthard noch etwas trostloser als sie sonst schon sind.

Unterwegs in der Nähe von Szentgotthàrd
Mein Weg führt mich zuerst auf wenig befahrenen Nebenstrassen Richtung Osten. Unterwegs erblicke ich ein Denkmal, das an den zweiten Weltkrieg erinnert.

Panzerdenkmal
Nach ca. 30 Minunten Fahrzeit endet die asphaltierte Strasse und ich gelange auf einen ziemlich glitschigen Waldweg.

Fahrradroute durch den Wald
Zum Glück erreiche ich bald die Grenze zu Österreich, wo ich wieder bessere Strassen vorfinde.

Grüner Grenze
Die Gegend hier ist hügeliger als erwartet und ich habe immer wieder kleine Steigungen zu bewältigen. Auf meinem Weg entdecke ich strohbedeckte kleine Gebäude.

Historische Weinkeller bei Heiligenbrunn
Ich befinde mich nun offenbar im kleinen Weinbaugebiet des sogenannten Uhudler-Weines, der nur in dieser Region angebaut werden darf und aus Trauben von Direktträgersorten (nicht gepropft, resp. veredelt) gewonnen wird und einen eigenen Charakter hat. Das ist interessant.
Schon bald verlasse ich aber dieses interessante Weinbaugebiet wieder und fahre weiter gegen Nordosten. Dabei begegnet mir wie schon am Vortag ein Velotouren-Schilderbaum; ich befinde mich nun auf dem ökoEnergieland Radweg, dem Weinidylle-Radweg sowie auf der Paradiesroute Südburgenland.

Fahrradparadies Südburgenland
Die Landschaft ist hier dünn besiedelt, ich durchfahre nur wenige kleinere Dörfer wie z.B. Unterbildein:

Unterbildein
Nun befinde ich mich auf dem «Iron Curtain Trail», einer Strasse die der Grenze zwischen Österreich und Ungarn entlangführt. Man könnte hier sogar eine Grenzerfahrung machen auf dem Grenzerfahrungsweg.

Auf dem «Iron Curtain Trail»
Heutzutage ist vom «eisernen Vorhang», der einst den Osten vom Westen hermetisch abriegelte, kaum mehr etwas zu sehen.
Auf ungarischer Seite mache ich nach ca. 3 Stunden Fahrzeit meinen Mittagshalt. Der gedeckte Rastplatz kommt mir sehr gelegen, denn es beginnt ganz leicht zu regnen, kaum habe ich mich hingesetzt.

Mittagspause in Horvàlövö
Von nun an befindet sich meine Route bis ins Ziel auf ungarischem Gebiet. Zum guten Glück hat der Regen wieder aufgehört und ich muss mich deshalb nicht mit den Regenklamotten einkleiden (was ich hasse!).

In der Nähe von Köszeg
Gegen halb vier erreiche ich mein Ziel, die Stadt Köszeg.

Ankunft in Köszeg
Das hellbeige Haus in der Bildmitte ist mein Hotel, wie ich wenig später bemerke. Es handelt sich um ein Gebäude, das die Benediktiner einst nutzten, weshalb es nun Benedict Hotel heisst.
Bevor ich einchecke machen ich einen kleinen Rundgang um das Hotel und entdecke dabei eine Büste von Franz Liszt.

Bronzebüste von Franz Liszt (2013)
Er soll hier 1846 ein Konzert gegeben haben und danach zum Ehrenbürger der Stadt ernannt worden sein.
Das Hotel Benedict ist wunderbar renoviert worden und ich fühle mich in meinem Zimmer sehr wohl.

Mein Zimmer im Hotel Benedict
Nach einem kurzen Nickerchen machen ich noch einen kleinen Bummel durch die äusserst schöne und gepflegte Altstadt von Köszeg.

Altstadt von Köszeg
Nach dem Abendessen in einer Pizzeria in der Nähe des Hotels ziehe ich mich in mein Zimmer zurück und schreibe dort meinen täglichen Blog. Ich bin ziemlich müde und werde wohl bald zu Bett gehen.
Fakten Etappe 2: Szentgotthàrd – Köszeg
Gefahrene Strecke: 72 km
reine Fahrzeit: 4 Std. 33
Durchschnittsgeschwindigkeit: 15.9 km/h
Bergauf: 500 m
Bergab: 450 m
Übernachtung im Hotel Benedict, Köszeg
