Day 1: Graz – Szentgotthàrd (Burgenland-Tour)

Nach etwas mühseliger Zugsfahrt nach Graz am Tage zuvor beginnt dort heute bei strahlendem Sonnenschein meine diesjährige Herbsttour. Ich nenne sie Burgenland-Tour, weil sie mich durch das Burgenland zuerst nach Bratislava und schliesslich nach Wien führen soll.

Da Graz schon mal Zielort einer Sommertour war, verzichte ich darauf, durch die Altstadt zu fahren und biege deshalb gleich nach der Fahrt über die Mur-Brücke nach rechts in den Murradweg ein.

Graz in der Morgensonne

Es ist sehr kühl an diesem goldenen Herbsttag, meine Wetterapp zeigte mir morgens 7° an, weshalb ich mich warm angezogen habe – die Sonne wärmt aber so stark, dass ich bald meine Winterhandschuhe wieder ausziehe und eine dünnere Jacke anziehen kann.

Auf dem Murradweg

Bald verlasse ich den Murradweg und meine Reise führt mich in die Hügel.

Mein erstes und auch schon letztes Abenteuer heute ereilt mich, als ich plötzlich vor gesperrter Strasse stehe und ein Graben die Weiterreise verhindert.

Kein Durchkommen

Netterweise fährt der Baggerfahrer etwas zur Seite, so dass ich mein Fahrrad über den Erd- und Schutthaufen hieven kann.

Es sind kleine Pässe, die ich in der Folge überwinden muss; der schöne Ausblick aber belohnt mich für die kleinen Strapazen.

Schöner Ausblick

Am höchsten Punkt der heutigen Etappe (und wohl meiner gesamten Tour) habe ich eine wunderbare Aussicht.

Höchster Punkt meiner Etappe (500 Meter ü. Meer)

Von nun an geht’s meist leicht abwärts, was sehr angenehm ist. Ich fahre heute meistens auf kleinen Nebenstrassen, auf denen kaum Verkehr herrscht. Tourenfahrern begegne ich keinen am heutigen Tag.

Mehlteuer

Auf dem Weg begegnen mir manchmal lustige Ortsnamen wie z.B. Mehlteuer. Es ist eine sehr ländliche Gegend, die ich am heutigen Tag durchfahre, geprägt von vielen Maisfeldern, die meist noch nicht abgeerntet sind.

An einer Stelle, entdecke ich mehrere Tafeln (11!) mit verschiedenen Maissorten-Namen. Wird hier mit genmanipuliertem Mais herumexperimentiert, frage ich mich. Ich weiss es nicht, aber wenn Maissorten «Astronauto» heissen, macht man sich schon solche Gedanken.

Maissorten-Versuch

Ich muss heute lange warten, bis ich einen Kaffeehalt machen kann. Nach 13 Uhr gelange ich endlich in eine kleinere Stadt, wo ich mich draussen in ein Café setzen kann. Ich bestelle einen «Verlängerten» und ein Brioche und  amüsiere mich wieder einmal, dass in Österreich ein «normaler» Kaffee «Verlängerter» heisst.

Kaffeehalt in Feldbach

Da ich bald wieder Hunger habe, mache ich etwa eine Stunde später meinen Mittagshalt auf dem schön gestalteten Hauptplatz von Fehring und esse dort mein Schinken-Käse-Brötchen.

Mittagshalt in Fehring

Ich frage mich auf der Weiterfahrt, ob ich nun denn schon im Burgenland bin und erhalte bald die Antwort.

Einfahrt ins Burgenland

Ca. 15 Kilometer vor dem Ziel erreiche ich das Burgenland und werde hier herzlich willkommen geheissen –  Burgen erblicke ich aber vorerst noch keine.

Es ist nun so warm geworden, dass ich ohne Jacke unterwegs bin. Es sind perfekte Verhältnisse heute zum Fahrradfahren. So gefällt’s!

Auf einem Fahrradschilder-Baum, den ich unterwegs entdecke, lese ich, dass ich auf einer «multiplen» Fahrradroute unterwegs bin, nämlich auf dem Burgenland Jubiläumsradweg R1, dem Dreiländer Radweg, der Waters of Central Euope Route und der Paradiesroute Südburgenland. Interessant!

Multiple Fahrradroute

Bald darauf erreiche ich die Grenze zu Ungarn.

Grenze Österreich – Ungarn

Es ist nun nicht mehr weit zu meinem Hotel, das in Szentgotthàrd liegt. Diese Stadt liegt im äussersten Westen Ungarns an der Raab und ist das Zentrum der slowenischen Minderheit in Ungarn. Der Name leitet sich vom Heiligen Gotthard ab, klärt mich die KI von Google später auf.

Das im Voraus gebuchte Hotel befindet sich an einer Hauptstrasse, ist also alles andere als idyllisch gelegen. Das stört mich aber nicht gross, denn es beherbergt auch ein schönes Restaurant, wo ich mich verköstige und nachher noch meinen Blogeintrag schreibe.

Nachtessen im Hotel Restaurant Andante in Szentgotthàrd

So geht ein schöner Tag zu Ende. Die Tour hätte nicht besser beginnen können!

Fakten Etappe 1: Graz – Szentgotthàrd
Gefahrene Strecke: 86 km
reine Fahrzeit: 5 Std. 24
Durchschnittsgeschwindigkeit: 15.9 km/h
Bergauf: 460 m
Bergab: 600 m
Übernachtung im Hotel Restaurant Andante in Szentgotthàrd

Screenshot


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