Day 4: Reggio – Bologna

Das heutige Frühstück darf ich im Hotel Posta einnehmen, das ist ein eindrücklicher Palazzo aus dem 16. Jahrhundert.

Hotel Posta, Reggio nell’Emilia

Ich nehme es gemütlich an diesem Morgen, denn die heutige letzte Etappe ist nur ca. 80 km lang, fast schon «Peanuts» für mich. Das Wetter ist wieder prächtig und auch meine Fahrradroute ist schön.

Unterwegs zwischen Reggio und Modena

Nach ca. 2 Stunden Fahrzeit erreiche ich Modena. Hier mache ich einen kleinen Halt und setze mich in ein Café im Schatten des Doms. Für einmal erlaube ich mir zum Kaffee etwas Süsses (ich bin ja sonst sehr diszipliniert diesbezüglich!). Das berlinerartige Gebäck mundet vorzüglich. Es heisst Bombolone und erinnert mich an meine Jugend, als ich mit meinen Eltern die Herbstferien an der Riviera bei Alassio verbrachte und ein Einheimischer jeweils den Strand ablief und von seiner Frau gebackene Bombolone verkaufte und sein Kommen mit lautem Rufen ankündigte.

Kaffeehalt in Modena

Der Dom soll eines der bedeutendsten romanischen Bauwerke sein, lese ich – so lasse ich es mir nicht nehmen, nach dem Kaffee einen günstigen Ort zu suchen, um diesen Bau möglichst optimal fotografisch festzuhalten.

Dom von Modena

Es hätte bestimmt noch weitere Dinge zu entdecken gegeben in Modena, aber ich setze meine Fahrt nach ca. 45 Min. wieder fort. Ich habe eine schöne Route geplant heute und es freut mich, dass es sich gelohnt hat, sie nach den Erlebnissen vom Vortrag etwas umzuplanen. Aber als mich Komoot plötzlich zum Umkehren (d.h. Spitzkehre machen) auffordert, stutze ich, denn ich kann beim besten Willen keinen Weg entdecken im hohen Gras.

Fahrradroute ins Dickicht (?)

Vielleicht gab’s hier mal einen Weg, aber er ist nun völlig überwuchert. Also fahre ich weiter und suche einen Ersatzweg, den ich zum guten Glück finde und der mich wieder auf die geplante Route führt. Doch schon bald erwartet mich das nächste kleine Abenteuer. An einer Stelle ist der Weg komplett überschwemmt und ich sehe keine Möglichkeit die Pfützen zu umgehen.

Überschwemmter Fahrradweg

ich muss da durch und versuche es fahrenderweise, verliere aber, als ich es fast schon geschafft habe, das Gleichgewicht und zieh wortwörtlich einen Schuh voll heraus. So ein Pech!

Wenig später führt mich mein Weg an einen Park.

Parco Villa Sorra

Ich soll hier links abbiegen, aber ich sehe nur eine Wiese. Heute hat Komoot irgendwie einen schlechten Tag, denke ich. Da ich aber mit ein bisschen Fantasie einen Single-Trail erkennen kann, fahre ich da durch und gelange zum Glück nach 250 Metern wieder auf einer Teerstrasse.

Single-Trail durch die Wiese

Die kleinen Abenteuer wollen heute einfach nicht aufhören, denn plötztlich stehe ich vor einer Barrikade.

Gesperrte Strasse

Ich bin ein wenig irritiert, aber mangels Alternativen fahr ich bei der kleinen Lücke auf der rechten Seite durch und lande später auf einem sehr schönen Abschnitt, wo ich ganz alleine bin.

Fahrradroute in der Nähe von Bologna

Generell begegnen mir auf dieser Tour fast keine Tourenfahrer – die Velofahrer, dir mir begegnen, sind meist pensionierte ältere Herren, die auf dem Rennrad unterwegs sind – und einige rufen mir «Ciao» oder «Salve» zu.

Schon wieder gerate ich an eine Strassensperre, das wird langsam inflationär.

Gesperrte Strasse

Zum guten Glück kann ich mich auch hier wieder durchzwängen mit meinem Fahrrad. Wieso die Strasse gesperrt ist, finde ich nicht heraus.

Nach diesen kleinen Abenteuern kündigt sich bald Bologna an. Ich fahre nun längere Zeit auf einer Einfallstrasse, die von unendlichen Baustellen geprägt ist. Das ist etwas mühsam, da sich das kilometerweise hinzieht und ich deshalb meist auf der engen Strasse fahre, weil da, wo der Fahrradstreifen gewesen wäre, gebuddelt wird.

Baustellen ohne Ende

Endlich erreiche ich das Zentrum der Stadt, das imposante Stadttor lässt mich das vermuten.

Stadttor von Bologna

Ein wenig später – ich bin schon nahe der Innenstadt – herrscht ein ziemliches Verkehrschaos, Busse stauen sich und Unmengen von Touristen strömen über die Zebrastreifen.

Viel los in Bologna

Nun ist es nicht mehr weit zu meinem Hotel, das am Rande der Altstadt liegt und das ich gegen 16 Uhr erreiche. Somit ist das Ziel meiner diesjährigen Frühlingstour erreicht. Ich bin froh, dass ich pannen- und beschwerdefrei diese Tour zu Ende gebracht habe; das ist nicht selbstverständlich. Auch das Wetter war perfekt und Rückenwind hatte ich auch oft.

Natürlich erkunde ich nach dem Einchecken und dem Frischmachen die Stadt Bologna. Ich war noch nie hier; deshalb bin ich überrascht von der ganzen Pracht, die ich auf meinem Rundgang entdecke.

Bologna

Bologna ist eine ausserordentlich schöne Stadt mit unzähligen Palazzi, Kirchen, Türmen, schönen Häusern und langen Bogengängen (ähnlich wie die Lauben in Bern, nur viel höher und länger). Kein Wunder sind so viele Touristen hier.

Bologna

Mit diesen Eindrücken schliesse ich den Blog meiner spannenden Frühlingsradtour durch interessante Städte in der Po-Ebene und möchte mich gleichzeitig bedanken für die Rückmeldungen und Likes. Sogar ein selbstverfasstes Gedicht über meine «Heldentaten» wurde mir gewidmet!

Fakten Etappe 4: Reggio nell’Emilia – Bologna
Gefahrene km: 80
Durchschnittsgeschwindigkeit: 15.9 km/h
Bergauf: 140 m
Bergab: 140 m
Übernachtung im Hotel Regina, Bologna

Screenshot

Ein Kommentar zu „Day 4: Reggio – Bologna

  1. Lieber Benni, ich bedaure sehr, dass ich deine immer sehr interessanten blogs nicht mehr mit Hertha teilen kann. Sie hat sich immer intensiv mit den Reiseberichten befasst und sich darüber gefreut. Der Bericht über die Tour nach Bologna war für mich sehr aufschlussreich. Ich war beruflich viel in Norditalien unterwegs. Aber immer nur im Autobahntempo. Keine Zeit sich mit den Schönheiten der verschiedenen Orte zu befassen. Das gilt allgemein für deine interessanten Berichte. Vielen Dank Werner

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