Der heutige Tag startet gemütlich. Da ich weiss, dass es wieder sehr kalt sein wird am heutigen Tag, möchte ich nicht allzu früh losfahren. Nach reichlichem Frühstück fahre ich warm eingepackt ca. um 09.00 los.

Der Weg führt mich zu Beginn meist dem Main entlang oder dem Main-Kanal, auch die Sonne scheint wieder, obwohl es heute morgen bewölkt ist.
Ich schlage ein gemächliches Tempo an, die Beine schmerzen noch ein wenig vom Vortag und schwitzen möchte ich auch nicht; das passiert nämlich schnell, wenn man warm eingepackt ist.

In der Folge fahre ich an einer schönen Wallfahrtskirche vorbei; die muss doch fotografiert sein.

Wieder pflücke ich einen Apfel von einem Apfelbaum, der am Strassenrand steht. Immer wieder gibt es diese „wilden“ Apfelbäume mit reifen Früchten, um die sich niemand kümmert.
Der Main ist nun schon viel stattlicher als bei der ersten Etappe und ein richtiger Fluss geworden, der allerdings oft gestaut ist und mit wenig Zug träge dahinfliesst.

Nach knapp 40 km erreiche ich den grösseren Ort Hassfurt. Gerade zur rechten Zeit für meine Kaffee- und Kuchenpause. Diesmal trinke ich aber eine heisse Schokolade, die ich zusammen mit einem Apfel-Rahm-Kuchen geniesse. Da es schon 12 Uhr ist, ist das gleichzeitig auch mein Mittagessen.

Frisch gestärkt breche ich bald wieder auf. Der Himmel ist in der Zwischenzeit ziemlich grau geworden. Aber trotz Grau-in-Grau ist es doch noch ganz schön:

Die Fahrradwege sind in einem Top-Zustand; so komme ich mit wenig Anstrengung gut vorwärts und bin schon bald in Schweinfurt. Dort entdecke ich einen Schwimmer, der sich mutig in den Main wirft.

Das wäre nichts für mich!
Die Stadt Schweinfurt, lasse ich zu meiner rechten liegen, ich habe irgendwie keine Lust bei diesem grauen Wetter ein Stadt zu besichtigen. So fahre ich weiter und mach aber noch eine Foto:

Kurze Zeit später passiere ich eine Schautafel, wo unter anderem der ganze Main-Radweg gross abgebildet ist. Sowas hätte ich gerne vorher im Netz gefunden, das hätte mir die Planung erleichtert.

Wie man auf dieser Karte sieht, muss man bei Wipfeld mit einer Fähre den Main überqueren. Als ich bei dieser Stelle eintreffe, bin ich der einzige, der auf die andere Seite möchte. Der Fährmann tuckert aber sogleich von der anderen Seite zu mir herüber, um mich abzuholen – welch ein Service, und dies für 1 Euro!

In der Zwischenzeit hatte es leicht zu regnen begonnen. Glücklicherweise hält sich das Nass aber in Grenzen und ich muss nicht meine ganze Regenausrüstung überziehen, nur Helmschutz und Regenjacke ziehe ich an. Bei schönem Wetter wäre das wohl wunderschön hier, denn der Main macht hier eine grosse Schlaufe und auf der linken Seite sind grosse Weinberge zu sehen. Die Ernte ist wohl schon vorbei denke ich, aber da entdecke ich kurz vor meinem Etappenziel Leute, die an der Weinlese sind. Bei diesem nasskalten Wetter wohl nicht so eine schöne Arbeit!

Das Ganze erinnert mich an meine Jugendzeit, in der ich oft als Erntehälfter beim „Wümme“ bei Bekannten in Wilchingen, Hallau und auch Bibern ein kleines Taschengeld verdiente.
Nach rund 90km Fahrt erreiche ich um 16.30 Uhr mein Etappenziel Volkach, welches ein herziges Kleinstädtchen ist. Mitten in der Altstadt liegt mein heutiges Hotel, der Gasthof Leipold.

Ich bin froh, dass ich schon um 17.30 Uhr im Gasthaus das Nachtessen einnehmen darf, denn ab 19.00 Uhr wäre es ausgebucht gewesen. Ich bestelle ein Leipoldschnitzel.

Das Teil schmeckt gut (wieder einmal Schweinefleisch) ist aber so riesig – zwei Schnitzel übereinander- , dass ich nicht alles aufesse. Das seien eben fränkische Portionen meint die Kellnerin, als sie abräumt. Aha, jetzt weiss ich, weshalb es hier so viele dicke Leute gibt.
Nach dem Essen möchte ich noch einen Abendspaziergang durch das schöne Volkach machen, aber da es so kalt ist und ich zu schlottern beginne wie ein Sch(l)osshund (Bolonka?), verziehe ich mich schnell in mein Hotelzimmer – ich sollte ja noch meinen Blog schreiben.
Fakten Etappe 2: Bamberg-Volkach
gefahrene Strecke: 91.3 km
Fahrzeit: 6 Std. 21
Durchschnittsgeschwindigkeit: 14.4 km/h
bergauf: 1080m (so sagt es jedenfalls meine App, ist aber wohl ein bisschen zu hoch gegriffen)
bergab: 1130m
