Heute nehme ich es etwas gemütlicher: Tagwache um 05.45, Frühstück um 06.30 und Abfahrt um 07.30 Uhr. Die heutige Etappe ist nicht so lang und so muss ich nicht hetzen. Bei strahlend blauem Himmel fahre ich los, passiere schon bald das Kaiser-Wilhelm-Denkmal:

und überquere wieder einmal die Weser. Komoot möchte darauf eine Abkürzung nehmen – ich schimpfe ein wenig, denn es geht kräftig bergauf. Ob das wohl schneller ist? Als ich oben bin, hellt sich meine Laune wieder auf; einer Hügelkuppe entlang geht es nun sanft abwärts – wieder in Richtung Weser

Schon nach kurzer Zeit überquere ich die Weser von neuem – es sollte nicht das letzte Mal sein heute.

Denn schon bald folgt die nächste Überquerung, diesmal mit einer kleinen Fähre:

Es ist ein wunderbarer Tag heute, der Wind kommt wieder von Nordost und schiebt mich sanft gegen Süden. So komme ich wieder einmal mühelos vorwärts – Freude herrscht!
Nach ca. 45 km komme ich in ein sagenumwobenes, reizendes Städtchen, dessen Namen ich noch nicht verrate, denn dieser ist Gegenstand des heutigen Rätsels.

Die Berühmtheit dieses unglaublich schönen Städtchens beruht auf einer alten Sage, die sich hier abspielte.
Goethe hat diese Sage in ein Gedicht verpackt, welches folgendermassen beginnt:
Ich bin der wohlbekannte Sänger,
Der vielgereiste ……………………….
Den diese altberühmte Stadt
Gewiss besonders nötig hat;
…
Wie heisst diese Sage? Lösung am Schluss dieses Blogs!
Ich lasse die Schönheit dieses Städtchen auf mich wirken, kehre ein bei einem Italiener (der mich sofort als Schweizer erkennt!), esse einen Kuchen, den seine Frau gebacken hat, und breche nach einer guten halben Stunde wieder auf.
Es ist unglaublich schön hier, diese Etappe ist das absolute Highlight!

Es sind nun auch auffallend viele Velofahrer unterwegs, meist Pensionierte – allein, zu zweit oder im Rudel. Dieser Abschnitt entlang der Weser ist offenbar sehr beliebt – kein Wunder!
Ein Atommeiler mitten in dieser schönen Landschaft trübt meine Stimmung ein wenig; zum Glück wird er aber wohl bald abgeschaltet!

Als der Hunger kommt, mache ich Halt auf einem liebevoll gestalteten Rastplatz, trinke eine Apfelschorle, esse eine Bratwurst und freue mich über den schönen Tag.

Nach der Rast möchte Komoot mal wieder ein Abkürzung nehmen und eine grosse Flussschlaufe abschneiden. Für einmal ignoriere ich die Stimme, die mich auffordert links abbzubiegen – ich fahre lieber der Weser entlang!

Schon bald erreiche ich Holzminden, das Ziel meiner Reise. Nach einer erfrischenden Dusche, einem Waschgang (schon wieder!) und einem kleinen Nickerchen mache ich einen Gang durch das aparte Städtchen. Auf dem Marktplatz setze ich mich vor dem Eiscafé Luna unter schattenspendende Platanen und geniesse etwas Gesundes: Erdbeeren natürlich – was denn sonst!

Und hier noch die Lösung des heutigen Rätsels: die gesuchte Sage heisst:
„Der Rattenfänger von Hameln“
(interessante Sage; wer sie nicht kennt, möge sie googeln – und die Bildungslücke schliessen!)
Fakten: gefahrene Strecke 105 km, Fahrzeit 6 Std. 6 Min., Übernachtung im Hotel Buntrock, Holzminden

Sali Beni
Ich verfolge deinen Blog mit Interesse und viel Freude. Danke dass du uns auf diese Reise mitnimmst. Es erinnert mich vieles an unsere Reise im Frühling – auch wenn wir wesentlich komfortabler unterwegs waren.
Herzliche Grüsse
Bea
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