Der Tag beginnt im Nebel. Zu Beginn der heutigen Etappe fahre ich meist der Donau entlang. Dies hat auch im Nebel seinen Reiz.

Manchmal ist der Nebel so dicht, dass man kaum das andere Ufer erblickt.

Nach etwa 20 km erreiche ich Passau, die Stadt, bei der Donau, Inn und Isar zusammenmünden und es deshalb manchmal auch Überschwemmungen gibt. Dieses Jahr ist das aber kein Problem, es hat ja so wenig geregnet. Ich fahre ein wenig durch die Altstadt und staune, dass schon englischsprachige Touristengruppen unterwegs sind, deren Teilnehmer mehr oder weniger interessiert den Ausführungen der Guides lauschen. Ich schiesse einige Fotos und verlasse die Stadt wieder, indem ich den Inn überquere.

Ich folge nun der Donau, die nun merklich breiter geworden ist. Da ich hungrig bin, halte ich bei einem Gasthaus an der Strasse, es heisst Gasthaus Klaffenböck, ein lustiger Name.
Als ich wieder aus dem Gasthaus trete, lacht die Sonne am Himmel, der Nebel ist verschwunden und das Herbstlicht verbreitet wieder eine warme Stimmung.

Wenig später möchte mich Komoot auf die andere Seite der Donau lotsen – aha, da kommt ja schon die Fähre, die mich hinüberbringen soll.

Die Fahrt mit dieser Fähre ist eine willkommene Abwechslung.

Ich fahre nun auf der linken Seite der Donau, hier ist sonnig und inzwischen sehr warm geworden. Bei einem Gasthaus mache ich einen weiteren Halt, ich hatte ja noch keinen Kaffee seit dem Frühstück. Es ist sehr schön hier auf dieser Terrasse mit Donaublick.

Der Abschnitt, der nun folgt, ist bisher der schönste meiner Tour. Die Schleife, die die Donau hier macht, heisst Schlögener Schlinge. Die Donau schlängelt sich hier durch eine bewaldete Hügellandschaft.

Plötzlich ist der Fahrradweg zu Ende. Aha, ich muss wieder eine Fähre nehmen, um ans andere Ufer zu wechseln. Die Frau, die mich ans andere Ufer fährt, ist ziemlich wortkarg, es lohnt sich wohl nicht, nur mit einem Fahrgast für 2 Euro 50 hin- und zurückzufahren.

Als ich weiterfahre, reklamiert Komoot immer wieder, dass ich mich nun eigentlich auf der falschen Seite der Donau befinde. Da sehe ich die Anlegestelle einer Fähre und welch ein Glück, sie fährt soeben ein. Der Fährmann fragt mich, wohin ich denn wolle – mein Fahrrad steht dabei schon auf der Fähre.

Als er erfährt, dass ich bis Aschach fahre, rät er mir, auf der rechten Donauseite zu bleiben, denn die Fähre, die mich auf das linke Ufer zurückbringen sollte, würde nicht mehr fahren. Also bleibe ich auf der rechten Seite und mache immer wieder Fotos, so schön ist es hier.

Bald schon erreiche ich Aschach, das Ziel meiner heutigen Etappe. Auf einer schönen Uferpromenade fahre ich bis zu meinem Hotel, dem Hotel Sonne.

Ich bekomme ein Zimmer mit Donaublick; ich bin bis jetzt der einzige Gast, die Radfahrer-Saison ist wohl schon vorbei.

Fakten
Gefahrene Strecke: 92.6 km
Fahrzeit: 6 Std.
Bergauf: 610 m / bergab: 650 m
Übernachtung im Gasthof zur Sonne, Aschach
