Day 2: Kolding – Aarhus (Dänemark-Tour)

Nach nicht so gutem Schlaf, geniesse ich ein ziemlich exquisites Frühstück – vor allem der Roquefortkäse (Blauschimmelkäse) findet mein Gefallen. Wenig später – ich wollte gerade das Zimmer verlassen – erreicht mich eine Mitteilung des Hotels, in dem ich heute übernachten werde. Mir wird vorgeschlagen, schon jetzt digital einzuchecken. Keine schlechte Idee, denke ich und klicke mich durch unzählige Formulare. Zuguterletzt muss ich noch eine App runterladen, mit der ich dann die Zimmertür öffnen kann. Mit dem ganzen Prozedere verplempere ich aber mindestens 20 Minuten, so dass ich erst gegen halb neun losfahre in Kolding.

Nach einer heftigen Steigung – Dänemark ist gar nicht so flach wie ich dachte – bin ich schon bald wieder im Grünen.

Landschaft bei Kolding

Eigentlich habe ich mich ganz gut erholt von der langen Etappe des Vortages, aber mein rechtes Knie beginnt schon bald wieder zu schmerzen und so komme ich nicht so schnell vorwärts wie ich möchte. Die Landschaft mit den gelben Kornfeldern, der blaue Himmel und die angenehme Temperatur lässt mich den Schmerz aber ein bisschen vergessen. Die ersten 30 km fahre ich auf kaum befahrenen Nebenstrassen durch Korn- und Rapsfelder.

Nach knapp 2 Stunden Fahrzeit erreiche ich Veijle, ein kleineres Städtchen mit Meeranstoss.

Altstadt von Veijle

Auf der Suche nach einem Café werde ich schnell fündig, in einem windgeschützten Innenhof geniesse ich die wohlverdiente Pause an der Sonne.

Kaffeehalt in Veijle

In der Folge fahre ich meist auf Velowegen entlang von Hauptstrassen. Immerhin komme ich nun besser vorwärts, auch meine Knieschmerzen sind zurückgegangen – zum Glück.

Fahrradroute der Hauptstrasse entlang

Nach weiteren 2 Stunden erreiche ich die nächste Stadt mir Meeranstoss, Horsen. Der schöne Strand lädt mich hier zur Mittagspause ein.

Strand in Horsen

Als Verpflegung esse ich das beim Hotelfrühstück stibitzte hartgekochte Ei und den letzten Rest des Dinkel-Roggen-Brotes von Sylt (mit Ukraine-Benefiz-Zuschlag).

Auf der Weiterfahrt folgen wieder landschaftlich schöne Abschnitte, bis es zum Schluss vor allem Hauptstrassen entlanggeht.

Landschaft zwischen Horsen und Aarhus

Nach einem zermürbenden Auf und Ab erreiche ich um 17 Uhr endlich Aarhus, mein heutiges Etappenziel.

Blick auf Hafenanlagen von Aarhus

Um 17.15 Uhr checke ich im Hotel ein und da ich wissen muss, wo ich mein Fahrrad hinstellen kann, muss ich mich trotz dem Online-Check-In bei der Rezeption melden.

Mein Zimmer ist im 7. Stock und der online gebuchte Balkon stellt sich als Flop heraus. Er ist so schmal, dass nicht mal ein Stuhl Platz hat darauf. Immerhin habe ich einen interessanten Ausblick.

Blick vom Hotelzimmer aus (Hotel Atlantis, Aarhus)

Nach der Dusche mache ich mich in die nahegelegene Altstadt auf, wo ich schnell in einem Gartenrestaurant lande. Ich habe mal wieder Glück und finde ein schönes Plätzchen. Das bestellte Ribeye-Steak mundet ausgezeichnet und die Bedienung ist sehr nett. Zum guten Glück können alle hier englisch, denn dänisch verstehe ich kein Wort.

ohne Kommentar!

Nachher sehe ich mich noch ein wenig in der sehenswerten Stadt um. Es herrscht eine friedliche und belebte Stimmung.

Hauptkirche von Aarhus

Auf dieser Foto bin ich übrigens auch verewigt. Wer entdeckt mich?

Vor dieser Kirche geniesse ich die letzten Sonnenstrahlen und schreibe an meinem Blog. Dabei werde ich von einem holländischen, nicht mehr ganz jungen Tanzanimateur unterhalten, der Passanten mit Erfolg zum Tanzen animiert.

Abendliche Tanzeinlage

Ganz beschwingt von den heissen Rhythmen kehre ich in mein Hotel zurück und mache dort den Blog-Finish. Ein schöner Tag geht langsam zu Ende.

Abendstimmung über Aarhus

Fakten Etappe 2: Kolding – Aarhus
Gefahrene Kilometer: 105 km
Durchschnittsgeschwindigkeit: ca 15,5 Km/h
Übernachtung im Hotel Atlantic, Aarhus

Day 1: Klanxbüll – Kolding (Dänemarktour)

Endlich bin ich wieder auf Tour. Die diesjährige Sommertour startet dieses Jahr in Klanxbüll, ganz im  Norden von Schleswig-Holstein. Nach ein paar erholsamen Faulenzertagen auf Sylt (immer wieder wunderbar) setze ich mich an diesem Tag in Westerland in den Zug; diesmal aber ganz vorne – ich möchte nicht wieder stehengelassen werden wie vor zwei Jahren.

Auf dem Hindenburgdamm, der die Insel mit dem Festland verbindet, knipse ich schon mein erstes Bild dieser Tour.

Hindeburgdamm (Verbindung Festland zu Sylt)

Um mich zu beschäftigen zähle ich die Windräder, die ich vom Zug aus erblicke – es sind über 100, aber die wenigsten drehen sich; der Wind bläst wohl zu schwach.

Nach ca. 20 Minuten erreiche ich Klanxbüll, wo ich aussteige. Es ist ziemlich grau und ich spüre erste Regentropfen. Trotzdem fahre ich bald los.

Bahnhof Klanxbüll

Wenig später beginnt es auch schon leicht zu regnen. Das müsste jetzt nicht sein, Kachelmann hatte doch einen regenfreien Tag vorausgesagt! Ein bisschen verärgert ziehe ich Regenjacke und Regenhose über.

Zum guten Glück hört der Regen aber bald wieder auf; trotzdem behalte ich die Regenkleider aber noch ein wenig an, da es ziemlich frisch ist an diesem Morgen und ich so ein wenig wärmer habe.

Nach ca. 15 km erreiche ich die dänische Grenze. Wenn mich nicht ein Schild darauf aufmerksam machen würde, hätte ich es kaum bemerkt.

an der dänischen Grenze

In der Folge geht es ziemlich unspektakulär, aber landschaftlich durchaus reizvoll, Richtung Nordosten. Ich bin froh, dass ich ein wenig Windunterstützung habe, so dass ich auf den ebenen Nebenstrassen gut vorankomme. Es hat kaum Verkehr und ich bin ziemlich alleine unterwegs an diesem Morgen.

typische Landschaft

Es hat bisher kaum Ortschaften auf meinem Weg – und das heisst leider auch keine Cafés. Als ich durch einen kleinen Ort komme, gefällt mir die Kirche in ihrem typischen Weiss und das Kirchgemeindehaus im Vordergrund (so vermute ich).

typische Kirche und Haus mit Schilfdach

Nach knapp 2 Stunden Fahrt mache ich meine erste Pause bei einer wunderschönen Blumenwiese, die wohl extra angelegt wurde auf einem 2 Meter breiten Streifen neben einem Kornfeld.

wunderschöne Blumenwiese

Nach der Stärkung mit Banane, Dörrfrüchten und Karotte, geht es aber bald wieder weiter, denn die heutige Etappe ist ziemlich weit.

Nach weiteren zwei Stunden Fahrt erblicke ich einen kleinen Rastplatz. Der kommt gerade richtig für meinen Mittagshalt.

Mittagshalt nach 60 km

Auf meiner Weiterfahrt profitiere ich von besserem Wetter – es scheint nun meist die Sonne, und so macht das Velofahren mehr Spass.

Landschaft in der Nàhe von Haderslev

Nach ca. 70km beginnen die Beine aber ziemlich zu schmerzen, dazu kommen noch Kopfschmerzen – das müsste nicht sein, aber natürlich quäle ich mich weiter, einfach langsamer als am Morgen. Das Gelände ist nun ein wenig coupierter, es geht auch mal ein bisschen bergauf. In einer solchen Steigung überholt mich eine Tourenfahrerin – das schmerzt fast noch mehr als meine Beine. O.k., sie ist ein bisschen jünger als ich.

Etwa 15km vor dem Ziel durchfahre ich eine ansehnliche Ortschaft; es hätte hier sogar ein Café, aber ich ziehe es vor weiterzufahren, denn Kolding mein Etappenziel ist nicht mehr weit.

Christiansfeld

Wenig später passiere ich einen merkwürdigen Gedenkstein wo ein gewisser Herr Kong (King Kong?) für irgend etwas geehrt wird. (Kong ist der König, wie ich später an der Reception des Hotels in Erfahrung bringe).

Gedenkstein

Um ca. 17 Uhr erreiche ich nach 118km Kolding. Ich bin ziemlich k.o., denn am Schluss hatte ich zu all meinen Schmerzen noch mit Gegenwind zu kämpfen.

Nach der wohltuenden Dusche und fast Ganzkörper-Einbalsamierung mit der Kneipp Wärmecrème mit Arnika (Hinweis: mein Bericht enthält Produkteplazierungen), suche ich ein Restaurant. Ich werde schnell fündig; geich vis-à-vis gibt’s ein italienisches Restaurant, wo ich draussen noch Platz finde. Was für ein Glück!

Pasta Bolognese im Ristorante Segafreddo, Kolding

Man bezahlt hier mit Dänischen Kronen (Umrechnung DKK geteilt durch 13, dann habe ich den Preis in CHF). Ich merke erfreut, dass das Essen gar nicht so teuer war (ca. CHF 24 mit Getränken) und Salat).

Nachher sehe ich mich noch ein wenig um und finde einen kleinen See, an dessen Ufer ich mich auf einer Bank niederlasse und meinen Blog schreibe.

Abendstimmung in Kolding

So endet ein anstrengender Tag ganz gemütlich und beschaulich.

Fakten Etappe 1: Klanxbüll – Kolding
gefahrene Strecke: 118 km
Durchschnittsgeeschwindigkeit: ca. 16.5 km/h
Übernachtung im Hotel Kolding, Kolding

Day 6: Profondéville – Maastricht (Maas-Tour)

Das kleine Hotel, in dem ich übernachtete, begeistert mich. Es ist so stilvoll und mit Geschmack eingerichtet, dass ich den Besitzer morgens darauf anspreche und ihn dafür lobe. Er freut sich natürlich über die Komplimente. Auch das Frühstück ist exquisit. So breche ich wohlgenährt um halb neun auf meine letzte Etappe auf. Der Himmel ist tiefblau und ich bin gespannt darauf, was der heutige Tag für Überraschungen bereithält.

An der Meuse bei Profondéville

Bald schon erreiche ich die grössere Stadt Namur, die von einer Festungsanlage überragt wird.

Namur

Die Altstadt von Namur liegt auf der anderen Flussseite. Da die heutige Etappe ziemlich lang ist, verzichte ich darauf diese zu erkunden und fahre weiter.

Je weiter ich fahre, desto industrieller wird die Gegend an der Meuse. Auf der anderen Flussseite erblicke ich eine Schiffwässerungsanlage; es sieht aber eher danach aus, als das zu sehende Schiff demnächst verschrottet wird.

Wässerungsstelle für Flussschiffe

Die erste Pause mache ich wie am Vortrag wieder nach ca. 2 Stunden Fahrzeit. Leider ist heute kein Café in Sicht.

erste Pause zwischen Namur u. Huy

Die erste grössere Stadt nach Namur heisst Huy. Auch in dieser Stadt gibt es ein Fort.

Blick auf Huy

In dieser Stadt werde ich Zeuge eines Verkehrsunfalls. In einem Kreisel schneidet ein Lastwagen einem Auto den Weg ab und es kommt zu einem seitlichen Crash, bei dem der Kotflügel des Autos abgerissen wird. Der Lastwagenfahrer steigt aus, fotografiert die Szene und versucht, den Kotflügel wieder am Auto zu befestigen…

Ich fahre weiter und komme bald schon zu einem AKW, um das ich herumfahren muss. Es herrscht Fotografieverbot, aber als ich die Verbotsschilder sehe, habe ich es schon fotografiert.

AKW bei Huy

In der Folge kommt ein Abschnitt mit viel Industrie. Es ist vor allem „grobmechanische“ Industrie: Metall wird zerschreddert, Kies und Sand herumgebaggert, Kalk abgebaut und verarbeitet etc.

„grobmechanische Arbeiten“

Die Fahrradroute führt mich nun längere Zeit durch solche Gebiete. Eigentlich würde ich gerne eine Mittagspause machen, aber ich finde einfach kein idyllisches und ruhiges Plätzchen. So fahre ich halt einfach weiter.

Stahlindustrie?

Wenig später fahre ich durch eine „Arbeiterstadt“, die fast wie eine Geisterstadt aus den Anfängen der Industralisierung wirkt. Ziemlich surreal. Ich vermute, dass hier die Stahlindustrie heimisch war.

3 Wartburg Oldtimer in einem Schaufenster in Seraing

Tipisch für diese Region sind die kleinen roten Reihenbacksteinhäusern, die gleich an die Strasse gebaut sind.

Arbeiterhäuser (?) in Seraing

Da ein idyllischer Rastplatz weiter auf sich warten lässt, fahre ich ohne Pause immer weiter, bis ich um ca. 14.30 Uhr Liège (Lüttich) erreiche. Das ist eine grosse Stadt mit ca. 200’000 Einwohnern.
Auf einer Fussgängerbrücke, auf der es Sitzgelegenheiten gibt, mache ich endlich die Mittagspause und esse meine Brötchen.

Liége / Lüttich

Jetzt ist es nicht mehr so weit bis nach Maastricht, aber ich habe natürlich mal wieder Gegenwind, der im Verlauf des Tages immer stärker wird.
So sind die letzten 30 Kilometer ziemlich anstrengend, obwohl die Strecke eben ist.

Kanalverzweigung zwischen Liège und Maastricht

Ich bin hier ziemlich schutzlos dem Ostwind ausgeliefert, der heftig bläst heute. Wenig später bewundere ich eine Riesenschleuse, in der gleich mehrere grosse Schiffe gleichzeitig abgefertigt werden.

Riesenschleuse in der Nähe von Maastricht

Um 17.30 erreiche ich endlich Maastricht, das Ziel meiner diesjährigen Frühlingstour. Anders als in Belgien fühlt man sich hier als Fahrradfahrer wie ein König. Die Fahrradwege sind vorbildlich mit roter Farbe markiert und man spürt, dass die Holländer ein Volk von Fahrradfahrern sind – das macht sie mir sympathisch! Und ihre Sprache ist ja dem Schweizerdeutschen auch irgendwie ähnlich.

Maastricht

Maastricht ist eine sehr schöne Stadt. Als ich ins Zentrum abbiege, komme ich auf den belebten Hauptplatz dieser Stadt, wo die Leute die Abendsonne in den Strassencafés geniessen.

Maastricht

Die heutige nicht ganz einfache Tour findet somit einen versöhnlichen Abschluss. Auch das Hotel, in dem ich übernachten werde, macht einen guten Eindruck.
Zur Feier der erfolgreich absolvierten Tour gönne ich mir im hoteleigenen Restaurant ein feines Nachtessen und ein leckeres Dessert.

feines Dessert im Hotel Monastère in Maastricht

Im Rückblick war das eine interessante Tour durch ganz verschiedenartige Landschaften: Sie begann mit der Fahrt entlang des Marne-Rhein-Kanals von Strassburg aus und führte mich in der Folge an den natürlichen „Mittellauf“ der Meuse nach Verdun und durch ziemlich menschenleere Gegenden im Norden Frankreis. Die Etappe von Charlesville durch die Ardennen nach Belgien war mit Abstand die schönste. Es war interessant zu sehen, wie sich die Meuse vom gemütlichen Flüsslein zur immer grösseren Wasserstrasse wandelt. Ausser bei der Regenetappe am zweiten Tag war das Wetter passabel bis sehr gut; nur der kalte Wind machte mir manchmal etwas zu schaffen, vor allem auch weil er mir meist nicht günstig gewogen war.

Meine Maastour Frühling 2022

Vielen Dank meine treuen Leserinnen und Lesern für die Rückmeldungen. Es ist schön zu wissen, dass meine Berichte mit Interesse gelesen werden und es ist mir Ansporn, den Blog weiter zu führen. Im Sommer werde ich mich wieder melden von meiner nächsten Tour – in Planung ist eine Dänemark-Tour – soviel sei jetzt schon verraten.

Fakten Etappe 6: Profondéville – Maastricht
Gefahrene Strecke: 107 km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 13.5 km/h (Der Wind ist schuld!)
Hinauf: 420 m
Hinab: 450 m

Day 5: Charlesville – Profondéville (Maas-Tour)

Heute fahre ich schon um 8 Uhr los, denn ich habe wieder eine lange Etappe vor mir. Es ist kalt, dafür scheint die Sonne. Schon bald bin ich wieder auf der Maas-Fahrradroute, die mich gegen Norden führt. Es ist schön, im Morgenlicht auf dieser exzellenten Fahrradpiste zu fahren und ich komme sehr gut vorwärts.

Immer wieder sehe ich Wildgänse, die manchmal neben oder sogar auf der Fahrradroute herumschnattern . Ich halte an, als ich ein Paar mit vielen Küken erblicke und möchte ein paar Fotos machen; aber zu nahe darf ich nicht herangehen, sonst faucht mich der Gänserich (?) an.

Wildgänse mit Küken in der Nähe von Charleville

Ein paar Kilometer weiter treffe ich auf die fast Szenerie: Wieder eine Wildgansfamilie mit vielen Küken. Ich verlangsame die Fahrt und möchte die Küken zählen beim Vorbeifahren – da attackiert mich der wütende Gänserich und geht flatternd auf mich los und schnappt nach meinen Oberschenkel. Erschreckt trete ich in die Pedalen und suche das Weite.

Als ich wenig später eine weitere Wildgansfamilie neben der Fahrradroute erblicke, fahre ich ganz vorsichtig und diskret vorbei und spreche beruhigend auf die Gänse ein.

Ich komme gut vorwärts und es ist traumhaft, in dieser ruhigen, sonnigen Morgenstimmung ganz allein unterwegs zu sein.

Morgenstimmung in der Nähe von Charlesville

Nach ca. 2 Stunden Fahrzeit möchte ich die erste Pause machen. Ich habe schon 35 km geschafft und bin froh darüber. Bei einer Schautafel über die Maas-Fahrradroute halte ich an und fotografiere sie.

Plan der „Voie verte Trans-Ardennes“

Die Maas-Fahrradroute heisst hier „Voie verte Trans-Ardennes“, also übersetzt etwa „grünes Geleise durch die Ardennen“.

Gleich nebenan erblicke ich so etwas wie eine Raststätte: ein paar Tische sowie ein Bar-Wagon. Ob schon offen ist? Ich habe Glück, die Besitzerin ist schon da und ich kann einen Kaffee bestellen. Heute ist wirklich mein Glückstag! Ich wechsle ein paar Worte mit der sympathischen Frau und fahre bald wieder los.

Kaffeepause nach 2 Stunden Fahrt

Bis dahin verlief die Fahrt pannenfrei und in gutem Tempo, doch als ich an eine Tunneleinfahrt geführt werde von meiner App, bin ich etwas ratlos. Darf man da durchfahren oder nicht?

versperrte Fahrradroute

Ich zwäng mich unter dem Gitter hindurch und fahre langsam durch das dunkle und nasse Tunnel hindurch. – Geschafft!

Die Meuse (Maas) ist hier ähnlich wie die Mosel immer wieder durch Staustufen gebändigt. Für die Schiffe gibt es an diesen Stellen Schleusen.

Staustufe in der Nähe von Fumay

In Fumay, einem kleinen Städtchen ist gerade Markt – nichts Grossartiges wird hier feilgeboten: ein paar Kleider, Ramsch, Pflanzen, Früchte und Gemüse – das ist schon fast alles. Nichtsdestotrotz kommen zwei Polizisten auf mich zu, als ich kurz anhalte, und bitten mich vom Fahrrad zu steigen. Es sei hier verboten, Fahrrad zu fahren; dabei fahre ich nicht mal …

Markt in Fumay

Beim Früchte/Gemüsestand kaufe ich 2 Äpfel, 2 Mandarinen und 2 Bananen. Auf der anderen Seite der Meuse mache ich nochmals eine Foto von diesem aparten Städtchen.

Fumay

In Fumay hätte es sogar ein Restaurant gehabt – ein Wunder – aber es ist noch eindeutig zu früh für mich zu essen, denn es ist erst 11.45 Uhr. Also fahr ich weiter und plane meine Mittagspause auf etwa 12.30 Uhr ein. Um diese Zeit treffe ich in der grösseren Ortschaft Vireux-Molhain ein – und ich fahr tatsächlich an einem italienischen Restaurant vorbei namens „Pizzeria Chez Salvatore“. Ich trete ein und bekomme den letzten freien Tisch – mein Glückstag geht weiter …

Spaghetti Bolognaise in der Pizzeria Chez Salvatore

Ich bestelle Spaghetti Bolognaise und einen grünen Salat. Die perfekte Mahlzeit, wenn man auf Fahrradtour ist.

Jetzt fehlt nur noch der Liegestuhl fürs Verdauungsschläfchen, aber der fliegt nicht vom Himmel. So fahre ich halt ohne Mittagsschlaf weiter, denn der Weg ist noch weit.

Wieder einmal schneide ich in der Folge eine riesige Flussschlaufe ab und fahre kurzzeitig auf einer stark befahrenen Haupstrasse; deshalb bin ich auch sehr plötzlich im Grenzort Givet, wo die „Voie verte Trans-Ardennes“ endet. Zunächst bin ich etwas ratlos, wie es nun weitergeht, aber meine App führt mich zielsicher über die „liason voie verte“ zum belgischen Pendant der Maas-Fahrradroute. So lande ich irgendwann in Belgien und weiss gar nicht so genau wo.

Zollhaus oder Kinderkrippe?

Bei einem grünen Container, der mit einer belgischen und französischen Flagge geschmückt ist, und vielleicht das Zollhaus ist, vermute ich die Grenze, bin mir aber nicht ganz sicher. Villeicht ist es auch eine Kinderkrippe.

Auf jeden Fall bin ich nun in Belgien, wie ich an den Autoschildern unschwer feststellen kann. Übrigens – ich bin zum ersten Mal in diesem Land.

Nach kurzem Abstecher ins „Landesinnere“ bin ich aber bald wieder an der Meuse (die Stimme meiner Navigationsapp sagt dann jeweils immer „Mäuse“, was mich jedesmal ein wenig belustigt – z.B. „Ruhe dela Mäuse“ = rue de la Meuse)

Entlang der Meuse bei Hastière

Die Fahrradroute befindet sich nun auch manchmal auf Nebenstrasse mit Verkehr. Die Gegend hier macht einen touristischen Eindruck.

Wenig später entdecke ich sogar Kletterer an einem steilen Felsen vis-à-vis:

Wer entdeckt die beiden Kletterer?

Sehr touristisch wirkt die Stadt Dinant, die bald darauf folgt.

Dinant

Gerne hätte ich hier noch einen kurzen Kaffeehalt gemacht, lasse es aber bleiben, weil ich nicht zu spät am Etappenziel ankommen möchte.

Kurz nach Dinant bin ich etwas genervt. Der Fahrradweg geht unverhofft nicht mehr weiter, weil er neu geteert werden sollte. „Piste non cyclable“ heisst es lapidar, ohne dass eine Alternative angeboten wird. Ein ältere Frau, die mir mit einem kleinen Hund entgegenkommt, frage ich, ob das lange so dahingeht. Sie weiss es nicht so recht, sagt mir aber, dass Fahrradfahrer trotzdem durchfahren. So fahre ich halt auch weiter und kämpfe mich über einen Kilometer im Schritttempo über die Schotterpiste. So komme ich natürlich überhaupt nicht mehr vorwärts und als es endlich wieder besser ist, kommen noch Kopfsteinpflaster – diese sind am allerschlimmsten für die Fahrradfahrer!
Trotz allen Hindernissen erreiche ich schliesslich um 17.45 Uhr mein Ziel Profondéville, einen kleinen touristischen Ort in der Nähe von Namur.

Ankunft in Profondéville

Das Hotel, das ich gebucht habe, haut mich aus den Socken! Es ist darin alles so stylish:

Mein Zimmer im Hotel Vedette in Profondéville

Das Apéro-Plättchen, das ich vorbestellt habe, ist heute mein Abendessen. Dazu gibt’s ein feines belgisches Bier.

Apéro im Hotel Vedette

Ein wunderschöner Tag geht somit perfekt zu Ende. Was will man mehr?

Fakten Etappe 5: Charlesville – Profondéville (Belgien)
Gefahrene Strecke: Ca. 120 km
Weitere Daten leider nicht abgespeichert…

Day 5

Day 4: Verdun – Charlesville (Maas-Tour)

Nach tiefem Schlaf im Hotel de Mautaulbain in Verdun breche ich heute zeitig auf, denn die heutige Etappe ist mit über 110 km ziemlich happig. Ich bin froh, dass es nicht regnet, als ich um 08.15 Uhr losfahre, aber es ist dafür ziemlich kalt. Ich verlasse Verdun auf Strassen mit ziemlich viel Verkehr. Schon bald aber lässt er nach und ich bin wieder in der Natur draussen.

Morgenstimmung in der Nähe von Verdun

Ich bin froh, dass mich komoot auf eine Nebenstrasse führt und ich geniesse die morgendliche Stimmung. Die asphaltierte Strasse geht aber bald in eine Naturstrasse über und führt stetig aufwärts. Wahrscheinlich ist das wieder eine Abkürzung. Als ich oben bin habe ich dafür eine schöne Aussicht.

Aussicht auf Landschaft bei Verdun

Leider habe ich auch auf der Abfahrt Naturstrasse, so dass ich sehr vorsichtig und langsam wieder den Hügel runter fahre.

Der kommende Abschnitt der Tour ist sehr ländlich: Felder, Wiesen, Kühe, Hügel soweit das Auge blickt. Wenn ich durch Ortschaften fahre, sind es meist kleine Bauerndörfer ohne Läden, Restaurants etc. und ich frage mich, wo die Leute einkaufen gehen. Zum Fahrradfahren ist das aber optimal, denn es hat kaum Verkehr auf den komfortablen Departementsstrassen.

komfortable Strassen fast nur für mich

Immer wieder treffe ich zu Beginn der heutigen Tour auf Hinweisschilder zum 1. Weltkrieg, der ja in dieser Region heftigst geführt wurde und wo in der Schlacht um Verdun sinnlos Hundertausende von Soldaten ums Leben kamen (siehe auch https://www.dhm.de/lemo/kapitel/erster-weltkrieg/kriegsverlauf/verdun-1916.html).

In Cesse, wo ich einen kurzen Halt mache, ist im 1. WK das ganze Dorf zerstört worden, wie ich auf einer Schautafel bei der Kirche lese.

Kirche von Cesse

In der Nähe von Cesse mache ich meinen Mittagshalt. Ich habe eine Bank entdeckt (ein Wunder!), die neben einer winzigen Kappelle steht. Der Himmel hat sich inzwischen wieder bezogen und ein kalter Nordwind pfeift mir um die Ohren, als ich etwas Brot und Bündnerfleisch verspeise.

Mittagsrast in der Nähe von Cesse

So breche ich bald wieder auf. Ich ziehe meine Regenjacke als Windschutz über und bin froh um meine Odlo-Langlaufkappe, die meinen Kopf warm hält.

Wieder einmal lotst mich meine App über einen Hügel und ich frage mich, ob es nicht besser gewesen wäre, unten im Tal einen kleinen Umweg zu machen. Die Frage bleibt ohne Antwort.

Auf einem Ortschild wird die nächste Ortschaft als „Petite Cité de Caractère“ angekündigt.

Ortsschild von Mouzon

Ich hoffe inständig, dass sich dort ein Café befindet, in dem ich mich aufwärmen könnte. Meine Hoffnung wird aber enttäuscht. Es ist nicht viel los in diesem kleinen Städtchen. Immerhin gibt es eine eindrückliche Abtei aus dem 12. Jahrhundert.

Abtiale de Mouzon

So fahre ich halt ohne Kaffeepause weiter und werde dafür für kurze Zeit mit ein bisschen Sonnenwärme entschädigt.

Landschaft bei Mouzon

Meist weiss ich nicht, ob ich wirklich auf der Maas-Fahrradroute unterwegs bin, nur sporadisch sehe ich manchmal ein Schild. Als ich aber sehe, dass mich die Tour auf einen komfortablen Radweg entlang eines Kanals führt, bin ich erfreut, denn das bedeutet, dass das Auf und Ab ein Ende hat. – Und so ist es denn auch.

„Schilderbaum“ in der Nähe von Sedan

Ein bisschen verärgert bin ich wenig später, dass mich Komoot bei Sedan von dieser schönen Route weglotst und mich durch stark befahrene Strassen dieser Stadt führt.

Umso froher bin ich, als ich unverhofft wieder auf diesem schönen Radweg entlang der Maas oder dem dazugehörigen Kanal (so genau weiss ich es nicht immer) lande.

Maasradweg in der Nähe von Sedan

.Auf diesem wunderbar angelegtem Fahrradweg fahre ich in der Folge bis zu meinem Tagesziel, der Stadt Charleville-Mezières. Ich komme gerade zur Rush-hour an, der Verkehr staut sich hier überall und ich weiche aufs Trottoir aus, weil es keine Fahrradstreifen gibt.

Mezières

Um viertel nach fünf checke ich im Hotel Pelican ein, das im Stadtteil Charleville liegt. Nach einer wärmenden Dusche erkunde ich noch ein wenig den Stadtkern und suche ein Restaurant.

Überwältigt bin ich vom Zentrumsplatz dieser Stadt, dem Place Ducale. Er ist riesig um rundherum umsäumt von gleichartigen herrschaftlichen Häusern.

Place ducale in Charleville

An diesem Platz finde ich auch ein Restaurant, wo ich mir einen ausgezeichneten gemischten Salat und ein Entrecôte gönne.

Abendessen in der Brasserie Ducale

Müde spaziere ich zum Hotel zurück und schreibe danach an meinem Blog weiter.

Fakten Etappe 4: Verdun – Charleville
Gefahrene Strecke: 114 km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 14.8 km/h
hinauf: 620 m
hinab: 680 m

Day 4

Day 3: Toul – Verdun (Maas-Tour)

Als um halb sieben der Wecker klingelt, geht gerade ein Platzregen nieder, der sich zu einem richtigen Gewitter mit Blitz und Donner entwickelt. Das habe ich nicht erwartet, aber als ich bei Kachelmann.com die Wettervoraussichten anschaue, bin ich beruhigt: Die Gewitterfront wird nach Osten weiterziehen und das Wetter sollte besser werden. Schauen wir mal!

Als ich um circa halb neun losfahre – es regnet zum Glück nicht mehr -, mache ich noch einen Umweg über die Kathedrale, denn am Vortrag war ich zu erledigt gewesen, um noch irgendetwas in diesem Städtchen zu besichtigen.

Kathedrale von Toul

Auch diese Kathedrale ist ein bedeutendes gotisches Baudenkmal.

Ich verlasse die Stadt und fahre auf Haupstrassen mit oder ohne Velostreifen aus der Agglomeration hinaus, bis ich mich wieder im Gründen befinde. Es ist ziemlich frisch und die tief hangenden Wolken verbreiten eine herbstliche Stimmung. Nur die gelb blühenden Rapsfelder bringen etwas Farbe in das Grau.

Landschaft in dern Nähe von Toul

Der Weg führt mich in der Folge durch das Dorf Foug, welches einen heruntergekommenen Eindruck hinterlässt.

Foug

Nach ca. 2 Stunden Fahrzeit erreiche ich bei Sorcy-Saint-Martin die Meuse (Maas), die träge dahinfliesst. Sie wirkt sehr naturbelassenen. Silberreiher fliegen auf, als sie mich bemerken.

Meuse bei Sorcy-Saint-Martin

Ich bin nun auf der Maas-Fahrradroute. Der kommende Abschnitt ist sehr schön, ich fahre auf kaum befahrenen Nebenstrassen und überquere immer mal wieder die Meuse. Manche Dörfer wirken wie ausgestorben, nur die parkierten Autos verraten, dass hier Menschen leben.

Issey

Die Kirche in dieser Ortschaft wirkt wie aus einer anderen Zeit:

Kirche von Issey

Die Maas mäandriert in dieser Gegend stark, der Fahrradweg führt deshalb selten entlang des Flusses und führt auch manchmal über weiche Hügel, um grosse Flussschlaufen „abzuschneiden“. Das hat den Vorteil, dass man, wenn man oben ist, einen guten Weitblick hat.

Landschaft in der Nähe von Commercy

Zum ersten Mal zeigt sich am heutigen Tag der blaue Himmel – ich bin froh, dass das Wetter immer besser wird.

Ein schönes Sujet bietet sich mir, als ich bei einer auffallenden Baumgruppe vorbeifahre:

Landschaft etwas abseits der Maas

Es sind sehr wenige Tourenfahrer unterwegs am heutigen Tag. Diejenigen, denen ich begegne, kann ich an einer Hand abzählen.

Eine grössere Ortschaft, durch die ich fahre, ist die Stadt St. Mihiel.

St. Mihiel

Von hier aus geht’s auf einer Departementsstrasse (D34) ziemlich direkt weiter nach Verdun. Es hat hier leider keinen Fahrradweg oder einen Velostreifen und es hat auch mehr Verkehr als sonst am heutigen Tag, dafür komme ich gut vorwärts. Die Strasse führt – neben einem stillgelegten Bahntrassee – oft der Meuse entlang. Als ich ein schönes Plätzchen erblicke, halte ich an und mache neben aufgestapelten alten Bahngeleisen eine kurze Rast.

Rast am Meuseufer in der Nähe von Verdun

Da die heutige Etappe etwas kürzer war als diejenige vom Vortage, erreiche ich schon um halb vier das geschichtsträchtige Verdun.

Ankunft in Verdun

Die Stadt ist grösser als ich mir vorgestellt habe, sie wirkt aber auch ein bisschen heruntergekommen; viele Häuser stehen leer und auch in der Altstadt herrscht wenig Leben.

Bevor ich im Hotel einchecke, fahr ich noch ein wenig in der Stadt herum und gelange dabei auf die Erhebung mit der Kathedrale, dem Bischofssitz und weiteren historischen Bauten. Hier stosse ich auch auf auf das „Centre Mondial du paix“, welches Dokumentationen verschiedener Kriege beherbergt – wohl zur Abschreckung!

Palais Episcopal Verdun mit Centre Mondial du paix

Im Innenhof ist gerade eine Fotoausstellung mit grossformatigen Bildern aus Kiew vom 8. März zu sehen.

Nach einem Espresso und einem kleinen Bier draussen an der Sonne kann ich endlich im Hotel einchecken.

in einem Strassencafé in Verdun

Dort werde ich vom Besitzer persönlich und freundlich empfangen. Von aussen wirkte das Hotel unscheinbar, aber drinnen ist es sehr geschmackvoll eingerichtet und ich habe ein sehr geräumiges Zimmer.

Hotel de Montaulbain, Verdun

Nach dem Leidensweg vom Vortage konnte ich heute eine Osteretappe geniessen mit schöner Wegstrecke und gutem Wetter. – Gerade als ich das schreibe, erfasst mit ein sehr schmerzhafter Muskelkrampf am linken Oberschenkel; ich stehe schleunigst auf und mache Dehnübungen, bis der Schmerz wieder einigermassen vorbei ist.

Ich habe übrigens abends noch eine Pizzeria gefunden, wo ich endlich mal wieder etwas Warmes zwischen die Zähne kriegte.

Fakten Etappe 3: Toul – Verdun
Gefahrene Strecke: 90 km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 15.3 km/h
hinauf: 530 m
herab: 540 m

Day 3

Day 2: Sarrebourg – Toul (Maas-Tour)

Als ich morgens erwache, höre ich Tropfgeräusche; das muss der angekündigte Regen sein. Ich öffne das Fenster meines Hotelzimmers und sehe Regentropfen auf das darunterliegende Dach prasseln (leicht übertrieben). Nun weiss ich, dass ich gleich zu Beginn meine Regenkleider montieren muss. So fahre ich – von unten bis oben regendicht eingepackt – kurz vor acht los. Ich verlasse mich wieder auf meine app Komoot, die mich schnell aus Sarrebourg hinausführt. Es regnet leicht und es ist unangenehm frisch. Nach einer knappen Stunde wird der Regen stärker, so dass ich unter einer Brücke anhalte und darauf warte, dass sich der Regen wieder abschwächt.

verregneter Tagesbeginn bei Sarrebourg

Bei Regen ist es viel komplizierter, eine Foto zu schiessen. Mein Iphone, welches mein Navigationsgerät ist, ist nebenbei auch mein Fotoapparat. Bei Regen steckt es in einem Gefrierbeutel in der Handyhalterung. Eine Foto zu machen bedeutet also in dieser Situation: Handschuhe ausziehen, Handy aus der Halterung lösen und aus dem Gefrierbeutel nehmen, evtl. Verbindungskabel zum Powerakku entfernen, den Gefrierbeutel sicher aufbewahren (sonst fliegt er davon), Foto machen und dann das ganze Prozedere in umgekehrter Reihenfolge…

Schon bald führt mich meine Fahrradroute wieder dem Marne-Rhein-Kanal entlang, der sich plötzlich in eine schöne Seenlandschaft umwandelt.

Seenlandschaft 25 km nach Sarrebourg

Ich mache hier meine erste Verpflegungspause und klaube mit klammen Fingern Cashewnüsse, gedörrte Früchte, alnatura-Bisquits und weitere Köstlichkeiten aus meiner Satteltasche. Wie gut, dass ich grosszügig eingekauft habe. Meine Odlo-Handschuhe sind inzwischen triefend nass geworden, sonst bin ich gut geschützt gegen den Regen.

Weiter geht’s dem Kanal entlang, der Regen ist inzwischen in einen Nieselregen übergegangen, der sich sehr herbstlich anfühlt; da ausserdem noch Gegenwind aufgekommen ist, komme ich nicht so richtig vorwärts und mir wird ein wenig bange, da meine heutige Etappe ziemlich lang sein wird.

Wieder unter dem Schutz einer Brücke mache ich um 11.30 Uhr eine kleine Mittagsrast:

Mittagsrast unter einer Brücke am Marne-Rhein-Kanal

Das ist eine ziemlich ungemütliche Sache, mir ist kalt und ich hätte mich lieber in einem Restaurant oder einem Café aufgewärmt, welche aber weit und breit nicht in Sicht kommen am heutigen Tag. Die Gegend hier ist wenig besiedlet, ich fahre selten durch Hausansammlungen, geschweige denn durch Dörfer.
Ich ziehe nun meine zweiten noch trockenen Handschuhe an, da es nun kaum noch regnet. Als ich endlich den Kanal verlasse, steigt die Strasse ein wenig an – ich komme fast ein wenig ins Schwitzen – und fahre danach durch ein ganz ansehnliches Dorf.

Sommerviller, etwas abseits vom Kanal

Heute sind ja Wahlen in Frankreich; erinnert daran werde ich durch die mit Frankreichflaggen behängten Wahllokale, an denen ich mehrmals vorbeifahre. Der Wählerandrang hält sich aber überall in Grenzen.

In Dombasle-sur-Meurthe (deutsch, veraltet: Dombasel an der Mörthe) erregt ein riesiger Industriekomplex meine Aufmerksamkeit. Es dampft, quietscht und rattert und ich frage mich, was hier wohl hergestellt wird. Und die Anlage sieht schon ziemlich abbruchreif aus…

Solvay-Fabrik in Dombasle-sur-Meurthe

Wie abends meine Recherchen ergeben, gehört diese Fabrik zum Solvay-Konzern (grosser Chemiekonzern mit Mutterhaus in Belgien und mehreren Standorten) und produziert hier Salz.

Als ich den Kanal auf einer interessanten Eisenkonstruktion überquere, erblicke ich von weitem eine riesige Kirche. Es ist die Basilika St. Nicolas du Port.

Basilika St. Nicolas du Port

Gemäss Wikipedia weist die Basilika St. Nicolas du Port einen spätgotischen Flamboyant-Stil auf und verfügt über beeindruckende Ausmaße: das Kirchenschiff hat eine Höhe von 32 m, die Säulen sind mit 28 m die höchsten in Frankreich, die Türme erheben sich 85 beziehungsweise 87 m in die Höhe. Die Basilika beherbergt eine Reliquie des heiligen Nikolaus von Myra und war im Mittelalter ein bedeutendes Wallfahrtsziel.

Basilika St. Nicolas du Port

Interessante Fakten – vor allem, wenn man bedenkt, dass diese Basilika in einem „Dorf“ von 7000 Einwohnern steht.

In der Nähe von Nancy erreiche ich die Mosel und fahre nun bis zum Etappenziel diesem Fluss entlang.

Mosel in der Nähe von Nancy

Um 17.30 Uhr erreiche ich mein Etappenziel Toul. Das ist ein kleines Städtchen an der Mosel, welches von einer gotischen Kathedrale überragt wird.

Erfreut stelle ich fest, dass gleich nebem meinem Hotel ein Spar-Laden geöffnet hat. Da werde ich mir etwas zum Nachtessen kaufen, da ich keine offenen Restaurants in der Nähe des Hotels entdeckt habe.

Hotel Villa-Lorraine in Toul

Ich bin ziemlich fertig nach dieser langen, kalten und regenreichen Etappe. Am liebsten würde ich mich nach dem „Abendessen“ ins Bett legen; aber ich muss ja noch den Blog schreiben.

Fakten Etappe 2: Sarrebourg – Toul
gefahrende Strecke: 112 Km
Durchschnittsgeschw.: 13.6 Km/h (wow, das ist langsam!)
hinauf: 390 m
hinab: 430 m

Day 2

Day 1: Strasbourg – Sarrebourg (Maas-Tour)

Pünktlich erreiche ich nach problemloser Reise von Zürich kommend um viertel vor zehn Strasbourg. Es ist ziemlich trüb als ich zu meiner Frühlingsradtour aufbreche.

Mein Ziel wird Maastricht in Holland sein und ein grosser Teil meiner Tour wird der Maas (frz. Meuse) entlangführen, weshalb ich diese Tour «Maas-Tour» nenne.

Bahnhof Strasbourg, Startpunkt meiner diesjährigen Frühlingsradtour

Schnell verlasse ich diese grössere Stadt, ohne viel von ihr zu sehen. Bald schon führt mich der Weg an einen Kanal, den Marne-Rhein-Kanal, wie ich später erfahre. Er wird von nun an mein treuer Begleiter sein.

Ich lieber es, Kanälen entlang zu fahren, denn diese Wege sind eben und autofrei.

De la marne au Rhin canal

Ich nehme es ziemlich gemütlich heute morgen, ich möchte nicht gleich am ersten Tag übertreiben. Immer wieder überholt mich eine Radfahrerin, die etwa gleich alt ist wie ich, schätze ich (und das fuchst mich ein kleines bisschen, aber ich steh darüber und erhöhe mein Fahrtempo nicht, obwohl ich das könnte…). Und da sie immer mal wieder Pause macht, überhole ich sie in diesem Moment wieder.

Als ich an einer schön gestalteten Raststätte mit dem Namen „Le Fleischwurst“ vorbeikomme, halte ich kurz. Schade, dass der Grillmeister nicht da ist und keine Würste brät – eine Fleischwurst hätte ich jetzt sehr gerne verzehrt, denn gerade meldet sich der erste Hunger; ich habe aber zum Glück meine Käsebrote dabei und gebe mich damit zufrieden.

In Saverne begegne ich wieder der Fahrradfahrerin. Sie spricht mich an und ich merke, dass sie Engländerin ist. Sie hat ihr Etappenziel erreicht und fährt mit dem Zug wieder nach Strassburg zurück.

Saverne ist ein sehr schönes kleines Städtchen mit einem riesigen Schloss, das oft auch kleines elsässisches Versailles genannt wird.

Château Rohan

Ich suche ein Café, finde aber keines, das mir passt, dafür kann ich verfolgen, wie ein Schiff durch eine mächtige Schleuse geschleust wird. Der Marne-Rhein-Kanal führt hier mitten durch den Ort.

In der Folge schlängelt sich der Kanal durch die Nordvogesen, eine sehr schöne und naturbelassene Gegend. Es sind hier auffallend viele Hausboote unterwegs; darauf sind meist deutschsprachige Touristen, wie ich den Gesprächen, die ich aufschnappe, entnehme.

Leider muss ich den Radweg kurzzeitig verlassen, da Bauarbeiten am Kanal ausgeführt werden und der Fahrradweg gesperrt ist deswegen.

piste barrée bei Saverne

Wenig später überquere ich die Grenze zu Lothringen, Lorraine auf Französisch. Die Ortsnamen hier haben aber oft einen deutschen Einschlag, wie z.B. Lutzelbourg.

Grenze Elsass / Lothringen

Die Wegstrecke wird nun immer idyllischer. An einem stillgelegten Abschnitt des Kanals stehen herzige Schleusenhäuschen, die meist zu Ferienhäuschen umfunktioniert wurden.

Häuschen Nr. 9 am ancien canal

Das Schleusenwärterhäuschen Nr. 2, das wenig später auftaucht, ist meine Rettung, denn hier befindet sich die PAPAR HASARD CREPERIE BAR – sie ist sogar geöffnet und ich der einzige Gast. Ich gönne mir eine Crêpe und einen Capucchino

Crêpe miel et citron avec capucchino in der PAPAR HASARD CREPERIE BAR

Gestärkt und aufgewärmt nehme ich die letzten 15 km unter die Räder. Bald schon erreiche ich Sarrebourg, mein Etappenziel. Das ist ein kleines, charmantes, aber etwas heruntergekommenes Städtchen.

Sarrebourg

Trotz Navigationsapp finde ich das gebuchte Hotel nicht sofort – kein Wunder, denn beim Haupteingang und im Gebäude drin wird mit grosser Kelle herumgehandwerkt, es stehen Gerüste vor dem Eingang und man kann gar nicht hineingehen. Glücklicherweise bemerkt mich eine Hotelangestellte, kommt heraus und führt mich über den Hintereingang ins Hotel.

Bis jetzt verlief der Tag rund, sogar der angekündigte Regen blieb aus. Doch nach der wärmenden Dusche und dem wohltuenden Haarfönen, werde ich vor ein bizarres Problem gestellt: der Fön lässt sich einfach nicht mehr ausschalten. Verzweifelt drücke ich eine Viertelstunde an ihm herum, aber es gelingt mir einfach nicht, das verflixte Ding zum Schweigen zu bringen und das Kabel ausstecken geht auch nicht, weil es fix montiert ist. Mir wird ein wenig mulmig zumute und ich stelle mir schon vor, die ganze Nacht nicht schlafen zu können wegen dem Lärm des laufenden Föns und zusätzlich noch genervte Zimmernachbarn zu haben.  Also melde ich der Rezeption mein Problem. Die Baustelle stellt sich nun als Segen heraus, denn unter den Arbeitern ist auch ein Elektriker, der sich dem Problem annimmt. Er nimmt den Fön auseinander, kann ihn aber auch nicht reparieren. Immerhin läuft er nun aber nicht mehr. Problem gelöst, zum Glück!

Defekter Fön im Hotelzimmer, er liess sich nicht mehr ausschalten…

Nach dieser lustig-tragischen Episode schlendere ich noch ein bisschen in der Altstadt von Sarrebourg herum in der Hoffnung, eine Verpflegungsmöglichkeit zu finden. Ich habe mal wieder Glück und und kann in einer Weinbar mit einem feinen flammkuchenartigen Baguettegebäck meinen Hunger stillen. So geht der Tag versöhnlich zu Ende.

Nachtessen in einer Weinbar (mit Bier!)

Der Tag ist aber noch nicht ganz zu Ende, denn den obligaten Blog zur heutigen Etappe sollte ich ja auch noch schreiben.

Fakten Day 1: Strassburg-Sarrebourg
gefahrene Strecke: 78 km
hinauf: 430m
hinunter: 320m

Day 1

Day 6: Seligenstadt – Mainz (Main-Tour)

Nach dem wunderbaren Aufenthalt im Hotel MainChateau in Seligenstadt fahre ich heute etwas früher los, denn ich möchte meinen Zug in Mainz pünktlich erreichen.

Hotel MainChateau in Seligenstadt

Der Tag beginnt mit einer goldenen Morgenstimmung, so richtig nach meinem Geschmack!

Morgenstimmung am Main in Seligenstadt

Es sind auffallend viele Hundebesitzer mit ihren Hunden unterwegs heute morgen; glücklicherweise sind sie, respektive ihre Hunde gut erzogen und sie machen immer schön Platz, wenn ich heranbrause.

Radweg am Main

Ich bin froh, dass heute das Wetter wieder besser ist und oft die Sonne scheint oder wenigstens ein Stück blauer Himmel zu sehen ist. Es ist wieder ziemlich kalt, ich friere ein wenig an Händen und Füssen.

am linken Mainufer

In Offenbach erfahre ich auf einer Schautafel mehr über den Fluss Main, der dabei mit dem Flus Indus verglichen wird. Weshalb gerade der Indus als Vergleich herangezogen wird, ist mir aber schleierhaft.

Informationen zum Main (und zum Indus)

Schon hier sehe ich die Skyline von Frankfurt. Als ich näher komme, bietet sich mir ein imposantes Bild, das an amerikanische Städte erinnert. Da haben die Banken aber mächtig geklotzt. Auch UBS ist dabei mit einem relativ bescheidenen „Doppeltürmchen“ rechts neben der Kirche.

Skyline von Frankfurt

Eigentlich hätte ich jetzt gerne eine Znünipause gemacht, aber da ich nicht bei einem Café vorbeikomme, fahre ich einfach weiter. Nach Frankfurt durchquere ich Industriegebiete mit grossen Fabrikgebäuden, bis es wieder ländlicher wird.

Mainüberquerung zwischen Frankfurt und Mainz

Vor Mainz gibt’s sogar ein kleineres Weinbaugebiet und da ich weder Apfel- noch Kaffeehalt gemacht habe, probiere ich ein paar bei der Weinernte vergessen gegangene Trauben. Sie sind nicht so süss und fein wie erhofft.

Weinberge in der Nähe von Mainz

Ich fahre nun schon über 60km ohne Pause und Rast. Soweit bin noch nie gefahren, ohne etwas zu trinken oder zu essen. Es ist mittlerweile angenehm warm geworden und meine Hände und Füsse sind aufgetaut. Der Radweg am heutigen Tag war wieder meist sehr schön, wie auch hier etwas abseits vom Main:

Mainradweg vor Mainz

Gerade als ich Mainz-Kastel erreiche, sticht mir ein Gartenrestaurant ins Auge. Da könnte ich doch endlich etwas essen.

Mittagessen in Mainz-Kastel

Die bestellten Kalbslebern mit Röstkartoffeln munden mir sehr; es geht mir mal wieder gut. Die lustige Wirtin, die gemerkt hat, dass ich Schweizer bin, fragt mich, ob der Umgang mit Corona in der Schweiz auch so bescheuert und bekloppt sei wie hier in Deutschland, man müsse jetzt sogar geimpft sein, um im Aldi einzukaufen. Ich versichere ihr, dass das Ganze in der Schweiz normaler gehandhabt werde…

Es ist nun nicht mehr weit bis zum Hauptbahnhof Mainz. Ich muss den Rhein überqueren, um dorthin zu gelangen.

Rhein, im Hintergrund Mainz

Das Timing stimmt perfekt. Um 15.00 erreiche ich den Bahnhof. Um 15.17 sollte mein Zug losfahren.

Hauptbahnhof Mainz

Die Rückfahrt verläuft nicht ganz pannenfrei; aber das habe ich auch nicht erwartet, mit einer halben Stunde Verspätung sitze ich dann aber doch im ICE, der mich von Mannheim nach Zürich bringen soll. Während der Zugfahrt schreibe ich den Blog der letzten Etappe meiner diesjährigen Herbsttour, die mich den Mainradweg entlang von Bayreuth nach Mainz führte. Ich habe diese schöne Tour sehr genossen, auch wenn es manchmal etwas gar kalt und grau war, glücklicherweise aber ohne nennenswerten Regen.

Mainradweg von Bayreuth bis Mainz

Fakten Etappe 6: Seligenstadt-Mainz
gefahrene Strecke: 76 km
Fahrzeit: 5 Std. 8
Durchschnittsgeschwindigkeit: 14.9 km/h
bergauf: 450m
bergab: 480m

Day 5: Wertheim – Seligenstadt (Main-Tour)

Als ich heute um halb acht zum Frühstück auftauche, meint der lustige Gastwirt ich würde aussehen wie ein Schiedsrichter in meiner schwarzen Velobekleidung.

Es ist mal wieder grau und ziemlich kalt, als ich aufbreche, aber immerhin sollte es heute nicht regnen, habe ich in den Nachrichten vernommen.

Komoot meine Veloapp möchte gleich zu Beginn eine Flussschlaufe abschneiden; aber als ich merke, dass es da ziemlich hoch geht, ziehe ich es vor, auf dem Maintalradweg zu bleiben und den Umweg zu machen.

Nachdem ich zuerst durch ein Industriegebiet mit einer riesigen, aber etwas verfallenen Glasfabrik gefahren bin, gelange ich schon bald wieder ins Grüne. Dort werde ich aufgefordert, einen Apfel vom Apfelbaum zu pflücken, aber es gibt 2 Regeln:

Pflück dir einen Apfel, Angebot bei Wertheim

Die obligate Apfelpause ist mir aber zu früh, ich bin kaum eine halbe Stunde unterwegs und muss erst noch das Frühstück verdauen.

Bei Mondfeld, einem „staatlich anerkannten Erholungsort“ nehme ich die Fähre und setze nach Stadtprozelten (merkwürdiger Name) auf die andere Seite des Main hinüber. Der Ort wird von einer mächtigen Burgruine überragt.

Fähre nach Stadtprozelten

Der Blick auf den Main ist auch schön:

Main bei Stadtprozelten

In der Folge bleibe ich auf der rechten Seite des Mains bis ich bei Freudenberg, einem kleinen Städtchen wieder auf die andere Seite wechsle.

Freudenberg

Schade, dass hier relativ starker Verkehr mitten durchs Städtchen führt.

Kurze Zeit später erregt eine rostige, aber laufende „Industrieanlage“ meine Aufmerksamkeit. Hier wird wohl Sand gefördert und gesiebt.

Sandsiebanlage (?) am Mainufer bei Freudenberg

Nach ca. 30km mache ich die obligate Pause in Miltenberg, einer äusserst schmucken Kleinstadt.

Miltenberg

Die heutige Stärkung besteht aus einem „saftigen Zwetschgenkuchen auf Hefeteig“ und einer heissen Schokolade. Sehr lecker!

Zwetschgenkuchen mit heisser Schokolade

Es tut gut, sich in der warmen Stube etwas aufzuwärmen. Vor allem die Füsse sind trotz Skisocken ein bisschen steif gefroren.

Nach gut einer halbe Stunde mache ich mich wieder auf, der Weg ist noch ziemlich weit, ich sollte mich ein wenig sputen.

Nachdem ich wieder etwa eine Stunde geradelt bin, gelüstet mich nach einem Apfel. – Und täglich grüsst der Apfelbaum:

obligater Apfelhalt

Der tägliche Apfel ist schon fast zur Gewohnheit geworden. Ich pflücke sogar zwei davon, weil sie ziemlich klein sind. Sie schmecken hervorragend.

Bei Erlenbach am Main gibt es eine Werft zu bestaunen. Ich sehe dabei, auf welche Art grosse Schiffe aus dem Wasser gehievt werden.

Erlenbach am Main

Vor Aschaffenburg höre ich schon von weitem Helikopterlärm. Als ich näher komme, sehe ich, welche Arbeiten mit dem Helikopter ausgeführt werden.Zwei Arbeiter auf einer Kanzel, die am Helikopter hängt, versuchen einen Sichtballon an einer Stromleitung(?) zu montieren. So interpretiere ich das Ganze. Nur schon beim Zuschauen wird mir angst und bange.

gefährliche Arbeiten bei Aschaffenburg

In der Folge erreiche ich die grössere Stadt Aschaffenburg. Ich sehe mich ein wenig um und habe Mühe, die Altstadt zu finden. Am Abend lese ich, dass grosse Teil von Aschaffenburg im 2. Weltkrieg zerstört wurden.

Vor der Johannisburg kaufe ich an einem Stand gebrannte Mandeln, sie sind mein heutiger „Zvieri“.

Johannisburg in Aschaffenburg

Nun ist es nicht mehr weit bis Seligenstadt. Gemächlich nehme ich die letzten 20 km in Angriff.

Als ich mein Etappenziel erreiche, scheint sogar kurz die Sonne. Sie hatte ich an diesem Tag bisher schmerzlich vermisst.

Seligenstadt mit den Türmen der Einhardt-Basilika

Seligenstadt ist eine wunderschöne Kleinstadt mit vielen Sehenswürdigkeiten. Mein Hotel liegt am Main. Bevor ich einchecke, sehe ich gerade wie Fähre und ein Passagierschiff hier anlegen.

Fähre und Passagierschiff auf dem Main bei Seligenstadt

Das Hotel MainChateau gefällt mir sehr, auch die Ambiance im Speiseraum ist sehr schön.

Abendessen im Hotel MainChateau

Der eher unspektakuläre Tag endet somit sehr erfreulich. Morgen nehme ich meine letzte, kürzere Etappe nach Mainz in Angriff und fahre gleich anschliessend zurück nach Hause.

Fakten Etappe 5: Wertheim-Seligenstadt
gefahrene Strecke: 97 km
Fahrzeit: 6 Std. 43
Durchschnittsgeschwindigkeit: 14.4 km/h
bergauf: 780m
bergab: 800m