Nach nicht so gutem Schlaf, geniesse ich ein ziemlich exquisites Frühstück – vor allem der Roquefortkäse (Blauschimmelkäse) findet mein Gefallen. Wenig später – ich wollte gerade das Zimmer verlassen – erreicht mich eine Mitteilung des Hotels, in dem ich heute übernachten werde. Mir wird vorgeschlagen, schon jetzt digital einzuchecken. Keine schlechte Idee, denke ich und klicke mich durch unzählige Formulare. Zuguterletzt muss ich noch eine App runterladen, mit der ich dann die Zimmertür öffnen kann. Mit dem ganzen Prozedere verplempere ich aber mindestens 20 Minuten, so dass ich erst gegen halb neun losfahre in Kolding.
Nach einer heftigen Steigung – Dänemark ist gar nicht so flach wie ich dachte – bin ich schon bald wieder im Grünen.

Eigentlich habe ich mich ganz gut erholt von der langen Etappe des Vortages, aber mein rechtes Knie beginnt schon bald wieder zu schmerzen und so komme ich nicht so schnell vorwärts wie ich möchte. Die Landschaft mit den gelben Kornfeldern, der blaue Himmel und die angenehme Temperatur lässt mich den Schmerz aber ein bisschen vergessen. Die ersten 30 km fahre ich auf kaum befahrenen Nebenstrassen durch Korn- und Rapsfelder.
Nach knapp 2 Stunden Fahrzeit erreiche ich Veijle, ein kleineres Städtchen mit Meeranstoss.

Auf der Suche nach einem Café werde ich schnell fündig, in einem windgeschützten Innenhof geniesse ich die wohlverdiente Pause an der Sonne.

In der Folge fahre ich meist auf Velowegen entlang von Hauptstrassen. Immerhin komme ich nun besser vorwärts, auch meine Knieschmerzen sind zurückgegangen – zum Glück.

Nach weiteren 2 Stunden erreiche ich die nächste Stadt mir Meeranstoss, Horsen. Der schöne Strand lädt mich hier zur Mittagspause ein.

Als Verpflegung esse ich das beim Hotelfrühstück stibitzte hartgekochte Ei und den letzten Rest des Dinkel-Roggen-Brotes von Sylt (mit Ukraine-Benefiz-Zuschlag).
Auf der Weiterfahrt folgen wieder landschaftlich schöne Abschnitte, bis es zum Schluss vor allem Hauptstrassen entlanggeht.

Nach einem zermürbenden Auf und Ab erreiche ich um 17 Uhr endlich Aarhus, mein heutiges Etappenziel.

Um 17.15 Uhr checke ich im Hotel ein und da ich wissen muss, wo ich mein Fahrrad hinstellen kann, muss ich mich trotz dem Online-Check-In bei der Rezeption melden.
Mein Zimmer ist im 7. Stock und der online gebuchte Balkon stellt sich als Flop heraus. Er ist so schmal, dass nicht mal ein Stuhl Platz hat darauf. Immerhin habe ich einen interessanten Ausblick.

Nach der Dusche mache ich mich in die nahegelegene Altstadt auf, wo ich schnell in einem Gartenrestaurant lande. Ich habe mal wieder Glück und finde ein schönes Plätzchen. Das bestellte Ribeye-Steak mundet ausgezeichnet und die Bedienung ist sehr nett. Zum guten Glück können alle hier englisch, denn dänisch verstehe ich kein Wort.

Nachher sehe ich mich noch ein wenig in der sehenswerten Stadt um. Es herrscht eine friedliche und belebte Stimmung.

Auf dieser Foto bin ich übrigens auch verewigt. Wer entdeckt mich?
Vor dieser Kirche geniesse ich die letzten Sonnenstrahlen und schreibe an meinem Blog. Dabei werde ich von einem holländischen, nicht mehr ganz jungen Tanzanimateur unterhalten, der Passanten mit Erfolg zum Tanzen animiert.
Ganz beschwingt von den heissen Rhythmen kehre ich in mein Hotel zurück und mache dort den Blog-Finish. Ein schöner Tag geht langsam zu Ende.

Fakten Etappe 2: Kolding – Aarhus
Gefahrene Kilometer: 105 km
Durchschnittsgeschwindigkeit: ca 15,5 Km/h
Übernachtung im Hotel Atlantic, Aarhus
































































































































