Beim heutigen Frühstück höre ich wieder schweizerdeutsch. Und als ich bemerke, dass meine Tischnachbarn einen Ostschweizer Dialekt sprechen, werde ich hellhörig. Der Dialekt klingt so vertraut, dass ich denke, dass das ältere Paar aus dem Raum Schaffhausen kommt. Das Wort «Tünnä» (= dünner Kuchen) outet die beiden definitiv als aus dieser Region. Ich spreche sie an und wir kommen miteinander ins Gespräch. Sie kommen aus Schlattingen und kennen eine ehemalige Schulkollegin von mir – die Welt ist klein. Sie fahren heute nach Mantua und ich mache mich auf den Weg nach Padua.

Ich staune, dass am heutigen Sonntagmorgen schon viel Betrieb ist in Ferrara. Unter anderem komme ich an einer Gruppe von Leuten vorbei, die sich in mittelalterliche- oder Renaissance-Montur geworfen haben und Pfeil und Bogen mit sich tragen.

Als ich wieder den Po erreiche und auf dem Deichweg fahre, überholen mich viele Velofahrer, machmal allein oder sogar in grossen Gruppen mit bis 30 Männern.
Als ich auf die linke Seite des Pos gewechselt bin, fällt mir zur linken ein stattliches Haus auf, es ist die Villa Norosini-Mantovani, wie ich dem Schild entnehmen kann.

Ich verlasse in der Folge die Po-Fahrradroute und erreiche nach etwa 40 km Rovigo, die erste grössere Stadt auf der heutigen Etappe. Auf der Piazza im Zentrum mache ich meinen ersten Halt und trinke eine Coca Cola.

Die heutige Route ist abwechlungsreicher als an den Vortagen. Ich befinde mich inzwischen am Fluss Adige (Etsch), den ich auf der fotografierten Brücke überquere.

Der heutige Tag war bis jetzt eher trüb, aber zur Mittagszeit hellt sich der Himmel auf und der blaue Himmel zeigt sich.

Ziemlich überrascht bin ich, als zu meiner Linken plötzlich Hügel auftauchen, das hatte ich gar nicht erwartet. Wie ich später herausfinde, sind es die sogenannten Euganeischen Hügel, die sich südwestlich von Padua aus der Po-Ebene erheben.

Heute verzichte ich auf eine Mittagsrast, denn ich möchte möglichst bald in Padova ankommen, um genügend Zeit für eine Stadtbesichtigung zu haben.
In der kleinen Stadt Monselice werde ich aber fast schwach, als ich freie Plätze in einem Gartenrestaurant entdecke…

Ich kann der Versuchung aber widerstehen und fahre weiter.
Die folgende Wegstrecke ist sehr schön und führt mich einem kleinen Fluss (oder Kanal?) entlang, der bis nach Padova führt.

Unterwegs passiere ich ein imposantes Schloss, es ist das Castello del Catajo.

Und täglich grüsst das Murmeltier (die Baustelle), ich hatte es schon ein wenig vermisst:

Irgendwie schaffe ich es auch hier, die gut abgesperrte Baustelle zu überlisten. Nun ist es nicht mehr weit nach Padova und ca. um halb vier erreiche ich das Zentrum dieser ausserordentlich schönen Stadt.

Die riesige Basilica fällt mir als erstes auf und der riesige Platz davor (einer der grössten Innenstadtplätze Europas). Als ich schon fast bei meinem Hotel bin, entdecke ich einen freien Tisch in einem Restaurant mit toller Aussicht auf die Basilica di Sant’ Antonio, die Unesco-Weltkulturerbe ist.

.Hier bestelle ich einen Salat und Spaghetti al pomodoro, Mittagessen und Nachtessen in einem.
Nach dem Einchecken im Hotel, das neben dieser Basilica liegt, erkunde ich noch ein wenig die äusserst sehenswerte Stadt. Es wimmelt von Leuten an diesem Sonntagabend im Zentrum der Altstadt.
Sehr berühmt ist der Pallazzo della Ragione, offenbar das heimliche Wahrzeichen von Padua.

Auf der Piazza dei Signori setze ich mich an den Tisch einer Bar mit Blick auf den berühmten Uhrtum, den Torre dell’ Orologio, mit einer astronomischen Uhr von 1437.

Hier schreibe ich bis zum Eindunkeln an meinem Blog. Voller Eindrücke schlendere ich nachher wieder zum Hotel zurück – ein weiterer schöner Tag neigt sich zu Ende.
Fakten Etappe 5: Ferrara-Padova
Gefahrene Strecke: 93 km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 15.7 km/h
Übernachtung im Hotel Casa del Pellegrino, Padova






























































































































