Day 4: Gunzenhausen-Bamberg (Zürich-Hamburg-Zürich-Tour)

Day 4: Gunzenhausen-Bamberg

Punkt 05.50 fahr ich los und verlasse Gunzenhausen. Es herrscht eine friedliche Stimmung so früh am Morgen. Ein wenig Nebel liegt über den Feldern, Ich entdecke einen Feldhasen (gibt’s die noch bei uns?), der gemütlich herumhoppelt. Es geht durch verschlafene Dörfer und wenig besiedelte Landschaften.

Ein Kirschbaum am weg lockt mit seinen Früchten; ich kann nicht widerstehen und pflück mir welche.

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Nach 35 km erreiche ich einen grösseren Ort: Schwabach

Gerade rechtzeitig, denn mein Magen knurrt schon bedrohlich. Nach der Riesentasse Milchkaffee, einem Joghurt mit Erdbeermarmalade und einem Dinkelbrötchen geht die Fahrt weiter Richtung Nürnberg. Der Verkehr nimmt zu, ich muss vorsichtig sein.

Schon von weitem sieht man den hohen Turm (Das neue Wahrzeichen Nürnbergs?).

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Ich passier ihn und gelange endlich in die Innenstadt, wo ich ein paar Fotos schiesse

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Die nächste Stadt auf dem Weg ist Erlangen. In dieser Stadt sieht man soviele Velos und Velofahrer wie ich es sonst nur in Amsterdam erlebt habe. Das ist eindrücklich und freut einen zu sehen.

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In einem schön gelegenen Cafe neben einem grossen Park bestelle ich eine Lachscremesuppe (nicht Lauch) und einen Caprese Salat. Schmeckt gut und sollte nicht dick machen.

Weiter geht’s bald dem Main-Donau-Kanal entlang, also geradeaus und der Rückenwind macht sich auch positiv bemerkbar.

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Unterwegs treffe ich eine junge Radfahrerin mit den gleichen gelben Satteltaschen und sehr viel zusätzlichem Gepäck (auf dem Bild noch ganz klein zu sehen). Ich spreche sie an und sie erzählt mir, dass sie an ein Kulturfestival nach Berlin fahre. Sie wundert sich, dass ich so wenig Gepäck habe … einen Kommentar dazu kann ich mir knapp verkneifen. Ich fahr wieder vor ihr los, aber wenig später holt sie mich ein, wechselt noch ein paar Worte mit mir – u.a. bewundert sie meine Profiausrüstung, (Smartphone als Navi etc.) meint noch, sie fahre halt lieber mit Karte und frage unterwegs halt dann die Leute… und lässt mich dann stehen. Wenig später sehe ich (ein ganz bisschen schadenfreudig), wie sie in eine Sackgasse hineinfährt. Komoot führt mich elegant um diese Sackgasse herum und ich liege wieder vorne. 15 Min. später überholt sie mich von neuem mit dem Kommentar «das geht ja hier wie an der Tour de France zu». Wieder etwa 15 Min. später – ich hatte sie zuvor schon fast aus den Augen verloren – nimmt sie die Schotterpiste auf dem Damm oben, während mich Komoot auf einen parallelen asphaltierten Wege unterhalb des Dammes lotst. Nun bin ich wieder schneller und überhol sie von neuem…

Nach dieser belustigenden Begebenheit erreiche ich schon bald Bamberg, eine wunderschöne Stadt -offenbar Weltkulturerbe wie mir jemand sagt. Ich bin zufrieden, dass ich hier einen Halt geplant habe und schaue mich hier noch ein wenig um.

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Nach dieser eher kurzen Etappe mit wenigen Steigungen fühle ich mich ziemlich gut; ein bisschen bange wird mir vor der morgigen Monsteretappe mit fast 140 km und vielen Steigungen…

Fakten: Strecke 113 km, 870m aufw., 6 Std. 54,
Übernachtung im Hotel SandStern, Bamberg

D4

 

 

 

 

Day 3: Ulm-Gunzenhausen (Zürich-Hamburg-Zürich-Tour)

Day 3

Punkt 6 Uhr fahr ich los; ohne gefrühstückt zu haben. Nach 40 km erreiche ich Heidenheim, wo der ersehnte Kaffee für gute Laune sorgt. Bald schon geht’s durch schöne Landschaften über die Schwäbsche Alb – meist abseits stark befahrener Strassen auf schön angelegten Velowegen oder Nebenstrassen, manchmal auch auf Schotterpisten. Idyllisch, aber nicht so lustig darauf zu fahren…

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Zwischenhalt in Nördlingen, einer wunderbaren kreisförmig angelegten durch Stadtmauern eingefassten, mittelalterlichen Stadt, von der ich zuvor noch nie gehört habe.

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In einem italienischen Restaurant mit Gartenrestaurant gibt’s was Rechtes: Spaghetti Bolognese. Eine Wohltat nach der eigenartigen Gemüsesuppe vom Vortag.

Frisch gestärkt sause ich in der Folge dahin, unterstützt von einem willkommenen Rückenwind. Ich werde übermütig und drücke heftig auf die Pedale, so heftig, dass ich mich selbst ermahnen muss, es nicht zu übertreiben. Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass schnell etwas knackt u. knirscht in den alten Gelenken und Knochen…

Was auffällt: Immer wieder taucht ein schöner Kirchturm auf und keiner gleicht dem anderen:

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Viel früher als erhofft erreiche ich mein Ziel Gunzeshausen. Und was für eine Überraschung: Das Hotel, in dem ich übernachte, hat sogar einen Wellnessbereich. Also ab in den Pool, wo ich meinen überhitzten Körper abkühle und die Waden an der Düse auflockere. Ein schöner Abschluss eines schönen Tages! So kann es weitergehen.

Fakten: Strecke 125 km, Höhendiff. 140m, Fahrzeit 7 Std. 41 Min.
Übernachtung im Parkhotel Altmühle, Gunzenhausen

D3

Day 2: Kreuzlingen-Ulm (Zürich-Hamburg-Zürich-Tour)

Tagwache um 05.15

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Nach dem Verpacken aller meiner Siebensachen fahr ich um 06.00 los: Es geht zur Fähre Konstanz Überlingen, die ich bald erreiche. Auf der Überfahrt geniesse ich die schöne Morgenstimmung bei Kaffee und Gipfel (leider nicht so fein wie die CH-Gipfel).

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Nach der Überfahrt geht’s weiter, z.T. mit happigen Steigungen, vor allem nach Marktdorf geht’s nur noch aufwärts. Ich steige ab und schieb das Velo, komme deshalb kaum noch vorwärts. Auf dem Weg durch das idyllische Benistobel fahre ich teilweise auf Schotterstrassen. Das ist nicht gerade das, was man sich wünscht als Velofahrer.

Gerade als ich zu hadern beginne, dass man in Dtl. so selten an Cafés vorbeifährt, taucht eines auf in einem schönen Ort namens Altshausen. Die Gelegenheit lasse ich mir nicht entgehen!

Wieder in Fahrt merke ich plötzlich, dass mit einem Pedal etwas nicht stimmt: Oh Schreck, es fällt auseinander – das fängt ja gut an, ein Defekt am zweiten Tag.
Doch als ich die Bescherung genauer anschaue, sehe ich, dass die lose gewordenen Schräubchen noch da sind. Dank Schweizer Taschenmesser gelingt es mir, das Pedal zu reparieren. Glück gehabt!

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Wenig später wunderbare Barockkirche in Steinhausen, da muss eine Foto gemacht werden:

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Und gerade als der grosse Hunger kommt, fahre ich ins wunderschöne mittelalterliche Städtchen Biberach ein; ich geniesse eine Gemüsesuppe (in einer Riesenbowle schwimmt ein Haufen Gemüse herum, so hatte ich mir das nicht vorgestellt) und einen Salat. Ich soll doch auch abnehmen: Ein Sekundärziel meiner Reise!

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Nach Biberach geht’s flott daher, bald schon sehe ich den alles überragenden Münsterturm von Ulm (der höchste Kirchturm der Welt). Kurz vor 16 Uhr checke ich im Hotel ein und stehe bald darauf zuoberst auf diesem Turm und geniesse die eindrückliche Aussicht:

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Fakts: Gefahrene Strecke 130 Km, Höhendifferenz 1’320 m, Fahrzeit 8 Std. 3 Min.
Übernachtung im Hotel am Münsterplatz

D2

Day 1: Egg ZH-Kreuzlingen (Zürich-Hamburg-Zürich-Tour)

Endlich ist es soweit. Nach herzlicher Verabschiedung geht’s um 15.30 los.

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Das Abenteuer Hamburg retour per Velo beginnt! In flotter Fahrt geht’s über Winterthur und Frauenfeld Richtung Kreuzlingen. Das Wetter angenehm, die Temperatur auch. Doch bald ziehen dunkle Wolken auf und es beginnt zu schütten; glücklicherweise kann ich unter einer grossen Scheune die Regenklamotten montieren, so dass mir der Platzregen fast nichts anhaben kann. Nach einem kleinen Abstecher zum Hafen Konstanz (ich hatte wohl meine app falsch programmiert), lande ich schliesslich am richtigen Ort – fast rechtzeitig zum WM-Knüller Schweiz-Brasilien.

Fakten: Streckenlänge 74.2 km, Fahrzeit 4 Std. 21 Min.
Übernachtung im Hotel an der Schifflände, Kreuzlingen

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