Day 5 Leiwen – Cochem (Moselradtour)

Nach gutem Schlaf in meinem Häuschen im Eurostrand Resort Moseltal frühstücke ich ausgiebig und fahre um 08.45 Uhr los. Ich sinniere nochmals über das Konzept dieses Hotel nach und frage mich, wo der Strand ist, denn das Resort ist auf einem Hügel hoch über der Mosel – landschaftlich ist es aber traumhaft hier:

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Der Himmel ist heute leicht bedeckt – ist  das ein Vorbote eines Wetterumsturzes, frage ich mich. Am heutigen Tag fahre ich zumeist der Mosel entlang und ich staune über die unendlichen Weinberge. Wer trinkt all diesen Wein, würde ich gerne wissen. Als ich diesen Weinbergen entlang fahre, entdecke ich plötzlich einen Haufen junger Leute, die den Weinstöcken entlanglaufen und irgend etwas entfernen und in einen Plastiksack stecken, ich kann aber nicht genau erkennen, was sie genau machen.

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Immer wieder fahr ich durch wunderschöne Orte wie z.B. Neumagen, das sich als ältestes Weinbaudorf anpreist.

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Neumagen

In Bernkastel, einer grösseren Ortschaft, kann ich wieder einen Ersatzschlauch kaufen; ich bin froh darüber, denn bei einer weiteren Panne wäre ich aufgeschmissen…

Beeindruckt bin ich von der neuen Hochmoselautobahnbrücke, die fast 160 m hoch ist und dieses Jahr eröffnet werden soll:

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Neue Hochmoselbrücke

Was an den Weinbergen hier speziell ist, dass sie in grossen weissen Lettern jeweils angeschrieben sind. Unterwegs treffe ich auf folgenden eher kuriosen Namen:

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Es sind auffallend viele Touristen unterwegs, ich kann es verstehen, denn die Gegend mit den schönen, ursprünglichen Ortschaften und der reizvollen Flusslandschaft ist wunderbar.

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Traben-Trarbach

In Zell, nach ca. 60 km Fahrt, mache ich meinen Mittagshalt und esse einen Flammkuchen; man spürt die Nähe zu Belgien, denn Flammkuchen werden hier in jedem zweiten Restaurant angeboten.

Man könnte hier an jeder Ecke einkehren, es gibt Weinschenken, Cafés und Restaurants bis zum Abwinken. Immer wieder stosse ich auch auf den Namen „Strauss-Gasthof“. Zuerst dachte ich, hier gibt’s Straussenfleisch oder – zweite Hypothese – stehen hier einfach Blumensträusse auf den Tischen? Ich weiss es nicht.

Eigentlich würde ich gerne mal einen Wein kosten. Es gibt hier unzählige Produzenten, die dies anbieten. Wäre aber wohl eine schlechte Idee…

Die heutige Etappe ist bisher die schönste. Ich lasse die Bilder sprechen:

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historischer Ort Beilstein

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ehemaliges Kloster Stuben

Da die Mosel im Abschnitt, den ich heute durchfahre, stark mäandriert, habe ich je nach Richtung, in der sie gerade fliesst, mal Gegenwind, mal Rückenwind, mal Seitenwind. So komme ich besser als am Vortag vorwärts und erreiche gegen 17.30 Uhr Cochem, das Ziel der heutigen Etappe. Schon von weitem sehe ich, dass dies wohl eine besonders sehenswerte Stadt ist:

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Cochem

Auch mein Hotel ist ganz schick und innen sehr modern.

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Hotel Ravène, Cochem

Für einmal funktioniert das WLAN perfekt, so dass ich ohne grössere Probleme die Bilder für diesen Blog hochladen kann.

Ich schlendere noch ein wenig durch diese guterhaltene (mittelalterliche?) Stadt und lasse sie auf mich wirken.

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Cochem

Müde vom heutigen Tag setze ich mich in ein Bistro und möchte etwas essen, doch die Küche ist schon geschlossen, … so trink ich halt ein Bierchen und schreib dabei an meinem Blog. Der Hunger treibt mich später in ein Hotelrestaurant. Dort esse ich Spargel und trinke einen trockenen roten Moselwein (man hätte auch halbtrocken und süss wählen können). Die Spargeln waren gut, doch der Wein enttäuscht mich. Da bleib ich doch lieber bei den Italienern, Franzosen und Spaniern.

Fakten:
Leiwen – Cochem
Gefahrene Strecke : 111 km
Rauf : 470 m/ Runter : 550  m
Fahrzeit: 7 Std. 2 Min.

Übernachtung im Hotel Ravène (schönes, modernes Zimmer)

Day 5

Streckenplan Leiwen – Cochem

 

 

Day 4 Thionville – Leiwen (Moselradtour)

Der heutige Tag beginnt mit einem anständigen Frühstück im sehr familiären Logis-Hôtel des Oliviers.

Um 08.30 fahr ich los und wundere mich, dass mich Komoot über die Mosel und bald in ein unansehliches Kleinindustrieviertel führt; ich ärgere mich mal wieder über diese App, die wohl einfach wieder mal kopflos den kürzesten Weg wählt statt den Moselradweg zu nehmen. Zu allem Übel merke ich, dass mein Hinterreifen merklich wenig Luft hat – hab ich einen schleichenden Plattfuss, frag ich mich.

Da kommt eine Autowaschanlage gerade richtig; da hat es bestimmt auch eine Luftpumpe. Genau:

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Ich pumpe den Reifen wieder auf 4 Bar und fahr ziemlich beunruhigt weiter. Auf einen Schlauchwechsel habe ich null Bock – und es ist natürlich wieder der Hinterreifen, der Probleme macht und da kriegt man beim Wechsel besonders schmutzige Hände. Ein helfender blonder Engel mit Erfrischungstüchlein ist diesmal auch nicht in Sicht. So fahr ich halt weiter und schau wie lange die Luft hält. Erstaunlich lange.

Nach ca. 30 km erreiche ich die Grenze zu Deutschland und verlasse Frankreich. Man merkt, dass die Deutschen fahrradbegeisterter sind als die Franzosen, denn der Moselradweg ist jetzt durchwegs beschildert und die Velowege in einem guten Zustand. Es hat sehr viele Leute unterwegs an diesem Ostermontag. Es ist auch landschaftlich sehr schön. Die Mosel ist nun gesäumt mit den berühmten Moselweinbergen.

Bald mache ich die erste Pause und setze mich auf eine Bank. Zum guten Glück habe ich noch Datteln und Cashewnüsse, denn die Läden sind heute alle zu.

Als ich da so sitze, fährt ein grosses Lastschiff vorbei. Es trägt den japanischen Namen «Sakura» (übersetzt Kirschblüte)

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Dazu kommt mir doch gleich eine lustige Begebenheit in den Sinn, die sich vor etwa 10 Jahren zugetragen hat. (Meine Kinder würden jetzt sagen «Papa, wir kennen diese Geschichte, du hast sie uns schon hundertmal erzählt). Also, an unserer Schule hatten wir Besuch von japanischen Lehrpersonen, die zu Weiterbildungszwecken unseren Unterricht besuchten. Zu mir kam ein Mathematiklehrer in den Unterricht, und um ihm ein Freude zu machen, hatte ich die Idee, mit meiner Schülergruppe das japanische Lied «Sakura» zu lernen. Ich bat ihn, uns den Text vorzulesen, damit wir eine Idee hätten, wie der Text ausgesprochen wird. Er verstand mich wohl nicht genau und begann das Lied zu singen – leider konnte er aber überhaupt nicht singen. Natürlich liessen wir uns nichts anmerken und sangen anschliessend das Lied. Er hat sich sehr darüber gefreut.

Übrigens – sicherheitshalber pumpe ich den Hinterreifen wieder auf, er hatte doch wieder ein bisschen Luft verloren. Mal schauen wie lange es geht, bis er wieder hin und her zu eiern beginnt .

In der Folge fasziniert mich eine Entenfamilie mit neun Entenküklein. Was ist das wohl für eine Entenart? Solche Enten habe ich noch nie gesehen.

 

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Bald schon erreiche ich einen Ort namens „Oberbillig“. Hier muss ich eine Fähre nehmen, die zum Ort „Wasserbillig“ übersetzt. Die Fahrt ist ziemlich billig: 70 Cent für das Fahrrad, 70 Cent für mich.

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Fähre zwischen Oberbillig und Wasserbillig

Leider beginnt mein Hinterrad schon wieder hin und her zu schwanken. Schweren Herzens entschliesse ich mich, nun endlich den Schlauch zu wechseln. Als ich den Mantel kontrolliere, sehe ich, dass sich ein kleines scharfkantiges Kieselsteinchen in den Pneu «gefressen» hat und wohl den Schlauch leicht angeritzt hatte. Ich entferne das Steinchen und montiere den neuen Schlauch. Das geht doch ziemlich fix und ich bin stolz, dass ich das ohne Probleme schaffe

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Zufrieden fahr ich weiter und bald schon verlasse ich die Route, denn ich möchte einen Blick auf die bekannte  Stadt Trier machen, deren Zentrum auf der anderen Seite der Mosel liegt.

Ich bereue den kleinen Abstecher nicht, die Altstadt von Trier ist eindrücklich:

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Altstadt von Trier

Und den Dom muss man einfach mal gesehen habe (älteste Bischofskirche Deutschlands). Ich installiere mich in einem Café gleich davor und geniesse den Anblick, während ich mich mit einem Eiscafé abkühle.

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Dom von Trier

Gerne wäre ich hier noch ein wenig länger geblieben, aber ich hab ja noch ca. 30 km bis zu meinem Etappenziel Leiwen. Also fahr ich wieder los.

Ich habe wieder Wetterglück heute, nur weht manchmal ein sehr kräftiger Gegenwind, so dass ich nicht so recht vorankomme; ausserdem schmerzt das Knie immer noch. Ich bin aber froh, dass es nicht schlimmer ist als am Vortag ist, aber es handicapiert mich doch ziemlich (vor allem beim Bergauffahren).

Landschaftlich wird es nach Trier wieder sehr schön und ich geniesse trotz Wind und Schmerzen die schönen Landschaften im milden Abendlicht.

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Die Etappe zieht sich hin heute und ich bin ziemlich fertig, als ich endlich Leiwen erreiche. Zu allem Unglück finde ich mein Hotel nicht, weder Apple-Maps noch Komoot kann mit der bei booking.com hinterlegten Adresse etwas anfangen. Also versuche ich es halt mit der alten Methode: Leute fragen. Das hilft. Um 19.15 Uhr komme ich endlich im «Eurostrand Resort Moseltal» an. Klingt ein bisschen merkwürdig und ist es auch: Massentourismus Konzept All Inclusive. Bekomme gerade noch ein Nachtessen, weil um 19.30 Uhr Schluss ist (bei den Franzosen beginnt um diese Zeit das Nachtessen frühestens). Ich setz mich deshalb in den Veloklamotten auf die Terrasse und kann mich am Buffet selbst bedienen. Drinnen sind wohl einige hundert Leute am Speisen:

Als ich zur Unterkunft komme geht das Staunen weiter: Ich habe ein ganzes Häuschen für mich alleine:

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„Eurostrand Resort Moseltal“

Nach einer erfrischenden Dusche schaue ich mich noch ein wenig um in diesem Masssentourismus-Resort. Es ist für Leute ausgelegt, die sich nicht so gerne mit selbst beschäftigen. Im grossen Speisesaal spielen nun schätzungsweise 200 Personen Bingo, in der Bar läuft laute Musik, es gibt einen Bowling-Room etc.

Ich setz mich draussen hin, trink Gratis-Bier (gefährlich!!!) und schreib an meinem Blog. Auch hier draussen werde ich mit unerträglicher Musik berieselt. Ich bin froh, dass ich hier nicht Ferien machen muss – für eine Nacht ist es aber ganz ok.

Fakten:
Thionville – Leiwen
Gefahrene Strecke : 120 km
Rauf : 660 m/ Runter : 660m
Fahrzeit: 8 St. 5 Min.

Übernachtung im „Eurostrand Resort Moseltal“: Eher etwas für Familienferien etc. / Das All-Inclusive-Konzept ist perfekt für Leute, die gerne viel essen und viel trinken (Freibier!!!). Sehr schön gelegen.

Day 4

Streckenplan Thionville – Leiwen

 

 

 

Day 3 Nancy – Thionville (Moselradtour)

Heute bin ich ein wenig später. Der Grund: Frühstück gibt’s hier erst ab 08.00. Also fahr ich heute erst um 08.45 los. Bald schon bin ich wieder an einem Kanal, der von einem Fluss begleitet wird (oder umgekehrt). Das Wetter ist mir hold, somit bin ich gutgelaunt und ich bin gespannt auf den heutigen Tag.

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Nach ca. 10 km mündet die Meurthe, der ich entlang gefahren bin, in die Mosel – die Moselradfahrt kann also weitergehen.

Kurze Zeit später lockt mich Komoot in die Hügel. Obwohl ich sehe, dass die Mosel eine Schlaufe macht und der offizielle Radweg wohl der Mosel entlangführt, nehm ich die Abkürzung über die „Berge“. Als ich oben bin, bemerke ich, dass dies kein guter Entscheid war.

Als ich mich nämlich schon auf die Abfahrt freue, sehe ich, dass der asphaltierte Weg endet und eine üble Holperpiste folgt. Im Rückblick:

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Es scheint ein Gesetz zu sein: wenn ich in kritischen Fällen Komoot folge, kommt’s falsch heraus und umgekehrt (diese Thematik wird mich noch den ganzen Tag verfolgen – und verfolgt mich übertragen aufs Leben auch sonst manchmal).

Lustigerweise überholen mich kurz darauf zwei rüstige ältere Mountainbiker, die mich verwundert fragen, ob ich mich verirrt habe («vous êtes perdu?»). Ich erkläre Ihnen mein Malaise mit meiner App und lasse sie ratlos zurück. Im Schritttempo quäle ich mich die Holperpiste bis zur Mosel herunter und finde dort natürlich den schönsten Veloweg, den man sich vorstellen kann.

Ich will aber nicht klagen, die Sonne scheint und die Wege entlang der Mosel oder den Kanälen sind sehr schön.

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In einer kleinen Stadt namens Pont-à-Mousson mache ich den ersten Halt.

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Pont-à-Mousson

Nachher folge ich meist der Mosel und habe immer wieder einen schönen Blick auf diesen Fluss:

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Auch höre ich wieder einen Kuckuck – und ich bin begeistert, als ich merke, dass er im Quartintervall ruft – das hatte ich noch nie gehört, deshalb nehm ich den Quartenkuckuck zum Beweis auf.

Kurz darauf sehe ich ein eindrückliches Brückenfragment:

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Die Schautafel klärt mich über diese Brücke auf: Es ist der längste von den Römern je erbaute Aquaedukt, unglaubliche 1.125 km lang – es ist eindrücklich, ich kann nur noch staunen, wozu die Römer vor ca. 1800 Jahren fähig waren.

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Nach diesem Highlight wartet die grösste Stadt der heutigen Etappe auf mein Vorbeikommen: Metz (die Metzer sagen Mess und werden böse, wenn man ihre Stadt falsch ausspricht, klärt mich ein Franzose auf.)

Natürlich muss ich die Komoot-Route verlassen, um die Innenstadt zu sehen.

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Cathédrale de Metz

In der Folge fahre ich auf meist schönen und neuen Fahrradwegen Richtung Thionville. Unterwegs kommt mir das erste grössere Schiff entgegen, die „Promesse“.

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Schliesslich erreiche ich Thionville, eine kleine Stadt mit schönem Stadtkern:

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Thionville

Es war wieder eine sehr schöne Etappe heute, der Rücken wird immer besser, dafür macht mir heute das linke Knie Sorgen, es ist stark geschwollen, wie ich abends bemerke. Als ich ein bisschen durch die Stadt schlendern möchte, kann ich kaum mehr schmerzfrei gehen. Wie ein Schwerverletzter humple ich langsam durch die kleine Stadt. Ich finde ein schönes Gartenrestaurant, wo ich mich draussen hinsetze, so warm ist es noch. Ich gönne mir eine Pizza und einen ganz kleinen Dessert (Er ist wirklich klein – kaum der Rede wert!)

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Fakten:
Strecke: Nancy – Thionville
Gefahrene Strecke : 105 km
Rauf : 630 m/ Runter : 700  m
Fahrzeit: 7 Std. 4 Min.

Übernachtung im Logis-Hôtel des Oliviers (ziemlich preiswert und auch sonst i.O., das WLAN funktioniert einwandfrei, begann schon an den Franzosen zu zweifeln diesbezüglich)

Day 3

Streckenplan Nancy – Thionville

 

 

Day 2 Remiremont – Nancy (Moselradtour)

Nach einem eher dürftigen französischen Frühstück fahr ich um 08.00 los. Der Himmel ist wolkenlos und wird es den ganzen Tag bleiben.

Zuerst fahr ich auf wenig befahrenen Nebenstrassen – nur manchmal sehe ich die Mosel von weitem:

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Nach etwa 30km erreiche ich die nächste grössere Stadt: Epinal

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Epinal

Hier trinke ich einen Kaffee und geniesse die Sonne. Es ist schon erstaunlich warm, obwohl es erst 10 Uhr ist. In dieser Stadt entdecke ich auch diese lustige Wandmalerei – passt genau zu mir, nur weiss ich nicht so recht, welcher dieser Pedaleure mir am nächsten kommt (Bergspezialist war ich früher einmal…).

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Nachher folgt der schönste Teil der Etappe. Es geht meist dem „canal de Vosges“ entlang, der fast immer parallel zur Mosel verläuft.

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Mosel (links) und Canal des Vosges (rechts)

Ich bestaune diesen Kanal, denn er hat eine beachtliche Länge (124km) und unzählige Schleusen. Im Internet lese ich, dass der Kanal in den Jahren 1874 bis 1882 als Transportweg erbaut wurde. Die Mosel war dazu wohl ungeeignet, aber sicher praktisch als Wasserlieferant. Schiffe sehe ich den ganzen Tag keine, nur einmal steckt eines gerade in einer Schleuse.

Auf dem schön angelegten und meist geteerten Veloweg geniesse ich das schnelle Vorankommen.

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Als ich an kleinen Seen vorbeikomme, an denen ich immer wieder Fischer erblicke, mache ich meinen Mittagshalt.

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Es ist aber so heiss an der prallen Sonne, dass ich bald wieder weiterfahre. Zu meiner Enttäuschung hört der schöne Veloweg aber unvermittelt auf mit der Ankündigung «fin provisoire de la route de vélo». Ich folgere, dass eine Weiterführung geplant ist…

Ich bin nun plötzlich auf einer holprigen Schotterpiste gelandet, auf der ich fast nur noch im Schritttempo vorankomme.

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Ich füge mich in das Schicksal, bin aber froh, dass nach kurzer Leidenszeit die Route nun auf einer wenig befahrenen Nebenstrasse auf der linken Seite des Kanals verläuft, auf der ich wieder flott vorankomme; in der Folge möchte mich Komoot immer wieder auf den Kanalholperpfad locken, ich bleibe aber lieber auf der geteerten Strasse.

Irgendwann verlasse ich diesen Kanal – ich bin nun schon bald in Nancy, meinem Ziel der heutigen Etappe. Man merkt, dass man in die Nàhe einer grösseren Stadt kommt, es hat mehr Verkehr, mehr Strassen und bald auch eine Unmenge an Shoppingcenters mit riesigen Parkplätzen. Ich bin froh, dass ich immer auf separaten Velospuren fahren darf, aber man muss höllisch aufpassen bei den vielen Einfahrten zu diesen Shoppingcentern.

Ich bin erleichtert, als ich endlich in der Innenstadt von Nancy bin; die App führt mich zielgenau zu meinem Hotel, das gleich neben der Kathedrale liegt.

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Im Vergleich zu gestrigen Etappe war die heutige ziemlich kurz und leicht. Ich bin froh darüber, denn der Rücken schmerzt immer noch ein wenig und auch sonst tut noch einiges weh, aber es wird besser…

Nach einer Dusche und einem kleinen Nickerchen entdecke ich die mir bisher unbekannte aber sehr schöne Stadt, nachdem mir die nette Rezeptionistin noch einige Tipps auf den Weg gegeben hat. Es ist sommerlich warm und es hat viele Leute in den Strassencafés.

Hier einige Eindrücke dieser Stadt:

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Cathédrale de Nancy

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Place Stanislas

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Place de la Carrière

In einem italienischen Restaurant finde ich ein Plätzchen draussen und geniesse „boeuf avec frites et salade“:

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Schon bald humple ich in mein Hotel zurück – der Rücken ist jetzt besser, dafür schmerzt plötzlich das linke Knie. Ich werde nicht jünger…

Fakten:
Remiremont (a. der Mosel) – Nancy
Gefahrene Strecke : 103 km
Rauf : 640 m/ Runter : 830 m
Fahrzeit: 6 St. 12 Min.

Übernachtung im Hotel des Prélats (sehr schönes historisches Hotel, herziges Zimmer, nur das WLAN ist im Zimmer unbrauchbar, ich kann aber unten bei der Rezeption «arbeiten»)

Auflösung Rätsel Vortag: Ein Gleitschirmpilot ist mit seinem Gleitschirm auf einem Baum gelandet. Hoffentlich hat er sich nicht wehgetan!

Day 2

Streckenplan Remiremont – Nancy

Day 1: Basel – Remiremont (Moselradtour)

Nun startet sie also, meine Mosel-Fahrradtour.  Am Vortag bin ich von Basel ca. 10 km nach Village-Neuf gefahren, wo ich in der kleinen Privatpension Villa Esterel übernachtete und wo ich wunderbar schlief.

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Frühmorgens um 07.10 fahr ich los. Zuerst fahr ich einem idyllischen Kanal entlang. Es ist ziemlich kalt und ich friere an Händen und Füssen.

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Wenig später fahr ich lange durch lichte Wälder begleitet von ständigem frühmorgendlichem Vogelgezwitscher. Es ist wunderbar in dieser friedlichen Morgenstimmung.

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Ich höre einen Kuckuck rufen und versuche – déformation professionnelle – herauszufinden, ob er nun eine kleine od. grosse Terz kuckuckt; es ist eine grosse, aber vielleicht gibt es auch traurige Kuckucks, die eine kleine Terz (Mollterz) rufen und in meinem Chor singen wir momentan ein Lied, wo er sogar einen Quartsprung macht (singt’s uf em Nussbaum scho gu-ggu).

Nach ca. 30 km erreiche ich Mulhouse, wo ich zu frühstücken gedenke. Leider führt mich Komoot (meine Navigationsapp) mal wieder am Zentrum vorbei, weshalb ich mich entschliesse, dieses selbst zu suchen, was sich als gar nicht so einfach herausstellt. Es ist ziemlich tote Hose an diesem heiligen Freitag (vendredi saint). Schliesslich finde ich doch noch ein Cafe ganz in der Nähe der Cathédrale (eigentlich Temple Saint-Etienne de Mulhouse).

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Cathédrale de Mulhouse

Ich muss aber die croissants zum Kaffee zuerst noch selbst organisieren, was ebenfalls nicht einfach ist. Schliesslich habe ich alles organisiert und kann den lange ersehnten Kaffee geniessen.

Nach Mulhouse sichte ich bald die Hügelkette der Vogesen und fahre in der Folge einem Flüsschen namens Thur entlang – ich wusste nicht, dass es auch in Frankreich eine Thur gibt. Es ist idyllisch hier und ich begegne einigen Fahrradfahrern.

In diesem Thurtal (vallée de la Thur) gibt es schmucke Dörfer wie z.B. Thann, das ich in der Folge passiere.

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Thann

In der Zwischenzeit ist es fast schon sommerlich warm geworden; ich kann meine warme Softshelljacke ausziehen und komme doch fast ins Schwitzen. Unterwegs schliesst ein älterer Velofahrer zu mir auf, mit dem ich mich ein wenig unterhalte. Er ist auch Fahrradtouren-Freak (volles Programm mit Biwacking). Deshalb staunt er ziemlich über mein weniges Gepäck.

Kurze Zeit später entdecke ich was Buntes in einem blühendem Baum. Was ist das? Wer findet’s heraus?

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Leider muss, ich als die Strasse stärker zu steigen beginnt, den angenehmen Veloweg verlassen. Ich befinde mich nun auf einer veritablen Passstrasse mit recht viel Verkehr und sogar Lastwagen.

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Der Ausblick ist schön, aber über den Bergen bilden sich dunkle Wolken, aus denen zuerst der Donner grollt und es bald auch leicht zu regnen beginnt.

Damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet. In der Hoffnung, dass sich das Ganze bald wieder verzieht, warte ich damit, die Regenkleider anzuziehen und als der Regen stärker wird, stelle ich mich unter ein schützendes Dächlein einer Touristikwerbetafel.

Bald kann ich wieder weiterfahren und ich erreiche die Passhöhe des Col de Bussang, der mit Schweizer Pässen natürlich nicht zu vergleichen ist, mich aber dennoch ziemlich viel Energie gekostet hat.

Gleich nachher entdecke ich ein Schild. «Source de la Moselle» steht drauf.

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Source de la Moselle

Hier beginnt nun also meine eigentlich Mosel-Fahrradtour, die mich der Mosel/Moselle entlang bis nach Koblenz führen wird.

Leider beginnt es nun wieder zu regnen, weshalb ich bei einem Unterstand Halt mache und mich nun endlich dazu entschliesse, Regenhose und Schuhschütze überzuziehen.

Ich bewundere dabei das Bahnhofsgebäude von Bussang; alles da – nur die Geleise fehlen.

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Dafür fahre ich nun dort, wo früher die Geleise waren; das sind immer die schönsten Radwege. Diese Radwege in Frankreich, die auf ehemaligen Zugsgeleisen errichtet wurden, sind unter voiesvertes.com aufgeführt. Diese Website werde ich sicher vor meiner nächsten Frankreich-Tour im Sommer konsultieren.

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voie verte (Radweg auf ehemaligem Zugsgeleise) und Mosel

Bald schon erreiche ich Remiremont, das Ziel meiner heutigen Etappe.

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Remiremont

Ich bin ziemlich «kaputt», fast alles schmerzt; ein wenig Sorgen bereitet mir der Rücken, es fährt mir immer mal wieder hexenschussartig hinein, ziemlich schmerzhaft u. auch mühsam beim Socken- und Schuheanziehen. Hoffentlich wird das wieder besser.

Nach einer wohlig warmen Dusche schlendere ich ein bisschen im Städtchen herum, werfe einen Blick in die église abbatiale.

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église abbatiale de Remiremont

Draussen an der Sonne trinke ich ein Bierchen u. mache nachher Einkäufe.

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Remiremont

Zum guten Glück finde ich gleich neben dem Hotel ein italienisches Restaurant, wo ich mein Standardmenu auf Velotour esse: Spaghetti Bolognese. Auf Wein und Dessert verzichte ich für einmal, ich möchte ja auch wieder ein bisschen abnehmen und die Früchte meiner Anstrengungen in Form eines ansehnlicheren Bauches ernten. (Bei einem Corretto con Grappa wäre ich schwach geworden, das bietet das Restaurant aber nicht an; kein Wunder, wenn Franzosen ein italienisches Restaurant betreiben – ich mag mich aber nicht ärgern, sonst war alles tip-top).

Schlafen werde ich heute abend sicher wie ein Bär! Doch zuerst muss ich noch den Blog fertigschreiben…

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Fakten:
Village-Neuf (bei Basel) – Remiremont (a. der Mosel)
Gefahrene Strecke : 117 km
Rauf : 940 m/ Runter : 780m
Fahrzeit: 7 St. 34 Min.

Übernachtung im „Hotel du Cheval de Bronze“ (ganz ok, aber alles ein bisschen schräg, wörtlich genommen,  und extrem grottiges WLAN, das mich fast in den Wahnsinn getrieben hat beim Bilderhochladen für den Blog)

Day 1

Streckenplan Village-Neuf (bei Basel) – Remiremont

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Day 1-5: Ulm-Linz-Tour Zusammenfassung

Ein Stück fehlte mir noch vom Donau-Radweg von Donaueschingen nach Wien. Die Strecke von Ulm nach Linz. Die Strecken Donaueschingen bis Ulm und Linz bis Wien habe ich schon auf früheren Fahrradtouren befahren.

Auf den beiden folgenden Karten kann man sich ein Bild vom Lauf der Donau machen in diesem Abschnitt:

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Donauradweg Passau-Linz

Auf der Anreise mit dem Zug von Zürich nach Ulm fuhr ich durch meine alte Heimat, den Kanton Schaffhausen, dem nördlichsten Kanton der Schweiz. In der Bildmitte erblickt man ein schlossähnliches Gebäude, die Kantonsschule Schaffhausen, welche ich vor langer Zeit besuchte.

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Schaffhausen (mit Kantonsschule und Munot im Hintergrund)

Danach passierte der Zug den Grenzort Thayngen, wo ich aufgewachsen bin.

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Doch nun zur Fahrradtour: Sie begann am 6. Oktober 2018 in Ulm, der Stadt mit dem höchsten Kirchturm der Welt, dem eindrücklichen Turm des Ulmer Münsters, der 161.5 Meter hoch ist.

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Ulm, mit Kirchturm des Münsters im Hintergrund

Die erste Etappe führte nach Neuburg a. d. Donau, einer hübschen Kleinstadt, ca. 110 km von Ulm entfernt, wenn man den direkten Weg nimmt. Da ich aber dem Donau-Radweg folgte, waren es schliesslich 132 km, eine happige Distanz für den ersten Tag.

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Neuburg a. d. Donau

Die zweite Etappe führte mich von Neuburg a. d. Donau nach Regensburg. Eine Etappe, die durch schöne Kleinstädte wie Lauingen oder Dillingen führte und mit 101 km gerade eine richtige Länge hatte. Es hätte sich gelohnt, in Regensburg mit seinem eindrücklichen Dom und der grossen Altstadt einen längeren Halt zu machen. Immerhin hatte ich genügend Zeit, durch die Altstadt zu schlendern und den Dom auch innen anzuschauen.

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Regensburg (mit Dom im Hintergrund)

Auf der dritten Etappe ging’s von Regensburg weiter nach Vilshofen, einer hübschen Kleinstadt ca. 20 km vor Passau.

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Vilshofen

Die vierte Etappe führte mich von Vilshofen über Passau nach Aschach und damit von Deutschland nach Österreich. Diese Etappe war die schönste meiner Tour. Vor allem der Abschnitt mit der Schlögener Schlinge, in der die Donau eine enge Schlaufe macht, ist äusserst reizvoll.

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Donau (bei Schlögener Schlinge)

Nach 93 km erreichte ich Aschach, ein kleines Städtchen am Ufer der Donau.

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Aschach

Die fünfte und letzte Etappe ging von Aschach nach Linz. Sie war nur 32 km lang, denn ich sollte ja an diesem Tag mit der Bahn nach Hause fahren.

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Linz

Eine schöne 4 1/2 tägige Tour bei wunderbarem Herbstwetter und meist auf tollen Radwegen ging damit in Linz zu Ende.

Fakten Fahrradtour Ulm – Linz (meist auf dem Donauradweg)
Gefahrene Strecke: 477 km
Fahrzeit total: 29 Std. 13 Min.
Durchschnittsgeschwindigkeit: 16.34 km/h

Day 5: Aschach-Linz (Ulm-Linz-Tour)

Die letzte Etappe meiner Fahrradtour Ulm-Linz wird mit Abstand die kürzeste sein. Ich soll heute ja noch den Zug von Linz nach Zürich erreichen, der um 14:46 in Linz losfährt.

Ich habe also genügend Zeit und kann ausschlafen. Um 09.00 fahr ich in Aschach los, nicht ohne noch eine Foto zu schiessen von meiner Unterkunft, dem Gasthaus zur Sonne.

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Es ist sehr neblig zu Beginn, man sieht kaum die Donau, dabei fahr ich gleich daneben auf einem Damm.

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Nach ca. 15 km muss ich mit einer Fähre auf die andere Seite der Donau wechseln. Es warten schon andere Velofahrer, mit denen ich ins Gespräch komme.

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Es sind übrigens auffallend viele Pensionierte unterwegs auf dem Donauradweg – unterwegs halten mich sogar zwei ältere englischsprachige Damen an (mind. 80 Jahre alt!), die nicht sicher sind, ob sie auf dem richtigen Weg sind.

Die Fähre funktioniert nach einem physikalischen Prinzip, das ich nicht kannte. Sie bringt uns nach Ottensheim, einem kleinen, aber schönen Ort direkt an der Donau.

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In Ottensheim angekommen mache ich meinen obligaten Kaffeehalt und esse dabei einen feinen Marillenkuchen.

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Bei der Weiterfahrt treffe ich ein Paar aus der Nähe von Stuttgart, das ich am Vorabend beim Nachtessen kennengelernt hatte. Es scheint nun wieder die Sonne und es ist angenehm warm.

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Bald schon erreiche ich Linz, mein heutiges Etappenziel.

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In einem hübschen Café, dem Cafe Meier, geniesse ich noch ein wenig das Draussensein an der Wärme.

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Nachher fahre ich Richtung Hauptbahnhof Linz, um von dort die Heimreise nach Zürich anzutreten. Der komfortable Rail-Jet bringt mich direkt nach Zürich, trifft aber mit 30 Min. Verspätung dort ein.

Fakten:
Gefahrene Strecke: 31.4 km
Fahrzeit: 2 Std. 17 Min.
Bergauf: 120 m / bergab: 130 m

D5 Aschach-Linz

Day 4: Vilshofen-Aschach (Ulm-Linz-Tour)

Der Tag beginnt im Nebel. Zu Beginn der heutigen Etappe fahre ich meist der Donau entlang. Dies hat auch im Nebel seinen Reiz.

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Manchmal ist der Nebel so dicht, dass man kaum das andere Ufer erblickt.

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Nach etwa 20 km erreiche ich Passau, die Stadt, bei der Donau, Inn und Isar zusammenmünden und es deshalb manchmal auch Überschwemmungen gibt. Dieses Jahr ist das aber kein Problem, es hat ja so wenig geregnet. Ich fahre ein wenig durch die Altstadt und staune, dass schon englischsprachige Touristengruppen unterwegs sind, deren Teilnehmer mehr oder weniger interessiert den Ausführungen der Guides lauschen. Ich schiesse einige Fotos und verlasse die Stadt wieder, indem ich den Inn überquere.

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Ich folge nun der Donau, die nun merklich breiter geworden ist. Da ich hungrig bin, halte ich bei einem Gasthaus an der Strasse, es heisst Gasthaus Klaffenböck, ein lustiger Name.

Als ich wieder aus dem Gasthaus trete, lacht die Sonne am Himmel, der Nebel ist verschwunden und das Herbstlicht verbreitet wieder eine warme Stimmung.

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Wenig später möchte mich Komoot auf die andere Seite der Donau lotsen – aha, da kommt ja schon die Fähre, die mich hinüberbringen soll.

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Die Fahrt mit dieser Fähre ist eine willkommene Abwechslung.

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Ich fahre nun auf der linken Seite der Donau, hier ist sonnig und inzwischen sehr warm geworden. Bei einem Gasthaus mache ich einen weiteren Halt, ich hatte ja noch keinen Kaffee seit dem Frühstück. Es ist sehr schön hier auf dieser Terrasse mit Donaublick.

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Der Abschnitt, der nun folgt, ist bisher der schönste meiner Tour. Die Schleife, die die Donau hier macht, heisst Schlögener Schlinge. Die Donau schlängelt sich hier durch eine bewaldete Hügellandschaft.

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Plötzlich ist der Fahrradweg zu Ende. Aha, ich muss wieder eine Fähre nehmen, um ans andere Ufer zu wechseln. Die Frau, die mich ans andere Ufer fährt, ist ziemlich wortkarg, es lohnt sich wohl nicht, nur mit einem Fahrgast für 2 Euro 50 hin- und zurückzufahren.

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Als ich weiterfahre, reklamiert Komoot immer wieder, dass ich mich nun eigentlich auf der falschen Seite der Donau befinde. Da sehe ich die Anlegestelle einer Fähre und welch ein Glück, sie fährt soeben ein. Der Fährmann fragt mich, wohin ich denn wolle – mein Fahrrad steht dabei schon auf der Fähre.

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Als er erfährt, dass ich bis Aschach fahre, rät er mir, auf der rechten Donauseite zu bleiben, denn die Fähre, die mich auf das linke Ufer zurückbringen sollte, würde nicht mehr fahren. Also bleibe ich auf der rechten Seite und mache immer wieder Fotos, so schön ist es hier.

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Bald schon erreiche ich Aschach, das Ziel meiner heutigen Etappe. Auf einer schönen Uferpromenade fahre ich bis zu meinem Hotel, dem Hotel Sonne.

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Ich bekomme ein Zimmer mit Donaublick; ich bin bis jetzt der einzige Gast, die Radfahrer-Saison ist wohl schon vorbei.

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Fakten
Gefahrene Strecke: 92.6 km
Fahrzeit: 6 Std.
Bergauf: 610 m / bergab: 650 m
Übernachtung im Gasthof zur Sonne, Aschach

D4 Aschach-Vilshofen

Day 3: Regensburg-Vilshofen (Ulm-Linz-Tour)

Schon bald nachdem ich losgefahren bin, überquere ich die steinerne Brücke, die über die Donau führt. Zu meiner Rechten schimmert die blutrote Sonne durch den Nebel, was eine besondere Morgenstimmung ergibt (Leider korrigierte die Iphone-Kamera das Blutrot der Sonne, die Rottöne sind aber noch in der Spiegelung zu erkennen.

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Zunächst fahre ich der Donau entlang und erlebe immer wieder zauberhafte Stimmungen, die durch das Licht der Sonne hervorgerufen werden:

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Als ich unten abgebildetes Ortschild erblicke, muss ich ein wenig schmunzeln; nun wissen wir also, wo die «Obermotzer» herkommen: aus Obermotzing.

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Als ich in den ersten grösseren Ort komme, bin ich reif für die ersehnte Kaffee&Kuchen-Pause. Die kleinere Stadt heisst Straubing und ist ganz reizvoll:

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Nach der Kalorienzufuhr fahr ich wieder oft entlang der Donau. Es ist traumhaft bei diesem Wetter und angenehm warm.

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Der nächste grössere Ort heisst Deggendorf, das ist auch ein schmuckes Städtchen. Wie im Sommer sitzen alle Leute draussen in den Strassencafés und -restaurants. Ich geselle mich dazu und mache meine Mittagspause. Es gibt Kartoffelsalat mit Putenschnitzel – ganz lecker.

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Die herbstlichen Farben mit dem blauen Himmel und der blauen Donau verleiten mich immer wieder dazu eine Foto zu schiessen.

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Einmal versperrt mir eine riesige Schafherde den Weg; ich muss warten, bis alle Schafe die Strasse überquert haben.

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Nach 16 Uhr erreiche ich Vilshofen, das Ziel meiner heutigen Etappe:

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Es ist auch ein schmuckes Städtchen, nur schade, dass die Altstadt nicht verkehrsfrei ist.

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Nachdem ich im Hotel Wittelsbacher Zollhaus eingecheckt bin, ereilt mich eine Überraschung: Ich bin im Zimmer und erhole mich ein wenig, als ich höre, wie jemand mit einem Schlüssel an meiner Zimmertür rummacht. Ein junger Mann tritt in mein Zimmer und meint, es sei sein Zimmer. Wie sich im nachhinein herausstellt, war ich im falschen Zimmer und er wollte in sein zugeteiltes Zimmer. Wir merken, dass die beiden Schlüssel der benachbarten Zimmer identisch sind und rufen den Chef. Dieser kann nicht verstehen, dass dies möglich ist – es ist aber so.

Nach der kleinen Aufregung geniesse ich ein Rinderfilet im hoteleigenen Restaurant – es ist köstlich.

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Auch die Atmosphäre des in einem Gewölbekellers liegenden Restaurants ist einzigartig:

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Fakten:
Gefahrene Strecke: 120 km
Fahrzeit: 6 Std. 56 Min.
Bergauf: 550 m / bergab: 580 m
Übernachtung im Hotel Wittelsbacher Zollhaus

D3 Regensburg-Vilshofen

Day 2: Neuburg a. d. Donau-Regensburg (Ulm-Linz-Tour)

 

Fast genau zur gleichen Zeit wie am Vortag breche ich in Neuburg a. d. Donau auf. Ich blicke noch einmal zurück auf dieses schmucke Städtchen und fange dabei eine wunderschöne Morgenstimmung ein:

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Nach ca. 25 km erreiche ich Ingolstadt, eine Stadt, die ich bislang nur wegen ihres Fussballclubs kannte. Sie hat ein schönes Stadtzentrum, weshalb ich mich entschliesse, einen Kaffeehalt zu machen und nicht einfach hindurchzufahren.

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Nach Ingolstadt erblicke ich diese merkwürdigen Kamine. Ein Kraftwerk? Ich weiss es nicht.

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In der Folge fahre ich oft der Donau entlang oder überquere diese.

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Manchmal befindet sich der Fahrradweg auch oben auf der Deichkrone. Dann hat man meist einen schönen Überblick:

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In einer schmucken Kleinstadt namens Abensberg findet gerade ein Fest statt mit Musik und vielen Leuten. Alle geniessen die spätsommerliche Wärme und sitzen draussen in den Strassencafés wie im Sommer.

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Einen besonders schönen Weg entlang der Donau geniesse ich ca. 20 km vor Regensburg. Es ist idyllisch hier und das Wetter ist auch perfekt.

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Sonnenblumen im Oktober? Ist das normal? Ich weiss es nicht, es ist aber sehr schön.
(Später erfahre ich von meinem Sohn, der Gartenbauer lernt, dass Sonnenblumen durchaus bis in den Oktober hineinblühen können – es also normal sei.)

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Nach Überwindung eines beträchtlichen Hügels – die Donau macht eine Riesenschlaufe und ich nehme die Abkürzung – bin ich schon bald in Regensburg.

Ich beziehe mein Zimmer im Hotel Bohemian, einem historischen Gebäude:

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Nach einer erfrischenden Dusche habe ich genügend Zeit, die Stadt Regensburg noch ein wenig zu erkunden. Mein Weg führt mich zum Dom, welcher sehr beeindruckend ist.

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Nachher schlendere ich noch ein wenig durch die grosse und sehr schöne Altstadt. Es ist immer noch warm und die Leute sitzen draussen in den Strassenrestaurants.

Kurze Zeit lausche ich einer Band mit einer speziellen Besetzung: 2 Geigerinnen, 1 Cellistin, Bass, Schlagzeug und Keyboarder

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Schön, dass ich diese Stadt nun auch kenne; ich bin mittlerweile ja schon ein richtiger Bayern-Kenner (und ich meine nicht den Fussballklub!)

Fakten:
Gefahrene Strecke: 101 km
Fahrzeit: 6 Std. 3 Min.
Bergauf: 640 m / bergab: 700 m
Übernachtung im Hotel Bohemian

D2 Neuburg a.d. Donau