C-Tour 6: Pfäffikersee – Winterthur – Greifensee

Die heutige Tour wird mich über Pfäffikon nach Winterthur und von dort zurück über den Greifensee wieder nach Hause führen.
Um 08.00 Uhr fahr ich heute los, die Temperatur ist wieder viel angenehmer als 2 Tage zuvor. Im hügeligen Gebiet zwischen Mönchaltorf und Wetzikon komme ich deshalb schon bald ins Schwitzen. Auf einer Hügelkuppe habe ich einen schönen Rückblick auf den Pfannenstil:

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Pfannenstil mit Mönchaltorf (vorne links), Egg (links) und Forch (rechts)

Nach Wetzikon gelange ich bald schon an den Pfäffikersee. Das ist ein sehr schöner See, den man auch gut zu Fuss umrunden kann. Der Fahrradweg auf der Ostseite führt zuerst durch ein Naturschutzgebiet. Wenig später gelange ich an eine Stelle, wo man freie Sicht auf den See und den Ort Pfäffikon hat.

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Pfäffikersee und Pfäffikon

Nach Pfäffikon steigt die Strasse an. Wenig später eröffnet sich ein wunderbarer Blick auf das Alpenpanorama. Ein einzelnes Flugzeug zieht seine Kreise. Möchte der Pilot wohl ein Herz an den Himmel zeichnen?

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Alpenpanorama bei Pfäffikon

Bald erreiche ich die erhöht gelegene Ortschaft Russikon, ein noch ziemlich ursprünglich gebliebenes „Bauerndorf“.

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Kirche von Russikon

Nach Russikon habe ich einen Weitblick gegen Westen; hier sind keine Berge zu sehen, dafür die Lägern, eine Hügelkette, die sich fast durch die halbe Schweiz, nämlich bis zum Jura hinzieht.

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bei Russikon, Blick nach Westen mit Lägern (rechts von Bildmitte)

Das Wetter ist auch heute wieder traumhaft. Ein schöner Tag folgt dem anderen und Regen ist (leider) keiner in Sicht.

Den Streckenabschnitt, der folgt, habe ich schon in der Corona-Tour 2 befahren; über Theilingen, Weisslingen geht’s in rascher Fahrt wieder ins Tösstal hinunter. Diesmal biege ich aber links ab, als ich unten bin, ich möchte nun ja nach Winterthur fahren.
Bald schon erreiche ich die zweitgrösste Stadt des Kantons (gemäss Wikipedia leben hier 112’000 Einwohner) und fahre dem Mattenbach entlang fast mitten ins Zentrum dieser auch Garten- oder Eulachstadt genannten Stadt.

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Winterthur, Marktgasse

Beim Bahnhof fotografiere ich das Sulzer-Hochhaus, das moderne Wahrzeichen von Winterthur. In diesem Gebäude habe ich vor ca. 35 Jahren nach meiner Maturität ein paar Wochen als Aushilfe gearbeitet. Ich erinnere mich daran, in einem Personalbüro mit der Schreibmaschine irgendwelche Karteikarten über Weiterbildungen der Mitarbeiter aktualisiert zu haben, ziemlich langweilig, aber gut bezahlt.

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Sulzer-Hochhaus, Winterthur

Der Sulzer-Konzern war damals riesig, mein Schwager erzählt mir kurze Zeit später, dass alleine in Winterthur bis zu 13’000 Personen beschäftigt waren und weltweit über 30’000! Nach und nach aber wurde der Konzern „filettiert“ und heute ist nur noch ein kleiner Teil übrig geblieben von der einst so stolzen Firma.

Auf Wikipedia entdecke ich ein eindrückliches Bild vom Sulzerareal um 1907. Das Unternehmen wurde 1834 durch Johann Jacob Sulzer gegründet und baute in der Folge Maschinen und Pumpen aller Art.

Ohne Titel

Sulzerareal in Winterthur, Aufnahme von 1907

Da meine ältere Schwester in Winterthur lebt, und ich sie natürlich kurz besuchen möchte, verlasse ich meine Fahrradroute in der Ebene unten und fahre deshalb den Brühlberg hoch, in das Wohnquartier, in dem sie und mein Schwager wohnt.

 

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meine Schwester und mein Schwager

Sie vermissen ihre vielen Enkel, die sie momentan nicht sehen dürfen wegen dem Corona-Virus, geniessen aber auch die dadurch ruhige Zeit. Wir plaudern ein wenig miteinander in ihrem Garten und geniessen das fast schon sommerliche Wetter.
Bald brech ich wieder auf, ich hab ja noch ein ordentliches Stück vor mir.

In der Folge fahre ich über Effretikon und Volketswil Richtung Süden und gelange bei Schwerzenbach an den Greifensee.

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Greifensee bei Schwerzenbach

Für einen Freitag sind heute ziemlich viele Leute unterwegs, Familien mit Kindern, Rollerblader, Wanderer. Die Umrundung dieses Sees ist sehr beliebt. Vor allem an Wochenenden tummeln sich Scharen von Leuten rund um den See.

Der Ort Greifensee, den ich wenig später erreiche, ist ein altes historisches Städtchen mit Schloss und Kirche (mit speziellem Grundriss), die 1340 erbaut wurde.

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Schloss Greifensee

 

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ref. Kirche Greifensee,

Bei Uster mache ich das letzte Bild der heutigen Etappe. Die Fahrradroute befindet sich ganz nahe beim Ufer.

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Greifensee bei Niederuster

Bald schon bin ich wieder zuhause und erlebe dort die heutige Überraschung: Mein Sohn durfte nach 4 Wochen Militärquarantäne am Stück endlich mal wieder nach Hause am Wochenende. Es ist schön, ihn wieder gesund und munter zu sehen. Morgen möchte er sogar die nächste Corona-Tour mit mir zusammen fahren. Darüber mehr im morgigen Bericht.

C-Tour 6: Pfäffikersee – Winterthur – Greifensee
04:06 Fahrzeit
68,2 km Strecke
16,6 km/h Durchschnittsgeschw.
660 m hinauf
660 m hinab

C-Tour 6 map

C-Tour 5: Höhenklinik Wald u. Bachtel

Nach einem Tag Pause – die Pflichten riefen – zieht es mich heute wieder auf’s Fahrrad. Ziel der heutigen Rundfahrt ist das Zürcher RehaZentrum Wald (bis 2015 Höhenklinik Wald), welches auf einer Aussichtsterrasse gelegen ist.
Es ist sehr kalt heute morgen, kaum über dem Gefrierpunkt, aber ich habe mich warm angezogen, so dass mir die Kälte nichts anhaben kann.

Der Weg führt mich zuerst nach Grüningen, ein kleines Städtchen (mit Stadtrecht), im Grünen gelegen.

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Schloss und Kirche von Grüningen

Wiedereinmal komme ich an meinem Lieblingsseelein vorbei, dem Lützelsee. Diesmal aber von Norden her. Bekannt ist der Ort für seine grosse Storchenkolonie. Auf dem grossen Baum habe ich vor kurzem 14 bewohnte Storchennester gezählt.

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Storchenkolonie am Lützelsee

Die Fussgänger dürfen übrigens coronabedingt nur im Uhrzeigersinn um den See spazieren. Das ist sicher die bessere Lösung als den ganzen Uferweg zu schliessen.

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Lützelsee

In der Folge führt mich mein Weg ostwärts über Wolfhausen nach Rüti, einem grösseren Industrieort. Während ich gemütlich durch die morgendliche Landschaft fahre, denke ich an ein schönes E-Mail, das ich gestern von einem „väterlichen“ Freund erhalten habe, einem Pädagogen, Historiker, Musiker, Poeten (soeben entdeckt) und ehemaligen Mitstreiter bei Lehrmittelprojekten. Er hat meinen Blog über meine Corona-Touren gelesen und mir darauf mit einem sinnigen Gedicht geantwortet, und dazu geschrieben, es sei die Fortsetzung des Gedichtes in meiner Seitenspalte. (Ihr findet nun dieses Gedicht, ich habe es „Ich bleibe zuhaus“ betitelt, nun ebenfalls in der Seitenspalte).

In Rüti habe ich leider kein schönes Foto-Sujet entdeckt, dafür aber dieses einmalige Bild in Wikipedia gefunden, das der berühmte Walter Mittelholzer vom Flugzeug aus aufgenommen hat:

Rüti aus 300 m W. Mittelholzer

Rüti (historische Aufnahem von 1919), Rüti war bekannt für seine Textilindustrie

Nach Rüti folgt bald ein langer, gerader, aber zuerst angenehmer Aufstieg Richtung Goldingen.

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Blick auf den Atzmännig (Bildmitte)

Es ist ziemlich ruhig hier abseits der grossen Verkehrsströme. Auch am Himmel ist kein einziges Flugzeug zu sehen.

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Blick zurück oberhalb von Wald (ZH)

Die Strasse steigt stetig und windet sich nun den Hügeln entlang, bis ich nach einer Kurve die Höhenklinik erblicke. Die Kälber im Vordergrund gucken mich neugierig an, sind aber ziemlich schüchtern, als ich sie streicheln möchte. Sie scheinen das Social Distancing auch schon verinnerlicht zu haben.

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Rindvieh mit Höhenklinik Wald (im Hintergrund)

Am höchsten Punkt (930 M.ü.M.) mache ich eine Rast und geniesse den tollen Ausblick. Die Sicht geht dabei bis in die Berner Alpen: Eiger, Mönch und Jungfrau glaube ich zu erkennen.

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Ortschaft Laupen, Obersee u. Zürichsee, Schweizer Alpen

Gerne hätte ich im Café der Höhenklinik Kaffee und Kuchen genossen – wie auch schon, als ich vor zwei Jahren einen meiner Chorsänger dort besuchte. Das wird heute aber nicht möglich sein, leider, deshalb fahre ich an der Klinik vorbei. Auf der anderen Seite eröffnet sich mir dafür ein tolles Panorama mit Blick auf die Hügelkette beim Bachtel.

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Nähe Höhenklinik Wald, mit Bachtel (Bildmitte)

Die nun folgende Abfahrt führt über Oberholz (dort gibt’s sogar ein kleines Skigebiet) nach Gibswil. Von dort geht’s zuerst wieder steil aufwärts. Ich steig vom Velo und schiebe meinen Drahtesel, das mache ich immer, wenn’s zu steil wird, ich bin ja keine junge Bergziege mehr.

Unterwegs muss ich anhalten, eine grosse Kuhherde wird über die Strasse auf die Weide getrieben. 57 Kühe seien es insgesamt, sagt mir der Bauer. Das ist beachtlich.

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Oberhalb von Gibswil

Wenig später fahre ich an diesem mit viel Liebe gemalten Bleib-Gesund-Gruss vorbei. Ich bin gerührt.

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Bliib gsund / Bleib gesund

Im Rückblick sehe ich nun erstmals auch die Churfirsten, eine Bergkette zwischen Toggenburg und Walensee.

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Landschaft bei Gibswil, mit Blick auf Churfirsten (Bildmitte)

Bald schon bin ich oben, fast auf 1’000 M.ü.M., auf dem höchsten Punkt meiner heutigen Etappe. Die Bachtelspitze mit dem Aussichtsturm befindet sich zu meiner Linken in unmittelbarer Nähe.

Auf der anderen Seite dieser Passstrasse bietet sich mir eine neue, traumhafte Aussicht. Bis zur nördlichen Agglomeration von Zürich geht der Fernblick von hier aus.

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Blick auf Wetzikon und Pfäffikersee (Bildmitte).

Nach rasender Abfahrt über Girenbad und Wermatswil bin ich schon bald wieder in ebenerem Gelände. Kurz nach Hinwil hat man einen schönen Blick auf den Glärnisch mit seinem „Vrenelis Gärtli“, worüber es eine bekannte Sage gibt.

Sage über Vrenelis Gärtli

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Glärnisch

Auf mir bekannten Wegen geht es nun wieder Richtung Egg, wo ich zuhause bin.

Schon fast zuhause:

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Egg, Pfannenstil (links) und ref. Kirche (rechts)

Eine tolle Tour bei wunderbarem Wetter geht damit zu Ende.

C-Tour 5: Höhenklinik Wald u. Bachtel
04:47 Fahrzeit
59,8 km Strecke
12,5 km/h Durchschnittsgeschw.
1’140 m hinauf
1’140 m hinunter

C-Tour 5

C-Tour 4: Obersee

Heute fahre ich ziemlich spät los für meine Verhältnisse, nämlich um 8 Uhr. Das macht aber nichts, denn die heutige Etappe ist eine  „Dessert-Tour“  nach der „Hauptgang-Tour“ vom Vortag.

Zu Beginn führt mich der Weg wieder nach Rapperswil, denn ich möchte von dort den Obersee umrunden. Ich nehme zuerst den gleichen Weg wie am Vortag und mach wieder eine Foto an meiner Lieblingsstelle:

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Landschaft bei Oetwil a. See

Wenig später halte ich wieder an, um ein Foto zu machen, denn ich erspähe den Tödi, den mit 3’614 M.  höchsten Berg der Glarner Alpen.

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Glarner Alpen mit Glärnisch-Massiv (links) und Tödi (rechts)

Die Landschaft am Lützelsee präsentiert sich heute ganz anders als gestern, deshalb beglücke ich meine Leser wieder mit einem Bild dieses reizenden Seeleins, an dem schon Leute unterwegs sind an diesem frühen Morgen.

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Landschaft beim Lützelsee

Wenig später fahre ich wieder an Roger Federers 50-Mio.-Grundstück vorbei. Ich muss jetzt nicht mehr werweissen, ob das sein Grundstück sei, ich weiss es jetzt. Ich bin auch nicht neidisch – vor allem auch, wenn ich daran denke, wieviel Rasen ich hier mähen müsste.

Da ich heute mehr Zeit habe als gestern, fahr ich mitten durchs Städtchen Rapperswil:

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Rapperswil

Auch aus der Distanz ein tolles Sujet. Das Schloss habe ich vor langer, langer Zeit, als Primarschüler mal nachgefertigt, mithilfe eines Bastelbogens aus Karton.

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Rapperswil mit Hafen

Nach der Überquerung des Seedamms biege ich diesmal nach links ab, denn ich möchte ja den Obersee umrunden; das ist ein durch den Seedamm abgeschnittenes Teilstück des Zürich-Sees. Ich habe die nun folgende Strecke noch nie befahren und bin gespannt, was mich erwartet.

Zuerst führt mich die Route entlang einer breiten Strasse, was nicht sehr attraktiv ist. Deshalb fahre ich bei Gelegenheit an den See hinunter, muss aber erkennen, das hier auf dem Seeuferweg Fahrverbot herrscht.
Da es aber eine sehr schöne Stelle ist, mache ich eine kurze Pause. Wie schon bei meiner ersten Corona-Tour amüsiere ich mich über einen lustigen Hundenamen. „Gogo, nein, komm her!“ wird ein Hund von seinem Herrchen hergerufen, als er der sitzenden Velofahrerin etwas von ihrem Frühstück abbetteln will.

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Szene am Obersee (Gogo im Wasser schwimmend)

Der Name erheitert mich, denn ich muss daran denken, wie unsere Tochter sich im Alter von ca. 6 oder 7 Jahren sehnlichst einen „Gogo“ zu Weihnachten wünschte, einen batteriebetriebenen elektronischen Stoffhund – und sich das Ganze zu einem Drama entwickelte, weil einfach kein „Gogo“ aufzutreiben war, da die „Gogos“ damals gerade in Mode waren und alle einen „Gogo“ wollten. Den „Gogo“ konnten wir schliesslich doch noch organisieren – die Freude unserer Tochter über „Gogo“ war aber, wie zu erwarten war, leider nur kurzlebig und die ganze Aufregung um „Gogo“ deshalb ziemlich  „gaga“.

Die Veloroute verlässt glücklicherweise wenig später die Hauptstrasse und führt mich mitten durch den Ort Lachen, der von einer riesigen Kirche dominiert wird. Die Zwiebeldächer der beiden Kirchtürme erinnern mich dabei an die Kirchtürme  in Bayern.

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Lachen

Wenig später – beim Flughafen Lachen (ohne Flugzeuge) –  habe ich einen wunderbaren Weitblick in die Linthebene.

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Linthebene bei Lachen

Es ist sehr eben hier und deshalb ideal zum Rollerbladen und Velofahren.

Nachdem ich die kleinere Ortschaft Nuolen durchquert habe, muss ich rechts abbiegen, von nun an führt die Strasse nicht mehr dem See entlang. Als ich abbiege, entdecke ich ein Schild, auf dem „Kuster Sandsteine“ steht. Interessant, denke ich, denn ein sehr guter Freund meines Sohnes ist ein Sprössling der Kuster-Sandstein-Dynastie. Und als ich sehe, dass sich zu meiner Rechten ein Golfplatz befindet und ich mich daran erinnere, gehört zu haben, dass mal ein Golfball bei Kusters ins Badezimmer flog, habe ich die Vermutung, dass die Kusters wohl irgenwo hier in der Nähe wohnen. Und so ist es denn auch. 50 m weiter, direkt an der Veloroute – ist der Briefkasten eines Hauses mit „Kuster“ angeschrieben. Ich sehe durch ein Fenster Personen am Frühstücken und winke deshalb einfach mal. Und tatsächlich: Kusti, so nennt mein Sohn seinen Freund, erscheint und ist sehr überrascht mich hier zu sehen. Netterweise werde ich zu einem Kaffee eingeladen und habe dabei Gelegenheit, ein wenig mit Kusti und seiner Freundin zu plaudern.

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Kusti und der Blogschreiber

Nach dieser für alle Beteiligten überraschenden Begegnung geht’s nun auf der Vorderseite des Buechbergs einem Golfplatz entlang, der sich über ein grosses Gebiet erstreckt.

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Golfplatz bei Nuolen

Da mich die Veloroute nun weit oberhalb der Linthebene durchführt, habe ich einen wunderbaren Weitblick und nachdem ich die Ortschaft Tuggen durchfahren habe, komme ich bald an die Stelle, wo der Linthkanal überquert werden muss.

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Linthkanal bei Schloss Grynau, mit Mürtschenstock (Bildmitte)  im Hintergrund

Wenig später erreiche ich die Ortschaft Schmerikon. Hier möchte ich einen ehemaligen Lehrerkollegen besuchen, der mir auf meinen ersten Corona-Tour-Bericht hin geschrieben hatte, ich solle doch vorbeikommen, wenn ich in der Gegend sei. Das mache ich natürlich gerne, ich habe heute ja auch genügend Zeit für einen zweiten Schwatz.

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Bei Koe und Ruth

Koe (eigentlich Hans-Jakob) ist legendär für seine professorale Vergesslichkeit. Die lustigste Begebenheit diesbezüglich: Da ein Schüler eine Nachprüfung schreiben sollte in der letzten Lektion an einem Samstagmorgen (!), schloss er diesen mangels freier Zimmer zu diesem Zweck in den Luftschutzraum ein – vergass ihn dann aber und fuhr nach Hause. Unterwegs bemerkte er glücklicherweise sein Malheur…

Kurz nachdem ich wieder aufgebrochen bin, befahre ich die Strandpromenade von Schmerikon. Es ist unglaublich schön hier:

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Schmerikon

Das Stück das darauf folgt, ist traumhaft, die Fahrradroute führt nun meist dem Seeufer entlang. Es sind ziemlich viele Leute unterwegs an diesem schönen Ostermontag, aber die Menge hält sich, wohl coronabedingt, in Grenzen.

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Obersee

Als ich auf die gegenüberliegende Seeseite blicke, entdecke ich Kusters Sandsteinbruch und die kleine Hügelkuppe rechts davon, wo ich ca. 2 Stunden vorher durchgefahren bin.

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Obersee, Kusters Sandsteinbruch am gegenüberliegenden Seeufer

Kurz darauf passiere ich das wunderschön am See gelegene Kloster Mariazell in Wurmsbach, welches auch ein bekanntes Mädcheninternat beherbergt. Gemäss Infotafel existiert dieses Zisterzienserinnen-Kloster seit 1259 (also schon vor Gründung der Eidgenossenschaft um 1291). Offenbar gibt es auch ein Gästehaus hier für (Jakobs)pilger. Das wusste ich nicht.

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Kloster Mariazell, Wurmsbach

Bald schon bin ich wieder in Rapperswil, nehme von dort nun aber einen anderen Rückweg nach Egg. Die Veloroute führt mich durch die schöne Züri-Oberland-Landschaft an Gossau und Grüningen vorbei.

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Gossau (ZH)

Als ich mich kurz vor Egg befinde, steige ich vom Velo und mache ein Bild dieser mir wohlvertrauten Landschaft. Unter dem blühenden Apfelbaum ist gerade eine (Hobby)fotografin am Werk. Mit Hingabe fotografiert sie die Blüten dieses Baumes.

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Landschaft bei Egg (ZH)

Eine wunderbare, auch für Senioren geeignete Etappe, geht damit zu Ende.

Ich habe nun vier sehr schöne österliche Touren rund um meinen Wohnort herum gemacht und dankbar und staunend die Schönheit meiner näheren Umgebung (wieder)entdecken und geniessen können (Warum in die Ferne schweifen? – Das Gute liegt so nahe!)  – und dies bei strahlendem Frühlingswetter! Das Tüpfelchem auf dem i waren dabei die täglichen unverhofften und überraschenden Begegnungen mit mir lieben Menschen.

Damit sind meine Oster-Corona-Touren 2020 beendet. Da ich nun aber noch zwei Wochen Ferien habe und die geplanten Tessin-Ferien coronabedingt im Lago Maggiore versenkt wurden, werde ich bei schönem Wetter weitere Corona-Rundtouren von zuhause aus durchführen.

Ich danke allen meinen Lesern für ihre Feedbacks und Kommentare. Es tut immer gut, wenn man hört, dass die Berichte Gefallen finden; und falls ihr automatisch informiert sein wollt, wenn ich weitere Velotouren-Berichte veröffentlicht habe, dürft ihr mich gerne „followen“.

Bleibt gesund!!!

C-Tour 4: Obersee
04:59 Fahrzeit
69,9 km Strecke
14,0 km/h Durchschnittsgeschw.
740 m hinauf
740 m hinunter

C-Tour 4 Obersee

C-Tour 3: Ratenpass u. Ägerisee

Heute Morgen fahre ich vor Sonnenaufgang los, ich habe eine schwere Etappe vor mir mit vielen Aufstiegen, deshalb scheint es mir vernünftig, schon möglichst früh unterwegs zu sein. Ihr kennt ja unterdessen meine Devise: Der frühe Vogel …

Zuerst fahre ich in Richtung Südosten auf einer Strecke, die ich schon gut kenne. An einer meiner Lieblingsstellen mache ich heute das erste Foto. Der Panoramablick auf die Alpen und die Zürcher-Oberland-Landschaft davor begeistert mich hier immer wieder.

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Landschaft bei Oetwil a. See

Wenig später erreiche ich den Lützelsee, ein beliebtes Ausflugsziel und Naturschutzgebiet bei Hombrechtikon. Auf meinen Kurzvelotouren ist er oft  Ziel und im Sommer auch herrlich zum Schwimmen. Heute ist er noch in Nebelschwaden gehüllt.

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Morgenstimmung am Lützelsee

In der Folge führt mich meine Tour Richtung Rapperswil, welches auch bald aus der Ferne zu erblicken ist:

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Rapperswil mit Zürichsee

Als ich mich diesem reizvollen Städtchen nähere, erinnere ich mich daran, dass hier Roger Federer, unser Nationalheld, ein grosses Gründstück mit Seeanstoss erworben hat, auf welchem er eine Villa bauen möchte. Kaum hat sich dieser Gedanke in meinem Kopf ausgebreitet, fahre ich an einer auffällig mit Sichtschutz gesicherten grossen Baustelle vorbei. Ist das Federers neues Grundstück?

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Baustelle am See bei Rapperswil (entsteht hier Federers neue Villa?)

Da mich die Sache nicht mehr loslässt, google ich abends  „Federer Grundstück Rapperswil“. – Bingo, es ist tatsächlich Federers neues Grundstück. Für Federer-Fans (die gibt’s wie Sand am Meer) hier ein spannender Artikel zum diesem Kauf:

Neuer Ärger für Federers

Noch im Ungewissen über diese Sache fahr ich weiter, durchquere Rapperswil und schicke mich an, den Seedamm zu überqueren. Überwältigt vom Blick auf den Zürichsee, halte ich an und möchte ein Foto machen. Da höre ich eine Frauenstimme laut „Achtung“ rufen. Ich kann gerade noch zur Seite springen – eine junge Frau braust mit ihrem Rennrad an mir vorbei.

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Zürichsee von Rapperswil aus

Ich geniesse in der Folge die Strecke über den Seedamm. Es hat noch sehr wenig Verkehr und so ist diese gerade und ebene Strecke sehr angenehm zu befahren.
Auf der anderen Seeseite angekommen biege ich nach rechts ab und fahr noch ein Stückchen dem See entlang, bevor ich links abbiege und von nun eine geraume Zeit nur noch aufwärts fahre. Ich befinde mich nun im Kanton Schwyz, dem Steuerparadies.

Bald erreiche ich Wollerau. Dieser Ort ist architektonisch betrachtet keine Schönheit.
Da Wollerau wegen seines tiefen Steuerfusses beliebt ist bei reichen Steuervermeidern , wurde hier in den letzten Jahren wie wild gebaut. Das Resultat sieht man hier:

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Wollerau

Ich durchquere diesen Ort – die Autobahn zwängt sich auch noch irgendwie hindurch, aber meist in Tunnels – und bin froh, mich bald wieder in ländlicheren Gefilden zu befinden.
Bis nach Schindellegi geht’s nun mächtig aufwärts, manchmal so steil, dass ich absteige und das Velo schiebe.

In Schindellegi sind auch viele hässliche Neubauten zu sehen, nur bei der Kirche gibt’s noch so etwas wie ländliche Idylle:

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Schindellegi

Der kommende Abschnitt bis Biberbrugg ist nicht schön, dafür ist es nun fast wieder eben. Ich fahre zumeist auf einem schmalen Fahrradstreifen neben einer doppelspurigen, ziemlich stark befahrenen autobahnartigen Strasse.
Bei Biberbrugg wird’s zum guten Glück wieder besser. Ich biege rechts ab in eine Strasse, die mit angenehm zu fahrender Steigung zum Raten führt, das ist ein kleiner Pass, der zum Aegerisee führt.

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Blick zurück, Hochmoor von Rothenturm (rechts hinten im Bild)

Als ich oben bin (auf 1’077 M.ü.M.) eröffnet sich mir ein neues Panorama mit Blick auf den Ägerisee mit Rigi und Pilatus (zwei berühmte Aussichtsberge) im Hintergrund.

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Panoramablick vom Raten aus

Ich mache hier oben eine kurze Rast, esse zwei Riegel und trinke Orangensaft dazu.

Die Abfahrt auf Nebensträsschen hinunter an den Ägerisee ist traumhaft; immer wieder halte ich an und mache ein Foto nach dem anderen und kann mich nun kaum entscheiden, welches ich für diesen Blog verwende.

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Ägerisee mit Oberägeri und Unterägeri

Nach Unterägeri folgt ein sehr schönes Teilstück, das entlang der Lorze führt, so heisst der Fluss, der aus dem Ägerisee abfliesst.

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Lorze oberhalb von Baar

In diesem Teilstück befinden sich die berühmten Höllgrotten, die man unbedingt einmal besucht haben muss – momentan sind sie aber leider coronabedingt geschlossen.

Verwegen wie ich bin, suche und finde ich aber einen geheimen Eingang und mache zum Beweis dieses tolle Bild:

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Höllgrotten bei Baar

Natürlich habe ich ein bisschen geflunkert. Das Bild stammt von einem Besuch im Jahre 2013.

Die Lorze fliesst weiter unten durch die Ortschaft Baar und dort, gerade neben dem Fahrradweg, wohnt ein Studienfreund aus alten Zeiten. Er ist zuhause und so statte ich ihm und seiner Frau einen kurzen Besuch ab. Es ist schön, sich so spontan zu sehen und miteinander plaudern zu können.

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Paul und Cornelia

Gestärkt durch ein alkoholfreies Bier breche ich nach gut einer halben Stunde wieder auf, ich habe ja immer noch ein rechtes Stück vor mir.
Auf ziemlich ebener, aber nicht sehr attraktiver Strecke geht’s nun weiter bis Sihlbrugg. Dort erwartet mich eine happige Steigung, ein ziemlich hoher Hügelzug muss überwunden werden.
Ich gerate nun in ein Stück „Kuhschweiz“ hinein, und damit wie in eine vergangene, idyllische Zeit mit verstreuten Bauernhöfen und Kuhweiden.

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Blick auf die Höhi bei Sihlbrugg

Auf der Höhi angelangt bietet sich mir ein wunderbarer Rundblick. Ein weiterer See gerät dabei in mein Blickfeld: Der Zugersee.

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Blick von der Höhi, mit Zugersee (rechts hinten im Bild)

Auf die Aufstiegsstrapazen folgt eine lange Abfahrt bis hinunter nach Horgen.

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Blick auf den Zürichsee (oberhalb von Horgen aufgenommen)

Bald bin ich unten bei der Fähre, die mich auf die andere Seeseite bringen soll. Da wegen Corona der Fährenfahrplan aber ausgedünnt wurde, habe ich beim Warten Zeit, mir eine Bratwurst zu gönnen. Mmm, sie schmeckt lecker, und ich habe einen Riesenhunger, merke ich.

Die Fahrt über den Zürichsee ist immer wieder ein Highlight, besonders bei diesem wunderbaren Wetter.

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Auf dem Zürichsee

Die Fähre steuert Meilen an. Im Hintegrund sieht man den Pfannestil, das letzte Hindernis, das ich heute überwinden muss.

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Meilen mit Pfannenstil
Es ist inzwischen heiss geworden und ich muss meine letzten Reserven anzapfen, damit ich diese Steigung auch noch schaffe. Aber ich bin zäh und quäle mich mit letzter Kraft über diesen Berg, und so sehe ich bald schon Egg vor mir und werde bald zuhause sein.

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Blick auf Egg (ZH)

Eine abwechslungsreiche, aber auch anstrengende Etappe geht damit zu Ende.

C-Tour 3: Raten und Aegerisee
06:57 Fahrzeit
80,4 km gefahrene Strecke
11,6 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit (so langsam?)
1’710 m hinauf (das ist ziemlich happig, erklärt die Frage oben)
1’710 m hinab

C-Tour 3

C-Tour 2: Tösstal und Bachtel

Der heutige Tag beginnt mit wunderbarer Morgendämmerung, die ich von unserem Dachzimmer aus festhalte:

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Fast zur gleichen Zeit wie gestern fahr ich los und bin schon bald wieder am Greifensee, den ich diesmal auf seiner schmalen Ostseite kurz streife. Das Naturschutzgebiet auf dieser Seite des Sees liegt noch ruhig da, nur eine einzelne Ente sucht schon Futter in einer kleinen „Pfütze“.

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Naturschutzgebiet beim Greifensee

Kurz darauf erreiche ich Uster. Das ist die drittgrösste Stadt des Kantons Zürich. Es sieht aber aus dieser Perspektive eher wie ein Dorf aus (und es ist eigentlich auch ein grosses Dorf – Ustermer vezeiht mir!)

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Uster mit reformierter Kirche und Schloss

 

Nach Uster folgt eine Steigung nach Gutenswil. Ein blühender Apfelbaum gibt ein tolles Sujet her, denke ich, fokussiere mich darauf aber eher auf mein Schattenbild:

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bei Gutenswil

Bald schon erreiche ich Illnau. Ich erinnere mich daran, vor einigen Jahren in der Dorfbäckerei in diesem Ort feine Gipfelis gekauft zu haben. Also nichts wie hin – und es gibt sogar noch Kaffee dazu. Vis-a-vis erblicke ich eine lange Menschenschlange, die auf Einlass in eine Metzgerei wartet, die Wartenden schön im 2-Meter-Abstand zueinander.

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Kaffeehalt in Illnau, Bäckerei Nüssli

 

Nach Illnau, das in einer Senke liegt, steigt die Strasse stark an, aber bald hat man dafür einen wunderbaren Ausblick:

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Landschaft oberhalb Illnau

In der Folge gelange ich über Theilingen und Weisslingen hinunter ins Tösstal. Bei Kollbrunn erblicke ich erstmals die Töss:

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Töss bei Kollbrunn (mit Hundekotsäckchen, das sich auch noch ins Bild gedrängt hat, wie ich erst jetzt sehe)

 

Ich fahre nun tössaufwärts. Die Strecke führt meist entlang des Flusses, der in diesem Bereich noch ziemlich viel Wasser führt. Es ist wunderbar, auf guten Fahrradwegen diesem gemächlich dahinplätscherndem Flüsschen entlangzufahren. Wer aber die Töss schon einmal bei Hochwasser erlebt hat, weiss, dass aus diesem Flüsschen schnell ein tosender Fluss werden kann. Die Bedeutung des Namens Töss ist deshalb „die Tosende“. Das wusste ich nicht, aber dank Wikipedia weiss ich es jetzt.

Kurz vor Zell mache ich dieses Foto:

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Töss bei Zell (im Hintergrund)

In Zell wurde das von Paul Burkhard komponierte berühmte Krippen- und Singspiel
„D Zäller Wiehnacht“ im Jahr 1960 erstmals aufgeführt. Einige Lieder daraus gehören auch heute noch zum festen Repertoire von Weihnachtssingen. Hier das berühmteste dieser Lieder (zur Information an meine deutschen Leser: Das Lied wird auf Zürichdeutsch gesungen):

Das isch dä Schtärn vo Bethlehem

 

Nach diesem gedanklichen Ausflug in die Weihnachtszeit, wird’s bald darauf romantisch: Das mit Tannzapfen geformte Herz möchte auch verewigt werden:

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Töss bei Zell

 

Bei Wila mache ich erstmals ein grössere Pause; ich setze mich auf eine Bank, nimm ein paar Schlücke Orangensaft, ess einen Riegel und eine Banane und geniesse die Sonne.

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Wila

 

Nun bin ich im oberen Tössbergland und bei Steg erblicke ich erstmals den höchsten Gipfel des Kantons Zürich, das Schnebelhorn:

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bei Steg, Schnebelhorn (1’292 M.ü.M.) in der Bildmitte

 

Hier in der Nähe befindet sich auch das einzige grössere Skigebiet im Kanton Zürich und wenig später entdecke ich im Rückblick auf Gibswil eine Skisprungschanze. Der Klimawandel wird sich hier aber wahrscheinlich besonders drastisch zeigen, diesen Winter gab’s ja praktisch keinen Schnee und hier wohl auch nicht.

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Blick auf Gibswil und Hörnli (im Hintergrund)

 

Kurz nachdem ich mit 810 Meter ü. Meer den höchsten Punkt meiner heutigen Tour erreicht hatte, eröffnet sich mir eine wunderbare Aussicht auf den Ort Wald und die Glarner Berge im Hintergrund.

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Ortschaft Wald mit Glarner Alpen

 

Ich umrunde nun den Bachtel, einen Aussichtsberg bei Hinwil und es bieten sich mir deshalb immer wieder neue Ausblicke:

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Blick auf den Zürichsee

 

Als ich Oberdürnten erreiche, habe ich die Idee, meinen ehemaligen Rektor (also meinen ehemaligen Chef) aufzusuchen, der hier wohnt. Ich klingle an der Haustür und er ist tatsächlich zuhause. Ich bin froh zu hören, dass er und seine Frau bei guter Gesundheit sind, nicht selbstverständlich, sie sind ja nicht mehr die allerjüngsten. Wir plaudern ein wenig vor der Haustüre – natürlich im 2-Meter-Abstand – über dies und das und ich habe endlich Gelegenheit, mich über die Geburtstagskarte zu bedanken, die er mir auch dieses Jahr wieder zugeschickt hatte.

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Nick und Ann

 

Auf meiner Weiterfahrt erreiche ich Hinwil. Dort führt mich mein Weg beim AMP (Armeemotorfahrzeugpark) vorbei. Da ich daran militärische Erinnerungen knüpfe – ich wurde hierhin oft aufgeboten bei WKs – mache ich eine Foto und hoffe, damit nicht militärische Geheimnisse zu verraten.

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AMP Hinwil

Besonders ist mir das sogenannte „Abdieseln“ bei der Fahrzeugrückgabe in Erinnerung geblieben: Das „Reinigen“ der Fahrzeuge mit stinkenden in Diesel getränkten Putzfäden, bei dem man mit B-Kleidung (zweitbeste Kleidung) unter das Fahrzeug kriechen und alles mit Diesel einschmieren musste! Würde mich wundern, wenn man das heute noch so macht. – Ich werde bald meinen Sohn darüber befragen, der momentan Militärdienst leistet und Fahrer bei den Übermittlungstruppen geworden ist – genau so wie ich dazumals!

 

Nun ist es nicht mehr weit nach Hause. Zwischen Gossau und Mönchaltorf mache ich noch schnell eine Foto des Pfannenstils, das ist eine Hügelkette auf der Nordseite des Zürichsees. In diese Hügelkette hineingeschmiegt erkennt man in der Bildmitte den Ort Egg, also den Ort, wo ich wohne.

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Pfannenstil (Hügelkette im Hintergrund)

 

Auf dem kurzen aber ruppigen Aufstieg nach Egg, mache ich das letzte Foto der heutigen Etappe. Es zeigt wunderbar blühende Obstbäume und im Hintergrund sieht man wieder den Greifensee.

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Aufstieg nach Egg mit Greifensee im Hintergrund

 

Ein sehr schöne und empfehlenswerte Rundfahrt geht damit zu Ende.

 

C-Tour 2: Tösstal und Bachtel
05:19 Fahrzeit
77,9 km Strecke
14,6 km/h Durchschnittsgeschw.
1 000 m hinauf
1 000 m hinunter

C-Tour 2 Tösstal und Bachtel

C-Tour 1: Glattal u. Bachsertal

Eigentlich würde ich heute von Genf startend der Rhône entlang fahren mit dem Ziel Arles, der letzten grösseren Stadt vor der Mündung der Rhône ins Meer. Es hat nicht wollen sein.
Als Ersatzprogramm für die ins Wasser respektive dem Coronavirus zum Opfer gefallene Rhônetaltour mache ich halt nun in diesen Ostertagen kleinere Rundfahrten von meinem Wohnort Egg aus. Da ich versuche, diese gemäss den bundesrätlichen Empfehlungen durchzuführen, also keine Benutzung des ÖV und Hotspots vermeiden, nenne ich sie Corona-Tours.

Heute starte ich also zu meiner ersten Corona-Tour. Ich möchte der Glatt entlang fahren bis zu ihrer Mündung in den Rhein und nachher übers Bachser Tal und den Katzensee wieder zurück nach Egg.

Nach dem Motto „Der frühe Vogel fängt den Wurm“ stehe ich um 05.30 Uhr auf, esse reichlich Frühstück und mache mich um 07.15 auf den Weg.
Es ist sehr frisch an diesem Morgen, aber ich bin warm eingepackt, an den Fingern meine Odlo-Langlaufhandschuhe.
Zuerst geht’s runter an den Greifensee; die soeben aufgegangene Sonne verbreitet ihr warmes Licht, weshalb ich an einer Stelle mit wunderbarem Ausblick anhalte und mein erstes Foto mache:

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Sonnenaufgang am Greifensee

Bald schon bin ich unten am See und fahre diesem auf gut ausgebauten Fahrradwegen entlang. Es sind noch kaum Leute unterwegs, vereinzelte Jogger und natürlich Hündeler, denen ich Laufe dieses Morgens zu Hunderten (ein bisschen übertrieben!) begegne.

Bei Fällanden könnte ich eigentlich zur „Quelle“ der Glatt fahren, d.h. an den Ort, wo sie aus dem Greifensee austritt. (Ich habe extra noch gegoogelt zur Glatt und auf Wikipedia folgenden ein bisschen merkwürdig klingenden Satz gefunden: Die Glatt ist ein Fluss im Kanton Zürich von 38,5 Kilometern Länge, der den Greifensee zum Rhein entwässert. – Ich weiss schon, man sollte Wikipedia-Texte nicht ungefiltert übernehmen, das sagen wir unseren Schülern auch immer).

Komoot führt mich aber entlang der Hauptstrasse Richtung Dübendorf. Von dort weiter nach Zürich-Schwamendingen. Dort haben wir mal gewohnt vor langer Zeit. „Eichacker“ war die Adresse, natürlich mache ich ein Foto vom Namensschild:

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Zürich-Schwamendingen

Wenig später erreiche ich die Glatt, es bietet sich mir kein schönes Bild: Die Glatt zwängt sich zwischen Autobahnpfeilern und den Anlagen des Fernwärme-Kraftwerks Aubrugg hindurch: (Wikipediatext: Die nordöstlichen Ausläufer der Stadt Zürich passierend, wird der Flusslauf stark von der sich ausweitenden Agglomeration bedrängt – frei übersetzt: Die Agglomeration sprach zur Glatt: „mach Platz, du bist im Weg!“)

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Glatt beim Fernwärme-Kraftwerk Aubrugg

Bald schon aber wird es idyllischer, man würde das gar nicht erwarten, die Flughafenregion ist sonst eher eine unwirtliche Gegend:

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Holzbrücke über die Glatt Nähe Flughafen

A propos Flughafen: Bis jetzt – ich bin schon ca. 2 Stunden unterwegs –  habe ich gerade mal 2 landende und 1 startendes Flugzeug gesehen. Normalerweise würde hier Hochbetrieb herrschen mit startenden und landenden Flugzeugen im Minutentakt. Aber was ist schon normal momentan?
Ich geniesse aber die „himmlische“ Ruhe (= keine Flugzeuge am Himmel) und fahre nun fast immer der Glatt entlang, die über weite Strecken begradigt und reguliert wurde.

Wenig später bin ich ganz nah beim Flughafengelände und man sieht gut die herumstehenden Flugzeuge der SWISS:

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Flughafen Kloten

Die Hündeler werden nun auch wieder mehr, glücklicherweise halten sie und ihre Hunde Distanz – wie es sich gehört in der Zeit des social distancing. Schmunzeln muss ich als eine Frau ihren Hund ruft: „Alabama, wart!“ Ich stell mir darauf vor, dass Hunde Schweizer Kantonsnamen als Namen hätten: „Aargau, daher“ oder „Solothurn, Platz!“…

Bei Bülach überrascht mich eine alte Fabrikruine; das sieht ja aus wie in Italien, denke ich. Es war vielleicht mal eine Spinnerei, die früher die Wasserkraft der Glatt nutzte.

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Fabrikruine bei Bülach

Der Unterlauf der Glatt ist besonders schön, vor allem auch an diesem wunderbaren Frühlingstag:

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Glatt nach Glattfelden

Nach einem eindrücklichen Bahnviadukt verschwindet die Glatt in einem Stollen und nährt darauf das Rheinkraftwerk bei Eglisau.

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Glatt kurz vor Mündung in den Rhein

Jetzt habe ich also mein erstes Ziel erreicht. In einer Schlaufe über das Bachsertal geht’s nun wieder zurück.
Nach einer Weile Fahrt entlang des Rheins, den man aber nicht sieht, und einem kurzen Abstecher auf Aargauer Gebiet bei Fislibach, biege ich links ins Bachsertal ab. Es ist sehr ruhig hier und es hat kaum Verkehr.

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Bachsertal

Ein Steinbruch (oder eher Ton?) erweckt meine Aufmerksamkeit und ich frage mich, was hier abgebaut wird. Oder wird hier ein potenzielles Endlager für Atomabfälle sondiert? Ich weiss es nicht, aber vielleicht kann mich ein informierter Leser ja darüber aufklären.

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Abbaustätte von ???

Es geht nun stetig aufwärts, nicht sehr steil zwar, aber doch anstrengend. Ich merke, dass meine Beine zu schmerzen beginnen; auch der Hunger beginnt mich zu plagen. Nirgendwo entdecke ich aber ein schönes Plätzchen, wo ich eine Mittagsrast einlegen könnte.

Ich passiere das schöne Dörfchen Bachs:

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Bachs

und erreiche bald darauf den höchsten Punkt des Aufstiegs, wo man eine wunderbare Fernsicht hätte, wenn es nicht so dunstig wäre heute:

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Nach weniger interessanter Fahrt über Steinmaur und Dielsdorf erreiche ich den Katzensee. Weil er so schön durch die Bäume hindurchschimmert, entschliess ich mich, den Veloweg entlang der Hauptstrasse zu verlassen und auf schönem Pfade dem See entlang zu fahren. Ich mache das in Schritttempo, weil hier ziemlich viele Leute unterwegs sind. Auf einer schön gelegene Bank mit Blick auf den See kann ich nun endlich meine Brote essen. Ich wusste gar nicht, dass dieser See so schön ist!

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Katzensee

Bald schon breche ich wieder auf und fahre über Zürich-Affoltern und Örlikon nach Schwamendingen. Dort erblicke ich zu meiner Überraschung unsere ehemaligen Nachbarn und guten Freunde, die sich auf einem Spaziergang befinden; das zufällige Wiedersehen ist das Highlight des Tages, finden wir alle.

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Inge und Hans

Man muss wissen, dass ich ohne die beiden wahrscheinlich gar nicht so ein begeisterter Velofahrer geworden bin – sie gingen nämlich früher mit unseren Kindern jedes Jahr auf Velotour und weckten so die Begeisterung fürs Velofahren auch bei mir.

Wir plaudern ein bisschen und bald schon breche ich wieder auf. Ich bin nun wieder auf der gleichen Strecke wie am Morgen – nur fahre ich in die andere Richtung.

Im Aufstieg nach Egg, mache ich noch das letzte Bild des Tages:

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Greifensee mit Blick auf Bachtel und St. Galler und Glarner Berge im Hintergrund

Fix und fertig erreiche ich wieder Egg. Fast 100km bin ich gefahren heute – nicht schlecht, da kann ich doch ganz zufrieden sein mit mir.  Erschöpft lege ich mich hin und falle in Tiefschlaf…

C-Tour 1: Glattal und Bachsertal
06:16 Fahrzeit
97,5 km Strecke
15,6 km/h Durchschnittsgeschw.
800 m hinauf
800 m hinunter

C1 Glattal u. Bachsertal

Day 3: Trento – Verona (Verona-Tour)

Nach einer erholsamen Nacht und reichhaltigem Frühstück im „Grand Hotel Trento“ machen wir uns frühzeitig auf den Weg, denn wir haben heute unsere längste und auch letzte Etappe vor uns. Nach dem nächtlichem Regen ist der Himmel schon wieder vorwiegend blau, als wir um 08.15 Uhr losfahren

Auf der Fahrt durch Trento schiess ich noch schnell ein Foto der eindrücklichen Kathedrale:

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Ein wunderbarer Tag kündigt sich an und wir freuen uns über die ersten Sonnenstrahlen:

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Bald schon erreichen wir wieder die Etsch und geniessen den Rückenwind, der uns hilft, ein beachtliches Tempo hinzulegen.

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Es ist wärmer heute, so dass wir bald schon unsere Jacken ausziehen und kurzärmlig unterwegs sein können:

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Auf einen grösseren Halt verzichten wir, denn die heutige Etappe ist über 100 km weit und Eva möchte unbedingt noch im „Brandy Melville“ in Verona einkaufen gehen. So gibt sie heute mächtig Gas und lässt mich bei eineren grösseren Steigung sogar stehen.

Die heutige Zwischenverpflegung besteht aus Schoko-Bisquits und Orangensaft; nicht gesund, aber immerhin kalorienreich.

Die Etappe führt nach ca. 50 km oft entlang eines Kanals, der oberhalb der Etsch (auf ital. Adige) parallel zur Etsch erbaut wurde. Dieser Kanal hat gemäss meinen Recherchen die Funktion, bei Hochwasser der Etsch, Wasser in den Gardasee zu umzuleiten, um Überschwemmungen in der Region Verona zu vermeiden.

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Kurz vor Verona lassen wir die Bergwelt hinter uns und blicken auf eine ganz andere, flachere Landschaft:

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Um 15.00 Uhr erreichen wir Verona und werden von einer wunderbaren Kirche „begrüsst“. Nach mehreren Versuchen klappt es endlich, mit dem Selbstaulöser ein ordentliches Foto mit uns beiden zu machen – damit bin ich nun auch noch fotografisch verewigt.

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Nachdem wir unser Hotel bezogen haben, machen wir uns bald auf den Weg zum „Brandy Melville“, dem eigentlichen Etappenziel meiner Tochter. Sie ist froh, dort zwei „stylische“ Winterpullover zu entdecken – natürlich vom Vater gesponsert…

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„Brandy Melville“ in Verona

Nach dem Vertilgen einer Lasagne und eines Tiramisus schlendern wir noch ein wenig durch die schöne Stadt und geniessen die herrliche Abendstimmung.

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Morgen früh werden wir noch das Amphitheater besuchen, bevor wir uns mit dem Zug wieder auf den Rückweg nach Zürich machen.

Eine tolle Velotour, die ich wärmstens empfehlen kann (auch geeignet für Senioren) geht damit zu Ende.

Wo es mich im Frühling hinzieht, weiss ich noch nicht, werde meine treue Leserschaft aber bestimmt darüber informieren, wenn es soweit ist.

Fakten Etappe 3: Trento – Verona
gefahrene Strecke: 102 km
Fahrzeit: 6 Std. 5
Durchschnittsgeschwindigkeit: 16.8 km/h
Bergauf: 670 m / bergab: 810 m
Übernachtung im “Aparthotel Verona House“

Day 2: Meran – Trento (Verona-Tour)

Nach gutem Schlaf – wir schliefen wie Steine im sehr ruhig gelegenen Hotel „Villa Laurus“ – machen wir uns um ca. um 08.00 Uhr auf den Weg.

Es ist sehr kühl an diesem Morgen, wir sind froh, warme Kleider und richtige Handschuhe dabei zu haben.

Schon kurz nachdem wir losgefahren sind, haben wir einen tollen Blick Richtung Süden und auf den klippenartigen Berg, der das Etsch-Tal zwischen Meran und Bozen prägt

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Wir kommen gut voran, der Radweg ist eben und führt fast immer der Etsch entlang.

Es sind schon erstaunlich viele Radfahrer unterwegs an diesem frühen Sonntagmorgen, meist sind es aber Italiener, die auf ihren Rennvelos trainieren – die Tourenfahrer sind später aufgestanden.

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Bozen

Bald schon sind wir in der Nähe von Bozen, welches wir linkerhand „liegenlassen“. Wir erhaschen aber noch einen Blick auf die eindrücklichen Berge, die östlich von Bozen liegen. Sind das wohl die berühmten „drei Zinnen“ im Hintergrund? Ich weiss es nicht.

Nachdem wir ca. 2 Stunden gefahren sind, haben wir Lust auf einen Kaffee. Eine sogenannte „Radstation“ direkt am Veloweg lässt uns anhalten. Eigentlich wäre sie noch geschlossen, aber ein junges Pärchen, das dort arbeitet, lässt uns in die warme Stube.

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Nach der kleinen Stärkung geht’s wieder weiter und schon bald machen wir unseren Mittagshalt. Es gibt ein Brötchen, das wir uns beim Früstück im Hotel geschnappt haben, Basler Leckerlis, ein paar Datteln und Cashew-Nüsse.

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Nach dieser kurzen Rast fahren wir gemütlich weiter. Es ist lustig zu beobachten, dass uns immer wieder die gleichen Leute überholen – mittelalterliche Tourenfahrer auf E-Bikes. Hier ist es aber so eben, dass es eigentlich gar keine E-Bikes bräuchte…

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Schon gegen 14.00 Uhr erreichen wir Trento. Wir sind froh, in unserem Hotel, dem „Grand Hotel Trento“ schon so früh einchecken zu können.

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Nach einer wohligen Dusche und ebenso wohligem Mittagsschlaf erkunden wir noch ein wenig diese schöne Stadt.

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Den Tag lassen wir im hoteleigenen Restaurant ausklingen: Es gibt Spaghetti Carbonara und für mich Lammkotelettes mit Kartoffeln – sehr lecker!

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Nach einem kleinen Fotoshooting in den Hotelhallen und -gängen – der Insta-Account meiner Tochter muss ja täglich „gefüttert“ werden – ziehen wir uns müde in unser Hotelzimmer zurück.

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Fakten Etappe 2: Meran – Trento
gefahrene Strecke: 87.8 km
Fahrzeit: 5 Std. 6
Durchschnittsgeschwindigkeit: 17.2 km/h
Bergauf: 270 m / bergab: 400 m
Übernachtung im “Grand Hotel Trento“

 

 

 

Day 1: Mals – Meran (Verona-Tour)

Schon zum zweiten Mal mache ich die schöne Tour von Mals im Südtirol nach Verona; Das letzte Mal zusammen mit meinem Sohn im Winter, diesmal mit meiner Tochter im Herbst.

Als wir heute morgen Zürich mit dem Zug um 07.45 Uhr verlassen, ist es kalt und regnerisch. Zuerst geht’s mit der SBB von Zürich nach Landquart, von dort mit der rhätischen Bahn nach Zernez und dann mit dem Postauto über den Ofenpass nach Mals. Die Reise klappt wunderbar, auch das Postauto ist – dank telefonischer Vorankündigung – auf unsere Velos vorbereitet.

Als wir über den Ofenpass fahren, haben wir schon fast winterliche Verhältnisse, es hat schon Schnee bis weit hinunter. Wir sind froh, im warmen Postauto zu sitzen.

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In Mals angekommen ist das Wetter merklich besser, es regnet nicht, aber es ist ziemlich kühl; also ziehen wir uns warm an (Handschuhe und warme Pullover) und machen uns ca. um 11.00 Uhr auf den Weg.

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Die heutige Etappe ist ziemlich kurz, wir müssen uns nicht beeilen. In Glurns machen wir einen kurzen Halt, bevor wir weiter fahren.

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An einer schönen Stelle (weiter hinten geht’s Richtung Stilfser Joch, den höchsten Strassenpass Europas) machen wir schon bald Mittagspause und essen unsere Käsebrote.

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Es geht heute meist abwärts und damit mühelos vorwärts. Schon bald befinden wir uns in endlosen Apfelplantagen, quasi das Wahrzeichen dieser Gegend.

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Wir treffen sehr viele Velofahrer unterwegs. Es hat sich wohl herumgesprochen, dass man im Vinschgau wunderbare Fahrradwege vorfindet.

Einen Kaffeehalt legen wir gleich an der Fahrradstrecke ein. Dazu gibt’s einen feinen Apfelstrudel (Ich habe mir diesmal schon gar nicht vorgenommen abzunehmen…)

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Bald schon erreichen wir unser erstes Tagesziel, die berühmte Stadt Meran. Mittlerweile ist es angenehm warm geworden. Auf der Suche nach einer günstigen Sonnenbrille (die haben wir beide vergessen) schlendern wir noch ein wenig durch die stark bevölkerte Stadt.

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Meran

Nachher steuern wir unser Hotel „Villa Laurus“ an . Dank meiner Navigationsapp Komoot gelingt uns das fast mühelos.
Eine „chillige“ Etappe (heutige Jugendsprache) geht damit zu Ende.

Fakten Etappe 1: Mals – Meran
gefahrene Strecke: 65.6 km
Fahrzeit: 3 Std. 40
Durchschnittsgeschwindigkeit: 17.9 km/h
Bergauf: 190 m / bergab: 880 m
Übernachtung im Hotel „Villa Laurus“

 

 

 

 

Loire-Tour (Day 1-9) Zusammenfassung

Das diesjährige Ziel meiner Sommer-Velotour war Carnac, ein bekannter Badeort am Atlantik in der südlichen Bretagne. Startort war Sainte-Croix in der Nähe von Vallorbe.

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Ich habe diesen Startort aufgrund seiner erhöhten Lage gewählt, um nicht gleich zu Beginn der Tour die Jurahöhen überwinden zu müssen. Von Sainte-Croix ging’s nach Westen, um möglichst bald den Loire-Radweg zu erreichen. Am 3. Tag, an dem Nevers unser Etappenziel war, war es dann soweit:

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Loire bei Gannay-sur-Loire

In der Folge radelten wir meist auf dem Loire-Radweg bis an den Atlantik. Der Loire-Radweg ist sehr schön und führt oft der natürlich belassenen Loire entlang, die diesen Sommer sehr wenig Wasser führte und deshalb zum Baden nicht geeignet war – vielleicht ist sie aber überhaupt kein Badefluss.

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Das Wetter war sehr angenehm und nicht zu heiss. Wie zu erwarten war, kämpften wir meist gegen den Wind an (vielleicht mache ich die Tour deshalb ein ander Mal in der Gegenrichtung). Im Schnitt legten wir ca. 120 km pro Tag zurück, was sicher an der obersten Grenze liegt für ein nicht mehr ganz so junges Semester wie ich es bin; aber da die Etappen meist geradeaus führten, war das doch ziemlich gut machbar. Die Hotels hatte ich etwa 2 Monate vorher reserviert, um keine unliebsamen Überraschungen zu erleben. Wegen der langen Etappen hatten wir natürlich zu wenig Zeit, die schönen Städte und Schlösser am Weg näher zu besichtigen; das werde ich vielleicht ein andermal nachholen – vielleicht wenn ich pensioniert bin und viel Zeit habe…

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Die Planung der Rückreise war übrigens gar nicht so einfach. Da ich keine Lust hatte, mein Fahrrad auf die Masse 120×90 zu demontieren und in einem Transbag zu verstauen, um mit dem TGV reisen zu können, hab ich mit der App der SNCF-OUI (eine sehr gute App, viel einfacher zu handhaben als die SBB-App, wenn man mit Velo reist) Züge Richtung Schweiz gesucht und gebucht, die Velos mitnehmen. Schliesslich bin ich in am ersten Rückreisetag von Auray über Nantes nach Nevers gefahren und hatte dabei sehr komfortable TER-Züge, wo genügend Platz war für mein Velo. Am zweiten Rückreisetag ging’s von Nevers über Lyon nach Genf.

Auf dieser Strecke hatte es enorm viele Fahrradtouristen; mit Mühe und Not gelang es schliesslich alle Fahrräder zu verstauen.

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Fahrräder im Zug von Lyon nach Genf am Samstag, 3. August 2019

Von Genf gings dann mit einem ICE nach Zürich (Achtung: man braucht auf diesen Zügen zusätzlich zur Velotageskarte noch eine Veloplatzreservation – man kann alles über die SBB-App buchen, es ist aber nicht so einfach zu finden). Nun bin ich wieder zuhause in Zürich und freue mich auf meine nächsten Touren – werde dann diesen Blog wieder weiterführen…

Fakten Loire-Tour (Sainte-Croix CH bis Carnac F)
12. Juli bis 21. Juli 2019
Gefahrene Strecke: ca. 1100 km