Day 9 – Trignac – Carnac (Loire-Tour)

Am letzten Tag unserer diesjährigen Sommer-Velotour verlassen wir die Loire-Gegend und steuern Richtung südliche Bretagne, wo wir mit der ganzen Familie noch einige Ferientage verbringen werden. Wir fahren wieder sehr früh los – frühstückslos – und es ist noch fast dunkel als wir auf die Räder steigen, wir wollen ja schliesslich rechtzeitig bei unserer Ferienwohnung ankommen und den Vermieter nicht warten lassen. Mit Rückenwind kommen wir zu Beginn flott voran und haben bei unserer ersten Kaffeepause um ca. 8 Uhr schon fast 40 km geschafft.

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Es ist grau in grau an diesem Morgen und als es zu regnen beginnt, kommt dieses kleine Schutzhäuschen gerade zur rechten Zeit. Was haben wir wieder für ein Glück! Wir ziehen im Schutz dieses Häuschen unsere Regenklamotten an, was jeweils ein längeres Prozedere ist.

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Der Regen dauert aber nicht allzu lange an und schon bald können wir die Regenkleider wieder ausziehen und an der Sonne ein wenig trocknen lassen:

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Nachdem wir Vannes, eine grössere Stadt am Meer, mehr oder weniger umfahren haben, machen wir in Auray, einer schmucken Kleinstadt eine Glacéhalt.

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Wenig später erreichen wir die Ortstafel von Carnac, unserem diesjährigen Tourziel, was natürlich festgehalten wird.

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Als wir unsere Wohnung erreichen und aus dem Fenster blicken, sind wir überwältigt – es ist traumhaft hier.

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Und der Strand liegt in Schrittweite von unsere Wohnung:

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Mit diesen Impressionen beende ich meinen Loire-Tour-Blog. Diese Tour war eine meiner schönsten bisher und mit über 1000 km eine meiner längsten. Im Herbst werde ich eine kleinere Tour machen und mich dann wieder melden.

Vielen Dank allen meinen treuen Lesern und die Rückmeldungen, die ich jeweils erhalte auf meine Reiseberichte.

Fakten zur Etappe 9 Trignac –  Carnac
Gefahrene Strecke : 115 km
Fahrzeit : 7 Std. 15
Bergauf: 850 m / bergab: 860 m

Day 8 Montjean-sur-Loire – Trignac (Loire-Tour)

Day 8 Montjean-sur-Loire – Trignac (Loire-Tour)

Nachdem es am Vortag ein bisschen geregnet hat, ist der heutige Morgen wieder wolkenlos. Wir fahren heute um 06.15 Uhr los – es ist wunderbar in der Morgendämmerung Velo zu fahren, es ist aber wieder sehr frisch

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Als die ersten Sonnenstrahlen auf uns treffen, werfen sie lange Schatten:

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Wir fahren wieder lange ohne Pause. In der Frühe sehen wir immer wieder Tiere: gestern u.a. ein Wildschwein, heute ein Fuchs und wenig später huschen vor uns grössere Tiere über den Weg und verschwinden in einem veralgten kleinen Kanal. Wir entdecken sie wieder im Wasser:

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Sind es Kaimane? Nein, natürlich nicht, die gibt’s in Europa nur im Hallwilersee (gemäss Zeitungsberichten). Es sind … ? (Lösung am Schluss des Blogs)

Erst gegen 9 Uhr verführt uns eine „boulangerie“ dazu, eine kleine Pause zu machen. Wir decken uns ein mit frischen Brötchen und weiteren Leckereien ein und trinken un café au lait, respektive un chocolat chaud.

Nach zwei weiteren kurzweiligen Fahrstunden oft entlang der Loire erreichen wir Nantes, eine Stadt etwa in der Grösse von Zürich. Uns fällt auf, dass das Wasser der Loire nun plötzlich schmutzig braun ist und der Fluss nun sehr viel mehr Wasser hat als wie bis hierhin. Das hängt wohl mit den Zuflüssen zusammen, die bei Nantes in die Loire münden.

Wir durchqueren allerdings nicht das historische Zentrum der Stadt sondern fahren zuerst entlang der Loire, wo ein grosses (älteres?) Kriegsschiff unsere Aufmerksamkeit erregt:

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Nach dem Durchfahren von wenig ansehnlichen Industrierevieren entdecken wir – wieder am Ufer der Loire – dieses aus dem Gleichgewicht geratene Haus:

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Zur Mittagszeit kommt dieses schön gelegene Restaurant wie gerufen. Man blickt auf einen Kanal, dem wir nach dem Mittagessen längere Zeit folgen.

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Je näher wir zum Meer kommen, desto stärker wird nun wieder der Gegenwind. Der Veloweg befindet sich nun nahe an der Loire – oder ist es schon das Meer? Uns fallen die zahlreichen auf Stelzen stehenden Stege auf, die zu kleinen Holzhäuschen führen, vor denen grosse Fischnetze hängen. Sie stehen aber auf dem Trockenen als wir durchfahren; vielleicht wird aber bei Flut gefischt von diesen Häuschen aus. Ich vermute es, bin aber nicht ganz sicher.

Im Hintergrund erblicken wir schon von weitem eine imposante Brücke, die über die Loire/das Meer führt und über die wir auch fahren werden.

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Als wir näher kommen, frage ich mich, ob es wohl erlaubt ist mit dem Velo über diese Brücke zu fahren, da darüber eine Art Autobahn führt mit sehr viel Verkehr.

Es scheint aber möglich zu sein, denn es hat einen schmalen Velostreifen und vor uns nehmen gerade 2 Velofahrer diese Brücke in Angriff – wir wagen es auch.

IMG_7775Man muss höllisch aufpassen, auf der Spur zu bleiben, ausserdem steigt die Brücke in der Mitte stark an. Wir schaffen es aber schliesslich ohne Probleme auf den höchsten Punkt und werden dafür mit einem wunderbaren Ausblick auf das Meer belohnt:

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Zur rechten Seite blicken wir zurück auf die Loire. Wir sind nun quasi am Ziel unserer Loire-Tour.

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Nach der gefährlichen Abfahrt von dieser Brücke erreichen wir bald unser Hotel, das in Trignac liegt, einem Vorort von St. Nazaire.

Morgen fahren wir weiter Richtung Bretagne, wo wir Carnac ansteuern werden, wo wir ein paar Tage Ferien machen werden.

Fakten zur Etappe 8 Montjean-sur-Loire – Trignac
Gefahrene Strecke : 125 km
Fahrzeit : 8 Std. 2
Bergauf: 790 m / bergab: 810 m
Uebernachtung: Hotel Kyriad, Trignac

Lösung Rätsel: Wir haben Biber gesehen

 

Day 7 Villandry – Montjean-sur-Loire (Loire-Tour)

Heute stehen wir sehr früh auf, schon um 04.45 Uhr schrillt der Wecker, resp. das Iphone. Wir haben geschlafen wie Steine, der befürchtete Kampf um Platz und Decke ist trotz des schmalen Bettes ausgeblieben.

Die nette Gastwirtin hat uns das Frühstück schon am Vorabend parat gemacht, so dass wir wie geplant um 06.00 Uhr losfahren können. Der Mond ist unser erster Begleiter:

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Wir fahren zügig und machen lange keine Pause. Wir haben wieder tolle Wege, angenehme Temperaturen und immer wieder wechselnde Szenerien. Erst in Saumur machen wir unseren ersten Halt.

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Saumur

Wir setzen uns in ein Café und amüsieren uns über einen älteren Herrn (mit Pfeife), der die Gäste unterhält.

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Wir brechen bald wieder auf, denn die heutige Etappe ist mit 140 km die längste und wir wollen beizeiten am heutigen Ziel ankommen.

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Brücke bei Saumur

Gegen Mittag wird es wieder wärmer und die Sonne brennt wieder. Wir machen einen kurzen Halt, um uns mit Sonnencreme einzuschmieren und etwas zu trinken

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Es folgt eine sehr schöne Strecke am rechten Ufer der Loire. Bei einem Campingplatz macht sich eine Gruppe von Kanufahrern startklar. Schwimmer haben wir übrigens noch nicht gesehen in der Loire. Sie führt wohl zu wenig Wasser und macht auch nicht den saubersten Eindruck.

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Wenig später fahren wir durch eine Outdoorbilderausstellung; etwa 20 grossformatige gemalte Bilder säumen unseren Weg.

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In der Folge erregt ein Feld mit einer speziellen Pflanze unsere Aufmerksamkeit. Was ist das wohl für eine Pflanze?

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Als wir einen grösseren Hunger verspüren, kommt dieser fahrende Koch mit seinem zirkusartigen Wagen wie gerufen. Er bietet selbstgemacht Teigtaschen (gallette-artig) mit eigen kreiierten Füllungen an. Sie sind lecker. Sein Wagen steht an strategisch günstiger Lage: gerade am Loire-Fahrradweg.

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Am Nachmittag wird der Wind immer stärker und es scheint ein Gesetz zu sein, dass er immer aus der Richtung kommt, in die wir fahren.

Bei einem wilden Zwetschgenbaum, machen wir einen kleinen Verpflegungshalt und verdrücken wohl je über 30 Zwetschgen. Noch nie hat uns diese Frucht so gemundet!

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In der Zwischenzeit sind dunkle Wolken aufgezogen und wir schalten einen Gang höher – wir wollen vor dem grossen Regen im Hotel ankommen. Auf dem letzten Kilometer werden wir aber trotzdem noch ein bisschen nass. Macht aber nichts, das Hotel ist ja schon in Sichtweite. Dort angekommen legen wir uns nach der obligaten Dusche eine wenig aufs Bett und fühlen uns dabei wie tote Fliegen.

Nach der feinen Ente zum Nachtessen blicken wir aus unserem Hotelzimmer und fangen dieses schöne Abenstimmung ein:

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Fakten zur Etappe 7: Villandry –  Montjean-sur-Loire:
Gefahrene Strecke : 141 km
Fahrzeit : 8 Std. 35
Bergauf: 900 m / bergab: 930 m
Uebernachtung: Hotel de la Loire, Montjean-sur-Loire (gute Küche!)

 

Day 6 Beaugency – Villandry (Loire-Tour)

Dank Frühstück um 06.00 Uhr können wir heute schon um 07.00 Uhr losfahren. Ich bin froh darum, denn das Velofahren am einem kühlen Sommermorgen ist besonders schön, und je früher man losfährt, desto besser. Die heutige Etappe beginnt ausserordentlich schön mit Fahrradwegen entlang der Loire.

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Wir radeln ohne Pause 2 ½ h und fahren oft an schönen Dörfern und kleinen Städtchen vorbei

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Ein besonders schöne Brücke befindet sich bei Bois sur Loire:

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Bois sur Loire

Als wir uns ein wenig von der Loire entfernen, sehen und riechen wir plötzlich Rauch; ein Stoppelfeld und einige Strohrollen brennen. Wir hoffen, dass sich das Feuer nicht weiter ausbreitet, denn es ist sehr trocken.

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In Amboise, einer Stadt mit eindrücklichem Schloss und grosser Festung machen wir unseren Mittagshalt.

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Amboise

Die nächste grosse Stadt, die wir erreichen, ist Tours. Wir fahren zur Kathedrale, sind aber ein wenig enttäuscht, weil wir dort einen grossen Platz mit Cafés erwarteten, wo wir ein Eis hätten essen wollen. Es gibt aber keinen grossen Platz, keine Cafés und deshalb auch kein Eis.

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Cathédrale de Tours

Das Eis finden wir ein wenig später in einem Café am Hauptboulevard. Schnell brechen wir aber wieder auf, wir wollen jeweils nicht zu spät am Ziel ankommen.

Nach 20 km erreichen wir unser Ziel Villandry. Das ist ein kleines Städtchen mit einem grossen Schloss. Unser Hotel ist ein kleines sehr altes Häuschen:

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Das einzige Zimmer dieses Gasthofes befindet sich im Dachstock. Wir werden hier übernachten.

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Ob wir hier wohl gut schlafen? Oder gibt es wieder – wie in der Nacht zuvor – einen Kampf um die Bettdecke und um Platz im Bett? Wir werden sehen.

Fakten zur Etappe 6 Beaugency – Villandry
Gefahrene Strecke : 122 km
Fahrzeit : 7 Std. 27
Bergauf: 740 m / bergab: 810 m
Uebernachtung: Epicerie Gourmande (Minihotel mit guter Küche: Galettes!)

 

Day 5 Gien – Beaugency (Loire-Tour)

Die heutige Etappe beginnt nach reichhaltigem Frühstück im Hotel Rivage um 07.45 Uhr. Es ist wieder ziemlich frisch wie die Tage zuvor.

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Brücke bei Gien

Bald sind wir wieder auf dem Fahrradweg, der sich wieder oft auf der Deichkrone der Hochwasserdeiche befindet. Man hat deshalb oft einen guten Weitblick:

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Das erste Highlight erreichen wir nach ca. einer Stunde Fahrzeit, das Château de Sully:

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Château de Sully

Auf der Weiterfahrt helfen wir einem älteren Herrn aus der Patsche. Er steht hilflos mit einem Platten auf dem Fahrradweg und fragt uns, ob wir eine auf sein Ventil passende Pumpe dabei hätten – er hat zwar eine, aber sie passt nicht. Wir helfen ihm gerne und erfahren im Gespräch, dass er aus dem frankophonen Teil Kanadas kommt. Er ist uns sehr dankbar und preist uns als „Cadeau du ciel“.

Die erste Pause verbringen wir auf einem idyllisch gelegenen Rastplatz. Wir amüsieren uns, während wir uns Kalorien zuführen; es hat mit Louis zu tun. Frage: Wer ist Louis? (Auflösung am Schluss des heutigen Blogs)

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Gruppenbild mit Louis

Gegen 13 Uhr erreichen wir Orléans, wo wir in einer Brasserie vor der Kathedrale zu Mittag essen. Natürlich werfe ich einen Blick in diese im nachgotischen Stil erbaute Kathedrale, die unglaubliche 140 m lang ist.

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Auch von aussen ist sie eindrücklich:

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Cathédrale d’Orléans

Als wir Orléans verlassen, überqueren wir mal wieder die Loire; diesmal auf einer neuen, modernen Brücke. Ob der geschwungene, die Brücke zierende schräge Bogen wohl auch eine statische Funktion hat? Wir wissen es nicht.

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Brücke bei Orléans

Bald schon erreichen wir unser Etappenziel Beaugency. Das ist ein wunderschönes kleines Städtchen mit viel Ambiance.

Unser Hotel liegt am einem schönen Platz. Im Gegensatz zu gestern haben wir heute ein riesiges Zimmer mit Blick auf diesen Platz, wo wir draussen eine Pizza essen und die friedliche Abendstimmung geniessen.

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Beaugency

Auf dem Rückweg mache ich eine Foto von unserem Hotel. Unser Zimmer können wir auch von aussen gut identifizieren. Ihr auch?

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Fakten zur Etappe 5 Gien – Beaugency:
Gefahrene Strecke : 105 km
Fahrzeit : 6 Std. 27
Bergauf: 610 m / bergab: 640 m
Uebernachtung: Hotel l’Ecu de Bretagne, Beaugency (sehr schönes Hotel, super Lage)

Lösung Rätsel: Louis ist der Hund in der Mitte des Bildes. Er wollte bei uns etwas zum Knabbern erbetteln und wurde dabei von seinem deutschen Herrchen scharf zurückgerufen: „Louis, Louis, komm her, Louis!“, was uns sehr belustigte und zu einem 3-minütigem Lachanfall führte, den wir kaum verbergen konnten.

 

Day 4 –Nevers – Gien (Loire-Tour)

Die heutige Etappe beginnt mit der Suche nach einem Café und der Suche nach einem Laden, wo man Getränke kaufen kann. Beides ist schwierig an diesem Montagmorgen um 06.45 Uhr. Schliesslich werden wir am Bahnhof von Nevers fündig. Es ist aber sehr wenig los an diesem Bahnhof – es fahren keine Züge und ein paar verstreute Leute warten auf den Bus – erstaunlich für eine Stadt von der Grösse Schaffhausens.

Um 07.30 Uhr fahren wir endlich los und erreichen bald wieder die Loire, die wir auf einer imposanten Brücke überqueren.

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Es ist ziemlich frisch an diesem schönen Morgen, man friert fast ein wenig an den Händen. Der Fahrradweg führt zuerst meist auf einem Deich der Loire entlang – manchmal hat man einen schönen Blick auf die schöne Flusslandschaft

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Es ist eine sehr schöne Etappe heute, das Wetter stimmt auch, nur bläst der Wind mal wieder in die falsche Richtung – er kommt von Norden und wir fahren in den Norden. Wir nehmen’s gelassen, da wir heute zur Abwechslung eher eine kürzere Strecke zu bewältigen haben.

Als wir hungrig werden, machen wir einen Umweg, um in einer grösseren Ortschaft ein Restaurant zu finden – es hat aber keines, auch ein Einkaufsladen ist nicht in Sicht. Unsere Laune verschlechtert sich merklich und wir fahren missmutig weiter. Glücklicherweise entdecken wir aber im nächsten Dorf, Bonny-sur-Loire einen Atac-Supermarché, wo wir uns mit Lebensmitteln eindecken können.

Wieder zufriedener machen wir unsere Mittagspause und geniessen den Schatten eines Amber-Baumes.

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Nach einem kleinen Nickerchen brechen wir wieder auf und fahren nun auf sehr schönen und abwechslungsreichen Wegen der Loire oder dem Loire-Kanal entlang. Es sind nun plötzlich viele Tourenfahrer unterwegs, woher die plötzlich alle kommen?

Wieder einmal überqueren wir die Loire – diesmal auf einer ganz speziellen Brücke, einer Kanalbrücke

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Der Blick von dieser Brücke ist atemberaubend

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Gegen 16.30 Uhr erreichen wir unser Ziel Gien. Schon von weitem sieht man das imposante Schloss über dieser sehr schönen, kleinen Stadt.

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Unser Hotel liegt am Ufer der Loire, es ist sehr stilvoll eingerichtet – nur das Zimmer ist ziemlich klein, das Fenster (mit Blick auf die Loire) lässt sich kaum öffnen, weil das Bett im Weg steht….

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Nach einem Rundgang durch das Städtchen und dem Abendessen in einem lauschigen Gartenrestaurant, gehen wir schon bald wieder ins Hotel zurück.

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Gabriel ist müde und geht schon bald zu Bett, während ich draussen vor dem Hotel noch den heutigen Blog schreibe (und ein Bier aus Sancerre geniesse – es ist wirklich Bier kein Wein!).

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Gefahrene Strecke : 112 km
Fahrzeit : 7 Std. 32
Bergauf: 580 m / bergab: 640 m
Uebernachtung: Hotel Le Rivage, Gien

Day 3 – Montceau-les-Mines – Nevers (Loire-Tour)

Nach gutem Schlaf und Frühstück im Ibis-Hotel fahren wir heute erst um 7.30 Uhr los. Der Himmel ist wolkenlos und es ist angenehm frisch. Die Strassen sind fast leer an diesem Sonntag des quatorze juillet. Bald schon wir es hügelig und es erwartet uns ein Auf und Ab in der ersten Hälfte der heutigen Etappe. Dafür haben wir – wenn wir oben sind – oft einen wunderbaren Fernblick:

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Wir fahren heute meist durch ziemlich menschenleere Gegenden, deshalb sind wir froh, in einer kleinen Ortschaft mal zur Abwechslung ein andere Sujet vor die Linse zu bekommen:

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Es ist sehr trocken in diesem Teil Frankreichs, die Wiesen sind ausgedörrt und die vielen Kühe finden kaum mehr was zu fressen:

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Wir sind sehr froh, als wir um 12.30 Uhr in einem Dorf ein Hotelrestaurant entdecken – nichts wie hin, denn wir sind hungrig und durstig.

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Nach der willkommenen Stärkung geht’s in rasender Fahrt ins Loire-Tal hinunter und bald schon sehen wir die Loire zum ersten Mal:

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Nachdem wir die Loire überquert haben, geht’s kilometerlang ziemlich phantasielos geradeaus. Dazu kommt ein starker Gegenwind, gegen den wir ankämpfen müssen.

Nach ca. 15 km erreichen wir den Loire-Kanal. Der offzielle Loire-Radweg führt nun bis nach Nevers diesem Kanal entlang.

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Es ist sehr angenehm diesem Kanal entlangzufahren, man ist hier windgeschützter als im offenen Gelände und aufkommende Wolken spenden manchmal wohltuenden Schatten.

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Gegen 17.30 Uhr erreichen wir Nevers, eine grössere Stadt direkt an der Loire:

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Nach Bezug unseres Hotels erkunden wir noch ein wenig die Altstadt und sind froh, eine offene Brasserie zu entdecken, wo wir den strengen Tag kulinarisch abschliessen.

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Im Hotel zurück schauen wir noch ein wenig das Concert de Paris zum französischen Nationalfeiertag. Daneben schreibe ich am Blog, Gabriel neben mir ist am Einschlafen – Nachwehen seiner Monsteretappe von Freitag/Samstag (232 km am Stück).

Ob ich wohl noch wachbleibe bis zum phantastischen Feuerwerk zum quatorze juillet, das beim Eindunkeln gezündet werden soll?

Fakten zur Etappe 3 Montceau-les-Mines – Nevers (Loire-Tour)
Gefahrene Strecke: 123 km
Fahrzeit: 8 Std. 28
Bergauf: 1190 m / bergab: 1300 m
Uebernachtung: Nevers Hotel

 

 

Day 2 Sons-le-Saunier – Montceau-les-Mines (Loire-Tour)

Der heutige Tag beginnt früh heute. Um 05.00 Uhr ruft mich mein Sohn an, der die ganze Nacht von Yverdon kommend durchgefahren ist und nun seine Ankunft in Sons-le-Saunier ankündigt. Er ist erst gestern abend losfahren, um keinen Ferientag zu verlieren, d.h. er macht 2 Etappen an einem Stück (er ist ein Veloverrückter…).

Als ich eine halbe Stunde später aus dem Hotelfenster blicke, sehe ich, dass er schon da ist und – auf einer Bank schlafend – auf mich wartet.

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Ich beeile mich und packe meine Siebensachen. So können wir schon kurz vor 6.00 Uhr losfahren. Es ist wieder angenehm kühl; ein schöner Fahrradtag kündigt sich an.

Schon bald sind wir auf schönen Velowegen und Nebenstrassen unterwegs und oft sogar auf den «voies vertes»; das sind Velowege, die auf ehemaligen Bahntrassees angelegt sind. Diese Wege sind besonders schön.

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Der Anblick eines abgeernteten Weizenfeldes ist besonders schön im sanften Morgenlicht

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Da wir ohne Frühstück losgefahren sind, sind wir froh in einer kleinen Stadt einen Café- und Frühstückshalt zu machen. Die Stadt heisst Louhans und erinnert mit seinen Lauben beidseits der Hauptstrasse fast ein wenig an Bern.

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Die nächste grössere Stadt, die wir gegen Mittag erreichen heisst Chalon-sur-Saône. Wir staunen über die Breite der Saône.

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Wir schauen uns kurz in der Altstadt um und kaufen uns Lebensmittel für das Mittagspicknick, das wir wenig später an einem lauschigen Plätzchen im Schatten abhalten. G. ist verständlicherweise sehr müde (ich auch) und wir machen ein kurzes Nickerchen.

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In der Folge geht’s aufwärts und wir durchqueren einen schönen Ort.

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Wenig später geniessen wir die tägliche obligate Schotterpiste (täglich grüsst das Murmeltier); es ist so steil und steinig, dass sogar G. das Velo schiebt.

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Als wir oben sind, werden wir aber mit einem wunderbaren Blick in die weite Landschaft belohnt.

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Als wir wieder unten sind folgen wir bald dem Canal Central, der uns in die Zielstadt Monceau-les-mines führt. (Früher wurde hier Kohle abgebaut, wie mir der Rezeptionist im Hotel später erklärt).

Als wir bei unserem Hotel ankommen, sind wir sehr irritiert: es macht einen verlassenen Eindruck, alle Türen sind geschlossen und als ich es anrufen will, antwortet nur der Telefonbeantworter. Dabei hatte ich es doch ganz normal über booking.com gebucht. Sowas ist mir noch nie passiert! Das Hotel ist einfach geschlossen.

Zum guten Glück gibt’s noch ein Ibis-Hotel im Ort, wo wir noch ein Zimmer finden. Der Tag ist gerettet.

Day 1 Sainte-Croix – Sons-le-Saunier (Loire-Tour)

Endlich kann es losgehen. Das Ziel ist die Bretagne, welche wir mit einer Fahrt entlang der Loire ansteuern möchten.

Der Start ist in Sainte-Croix, einem bedeutenden Uhrmacherort oberhalb von Vallorbe. Da der Ort auf 1000 M.ü.M. liegt, ist es ein gute Startpunkt, um die erste Etappe in Angriff zu nehmen.

Nach einer kurzen Nacht – ich musste ja noch packen und einige liegengebliebene Dinge erledigen – geht’s schon um 05.34 Uhr auf die Forchbahn Richtung  Zürich, nachher mit dem IC-Schnellzug nach Vallorbe (fast hätte ich das Aussteigen verpasst, da ich eingeschlafen war) und danach mit einem Ersatzbus nach Saint-Croix.

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Nun stehe ich dort am Bahnhof, creme mich mit Sonnencreme ein und fahr bald schon los in den erfrischenden Morgen, es geht noch ein wenig hoch und ich erreiche schon bald den Col des Etroits, der mit 1152 M.ü.M. der höchste Punkt dieser Velotour bleiben wird.

Bald darauf fahre ich durch typische Juralandschaften. Es ist wunderbar an diesem erfrischenden Morgen.

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Ich nehme es gemächlich, hab ich doch genügend Zeit auf dieser für mich eher kurzen Etappe, denke ich.

Bald schon überquere ich die Grenze und befinde mich nun schon im französischen Jura, der dem Schweizer Jura so ziemlich gleicht. Es hat Fichtenwälder und Weiden mit Kühen und manchmal Pferden. Idyllisch, aber ziemlich abgelegen.

Ein Flüsschen, das ich überquere bietet ein gutes Fotosujet, also halte ich kurz und knipse ein Bild:

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Als es gegen Mittag geht, beginnt mich der Hunger und Durst zu quälen – da kommt ein Gartenrestaurant direkt an der Strasse (also eher ein Strassenrestaurant) gerade richtig.

Zuerst bin ich alleine, aber allmählich füllt sich die Terrasse mit deutschen Töfffahrern, weiteren Schweizer Velofahrern und weiteren Gästen. Ich esse einen Burger und geniesse den angenehm schattigen Platz.

Gut gesättigt geht’s in einem Auf und Ab weiter gegen Westen, meist auf wenig befahrenen Nebenstrassen, manchmal aber auch auf Hauptstrassen, wo 40-Tonnen-Lastwagen beängstigend nahe an einem vorbeidonnern.

Auch die obligaten Schotterstrecken sind dabei, es ärgert mich ein wenig, da ich so kurz vor dem Ziel kaum mehr vorwärts komme deswegen. Es ist dafür sehr schön.

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Dafür werde ich kurz vor dem Ziel mit einem schönen Ausblick auf die Etappenzielstadt Sons-le-Saunier belohnt.

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Erst gegen 18.30 Uhr trudle ich im Hotel ein. Ich bin fix und fertig und muss mich zuerst mal ein wenig aufs Bett legen.

Beim Nachtessen im Hotel krieg ich einen Schrecken: Das Adapter-Kabel von IPhone zu meinem Surface Go habe ich zuhause vergessen. Glücklicherweise finde ich nach einigem Pröbeln die Lösung mit One-Drive. Der Tag ist gerettet – ich kann nun endlich den Blog schreiben.

 

 

Day 6 Cochem – Koblenz (Moselradtour)

Heute steh ich früh auf und fahre – ohne gefrühstückt zu haben – um 07.15 Uhr los. Ich muss unbedingt den Zug in Koblenz erreichen, der um 11.56 Uhr nach Zürich abfährt. Die heutige Etappe ist dementsprechend kurz, nur ca. 50 km muss ich bewältigen. Ich bin froh darüber, denn das Knie schmerzt noch immer.

Der Weg führt mich auch heute wieder meist der Mosel entlang, diesmal aber oft neben mehr oder weniger stark befahrenen Strassen. Als ich über eine Brücke fahre, bietet sich mir dieser schöne Anblick:

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Nach ca. 20 km entdecke ich ein Café mit Bäckerei – nichts wie hin, denn mein Magen knurrt schon bedrohlich und der Koffeinpegel ist unterirdisch. Nach der kleinen Stärkung geht’s wieder weiter, durch schöne Land- und Ortschaften:

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Übrigens – man hat oft gar nicht das Gefühl, einem fliessenden Fluss entlangzufahren, die Mosel ist wohl ca. alle 5-10 km gestaut; deshalb hat man eher den Eindruck, einem langen See entlangzufahren.

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Kobern-Gondorf

Bald schon erreiche ich Koblenz – kurz vor dem Ziel möchte mich Komoot durch einen Friedhof lotsen.

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Dies scheint mir nun doch ein wenig respektlos und ich fahr aussen rum durch.

Kurze Zeit später erreiche ich mein Ziel, den Hauptbahnhof von Koblenz:

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Koblenz

Während ich auf den Zug warte, spiele ich ein bisschen auf dem Klavier, das in der Bahnhofshalle herumsteht.

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Nein, natürlich nicht, dazu bin ich zu schüchtern (!) – vielmehr steht mir der Sinn nach etwas Essbarem, also setz ich mich an eine Pizzabar, esse ein Stück Pizza und trink ein Bierchen (muss jetzt wieder aufhören damit, möchte ja doch abnehmen).

Bald schon kommt der Zug (er ist sogar fast pünktlich) und ich fahr damit zurück nach Zürich.

Die Zugsstrecke, die bald nach Koblenz folgt, bietet einen herrlichen Blick auf den Rhein und das Loreley-Gebiet. Ich schau aus dem Fenster und erinnere mich gut daran, wie ich hier vor 3 Jahren zusammen mit meinem Sohn auf unserer Amsterdam-Tour mit dem Fahrrad durchgefahren bin.

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Loreley, südlich von Koblenz

Meine Moselfahrradtour geht mit diesen schönen Eindrücken zu Ende. Ich hatte grosses Wetterglück, es war fast schon sommerlich warm und die Tour war sehr schön. Schade, dass mir zuerst der Rücken und dann das Knie Probleme bereitet haben, so konnte ich die Tour nicht immer vollumfänglich geniessen.

Übrigens – die gefahrene Strecke von Basel zur Moselquelle und danach der Mosel entlang bis nach Koblenz betrug insgesamt 613 km.

Ein Dankeschön den LuL (= Leserinnen und Lesern, analog zum heutigen gebräuchlichen SuS = Schülerinnen und Schüler)  für die Feedbacks und die Tipps; es ist immer schön aus der Heimat zu hören, wenn man alleine unterwegs ist. Den Blog führe ich Mitte Juli weiter, dann geht’s der Loire entlang in die Bretagne. Ich freue mich schon jetzt darauf…

Fakten heutige Etappe:
Gefahrene Strecke: 50 km
Rauf: 290 m / Runter: 310 m
Fahrzeit: 3 Std. 25 Min.

Rückreise mit dem Direktzug von Koblenz nach Zürich um 11.56 (mit reserviertem Fahrradhaken)

Day 6Streckenplan Cochem – Koblenz

Übersicht Mosel:

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