Als wir um 6.45 Uhr aufstehen regnet es. Schon in der Nacht hatte es ziemlich heftig geregnet, aber die angekündigten Unwetter sind ausgeblieben.
Wir ziehen unser komplettes Regenset an, bevor wir losfahren, denn gemäss Prognose wird es wohl den ganzen Tag nass sein.

An der Isar bei Bad Tölz
Nach kurzer Fahrt auf geteertem Fahrradweg entlang der Isar, biegen wir links ab und gelangen in hügeliges Gelände. Es wäre wohl sehr schön in dieser grünen Landschaft, aber die tiefliegenden Wolken verhindern den Blick in die Ferne.

Auf dem Isarradweg in der Nähe von Bad Tölz
Nach einigen Kilometern auf aspaltierten Strassen, befahren wir in der Folge oft gekieste Wege, die aber zumeist gut befestigt und nicht allzu holprig sind. Dennoch ist es ein stetiges Auf und Ab, was ziemlich anstrengend ist; auch versuchen wir den vielen Pfützen soweit möglich auszuweichen.

Unterwegs auf gekiesten Wegen
Der Regen ist unser konstanter Begleiter an diesem Tag; es regnet mal mehr und mal weniger heftig. Als es gerade einmal aus allen Kübeln giesst, suchen wir Schutz bei einem Buswartehäuschen, verpflegen uns und warten darauf, dass sich das Wetter wieder bessert.

Schutz vor dem Regen
Auf der Weiterfahrt überqueren wir heute erstmals die Isar.

Isar bei Puppling
Wir sind froh, dass unsere Route ab hier einen geteerten Abschnitt enthält und wir deshalb auch wieder schneller vorwärtskommen.
Wenig später ist ein Teil der Isar kanalisiert. Von weiten sehen wir ein flossähnliches Gebilde darauf. Aus der Nähe betrachtet sehen wir ein grosses Baumstämmefloss, auf welchem eine Gesellschaft eine Art Party abhält bei Live-Musik, Grillwürsten und Bier. Sogar ein kleines WC-Häuschen ist in einer Ecke des Flosses zu sehen (das braucht’s bei den Biermengen, die die Bayern trinken).

Party-Floss auf dem Isar-Kanal
Circa um ein Uhr sind wir in München, sehen aber interessanterweise von dieser Milionenstadt kaum etwas, weil wir immer der Isar entlangfahren und wir dort kaum etwas von der Stadt wahrnehmen.

Isar bei München
Eigentlich hätten wir uns hier gerne in einem Restaurant oder Café aufgewärmt, aber wir entdecken nichts dergleiches. So fahren wir durch, machen einen kurzen Halt, essen eine Banane, ein paar Nüsse und ein kleines Brötchen.
Bis nach Freising, unserem Etappenziel, fahren wir auf manchmal etwas holprigen Kieswegen der Isar entlang. Der Fluss ist erstaunlich naturbelassen und man fühlt sich weitab von jeglicher Zivilisation.

Isarradweg zwischen München und Freising
Als plötzlich eine Schranke mit einer Fahrverbotstafel den Weg versperrt, ignorieren wir diese. Wenig später bemerken wir den Grund des Verbots: Die Strasse wurde von der Isar weggespült.

Weggespülter Fahrradweg
Glücklicherweise entdecken wir einen schmalen Ersatzpfad durch den Wald, der uns auf die andere Seite bringt.
Inzwischen hat es aufgehört zu regnen und wir sehen erstmals ein Stückchen blauen Himmels.
Um 16.30 Uhr treffen wir in Freising ein. Vor dem Einchecken im relativ noblen Munich Airport Marriott Hotel, müssen wir zuerst unsere vor Dreck starrenden Satteltaschen reinigen. Auch die Fahrräder sehen schrecklich aus nach dem heutigen Ritt durch Pfützen und Schlamm.

Fahrrad nach der heutigen Etappe
Mein Fahrrad sieht dank Schutzblechen zum guten Glück etwas weniger schlimm aus.
Später im Hotelzimmer begrüsst mich in der Dusche eine Kuh, die nicht so richtig zu diesem Hotel passt.

Kuh in der Dusche
Nach der Dusche machen wir uns auf den Weg in die Altstadt von Freising, welche einen ganz hübschen Eindruck macht.

Freising
Die Sonne scheint und es ist spürbar wärmer geworden, weshalb wir uns am Hauptplatz draussen an einem Tisch eines griechischen Restaurants niederlassen und einen feinen Znacht inkl. offeriertem Ouzo geniessen
So endet eine regnerische Etappe versöhnlich.
Fakten Etappe 3: Bad Tölz – Freising
Gefahrene Strecke: 93 km
reine Fahrzeit: 5 Std. 55
Durchschnittsgeschwindigkeit: 15.8 km/h
bergauf: 510 m
bergab: 710 m
Übernachtung im Munich Airport Marriott Hotel
