Auch heute scheint wieder die Sonne, als ich um 9 Uhr von Cremona aufbreche. Zuerst kämpfe ich mich zu Fuss durch einen grossen Markt; es werden zumeist billige Kleider angeboten.

Markt in Cremona
Doch bald bin ich wieder auf dem Po-Radweg. Und es ist schon ziemlich warm und sehr angenehm an diesem schönen Morgen auf perfektem Belag auf dem Po-Damm Richtung Osten zu fahren.

Po-Radweg bei Cremona
Man hat einen guten Überblick auf die weite, ebene Landschaft rundum. Immer mal wieder fahre ich an grossen Gutshöfen vorbei; die einen scheinen unbewohnt, wie dieses festungsartige Gebäude.

Ehemaliger Gutshof
Als ich den Po auf einer langen Brücke überqueren muss, stehe ich erstmals vor einem kleinen Problem, denn eine Spur ist gesperrt und die andere wird abwechslungsweise jeweils in beiden Richtungen benutzt.

Bauarbeiten an Po-Brücke
Fahrradfahrer sind nicht eingeplant, wie ich etwas genervt feststelle. Ein bisschen frech befahre ich die freie Spur bei Rot, als ich sehe, dass kein Gegenverkehr mehr in Sicht ist. Ein cleverer Schachzug, denn so vermeide ich, dass mich Lastwagen von hinten bedrängen und mich überholen wollen.
Nach dieser kurzen Eskapade kann ich bald wieder von der Bundestrasse links abbiegen und meinen Weg auf Nebenstrassen fortsetzen.
Heute fühle ich mich ein wenig wie ein Tierfotograf: nachdem ich ein Kaninchen und eine Bisamratte fotografiert hatte und ausserdem Rebhühner sah, entdecke ich an einem Wassertümpel ein weiteres Tier, das ich nicht erwartete. Was könnte das wohl für eines sein? (Das heutige Rätsel)

Landschaft in der Nähe von Parma
Richtig, es sind Schildkröten, die ein Sonnenbad nehmen.
Wenig später biege ich nach rechts ab und folge dem Fluss Taro, der viel Wasser führt.

Fiume Taro
Wiederum ist der Radweg auf einem Damm angelegt. Rechts ist der Fiume Taro und links entdecke ich ein Bauwerk, das ich nicht so recht einordnen kann. Ist es ein Bewässerungskanal?

Auf dem Radweg beim Fiume Taro
Rastplätze sind entlang der Radrouten in Italien selten, deshalb nutze ich die Gelegenheit, als ich einen entdecke und mache hier meinen Mittagshalt.

Mittagspause
Als mich meine Route unter Autostrassen durchführt, folgt das nächste kleine Abenteuer, denn der Fahrradweg ist komplett überflutet.

Überschwemmter Fahrradweg
Zum guten Glück haben aber schon andere Velofahrer eine Ersatzschneise durch die Neophyten gebahnt, welche ich gerne benutze. So komme ich einigermassen heil aus dem Schlammassel heraus.
So erreiche ich nach einigen kleinen Abenteuern die Stadt Parma, die mich mit einem riesigen, und etwas protzigen Palazzo empfängt.

Palazzo della pilotta, Parma
Ich durchquere diese imposante und grosse Stadt schnell und befinde mich bald auf einer Strasse, die mich schnurgeradeaus nach Reggio Emillia führen soll, meinem Etappenziel.
Leider ist es nun aber vorbei mit den schönen Fahrradwegen, denn ich soll auf einem mickrigen und holprigen Weg neben einer stark befahrenen Bundesstrasse noch ca. 25 km zurücklegen.

Fahrradroute zwischen Parma und Reggio
Das wird mir bald zu bunt, so dass ich eine Ausweichroute suche. Ich mache dabei natürlich einen grossen Umweg, aber immerhin fahre ich nun auf wenig befahrenen Nebenstrassen.
Schliesslich erreiche ich ein wenig verspätet meine Zielstadt Reggio. Auch heute wieder war mir der Wettergott gnädig gesinnt – trotz einiger dunkler Wolken blieb der Tag regenfrei.

Reggio, Piazza
Nach dem Einchecken und der Dusche erkunde ich noch ein wenig diese mir bisher unbekannte Stadt und lasse mich schliesslich in einem Strassencafé nieder.

Reggio, in der Abendsonne
Ich schreibe ein wenig an meinem Blog, bevor ich ein kleines Restaurant aufsuche, das in der Nähe meines Hotels liegt. Auf Empfehlung esse ich Spaghetti Amatriciana mit Zucchini, es ist lecker und eine Abwechslung nach den Fleischmenus, die ich an den Vortagen genossen habe.

Abendessen in der Bottiglieria San Giovanni, Reggio
So neigt sich ein schöner Tourentag dem Ende entgegen. Nur noch das Beenden des heutigen Blogs erwartet mich im Hotelzimmer.
Fakten Etappe 3: Cremona-Reggio nell’Emilia
Gefahrene km: 98
Durchschnittsgeschwindigkeit: 15.7 km/h
Bergauf: 210 m
Bergab: 200 m
Übernachtung im Hotel Reggio

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