Day 2: Udine-Koper (Istrien-Tour)

Als ich an diesen Morgen den Rolladen hochziehe, sehe ich, dass es regnet und sehr grau ist.

Blick aus dem Hotelfenster

Das ist nicht überraschend, denn die Wettervorhersagen für diesen Dienstag sind nicht gut.

Also werfe ich mich nach dem typisch italienischen Frühstück (= nicht so gut; trockenes Weissbrot, süsse Gipfel, merkwürdiger Fruchtsaft, Scheibenkäse, wässriger Kaffee etc.) ins Regenkostüm und fahre um viertel vor neun los.

Es ist nicht lustig durch den Regen zu fahren und es sieht so aus, als würde es heute nur einmal regnen. Doch entgegen meinen Erwartungen lockern sich die Wolken nach ca. 1 ½ Stunden etwas auf und es hört auf zu regnen. Das halte ich fotografisch fest, denn es ist landschaftlich ziemlich schön auf diesem Abschnitt.

Friaulische Landschaft

Nachdem ich eine Zeitlang noch auf der Alpe-Adria-Fahrradroute unterwegs war, bin ich nun links abgebogen und fahre Richtung Triest.

Unterwegs komme ich an einer gigantischen Gedenkstätte für Kriegsgefallene vorbei. Es ist das grösste Mahnmal in Italien und erinnert an die 100’000 (!) Gefallenen, die hier bei Schlachten im 1. Weltkrieg gefallen sind.

Gedenkstätte für Kriegsgefallene bei Redipuglia

Hier mach ich einen kleineren Halt, ziehe die Regenkleider aus und esse ein paar Datteln und Nüsse. Meine neue Löffler-Regenhose hat sich bewährt; nur am Oberkörper bin ich etwas nass; das rührt aber wohl vom Schwitzen her.

Die bald folgende Strecke von Monfalcone nach Trieste kenne ich schon, trotzdem bin ich wieder überwältigt vom ersten Blick auf das Meer.

Blick auf das Meer bei Portopiccolo

Ein gigantisches Kreuzfahrtschiff ist im Hintergrund vor Anker; ich sehe es später immer wieder von anderen Blickwinkeln.
Auf der Küstenstrasse nach Trieste weht mir ein heftiger Wind ins Gesicht. Es geht hier eigentlich immer leicht runter, aber trotzdem muss ich in die Pedalen treten wie verrückt!

Auf der Küstenstrasse nach Triest

Unterwegs überholt mich 2x ein Tourenfahrer. Beim zweiten Mal kommen wir etwas ins Gespräch und es stellt sich heraus, dass er Franzose (vom französischen Jura) ist und bis nach Griechenland radelt. Er staunt, dass ich so wenig Gepäck dabei habe. Kein Wunder, denn ich habe nicht noch ein Zelt dabei so wie er.

In Trieste sind gerade Vorbereitungen für eine grosse Messe in Gange; so ist der Blick auf den Palazzo del Governo durch einen Lexus-Stand beeinträchtigt.

Palazzo del Governo, Trieste

Im Hafen ankert ein weiteres riesiges Kreuzfahrtschiff, – da bin ich doch froh, dass ich mit dem Fahrrad unterwegs bin und mich nicht mit tausenden Leuten wie Sardinen auf dieses Schiff quetschen muss!

Hafen von Trieste mit Kreuzfahrtschiff

In der Innenstadt genehmige ich mir einen Toast und ein kleines Bier, bevor ich diese interessante Stadt wieder verlasse. Leider sind hier die Velofahrer eine «quantité negligeable», denn Fahrradstreifen gibt’s es hier kaum und ich muss höllisch aufpassen im chaotischen Verkehrsgewühl in dieser Stadt.

Froh bin ich, als ich endlich wieder im Grünen bin und auf einem schönen Fahrradweg lande. Wenig später bin ich an der Grenze Italien-Slowenien.

Grenzübertritt nach Slowenien

Meine Freude ist aber nicht lange anhaltend, denn dunkle Wolken künden Regen an, der knapp 10km vor dem Ziel einsetzt. Das müsste jetzt nicht sein, denke ich, bin aber froh, dass ich an einer grossen Kreuzung ein modernes Bushaltestelle-Häuschen entdecke; ein Geschenk des Himmels!

Umziehhalt in Bushaltestelle-Häuschen

So kann ich vor Regen geschützt wieder meine Regenmontur überstreifen, d.h. Regenhose, Regenjacke und Schuhschütze, auch das iPhone wird regendicht in einen Gefrierbeutel verpackt. Nach dieser Prozeder geht’s in strömenden Regen weiter Richtung Koper, einem schönen Städtchen mit einer riesigen Hafenanlage, wo sich unzählige Containertürme stapeln und Autos auf ihre Verschiffung warten.

Die Fahrradwege sind hier wieder vorbildlich, was für ein Kontrast zu Triest.

Als ich im noblen Grandhotel Koper ankomme, habe ich ein ungutes Gefühl, hier mit meinen schmutzigen Taschen und nassen Kleidern einzuchecken, aber das Personal ist sehr freundlich und zerstreut meine Bedenken.

Einchecken im Grand Hotel Koper

Blick von meinem Zimmer

Nach einer wärmenden Dusche und einem kurzen Nickerchen geniesse ich die hervorragende Küche dieses Hotels. So findet ein nicht so angenehmer Tourentag ein Happy-End!

Im Restaurant des Grand Hotel Koper

Fakten Day 2: Udine-Koper
Gefahrene Strecke: 98 km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 14.7 Km/h
Bergauf: 500 m
Bergab: 590 M
Übernachtung im Grand Hotel Koper

Screenshot

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