Als wir heute um 7 Uhr ans Frühstücksbuffet kommen in der Erwartung wir seien die ersten, erleben wir eine Überraschung, denn es wird schon von ca. 20 Chinesen belagert. Es hat aber genug von allem und auch genug Platz. Wir lassen uns auf der Gartenterrasse nieder und geniessen das tolle Frühstück am Ufer der Isel.

Frühstück draussen
Wir beeilen uns nachher beim Packen und fahren wie geplant genau um 8 Uhr los, denn wir sollten spätestens um 13.30 Uhr in Spittal sein – immerhin 76 km entfernt – , wo mein Sohn den Zug nach Zürich nehmen wird.
Es ist angenehm kühl an diesem Morgen und oft verdecken Wolken die brennende Sonne.

Auf dem Drauradweg Richtung Spittal
Zu Beginn fahren wir auf dem Damm der Drau, wo wir ein forsches Tempo anschlagen und 20 km/h schaffen.

Überquerung der Drau
Wir haben wieder grosses Glück mit dem Wetter und geniessen die Fahrt dementsprechend.

Drauradweg zwischen Lienz und Spittal
Etwas später führt die Route durch etwas coupierteres Gelände und es folgt ein ständiges Auf und Ab – das ist nicht schlimm, aber ziemlich anstrengend.
Ca. um 11 Uhr machen wir die erste Pause an einer etwas erhöhten Stelle, von der wir eine schöne Aussicht haben.

Znünipause
Der Weg ist heute nicht immer asphaltiert, oft befahren wir Naturstrassen, so wie hier:

Fahrradweg in der Nähe von Spittal
Schon um 12.15 Uhr erreichen wir Spittal. So bleibt uns Zeit, miteinander essen zu gehen, bevor wir uns trennen.
Als wir am Bahnhof ankommen, erfahren wir, dass der Zug nach Salzburg eine halbe Stunde Verpätung hat.

Abschied von meinem Sohn in Spittal
Es war sehr schön, 4 Tage mit meinem Sohn zu radeln. Wir haben nun schon einige Touren miteinander gemacht und irgendwann wird er wohl nicht mehr mitkommen …
Wegen der grossen Verspätung des Zuges verabschieden wir uns, ohne dass ich den Zug abwarte.
Gemütlich fahre ich weiter, denn es ist nicht mehr weit bis zu meinem Etappenziel.

Auf dem Drauradweg bei Spittal
Als ich nach hinten blicke, sehe ich, dass dunkle Wolken aufziehen und schnell in meine Richtung wandern.

Dunkle Wolken im Anzug
So erhöhe ich mein Tempo, denn ich möchte trocken an meinem Zielort Paternion ankommen. Etwas später komme ich an eine Barriere und lese, dass der Fahrradweg wegen Mäharbeiten gesperrt ist.

Gesperrter Fahrradweg
Glücklicherweise ist die Umleitung gut signalisiert, so dass ich kaum Zeit verliere.
Als ich die Drau auf einem Stauwehr überquere, sind die Regenwolken schon sehr nahe und ich höre schon entferntes Donnergrollen.

Drauüberquerung bei Paternion
Schliesslich schaffe ich es dennoch gerade noch vor dem Regen im Hotel anzukommen. Es heisst Gasthof Tell und ich frage mich wie der Schweizer Nationalheld es hierhin geschafft hat.

Ankunft im Gasthof Tell, Paternion
Beim Warten sehe ich mich etwas um in diesem Gasthof und fühle mich dabei in eine andere Zeit versetzt.

Gaststube, Gasthof Tell, Paternion
Als ich mein nicht zugeschlossenes Zimmer 9 betrete, habe ich einen kleinen Schock. Es ist unaufgeräumt, Dinge liegen herum und die Bettdecke liegt zerknüllt auf dem Bett. Ich möchte schon zur Rezeption gehen und reklamieren, als ich auf die Idee komme, die Zimmernummer zu überprüfen: Die 9 könnte vielleicht eine 6 sein, denke ich – richtig gedacht. Meine Zimmer hat die Nummer 6, die Aufregung also umsonst.

Das «richtige» Zimmer
Ich bin froh, dass alles in Ordnung ist und ich die ersehnte Dusche nehmen kann, bevor ich mich etwas hinlege.
Nachher schlendere ich noch etwas im kleinen Dorf herum und suche das Schwimmbad, das als besonders schön angepriesen wird und wo es ein Café geben sollte gemäss Google Maps. Es ist aber alles geschlossen und keine Seele zu sehen – und das mitten im Sommer!
Ein jüngerer Mann, der mir begegnet, meint zu mir: «Na, ein bissl die Beine vertreten?» – Ihm ist wohl mein extrem langsamer Gang aufgefallen, so als wäre ich rekonvaleszent.
Unterwegs staune ich über Bäume, die auf einem verlassenen Haus wachsen:

Baumgarten auf einem Dach
Nach dem Spaziergang gibt’s schon bald etwas zu essen und ich bin froh, gleich im Hotel essen zu können, denn es ist wohl das einzige Restaurant im Dorf.
Zwischen den Gängen schreibe ich an meinem Blog, so vergesse ich fast, dass ich heute alleine speise.
Fakten Etappe 4: Lienz-Paternion
Gefahrene Strecke: 95 km
Durchschnittsgeschw. 18.1 km/h
bergauf: 500 m
bergab: 680 m
Übernachtung im Gasthof Tell, Paternion