Als wir heute morgen um ca. halb neun in Aigen losfahren ist es nur 13 Grad kalt. Das ist aussergewöhnlich für diesen sonst heissen Sommer.

Beim Hotel in Aigen
Glücklicherweise regnet es aber nicht, obwohl wir von dunklen Wolken umgeben sind, die die Sicht auf die Berge verunmöglichen. Wir folgen zuerst ein Stückchen dem Enns-Tal, bevor wir rechts abbiegen und ein kleines Tal hochfahren. Nachher geht’s weiter auf dem Rastland-Radweg, der durch das Paltental führt.
Nach einer Stunde Fahrzeit beginnt es leicht zu regnen.

Bei Rottmann
Als der Regen stärker wird, finden wir Schutz in einem grossen Bushäuschen. Gerade als wir es uns dort gemütlich gemacht haben, sucht hier eine weitere Radfahrergruppe Schutz vor dem Regen. Es handelt sich um eine Familie aus Grenoble mit 3 noch ziemlich kleinen Kindern, die seit 2 ½ Monaten von Griechenland her kommend mit dem Fahrrad unterwegs ist. Da staunen wir!

Fahrradfahrer im Bushäuschen
In der nächsten Ortschaft, Trieben, machen wir einen Kaffeehalt. Wir haben es bis hierher geschafft, ohne uns die Regenklamotten anzuziehen.
Es tut gut sich bei Kaffee, Tiramisu und Kirschentorte aufzuwärmen und besseres Wetter abzuwarten.

Kaffeehalt im Café Rita in Trieben
Aufgrund des Kaffeehalts wurde unsere Route von unserer Navigations-App Komoot etwas umgeplant. Aufgrund dieser Anpassung stehen wir plötzlich vor einem Abschnitt, der offensichtlich überschwemmt wurde.

Unsere Route bei Trieben
Ein wenig später wird es richtig schlimm schlammig. Der ganze Weg wurde auf ca. 50 m völlig überschwemmt und von einer dicken Schlamm- und Sandschicht überdeckt. Hier müssen wir uns nun durchquälen, wenn wir nicht wieder umkehren möchten.

Fahrradweg über überschwemmtes Gelände
Es ist unmöglich in diesem Schlamm zu fahren, wir müssen unsere Räder schieben und versinken dabei mit unseren Schuhen knöcheltief im Dreck. Als wir das Hindernis überwunden haben, starren wir und die Räder vor Dreck.
Glücklicherweise kommen wir nachher wieder auf festen Grund und können unsere Reise unbehelligt fortsetzen.

Auf dem Rastland-Fahrradweg in der Nähe von Trieben
Wir fahren nun das Paltental hoch und erreichen um 13 Uhr den höchsten Punkt, den Schober-Pass.

Wald am Schoberpass
Kaum haben wir die Passhöhe erreicht, beginnt es wieder zu regnen. Wie schon oft, rettet uns auch dieses Mal wieder ein Bushäuschen.

Warten auf besseres Wetter, am Schoberpass
Wir essen unsere Brote, eine Banane und ein paar Bisquits und warten auf besseres Wetter. Leider hört der Regen nicht auf und da wir frieren, ziehen wir unsere Regenkleider an und fahren weiter. Wir nehmen nun die Bundesstrasse, da es darauf wenig Verkehr hat und die Fahrradroute im Zickzack der Bundesstrasse entlangführen würde.
Für einmal haben wir kräftigen Rückenwind, der uns bei der leicht abfallenden Strasse bei hohem Tempo vor sich hertreibt. Bald hört auch der Regen wieder auf und wir können die Regenkleider ausziehen.
Kurz vor unserem Ziel verlassen wir das Liesing-Tal und überwinden in der Folge eine kleine Anhöhe.

Anhöhe bei Sankt Peter-Freienstein
Kurz danach erreichen wir unseren Zielort Leoben. Dieser Ortschaft ist geprägt durch das riesige Stahlwerk von Voestalpine, das sich hunderte von Metern entlang der Strasse erstreckt.

Stahlwerk Voestalpine
Leoben selbst macht einen etwas heruntergekommenen Eindruck. Was für ein Kontrast zu den schönen Touristenorten, die wir bis anhin durchfahren hatten!
Im Hotel angekommen wasche ich zuerst die sandigen Socken und Beinstulpen.
Nachher belohnen wir uns im hoteleigenen Restaurant mit einem feinen Nachtessen. Es gibt immer etwa dasselbe: Wienerschnitzel mit Pommes und zur Abwechslung mal einen Fisch.

Nachtessen im Restaurant Greif, Leoben
Fakten Etappe 5: Aigen im Ennstal – Leoben
Gefahrene Strecke: 88 km
reine Fahrzeit: 5 Std. 17
Durchschnittsgeschwindigkeit: 16.7 km/h
bergauf: 690 m
bergab: 810 m
Übernachtung im Hotel Puttererseehof in Aigen im Ennstal