Als ich heute morgen aufwache, höre ich, dass es stark regnet. Das war zu erwarten, denn die Wetteraussichten für heute sind schlecht. Es wird praktisch den ganzen Tag regnen, wenn ich das Regenradar richtig interpretiere. Dazu lese ich noch von Unwetterwarnungen für ganz Österreich. Das sind Aussichten!
Beim Frühstück kommen wir mit anderen Radlern ins Gespräch. Eine Gruppe von Deutschen befindet sich auf der Alpe-Adria-Tour und fährt heute Richtung Süden.
Bevor wir losfahren, montieren wir die komplette Regengarnitur, d.h. Regenhose, Regenjacke, Helmregenschutz und Schuhregenschütze. Das Handy packe ich in einen Gefrierbeutel, bevor ich es in die Handyhalterung klemme.

Auch das Handy wird vor dem Regen geschützt
Um viertel nach acht starten wir ins Regenabenteuer.

Start bei Regen in St. Johann im Pongau
Schon kurz nach dem Start kraxeln wir in St. Johann steile Strassen empor, bis wir die Bundesstrasse erreichen, die uns über einen kleinen Pass führen wird.
Es regnet in Strömen und wir befinden uns auf einer Strasse, auf der schon ordentlich Verkehr herrscht und auf der es nicht einmal einen Velostreifen hat. Das ist nicht sehr angenehm. Zum Glück steigt die Strasse aber nie so steil an, dass ich vom Rad steigen muss.
Nach knapp 2 Stunden erreichen wir den höchsten Punkt, auf fast 1000 m über Meer bei Wagrain.

bei Wagrain
Ganz überraschend hat es in der Zwischenzeit aufgehört zu regnen; das war nicht zu erwarten. Bis zu unserem Kaffeehalt um ca. 11 Uhr lassen wir die Regenkleider aber an. So trocknen sie am besten. Im touristisch angehauchten Altenmarkt finden wir ein Café mit leckeren Kuchen. Das entschädigt uns für den nassen Start in den Tag.

Kaffehalt in Altenmarkt
In der Nähe von Flachau kommen wir an die Enns und folgen nun diesem Fluss auf dem Enns-Radweg bis zu unserem Etappenziel. Dieser Radweg ist sehr abwechlungsreich und führt uns teils auf schönen Naturwegen gegen Osten.

Auf dem Enns-Radweg
Auf unserer Strecke liegt Schladming, welches für die Skirennen auf der Planai berühmt ist.

Schladming
Es ist unglaublich, wieviele Touristen sich hier befinden. Der Ort scheint auch im Sommer sehr beliebt zu sein.
Unsere Mittagsrast machen wir heute in einem Bus-Wartehäuschen. Da es ziemlich kühl ist, sind wir froh um den Windschutz, den uns dieses Häuschen bietet.

Mittagspause im Bushäuschen
Die Enns führt viel Wasser nach den heftigen Regenfällen der Nacht, zum Glück aber gab es keine Überschwemmungen.

Enns bei Assach
Es ist weiterhin ziemlich grau, aber wir sind nun schon ca. 3 Stunden ohne Regen unterwegs. Als wir aber hinter uns eine bedrohliche Regenwand erblicken, die schnell näherkommt, beschliessen wir, einen Kaffeehalt einzulegen. In Öblarn entdecken wir ein kleines Café neben der Kirche und kehren dort ein.

Kaffeehalt in Öblarn
In diesem Kaffee spricht uns ein älterer Herr (97 Jahre alt) an, der in Öblarn wohnt. Er schwärmt von der Dorfdichterin Paula Grogger, die offenbar von grosser Bedeutung ist und deren Stücke manchmal vom ganzen Dorf aufgeführt werden. Auch mit seiner Tochter (?) kommen wir ins Gespräch.
Nach ca. dreiviertel Stunden brechen wir wieder auf. Es regnet nur noch wenig und hört bald ganz auf.

Landschaft bei Irdning
So schaffen wir die letzten 15 km auch noch ohne gross nass zu werden und erreichen unser Hotel in Aigen gegen halb fünf.

Hotel Puttererseehof in Aigen im Ennstal
Es ist zu nass und zu kühl, um draussen noch am Blog zu schreiben. So setzen wir uns drinnen in die Wärme, arbeiten ein wenig (lernen, resp. Blog schreiben) und geniessen darauf ein feines Nachtessen.
Fakten Etappe 4: St. Johann im Pongau – Aigen im Ennstal
Gefahrene Strecke: 91 km
reine Fahrzeit: 5 Std. 55
Durchschnittsgeschwindigkeit: 15.3 km/h
bergauf: 830 m
bergab: 740 m
Übernachtung im Hotel Puttererseehof in Aigen im Ennstal