Nach einem wunderbaren Frühstück starte ich heute um viertel nach acht in einen zunächst ziemlich grauen Tag. Es ist aber schon ziemlich warm. Zunächst fahre ich wieder auf dem Elberadweg Richtung Norden.
Als ich unzählige Schafe erblicke, mache ich mein erstes Foto heute.

Schafe am Elberadweg
Ich hatte mal gelesen, dass Schafe zur Deichpflege eingesetzt werden und das hier ist auch ein Deich. Das Tempo, das ich einschlage, ist zunächst ziemlich gemütlich, da die heutige Etappe kürzer ist als die gestrige. Der Elbfahrradweg ist top und es ist sehr schön, hier zu fahren, denn man befindet sich meist abseits von befahrenen Strassen in Flussnähe.

Auf dem Elbradweg in der Nähe von Meissen
Die erste grössere Stadt, die ich erreiche, heisst Meissen. Sie ist berühmt für ihr Porzellan, welches als erstes europäisches Porzellan seit 1708 hier hergestellt wird. Sie hat aber auch eine sehr schöne Altstadt.

Altstadt von Meissen
Bei der nächsten grösseren Stadt, Riesa, zweigt meine Route von Elbradweg ab. Hier entdecke ich auf einer Hauswand ein Müllerslied, das hier in Noten inklusive Klavierbegleitung aufgemalt ist. Sowas habe ich noch nie gesehen!

Komposition auf Hauswand (Müllerlied von L.D. Kamienski)
Natürlich versuche ich es blatt, respektive hauswand zu singen, was mir auf Anhieb ganz gut gelingt. Wer er sich anhören möchte, leider nur mit Klavier gespielt und nicht gesungen, möge das Youtube-Video aufrufen.
Die Fahrradroute ist in der Folge eher ein Zickzackfahren, bis ich plötzlich auf einer ehemaligen Schmalspur-Eisenbahnstrecke lande.

Fahrradroute auf ehemaliger Bahnstrecke Oschatz-Strehla
Zuerst mache ich hier aber Mittagsrast im Schatten eines Baumes und vis-à-vis der Schautafel, die über diese Bahn informiert. Es gibt heute noch meine letzte Notration, ein paar Dinkel-Crackers und getrocknete Rinderwürstchen, die ich in Salzburg gekauft hatte. Zum Dessert gibt’s ein paar getrocknete Pflaumen, ich achte aber darauf, nicht zu viele davon zu essen; ihr ahnt warum.
In der Zwischenzeit haben sich die Wolken verzogen und es ist sehr heiss geworden. Dazu ist es nun auch wieder welliger als zuvor auf dem Elbradweg. Als ich mich auf eine Anhöhe gekämpft habe, habe ich aber als Belohnung eine wunderbare Aussicht.

Auf einer Anhöhe bei Oschatz
Zum guten Glück führt mich meine app aber wenig später auf eine nicht enden wollende schnurgerade Waldstrecke.

Fahrradroute im Wald
Leider wird der Weg aber immer schlechter, so dass ich nach ca. 5 km einen Ausweg suche und einen kleinen Umweg auf besseren Strassen in Kauf nehme.
Die letzten 10 km sind dann wieder problemlos dank den perfekt asphaltierten Nebenstrassen.

In der Nähe von Wurzen
Gegen 4 Uhr erreiche in mein Ziel Wurzen, eine kleine Kreisstadt, in der wenig los ist.

Ankunft in Wurzen
Mein Hotel befindet sich in einem ehemaligen Schloss gleich neben dem Dom von Wurzen.

Dom, Wurzen
Es hat seinen besonderen Reiz in einem Schloss zu nächtigen und innerhalb der Schlossmauern ist es angenehm kühl.
Das Nachtessen nehme ich dort ein, wo früher die Hängebrücke war, beim äusseren Türrahmen kann man noch die Rollen erkennen, wo die Zugseile darüberliefen.

Nachtessen an historischem Ort
Ich geniesse das historische Ambiente, das gute Essen und die angenehme Temperatur und schreibe hier draussen noch an meinem Blog.
Fakten Etappe 8: Dresden–Wurzen
Gefahrene Kilometer: 108 km
reine Fahrzeit: 6 Std. 17
Durchschnittsgeschwindigkeit: 17.1 km/h (wow!)
Übernachtung im Schloss Hotel Wurzen
