Day 5: Pisek-Prag (Musikstädtetour)

Heute möchte ich möglichst früh losfahren, denn die Etappe nach Prag ist mit 120 km ziemlich happig. Zum guten Glück gibt’s im Art Hotel, wo ich gut nächtigte, schon um 7 Uhr Frühstück. So bin ich um 7 Uhr 45 startklar und starte in einen neuen Tourentag. Meine app führt mich zuerst an den Fluss Otava, dem ich ein Stück entlangfahre.

Fluss Otava bei Pisek

Leider biegt meine Route bald wieder vom Fluss ab und es geht in die Hügel. Immerhin hat man dort oft einen schönen Weitblick.

Landschaft bei Pisek

Nach einem Auf und Ab in lande ich nach ca. 25 km wieder bei der Moldau.

Überquerung der Moldau.

Darauf geht’s auf der rechten Moldauseite durch hügelige Landschaften weiter . Die Gegend hier ist wenig besiedelt, was seinen Reiz hat. Nur selten durchfahre ich grössere Ortschaften, meist sind es kleine Weiler oder Dörfer.

Nach 2 Stunden Fahrzeit beginnt es plötzlich leicht zu regnen. Das ist unerwartet, ich hatte mich ans schöne Wetter gewöhnt. Zum guten Glück kann ich bei einem Bushäuschen unterstehen und überlegen, was ich tun soll.

Regenpause

Da der Regen stärker wird, beschliesse ich, Regenjacke, Regenhose und Helmschutz überzuziehen. Als ich wieder losfahre, hat der Regen fast wieder aufgehört und 10 Minuten später scheint wieder die Sonne. Glück gehabt! Ich bin froh, dass ich die Regenkleider wieder ausziehen kann.

Die heutige Etappe ist mit dem ständigen Auf und Ab sehr anstrengend; es gibt kaum ein Stück, wo die Strasse eben ist.

Um ca. 12 Uhr entdecke ich einen schönen Rastplatz, der extra für Fahrradfahrer errichtet wurde.

Rastplatz

Hier esse ich eine Banane, ein Brötchen, ein paar Datteln und gesalzene Erdnüsschen. Darauf lege ich mich für ein kleineres Nickerchen auf die harte, schmale und zu kurze Bank hin und muss aufpassen, dass ich nicht herunterfalle.

Danach geht es mit dem Auf und Ab weiter. Auf dem Höhenprofil meiner heutigen Etappe sieht das aus wie ein «Zackenbarsch». Also nenne ich die heutige Tour «Zackenbarsch-Tour»

Zackenbarsch-Höhenprofil

Auch wenn ich bei sehr steilen Steigungen jeweils das Fahrrad schiebe, komme ich langsam aber stetig vorwärts. Zu guter Letzt beginnt es im letzten Aufstieg nochmals zu regnen. Die darauffolgende Abfahrt an die Moldau fahre ich mit Regenjacke. So friere ich nicht. Glücklicherweise hört es auch diesmal bald zu regnen auf.

Die letzten 35 km bleibe ich nun endlich am Ufer der Moldau. Ich bin aber enttäuscht, dass meine Route hier auf einer stark befahrenen Autostrasse verläuft. So hatte ich mir das nicht vorgestellt.

Route an der Moldau

Nicht einmal einen Velostreifen hat es. Immerhin komme ich nun schnell vorwärts. Doch unvermittelt lotst mich meine app an das Moldauufer herunter. Hier hat es tatsächlich eine kleine Seilfähre, die mich an das andere Ufer bringt.

Seilfähre über die Moldau

Der Fährmann ist aber sehr kurz angebunden, er kann wahrscheinlich keine Fremdsprache, und ich bin ja auch nicht der Tschechisch-Spezialist.

Ich drücker ihm nach der Überfahrt 100 Kronen in die Hand, worauf er mir ungezählt einige Münzen als Retourgeld zurückgibt.

Auf dieser Seite der Moldau befindet sich nun tatsächlich der romantische Fahrradweg, von dem ich geträumt habe …

Fahrradweg an der Moldau

Es hat hier sehr viele sportliche Leute unterwegs – auf dem Fahrrad, auf Rollerblades, auf neuartigen Trottinets, joggend – und sogar ein Rollski-Langläufer ist unterwegs.

So nähere ich mich dem Zentrum von Prag. Dort wird es allerdings kompliziert als Fahrradfahrer: Zuviele Fussgänger, keine richtigen Fahrradwege mehr, Autos, Trams – da muss man höllisch aufpassen, dass man nicht unter die Räder kommt.

Prag, Innenstadt

Schliesslich schaffe ich es bis zum meinem Hotel mitten im Zentrum. Ich bin froh, dass ich gut angekommen bin.

Später auf der Restaurant-Suche lande ich in einem bei Touristen sehr beliebten tschechischen Restaurant. Ein Barpianist macht hier auf Stimmung, indem er pausenlos sein ganzes Repertoire runterspielt. Das Essen ist gut, aber wohl eher etwas teuer.

Dessert im Restaurant U Modré Kachnicky

Ein bisschen bin ich stolz auf meine radfahrerische Leistung heute, dementsprechend werde ich sehr müde ins Bett fallen. Morgen ist mein Ruhetag, dann werde ich Prag erkunden und für einmal keinen Blog schreiben.

Fakten Etappe 5: Písek-Prag
Gefahrene Kilometer: 118 km
reine Fahrzeit: 8 Std. 8
Durchschnittsgeschwindigkeit: 14.5 km/h
hinauf: 1370 m / hinab: 1540 m
Übernachtung Hotel Melantrich, Prag

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