Heute fahre ich erst gegen 9 Uhr los. Ich habe noch aufs Frühstück gewartet, welches erst ab 8 Uhr eingenommen werden konnte. Das Warten hat sich aber gelohnt. Das liebevoll hergerichtete Buffet hat keinen Wunsch offengelassen.
Als ich – kaum gestartet – das wunderschöne Städtchen Krumlov auf einer Moldauschlaufe umrunde, halte ich an und mache ein Foto.

Krumlov
Bald darauf lotst mich meine app wieder in die Hügel. Die Höhenmeter, die ich diesmal überwinden muss, halten sich aber in Grenzen. Circa 10 km weiter lande ich wieder an der Moldau und ich staune über die vielen Leute, die sich hier tummeln. Es sind zumeist Jugendliche, wahrscheinlich in Schullagern, die hier in Zelten übernachten und Bootsfahrten auf der Moldau unternehmen.

An der Moldau, in der Nähe von Krumlov
Ich fahre nun kurze Zeit dem Fluss entlang, bis ich wieder abbiege und in eine extrem knackige Steigung gerate. 12% Steigung verrät das Warnschild.

Knackige Steigung
Klar, dass ich hier vom Rad steige und es schiebe. Es ist zum Glück angenehm kühl im Schatten der Bäume. Oben angekommen geht’s meist ziemlich geradeaus weiter. Das schätze ich sehr nach dem mühsamen Auf und Ab am Vortag.

Landschaft zwischen Krumlov und Budweis
Die erste grössere Stadt, die ich durchfahre, ist Budweis (České Budějovice). Ich verlasse kurzzeitig die geplante Tour und fahre ins Zentrum, wo mich der imposante Přemysl-Otakar-II-Platz sehr beeindruckt.

Přemysl-Otakar-II-Platz, Budweis
Ich setze mich in ein Restaurant an diesem Platz und geniesse ausnahmsweise mal ein Bier (Budweis ist ja eine Bierstadt) und esse einen Insalata Caprese, ich möchte ja abnehmen.

Zwischenverpflegung am Přemysl-Otakar-II-Platz, Budweis
Darauf geht’s bis Hluboká nad Vltavou wieder ein Stück der Moldau entlang. Unterwegs spricht mich eine Fahrradfahrerin auf Tschechisch an – ich versteh Spanisch! Das gleiche passiert mir wenig später noch einmal. Immerhin lerne ich heute mein erstes tschechisches Wort, es ist «Pivo» (Bier). Ich staune übrigens immer wieder, wieviele Akzentzeichen die tschechische Schrift benutzt. Praktisch in jedem Wort stehen welche über den Buchstaben.

Fahrradweg der Moldau entlang
In Hluboká hätte es ein wunderbares Märchenschloss. Ich sehe es von weitem, als ich mich dem Ort nähere. Aber als ich dort bin, ist es wie vom Erdboden verschluckt. Deshalb mache ich halt ein Foto von dieser Ortschaft ohne Schloss.

Hluboká
Nun verlasse ich die Moldau und fahre über Land. Die Fahrradroute befindet sich jetzt meist auf wenig befahrenen Nebenstrassen.

Landschaft in der Nähe von Hluboká
Gegen 14 Uhr macht sich langsam ein Hüngerchen bemerkbar, deshalb kommt ein kleiner Park mit schattigen Bäumen und vielen Sitzbänken gerade zur rechten Zeit in mein Blickfeld.

Mittagsrast in Protivín
Nun ist es nicht mehr weit bis nach Písek, meinem Zielort.

Ankunft in Písek
Diese Stadt ist nicht so touristisch wie Krumlov, aber sie hat auch einige Sehenwürdigkeiten zu bieten, die ich nach kurzer Erholungspause erkunde.

Impression von Písek
Ich bin froh, eine Pizzeria zu finden, wo es genügend Platz hat und wo ich zwischen den Gängen meinen täglichen Blog schreiben kann. Beim ersten Gang komme ich mir vor wie eine Kuh, denn die riesige Schüssel mit Salat würde für eine ganze Familie reichen. Zum guten Glück ist mein Hauptgang, Spaghetti Bolognese, normal gross – so muss ich mich nicht überessen.

In der Pizzeria San Marco, Písek
Zufrieden mit dem heutigen Tag schlendere ich in mein Hotel zurück.
Fakten Etappe 4: Krumlov-Písek
Gefahrene Kilometer: 86 km
reine Fahrzeit: 5 Std. 56
Durchschnittsgeschwindigkeit: 14.5 km/h
Übernachtung im Hotel Art, Písek
