Day 3: Linz-Krumlov (Musikstädtetour)

 Auch heute breche ich wieder bei schönem Wetter auf. Mein Weg führt mich über die Donau, wo ich ein Stückchen auf dem Donauradweg fahre.

Ich blicke noch einmal auf Linz zurück und mache ein letztes Fotos dieser schönen Stadt.

Linz

Bald biege ich links ab und muss einen steilen, nicht endenwollenden Anstieg bewältigen. Zum guten Glück bin ich noch frisch, so dass ich ihn meist im kleinsten Gang fahrend gerade noch bewältigen kann. Als ich oben bin, habe ich eine tolle Aussicht.

Landschaft in der Nähe von Linz

Der zweite, längere Anstieg an diesem Tag führt durch das Gusental.

Fahrradweg durch das Gusental

Hier fahre ich meistens im Schatten und es ist nicht so steil, so dass ich ganz passabel voran komme. Es hat auch kaum Verkehr. In der ersten grösseren Ortschaft, die ich erreiche, mache ich eine Pause, denn es ist inzwischen schon 11 Uhr geworden. In einem griechisch-italienischen Restaurant setze ich mich draussen an einen Tisch und bestelle eine Tomatensuppe und einen Salat. Beides ist etwas enttäuschend, macht aber immerhin halbwegs satt.

Mittagsrast in Reichenau

Die Landschaft hier erinnert mich ein wenig an den Schweizer Jura: Weiden, Tannenwälder und weiche Hügel

Landschaft zwischen Reichenau und Bad Leonfelden

Die nächste grössere Ortschaft, die ich erreiche, heisst Bad Leonfelden. Hier mache ich einen kleinen Fotohalt.

Bad Leonfelden

Wenig später erreiche ich ein kleines Denkmal, das an die Salztransporte mit Wägen und Saumtieren erinnert, die von der Donau über diese Hügel hier zur Moldau führten.

Denkmal zur «alten Salzstrasse»

Nun steigt die Strasse wieder an und ich erreiche staunend ein kleines Skigebiet. Das hatte ich nicht erwartet.

Skigebiet Bad Leonfelden

Darauf steigt das kleine Strässchen so stark an, dass ich vom Velo steigen muss und es schieben muss. Nach ca. einer halben Stunde erreiche ich den höchsten Punkt meiner heutigen Etappe: 910 Meter über Meer. Überhaupt fühlt sich diese Etappe wie eine Bergetappe an, denn die Steigungen hören nicht auf.

Höchster Punkt der heutigen Etappe

Zum guten Glück geht’s nun eine Zeitlang bergab und ich fahre so schnell, dass ich fast die Abbiegung zur tschechischen Grenze verpasst hätte.

Hier geht’s lang

Die Infos auf diesem Schild machen mich ein wenig stutzig. Eigentlich dürfte ich diesen Grenzübergang gar nicht passieren, da ich nicht EU-Bürger bin. Dieser Grenzübergang ist aber alternativlos (Gruss an Frau Merkel), so dass ich mich mutig der tschechischen Grenze nähere. Aber natürlich wartet dort kein Grenzwächter, der mich wieder zurückschickt.

Grenzübertritt nach Tschechien

Die nachfolgende Abfahrt ist zum Geniessen, denn der Weg ist meist geteert und in ganz gutem Zustand. In der kleinen Stadt Vyšší Brod (meine Übersetzung: Weissbrot) finde ich einen Bankomaten und kann mich somit mit Tschechischen Kronen eindecken. Aufs Geratewohl ordere ich 6000 Kronen, ohne den Kurs zu kennen.

Kloster Vyšší Brod (Hohenfurth)

Vyšší Brod liegt an der Moldau; ich überquere hier diesen sagenumwobenenen Fluss und muss gleich nachher wieder happige Steigungen bewältigen, nur um ca. eine halbe Stunde erneut an diesem Fluss zu landen.

Rožmberk nad Vltavou (Rosenberg an der Moldau)

Die Moldau scheint sehr beliebt zu sein bei Gummiböötlern, Kajak- und Kanufahren, denn es wimmelt auf diesem Fluss von Böötlern; dabei ist ja noch gar nicht Sommersaison.

Natürlich führt mich meine Route darauf wieder in die Hügel; und ich muss mir eingestehen, dass mich das ewige Auf und Ab langsam nervt. Auch meine Kräfte lassen nach und ich steige immer wieder vom Rad, wenn es aufwärts geht. Zu allem Unglück verfahre ich mich noch, d.h. der von Komoot vorgegebene Weg scheint nicht zu existieren oder ich habe ihn nicht entdeckt. So mache ich einen grossen Umweg und fahre wieder weit in die böhmischen Hügel hinein. Immerhin ist es hier sehr schön in dieser fast menschenleeren Gegend

Irgendwo in den böhmischen Wäldern bei Rožmitál na Šumavě

Ich bin froh, dass ich irgendwann wieder nach einer rauschenden Talfahrt die Moldau erreiche.

Moldau

Auf meiner geplanten Tour sehe ich, dass mein Weg abermals in die Hügel führen würde – ich habe jetzt aber genug vom Auf und Ab und entschliesse mich, der Hauptstrasse entlang der Moldau zu folgen, denn ich bin ziemlich fix und fertig. Ein guter Entscheid, wie sich herausstellt, denn so erreiche ich viel schneller mein Etappenziel Krumlov (dt. Krumau), welches eine sehr sehenswerte Stadt in einer «Doppelschlaufe» der Donau ist.

Krumlov

Ich finde sogar ein gutes Restaurant mit tollem Ausblick.

Abendessen im Gotika Restaurant, Krumlov

Nachher schlendere ich noch ein wenig in dieser tollen Stadt herum, sie ist ein wahrhaftes Bijou, ich bin begeistert.

Krumlov

So endet dieser anstrengende Tag versöhnlich.

Fakten Etappe 3: Linz-Krumlov (Krumau)
Gefahrene Kilometer: 89 km
reine Fahrzeit: 7 Std. 45
Durchschnittsgeschwindigkeit: 11.5 km/h
Hinauf: 1560 m!
Hinab: 1340 m
Übernachtung im Boutique Hotel Romantick, Krumlov

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