Der heutige Tag beginnt mit strahlend blauem Himmel. Bevor ich um ca. viertel nach acht losfahre, mache ich eine Foto des Rathauses, ein Prachtsbau im Renaissancestil, welches gleich vis-à-vis des Seehotels Schwan liegt.

Rathaus von Gmunden
Die ersten 10 Kilometer der heutigen Tour fordern mich ziemlich; denn es geht zumeist aufwärts, dazu noch auf Landstrassen ohne Fahrradwege oder -streifen. Danach wird es schöner, denn nun befinde ich mich auf Nebensträsschen, die durch schöne, aber meist etwas hügelige Landschaften des sogenannten Salzkammergutes führen. Ein Schild, auf dem «Zwergerlwald» steht, erregt beim Vorbeifahren meine Aufmerksamkeit; da muss ich doch genauer hinschauen und entdecke dabei Schneewittchen und die sieben Zwerge.

Schneewittchen und die sieben Zwerge.
Ich geniesse den kühlen, sonnigen Morgen und die schönen Landschaften. Dabei fallen mir immer mal wieder grössere Gebäude auf, die alle in ähnlichem Stil erbaut sind und mit vielen Fenstern versehen sind. Mit der Zeit merke ich, dass das Bauernhöfe sind, die aufgrund ihrer vielen Fenster den Anschein erwecken, etwas anderes zu sein. Alles wirkt bei diesen Höfen sehr aufgeräumt, die Traktoren, Landmaschinen etc. sind wohl im Innenhof verstaut, so dass man zuerst gar nicht auf die Idee kommt an einem Bauernhof vorbeizufahren. – Sie scheinen sehr ordentlich zu sein die Oberösterreicher!

Landschaft mit Bauernhof
Nach ca. 35 km verlasse ich die höher gelegenen Gebiete und komme in einer rasanten Schussfahrt an die Krems. Das ist ein kleiner Fluss, welcher mich fast bis nach Linz begleiten wird.
In Warthburg an der Krems mache ich einen kleinen Kaffeehalt in einem modern gestylten Bäckerei-Café. Ich trinke einen «Verlängerten» und esse ein Mandelgebäck.

Kaffeehalt in Warthburg an der Krems
In der Folge fahre ich längere Zeit auf dem Kremstalradweg. Unterwegs erblicke ich schon von weitem eine riesige Klosteranlage. Diese befindet sich in Kremsmünster.

Benediktinerstift Kremsmünster und Sternwarte «Mathematischer Turm»
Der Turm zur rechten Seite gilt als erstes Hochhaus Europas, wie ich später auf Wikipedia darüber lese, und er soll eine der ersten Sternwarten überhaupt sein.
Der Kremstalradweg ist sehr schön, eine kurze Strecke fahre ich auf einem Kiesweg, was besonders idyllisch ist.

Kremstalradweg
Die heutige Etappe ist mit rund 80 km für meine Verhältnisse ziemlich kurz. So komme ich schon gegen 15.00 Uhr an die Stadtgrenze von Linz, von der ich noch eine kurze Zeit auf dem Traunradweg Richtung Innenstadt fahre. Dort angekommen mache ich ein Foto vom Hauptplatz.

Linz, Hauptplatz
Mein Hotel liegt nur 50 Meter von diesem Platz entfernt. Mein Zimmer ist sehr modern und mit Stil eingerichtet, aber nicht ganz billig. Nach kurzer Erholungspause sehe ich mich noch ein wenig in der Stadt um und geniesse den schönen, aber ziemlich kühlen Sommerabend.
Als ich Hunger bekomme, esse ich in einem Strassenrestaurant eine feine Spargelsuppe und flaniere darauf an der Donau, wo es dank Sonnenlicht noch schön warm ist.

Donau bei Linz
Darauf schlendere ich zum Hauptplatz zurück, wo eine Blasmusik ein Konzert gibt; dabei muss ich ein wenig schmunzeln über den Dirigenten, der eine grüne, kurze Lederhose trägt.
Ich setze mich in ein Café und höre dem Konzert zu. Ich bestelle eine «heisse Liebe», Vanilleeis mit warmen Beeren und Schlagobers, sowie einen doppelten Espresso. Als ihn die Kellnerin bringt, sagt sie: Hier der Verlängerte, pardon, ein grosser Brauner! – Sie entlockt mir dabei wieder ein Schmunzeln.

«heisse Liebe» mit einem «grossen Braunen»!
Ich geniesse beides und sogar das kleine Konzert, das mit dem Radetzky-Marsch endet. Man soll mitklatschen, deutet der Dirigent an; ich lasse das aber bleiben.
So neigt sich ein schöner Tag dem Ende zu.
Fakten Etappe 2: Gmunden-Linz
Gefahrene Kilometer: 80 km
reine Fahrzeit: 5 Std. 15
Durchschnittsgeschwindigkeit: 15.2 km/h
Übernachtung im Hotel Göttfried
