Nach erholsamer Nacht im etwas unpersönlichen B&B Hotel in Treviso breche ich um ca. halb neun Uhr auf. Es ist immer noch nass und grau, aber es regnet zum Glück nicht mehr. Kurz nach Treviso führt mich meine app an ein Flüsschen.

Fahrradweg bei Treviso
Leider dauert die Idylle nicht allzu lang an und es geht darauf umromantischen Provinzstrassen entlang.
Später führt mich mein Weg auf eine historische Strasse mit wenig Verkehr, aber leider wird die Strasse nach und nach immer schlechter, bis ich zum Schluss auf einem schlammigen Feldweg lande, auf dem ich nicht mehr vorwärts komme und absteigen muss.

Fahrradroute in der Nähe von Treviso
Ich qüale mich zu Fuss durch den matschigen und klebrigen Schlamm. Zum guten Glück wird’s nach 50m wieder besser.

Was für ein Dreck!
So dreckig war mein Fahrrad noch nie; aber es fährt nach wie vor einwandfrei.
Oft fahre ich heute irgendwelchen Gewässern entlang, das ist einerseits schön, andererseits sind die Wege oft ein wenig holprig und ich komme nur langsam voran.

Fahrradroute Richtung Lagune Veneto
Schon bald gelange ich an die Lagune Veneto, ich bin also gar nicht so weit von Venedig entfernt. Um den östlichen Teil der Lagune führt ein schön angelegter Fahrradweg.

Fahrradweg an der Lagune Veneto
Ich umrunde dieses Lagune und gelange dabei nach Jesolo, wo ich einen kurzen Halt mache.

Jesolo
Die Fahrradroute führt mich aber nicht an das berühmte Lido von Jesolo, sondern ist etwas entfernt vom Strand.
Als ich gemütlich unterwegs bin, werde ich Zeuge, wie auf einem Feldweg etwas unterhalb meiner Route eine Postbotin mit ihrem Elektrotöff auf dem schlammigen Untergrund ausrutscht und stürzt. Sie rappelt sich auf, sieht mich und ruft mir verzweifelt zu, ob ich ihr helfen könne. Ich steige von der Strasse runter und bin froh, dass auch ein Anwohner das Malheur gesehen hat und zu Hilfe eilt. So schaffen wir es, das schwere Gefährt wieder „auf die Beine“ zu stellen.

Postbotin nach Unfall
Etwas weiter habe ich erstmals Blick auf das Meer, die Adria. Das muss ich festhalten.

Blick auf das Meer in der Nähe von Caorle
Wenig später mache ich einen kleinen Abstecher Richtung Meer, denn ich möchte das bekannte Fischerstädtchen Caorle besichtigen.

Caorle, Blick aufs Meer
Ich sehe mich ein bisschen in diesem charmanten Städtchen um und setze mich in ein Café.

Kaffeehalt in Caorle
Es hat schon erstaunlich viele Touristen in diesem Städtchen, auch Schweizerdeutsch ist zu vernehmen.
Ich breche aber bald wieder auf, denn mein Weg ist noch ziemlich weit. Wieder fahre ich in der Folge einem Kanal entlang und bin nach ca. 3 km erstaunt, dass mich meine app links abbiegen lässt – da ist aber nur der Kanal und eine kleine Schiffsanlegestelle. Ich brauche ein Weilchen, bis ich kapiere, was los ist: Von hier sollte mich ein Schiff nach Bibiano bringen – das hatte ich bei meiner Planung übersehen, denn heute fahren keine Schiffe. Pech gehabt! Ich muss wieder umkehren und einen anderen Weg an meinen Zielort Marano Lagunare suchen. Als ich von Caorle nun Richtung Norden fahre, plant mir meine app zwar eine neue Route, aber bis an meinen Zielort sind es nun noch 45 km und es ist schon bald 4 Uhr. Das ist happig.

Ersatzroute Richtung Norden
Auch heute musste ich wieder mit viel Gegenwind kämpfen und ich kann mir nicht vorstellen, wie ich insgesamt 130 km unter diesen Umständen schaffen soll. So suche ich in der nächst grösseren Stadt nach einem Hotel und bin froh, dass ich fündig werde.

Latisana, ungeplantes Etappenziel
Ich ärgere mich, dass ich diese Etappe schlecht geplant habe und nicht gemerkt habe, dass die geplante Fahrradroute von Schiffskursen abhängig ist. Tja, wieder etwas gelernt.
Fakten Etappe 4: Treviso-Latisana
Gefahrene Strecke: 108 km
Durchschnittsgeschw. 13.9 km/h
Übernachtung im Hotel Bella Venezia, Latisana
