D2 Brescia-San Bonifazio (Mailand-Trieste-Tour)

Der heutige Tag beginnt besser als der vorangegangene. Nach meiner kleinen Lebensmittelvergiftung geht es mir nach viel Schlaf wieder besser und ich kann gemässigt frühstücken im monumentalen Hotel Vittoria, in dem ich nächtigte.

Hotel Vittoria, Brescia

Als ich um ca. 08.15 Uhr losfahre, frage ich mich, ob ich die lange Etappe nach meinem „Krankheitstag“ schaffen werde.

Zuerst hole ich nach, was ich am Vortag gerne gemacht hätte, nämlich eine kurze Besichtigung der schönen Altstadt von Brescia.

Brescia, Domplatz, alter u. neuer Dom

Natürlich gäbe es noch weitere sehenswerte Dinge zu besichtigen, aber ich ziehe es vor, zügig loszufahren, da ich zeitig an meinem Etappenziel ankommen möchte.

Ich komme gut voran an diesem 1.-Mai-Morgen, die Strassen sind fast leer; nur ein paar untenwegte Fahrradfahrer sind schon unterwegs. Bald schon verlasse ich die Hauptstrasse, denn meine App führt mich auf kleinere Nebensträsschen.

Fahrradroute in der Nähe von Brescia

Das Wetter ist perfekt zum Velofahren, es regnet nicht und die Temperatur ist ideal, wohl etwas unter 20 Grad. Auch ein Fahrradfahrer, der mich überholt und mit dem ich ein paar Worte wechsle, meint, es sei ein „good day“ heute. Allerdings ist das Gelände heute etwas coupiert, es geht einige Male bergauf – und dann zum Glück wieder bergab. Auf einer solchen Talfahrt erblicke ich von weitem den Gardasee.

Blick auf den Gardasee

Bald schon bin ich unten am Ufer dieses Sees und im Touristenort Desenzano mache ich meinen ersten Halt. Ich setze mich in ein Strassencafé und trinke eine Coca Cola; das sollte meinem geschundenen Magen gut tun, so hoffe ich.

Halt in Desenzano

In der Folge fahre ich geraume Zeit dem südlichen Seeufer entlang. Es ist sehr touristisch hier und es sind viele Leute unterwegs; zum Teil auf dem Fahrrad so wie ich oder zumeist im Auto. Oft hat es einen schmalen Velostreifen, wo sich aber auch noch Fussgänger tummeln an diesem Feiertag. So gleicht das Vorankommen auf diesem Abschnitt ein wenig einem Spiessrutenlaufen.

Als ich an einer mächtigen Stadtmauer vorbeifahre, möchte ich wissen, was sich dahinter verbirgt. Ich betrete den Ort durch einen Brücke und Lücke in dieser Mauer und finde das Städtchen Peschiera del Garde vor, welches als Weltkulturerbe ausgezeichnet wurde.

Peschiera del Garda

Ich sehe mich kurz in der Altstadt um und staune über das Gewimmel von Leuten. In der Folge führt mich die Fahrroute dem Fluss Mincio entlang, Das ist ein sehr schöner Abschnitt, wo die Velofahrer unter sich sind.

Fahrradroute am Ufer des Mincio

Leider verlasse ich die schöne Fahrradroute schon bald wieder, denn mein Weg führt nach Osten und der Mincio fliesst nach Süden, wo er in den Po münden wird.

Durch etwas hügeliges Gelände fahre ich nun Richtung Verona

Fahrradroute, ca 10km westlich von Verona

Den ganzen Tag kämpfe ich gegen ziemlich heftigen Wind, der mir aus Ost ins Gesicht bläst. Immerhin bin ich froh, dass es bis jetzt nicht regnet, denn es ist ziemlich grau an diesem Tag.

Ca. um 14.00 Uhr erreiche ich Verona – hier möchte ich endlich die ersehnte Mittagspause einlegen.

Verona

An prominenter Stelle mit Blick auf das berühmte Amphitheater finde ich ein Plätzchen im Aussenbereich eines Restaurants. Just als ich mich gesetzt habe, beginnt es leicht zu regnen; da bin ich aber froh unter einem Dach zu sitzen.

Mittagspause in Verona, mit Blick auf das Amphitheater

Wie ich lese, ist dieses Amphitheater mit ca. 2000 Jahren eines der ältesten römischen Theater und nach dem Kolosseum das zweitgrösste in Italien.

Nachdem ich etwas überteuert gespiesen habe, breche ich wieder auf und überquere schon bald die Etsch (Adda), die diese Stadt prägt.

Etsch (Adda) bei Verona

Jetzt sind es nur noch ca. 35 km bis zu meinem Etappenziel und es geht ziemlich abwechlungsreich weiter auf dieser Etappe.

Ein Schild, das ich auf meinem Weg erblicke, macht mich etwas stutzig; Eine Schneekettenempfehlung hier in der Nähe von Verona, das kann doch nur ein „Witz“ sein. Die Strasse ist aber so steil, dass man hier Schneeketten wohl wirklich gebrauchen kann, wenn es denn mal Schnee hat. Für mich bedeutet das, dass ich mein Fahrrad ca. einen Kilometer schiebe, Ich bin schon ziemlich am Ende meiner Kräfte und mir bereitet sogar das Schieben einige Mühe. Wie bin ich froh, als ich endlich oben bin.

Colognola ai Colli

Man hat einen guten Ausblick von hier oben – und ich stelle dabei fest, dass sich am Himmel bedrohliche Regenwolken zeigen.

Blick von den Hügeln bei Colognola ai Colli gegen Osten

Da schon bald die ersten Tropfen fallen, muss ich mich entscheiden, ob ich meine Regenmontur überziehe. Ich fahre weiter ohne und sage mir, dass ich sie erst überziehe, wenn die Strasse ganz nass ist.

So erreiche ich immer noch halbwegs trocken, das Städtchen Soave, welches von einer vollständig erhaltenen und eindrücklichen Stadtmauer mit 24 Türmen umgeben ist.

Stadtmauer von Soave

Nun ist es nicht mehr weit zu meinem Hotel in der Nähe von San Bonifazio, welches ich abgekämpft nach 18 Uhr erreiche. Eine interessante und empfehlenswerte, aber etwas gar weite Etappe findet somit ihren Abschluss.

Mein Zimmer im «Le Muse Hotel», San Bonifazio

Nach einer wohltuenden heissen Dusche werden die wenige Gäste mit einem einfachen Nachtessen beglückt,- das zum Hotel gehörende Restaurant war eigentlich geschlossen.

Nach dem Essen würde ich am liebsten aufs Bett sinken und einschlafen, aber ich muss ja noch meinen Blog schreiben…

Fakten Etappe 2: Brescia-San Bonifazio (Mailand-Triest-Tour)
Gefahrene Strecke: 113 km
Durchschnittsgeschw.: 13.4 km/h
Übernachtung im «Le Muse Hotel», San Bonifazio

Hinterlasse einen Kommentar