Die diesjährige Frühlingstour beginnt denkbar schlecht. An meinem ersten Etappentag an diesem 30. April erwache ich um 01:00 Uhr mit Unwohlsein und Bauchschmerzen. In der Folge muss ich die ganze Palette von unangenehmen Folgeerscheinungen ertragen, wenn man etwas Verdorbenes gegessen hat, d.h. ich verbringe den Rest der Nacht im Badezimmer des Hotels in Lugano, wo ich vor meiner Tour ein paar Tage verbrachte.
Eigentlich sollte meine Tour in Milano starten, aber da ausgerechnet heute wegen Bauarbeiten keine direkten Züge nach Mailand verkehren, muss ich umplanen: Monza wird mein neuer Abfahrstort sein. Leider komme ich aber nur bis Seregno, da ich von dort nicht auf den Ersatzbus nach Monza umsteigen darf mit meinem Fahrrad.

Bahnhof von Seregno, Startpunkt meiner ersten Etappe
Es ist kalt und windig als ich an diesem etwas unwirtlichen Bahnhof aussteige. Die Lifte für das Fahrrad funktionieren nicht; das fängt ja schon gut an… Schliesslich schaffe ich es über Treppen zum Ausgang.
Ziemlich gerädert steige ich auf mein Rad und lasse mich von Komoot leiten. Die Strecke ist zu Beginn nicht schön, es geht manchmal sogar der Autobahn entlang. In knapp einer Stunde erreiche ich Monza, von wo ich heute hätte losfahren wollen.

Bahnhof Monza
Ich fahre beim Bahnhof Monza vorbei, wo einige Leute auf die Ersatzbusse warten.
Bald nach Monza gelange ich an den Kanal Villoresi, dem entlang für längere Zeit meine Fahrradroute führen wird. Leider sind die Wege aber oft sehr schlecht und zum Teil kaum befahrbar, weshalb ich es zuweilen vorziehe, einen Umweg über befestigte Strassen zu machen.

Fahrradweg dem Kanal Villoresi entlang, in der Nähe von Monza
Natürlich leide ich immer noch an meinen Magen- und Darmproblemen und fühle mich sehr geschwächt und hundemüde. So fahre ich ziemlich langsam und auch der aufkommende Gegenwind macht mir zu schaffen.
Der ausgetrocknete Kanal ist endlos. Manchmal sind die Wege etwas besser, dann tummelt sich einiges Volk darauf,

Fahrradroute dem Kanal Villoresi entlang
Aber oft sind es mühsam zu befahrene Feld- und Kieswege und manchmal sogenannte Single-Trails.

Single-Trail als Fahrradroute
Da muss ich höllisch aufpassen, dass ich auf dem Weg bleibe und nicht in den Kanalgraben falle.
So komme ich natürlich kaum vorwärts und ich frage mich, wie ich in meinem geschwächten Zustand die vorgesehenen 106 km schaffen soll. Ausserdem macht mir mein Rücken zu schaffen und Kopfschmerzen habe ich auch noch.
Nach ca. 35 km gibt’s landschaftlich etwas Abwechslung; ich überquere die Adda (Etsch).

Adda bei Fara Gera d’Adda
Als ich kurz darauf in Treviglio ankomme, entschliesse ich mich, auf dem Bahnhof nachzuschauen, ob hier ein Zug nach Brescia fährt. Ich bin nämlich fix und fertig. Wie froh bin ich, dass ich einen Zug nach Brescia nehmen kann und mein Leiden somit ein Ende findet.
Dort angekommen schaffe ich es gerade noch ins Hotel, wo ich mich erholen kann und den verpassten Schlaf nachholen kann. Ich schaffe es nicht mehr, hinauszugehen und mich ein wenig in Brescia umzusehen. Immerhin geht es mir aber nach ein paar Stunden so gut, das ich den heutigen, etwas reduzierten Blogeintrag schreiben kann.
Etappe 1: Seregno-Brescia (Mailand-Trieste-Tour)
Gefahrene Kilometer: 44.3 km
mit dem Zug: ca. 60 km
Durschschnittsgeschw.: 11.9 km/h
Übernachtung im Hotel Vittoria, Brescia