D3 Vercelli-Turin (Lugano-Turin-Tour)

Heute nehme ich die dritte und letzte Etappe meiner Ostertour in Angriff. Es ist wieder ziemlich kühl, als ich um 08.15 Uhr losfahre, der Himmel ist aber wolkenlos heute und die Sonne wärmt mich schon bald ein bisschen auf. Bevor ich die Stadt Vercelli erreiche, führt mich der Weg über den Fluss Sesia. Im Hintergrund kann ich Schneeberge erkennen. Diese werden mich zu meiner rechten Seite den ganzen Tag begleiten.

Fiume Sesia bei Vercelli

Nachdem ich die ersten Kilometer auf wenig befahrenen Hauptstrassen unterwegs war, biege ich später auf Nebenstrassen ab. Hier ist es herrlich, in gemütlichen Tempo mit der Sonne im Rücken gegen Westen zu pedalen.

Unterwegs begegnet mir eine stillgelegte „Riseria“. Ich tippe auf eine Reisverarbeitungsfabrik mit meinen bescheidenen Italienischkenntnissen.

Riseria bei Vercelli

Wenig später entdecke ich im Flüsschen neben der Strasse biberähnliche Tiere, die ich ein Weilchen beobachte. Sind es Bisamratten? Ich weiss es nicht so genau.

Bisamratte (?) im Flüsschen neben der Strasse, rechts von meinem Schattenbild

Die Landschaft, durch die ich fahre, ist geprägt von noch unbestellten Feldern, die trotz des gestrigen Regens ausgetrocknet wirken. Überall sind aber Bewässerungskanale zu erblicken und manchmal wird das Wasser mitten durch die Felder geleitet.

Auf meiner Weiterfahrt stösst ein symmetrisch angelegter Gutshof auf mein Interesse. Er scheint aber stillgelegt zu sein.

Gutshof

Wenig später soll ich auf einen schlechten Kiesweg abbiegen. Das gefällt mir nicht, weshalb ich auf der Teerstrasse weiterfahre und dabei wenig später auf eine klosterähnliche Anlage stosse.

Principato di Lucedio

Auf meinen nachträglichen Recherchen finde ich heraus, dass der oben Gutshof zu diesem Kloster gehört. Das ist interessant.

Meine Navigationsapp will mich in der Folge wieder auf einen Kiesweg lotsen; diesmal gebe ich nach und bereue es bald. Für Wege mit grossen und vielen Kieselsteinen ist mein Fahrrad mit meinen dünnen Pneus nicht geeignet. So komme ich auch kaum mehr vorwärts und ich bin froh, als ich wieder eine „normale“ Strasse erreiche.

In der Folge vermeide ich das Zickzackfahren über Feldwege und halte mich an die Hauptstrasse. Den heute spärlichen Verkehr nehme ich gerne in Kauf.

Nach ca. 2 1/2 Stunden Fahrzeit entdecke ich in einem kleineren Städtchen ein Café mit Tischen an der Sonne. Ich setz mich an einen freien Tisch, geniesse die wärmenden Sonnenstrahlen, einen Capuccino und eine feine Pfirsichtorte.

Kaffeehalt in Crescentino

Aufgrund meiner schlechten Erfahrungen mit den Kieswegen fahre ich nun meist der Hauptstrasse entlang. So erreiche ich früher als vorgesehen die Ortstafel von Turin. Bis zum Zentrum sind es aber immer noch ca. 10 km.

Ortstafel von Turin

Turin ist keine Velostadt. Es gibt zwar manchmal Fahrradewege – die sind aber in einem katastrophalen Zustand. Auch die Strassen für die Autos sind hier schlecht und voller Unebenheiten. Dabei wäre Turin eine „ebene“ Stadt und fürs Velofahren deshalb geeignet! So muss ich höllisch aufpassen auf der letzten Wegstrecke in diesem Verkehrs-Durcheinander.

in Turin angekommen

Schliesslich erreiche ich um 15.00 Uhr mein Hotel, welches super gelegen im Zentrum der Innenstadt liegt. Nach obligater Dusche und kurzem Nickerchen erkunde ich diese fantastische Stadt und lasse ein paar Bilder sprechen:

Strassenkünstler auf der Piazza Reale

Palazzo Carignano

???

Strassenkünstler auf der Piazza San Carlo

Es sind sehr viele Leute unterwegs an diesem Ostersamstag und es ist inzwischen frühlingshaft warm geworden.
Mit vielen Eindrücken kehre ich ins Hotel zurück und speise danach bald im hoteleigenen, ausgezeichneten Restaurant. Damit ist meine kurze Ostertour nach Turin auch kulinarisch zufriedenstellend ausgeklungen. Es hat sich gelohnt, diese Stadt als Tourziel anzusteuern, auch wenn ich die Fahrradroute dahin nicht zu meinen schönsten Touren zählen kann.

Etappe 3: Vercelli-Turin (Lugano-Turin-Tour)
Gefahrene Strecke: 83 km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 14.8 km/h
Übernachtung im LE PETIT HOTEL, Turin

Ein Kommentar zu „D3 Vercelli-Turin (Lugano-Turin-Tour)

  1. Lieber Benni,

    immer wieder interessant deine Brichte zu lesen. Vielen Dank !

    Wir wünschen dir eine gute Heimreise Elsbeth und Fritz

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