Als ich um 8 Uhr den Frühstücksraum meiner B&B-Unterkunft betrete, komme ich ins Staunen. Der wohnzimmerartige ziemlich grosse Raum ist komplett überfüllt mit Möbeln aller Art: Schränke, Kommoden und Gestelle, wohin man auch blickt und alle sind überfüllt mit Büchern, Zeitschriften, Geschirr und weiteren Dingen. Als Höhepunkt zieren Dutzende von noch ungeöffnetet alten Whisky-, Schnaps- und Weinflaschen zuoberst auf den Schränken stehend den Raum. Schade habe ich das Handy nicht dabei, um das Gesehene zu dokumentieren.
Ca. um 8.45 Uhr verabschiede ich mich von der älteren Gastgeberin, die sich sichtlich über ihren einzigen Gast an diesem Tag freute.
Zuerst fahre ich noch einmal durch das kleine Städtchen Sabionneta.

Als ich den Ort durch ein Stadttor verlassen möchte, ist der Weg wegen Bauarbeiten komplett zugesperrt.

Und täglich grüsst das Murmeltier, denke ich und kehre wieder um und suche einen anderen Ausgang aus dieser Stadt, die fast komplett von einer monströsen Stadtmauer umgeben ist. Dadurch «versumme» ich ein paar Minuten, was nicht weiter schlimm ist, da die heutige Etappe ziemlich kurz ist.

Mein Weg führt mich nun wieder Richtung Po, den ich nach ca. einstündiger Fahrt auf wenig befahrenen Provinzstrassen erreiche.

In der Folge fahre ich wieder auf dem Deich, von dem man eine gute Aussicht hat. Auf meiner Tour komme ich immer wieder an verlassenen und halb zerfallenen Gutshöfen vorbei. Die Landwirtschaft hat wohl schon bessere Zeiten gesehen in dieser Gegend.

Nach knapp 3 Stunden Fahrzeit habe ich eine Pause nötig. Ich biege in ein kleines Dorf ab, das an meiner Strecke liegt. Ich setze mich auf eine Bank vor der Kirche und geniesse etwas «Trockenfutter»: Darwidas, Datteln und Nüsse sind meine Mittagsverpflegung

Meine ursprünglich geplante Route habe ich in der Zwischenzeit längst verlassen – ich hätte auf die andere Seite des Pos wechseln müssen; wegen einer stark befahrenen Brücke dorthin habe ich aber darauf verzichtet.
Nun fahre ich also immer noch auf der linken Seite des Pos und verlasse mich auf die Velorouten-Schilder, die mir den Weg nach Mantua weisen. Als ich wieder einmal auf einer Schotterpiste lande, bin ich nicht sicher, ob ich noch auf dem richtigen Weg bin.

Nach kurzer Zeit bin ich aber wieder auf einer geteerten Strasse, auf der ich mich besser orientieren kann. In der Folge gelange ich an den Fluss Oglia, den ich kurze Zeit später überquere.

Diese Brücke hatte Carlo, der Velofahrer vom Vortrag, mehrmals erwähnt in seinen Ausführungen, nun bin ich also da. Die Besonderheit dieser Brücke ist, dass sie eine Pontonbrücke ist, also auf Schiffen schwimmt.

Es rumpelt gehörig, als Autos darüber fahren. Auf der anderen Seite geht’s weiter auf einem Deich, von dem aus ich für einmal einen mustergültigen Gutshof erblicke – kein Wunder, es ist ein Agroturismo-Betrieb.

Die Strasse ist im folgenden neu geteert und ich komme deshalb sehr gut vorwärts. Bevor ich nach links Richtung Mantova abbiege, mache ich nochmals eine Foto kurz vor dem Zusammenfluss von Oglia und Po.

Von hier ist es nicht mehr weit bis Mantova. Schon um 14.00 bin ich in dieser ausserordentlich schönen Stadt.

Da ich noch nicht einchecken kann, setze ich mich in ein Restaurant auf der Piazza Ducale und esse einen Tomatensalat mit Süssmost (nein, sieht nur so aus…)

Vom Nachbartisch höre ich lautes Schweizerdeutsch – das müsste ich jetzt nicht unbedingt haben! Pünktlich um 15 Uhr checke ich im Hotel ein, dusche, wasche ein bisschen Wäsche und mache ein kurzes Nickerchen.
Ich bin froh, so früh angekommen zu sein, denn so habe ich Zeit den Palazzo Ducale zu besuchen, der gleich neben dem Hotel liegt. Der Rundgang durch diesen berühmten Palast begeistert mich. Unzählige wunderbare Säle und Räume, viele Bilder und Gemälde. Ich staune über die Pracht in den diversen Gebäudteilen dieses imposanten Palasts und lasse ein paar Bilder sprechen:







Nach der grandiosen Palastbesichtigung setze ich mich in ein Café und beginne meinen heutigen Blog zu schreiben, den ich beim Nachtessen im hoteleigenen Restaurant fertig erstelle.
Der heutige Tag war – nach dem eher tristen Abend in Sabbioneta – ein erstes Highlight dieser Tour. Mögen noch weitere folgen!
Fakten Etappe 3: Sabbioneta-Mantova
Gefahrene Strecke: 65 km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 15.9 km/h
Übernachtung im Hotel dei Gonzaga
