Als ich am morgens um 7.30 Uhr aus meinem Hotelfenster blicke, sehe ich, dass mich wieder ein schöner Tag erwartet.

Ich staune, wie ruhig es ist im Zentrum dieser doch ziemlich grossen Stadt (100’000 Einwohner), als ich um ca. halb neun losfahre. Bald schon befinde ich mich auf dem Deich, der vor Hochwasser schützt, gleichzeitig aber meist meine heutige Fahrradroute ist.

Selten ist der Po in Sichtweite. Als es wieder einmal soweit ist, mach ich eine Foto.

Als ich bei einer Abzweigung unsicher bin, auf welchem Weg es weiter geht, kommen zwei ältere Herren herbei und halten mich davon ab, auf der Komoot-Route weiterzufahren, da diese über die Felder führen würde. Ich bin froh um den Tipp und fahre auf guten Strassen einen kleinen Umweg.
Wenig später ist meine Fahrradroute aber abgesperrt – Bauarbeiten sind der Grund. Da ich aber keine alternative Route finde, zwänge ich mich an der Absperrung vorbei – niemand hat’s gesehen…

Das ganze ist aber nicht so dramatisch: nach ca. 100m kann ich wieder normal weiterfahren. Als die Fahrradroute sich ausnahmsweise wieder dem Po nähert, fahr ich ans Ufer runter und schau ein wenig den Fischern zu.

Kurz nach 11 Uhr treffe ich in Cremona ein. Ich bin gespannt auf diese Stadt, in der ich noch nie war. Sie ist ja bekannt als Geigenbauerstadt, in der Stradivari und andere berühmte Geigenbauer gewirkt haben.
Schon von weitem ist der hohe Turm des Doms zu erblicken. Als ich nah genug bin, mache ich ein Foto von diesem imposanten Bauwerk (Der Turm war mit seinen 112 m lange Zeit der höchste Turm Italiens).

Ich schlendere ein wenig im Zentrum dieser sehenswerten Stadt herum und suche ein Restaurant. Ich bin ziemlich hungrig, da ich am heutigen Tag noch kaum etwas gegessen habe. Im Restaurant del Duomo ist schon aufgetischt. Ich habe Glück und bekomme einen Tisch mit wunderbarem Ausblick.

Die Fassade des Doms ist sehr interessant: eigentlich romanisch, aber mit Renaissance- und Gotikelementen, wie ich mich durch wikipedia belehren lasse.
Die Fahrradroute führt mich nach diesem schönen Abstecher wieder auf die Po-Deiche. Ich bin sehr zufrieden mit der Route und der Qualität der Fahrradwege. Es sind nun auch ziemlich viele Velofahrer unterwegs, aber keine Tourenfahrer so wie ich.

Es sind vor allem ältere Herren unterwegs mit Rennrad. Einige im Rudel, andere alleine.
Ein Velofahrer, der mich überholt, verlangsamt seine Fahrt und möchte mit mir ins Gespräch kommen. Das Interesse freut mich – es ist aber gar nicht so einfach miteinander zu kommunizieren, ich versteh nur etwa 50% von dem, was er mir erzählt und zu sprechen fällt mir auch nicht leicht. Immerhin fahren wir wohl fast eine halbe Stunde miteinander und plaudern über dies und das.

Bevor er sich von mir verabschiedet zeigt er mir noch ein wenig seinen Wohnort Casalmaggiore, ein kleines Städtchen direkt am Po – der einzige Ort neben Turin, welcher so nahe am Fluss liege, wie er mir versichert.

In diesem Städtchen verlasse ich den Po-Radweg, denn mein Zielort Sabbioneta liegt ein bisschen vom Fluss entfernt.
Um ca. 16.30 Uhr erreiche ich nach genau 100 km mein Ziel. Sabbioneta ist ein schmucke kleine Renaissance-Stadt, welche ins Unesco-Kulturerbe aufgenommen wurde. Ausser der Chilbi ist aber nicht so viel los an diesem Tag.

Nach dem Einchecken in meiner Unterkunft (B&B-Style), erkunde ich noch ein wenig das Städtchen und entdecke dabei die Galleria, ein erstaunliches Bauwerk aus dem 16. Jahrhundert, das nicht einen wirklichen Zweck erfüllte.

Leider öffnet das einzige wirkliche Restaurant erst um 19.30, so dass ich mich auf der Piazza in einer Bar von Bier und Chips ernähre und dabei an meinem Blog schreibe.
Ein bisschen beduselt mache ich mich im Dunklen auf den Heimweg in meine Unterkunft.
Fakten Etappe 2 Piacenza-Sabbioneta
Gefahrene Strecke: 100 km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 15.5 km/h
Übernachtung im B&B da Nina

Lieber Benni, vielen Dank für deine interessanten Velotourenberichte. Es ist immer schön, deine immer interessanten Fahrberichte zu Lesen und damit auch ein wenig dabei zu sein. Wünsche dir weiterhin eine gute unfallfreie Fahrt und viele schöne Erlebnisse Fritz
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