D1 Mailand-Piacenza (Po-Ebene-Tour)

Heute beginnt meine Herbstfahrradtour. Sie startet in Mailand, das ich am Vorabend per Zug erreicht hatte. Das Hotel, in dem ich übernachtetete, liegt nahe beim Dom, so dass ich zu Beginn meiner Tour dieses berühmte Bauwerk im Morgenlicht fotografisch festhalte.

Dom von Mailand

Es herrscht schon viel Betrieb heute morgen in dieser Grossstadt. Ich muss aufpassen, dass nichts passiert. Die Italiener halten sich nämlich nicht so gerne an Verkehrsregeln. Es kommen mir sogar Velofahrer entgegen, die eigentlich auf der anderen Seite der Strasse fahren müssten. Aber immerhin gibt es Velofahrer; das hatte ich gar nicht erwartet.

Mailand am Morgen

Nach etwa 45 Minuten komme ich ins Grüne und verlasse Mailand. Ich bin sehr froh, dass mich Komoot auf einen Fahrradweg entlang eines Kanals (oder Flusses) lotst. Das Wetter ist angenehm; es hat ca. 15 Grad und die Sonne zeigt sich schon.

Fahrradweg Richtung Pavia

Die Fahrradroute ist zu Beginn perfekt. Den Wassermangel spürt man aber auch hier; an manchen Stellen führt der Kanal kein Wasser mehr

Kanal ohne Wasser

Als der Kanal später wieder Wasser führt, sitzen einige Fischer am Wasser und werfen ihre Angeln aus. Ob es in dieser Brühe wohl Fische hat, frage ich mich. Tatsächlich erspähe ich wenig später einige grosse Exemplare. Aber sind die wirklich geniessbar?

Die erste grössere Stadt, die ich nach ca. 35 km erreiche, heisst Pavia. Ich fahre ins Zentrum dieser ausserordentlich schönen Stadt und lasse mich in einem Café nieder.

Pavia

Ich bestelle einen Capuccino und ein Brioche (mit viel Nutella). Der Preis erstaunt mich: ich zahle tatsächlich nur 2.70 Euro für beides.

Capuccino und Brioche in Pavia

Nach dieser kleinen Stärkung mache ich mich wieder auf und freue mich, dass grosse Teile der belebten Innenstadt autofrei sind; das ist wirklich vorbildlich!

Als ich in der Folge einen grössere Ortschaft erreiche, suche ich ein Restaurant, finde aber keines. Dafür gibt’s unzählige Cafés und Bars. Etwas enttäuscht fahre ich weiter – zur Not habe ich ja noch Nüsse und Darwidas – und abnehmen sollte ich ja auch! Ob das gelingt in Italien?

Meist auf Nebenstrasse fahrend komme ich in der Folge gut vorwärts. Erst als ich auf einem Damm eine Naturstrasse vorfinde, geht’s ein bisschen langsamer weiter.

Fahrradweg auf Po-Damm

Den Po, den Namensgeber meiner Tour, habe ich bis jetzt nicht erblickt. Erst als ich auf einer Brücke diesen Fluss überquere, denke ich, dass ich nun auf dem Po-Radweg bin. Auf dieser Brücke hat es aber soviel Verkehr und keinen Radstreifen, dass ich mich nicht getraue anzuhalten, um eine Foto zu schiessen.

Wenig später frage ich mich, ob ich wirklich auf der Po-Radroute bin, denn ich stehe plötzlich vor einem Feldweg, der mitten durch einen Acker führt.

Bin ich auf dem richtigen Weg?

Ich kämpfe mich langsam vorwärts, das (Schwemm)holz auf dem Weg deutet darauf hin, dass ich mich wohl auf Schwemmland des Pos befinde.

Ca. eine Viertelstunde später fahre ich an einer Tafel vorbei, die anzeigt, dass hier der Po-Radweg durchführt. Der Zustand dieser Tafeln wirft aber Fragen auf!!!

Auf dem Po-Radweg.

Wenig später wird’s wieder abenteuerlich – der Weg scheint zu enden – und erneut zweifle ich daran, ob ich auf dem richtigen Weg bin. Ich fahre neben einer Farm vorbei, in der wohl weit über 100 Kühe gehalten werden; es riecht stark nach Kuhmist und die Haltung dieser Kühe wirkt nicht sehr tierfreundlich. Was für ein Kontrast zu den Schweizer Kühen auf Alpweiden im Berner Oberland, die ich in der Vorwoche bestaunen durfte!

Kuhfarm (Bauernhof klingt zu idyllisch!)

Nach diesem Abschnitt komme ich in der Folge auf eine ziemlich stark befahrene Hauptstrasse; das ist nicht so schön, aber immerhin komme ich nun zügig vorwärts.

Zum guten Glück gibt’s nach etwa 5 km einen Fahrradstreifen, der etwas Schutz bietet vor den grossen Camions. Kurz vor Piacenza, meinem Etappenziel, wird die Trebbia angekündigt, die ich auf einer Brück überquere. Der Fluss führt aber überhaupt kein Wasser – die Trockenheit in der Po-Ebene scheint noch nicht vorbei zu sein.

Brücke über die Trebbia (Wo ist sie geblieben?)

Etwa um 15.30 Uhr erreiche ich das Ortsschild von Piacenza. Ich fahre aber noch weitere 5 Km, bis ich in die Innenstadt komme.

Piacenza

Wie angekündigt, erreiche ich um 16.00 Uhr meine Unterkunft. Die Hausherrin erwartet mich schon und zeigt mir in der Folge mein ausserordentlich schönes Zimmer. Für die «digitale» Dusche gibt sie mir Instruktionen – ich bin froh drum…

Modernes Badezimmer im ANTICA PIACENZA

Nach der wohligen Dusche mache ich mich auf zur Erkundung des Stadtzentrums, das nur wenige Schritte von der Unterkunft liegt.

Domplatz von Piacenza

An diesem Platz finde ich eine Bar, wo ich etwas zu essen bekomme. Ein Lachsburger mit Salat; mal was anderes und sicher gesund.

Nachtessen

Zufrieden schlendere ich nach dem Corretto con Grappa zu meiner Unterkunft zurück. Ich bin froh, dass ich meinen ersten Tourtag ohne Probleme gemeistert habe.

Fakten Etappe 1: Mailand-Piacenza
Gefahrene Strecke: 98 km
Durchschnittsgeschw.: 14.9 km/h
Übernachtung im ANTICA PIACENZA

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