Day 6: Maribo – Avendorf (Dänemark-Tour)

Der heutige beginnt gemütlich und wird auch gemütlich werden. Ich habe keine Eile, denn die heutige Etappe ist mit ca. 75 km die kürzeste meiner Dänemark-Tour.
Nach etwas enttäuschendem Frühstück verlasse ich das schön gelegene Hotel in Maribo um ca. 9 Uhr.

Es ist ein herrlicher Tag heute und schon angenehm warm. Die Strecke verläuft auf oder neben wenig befahrenen Nebenstrassen durch ländlich geprägte Landschaften.

Landschaft bei Maribo

Nach ca. 15 km gibt’s die erste Pause. Brombeeren am Strassenrand fallen mir fast in den Mund, da muss ich doch einen kurzen Halt machen.

Brombeerhalt

Mein erstes Ziel ist der Hafen von Rødby. Von hier aus setzen die grossen Fähren nach Fehmarn (Deutschland) über. Als ich am Hafen ankomme, reihe ich mich bei den wartenden Autos vor den Zahlstationen ein, für Velos gibt’s natürlich mal wieder keine genaueren Angaben wo, also nehme ich die Spur für die Motorräder. Dort kann ich problemlos ein Ticket für die nächste Fähre lösen und mich anschliessend zu den wartenden Autos, Lastwagen (u.a. solche mit lebenden Schweinen) und Motorräder gesellen. Ich bin der einzige Fahrradfahrer, der auf die Überfahrt wartet.

Warten auf die Fähre

Als die Fahrzeuge endlich auf die Fähre fahren dürfen, muss ich warten bis am Schluss – und das macht mich fast ein bisschen kribbelig. Aber ich werde nicht vergessen und darf als allerletzter auf die Fähre.

in der Fähre

Die Überfahrt ist herrlich, nebst Restaurants und Shops hat es viele Bereiche auf dem Oberdeck im Freien, wo man eine fantastische Sicht hat.

Überfahrt nach Puttgarden

Die Überfahrt dauert ingesamt eine knappe Stunde und als ich wieder ins Parkdeck komme stinkt es hier nach Schweinestall – aha, die ca. 150 Schweine mussten auch mal.

Wenig später betrete ich wieder deutschen Boden. Ich nehme aber nicht den direktesten Weg zu meinem Hotel in Avendorf, sondern fahre entlang der Nord- und Ostküste der Insel Fehmarn. Das ist ein guter Entscheid, denn es folgt einer der schönsten Abschnitte meiner diesjährigen Sommertour. Der Fahrradweg führt meist auf einem Deich neben einem wunderbaren Sandstrand mit Blick auf das tiefblaue Meer. Die Freude an diesem wunderbaren Ausblick wird einzig ein bisschen durch die grosse Anzahl von Fahrradfahrern auf diesem Abschnitt getrübt.

An der Nordküste der Insel Fehmarn

Kilometerlang geht es diesem Strand entlang. Zur linken befinden sich dabei oft Campingplätze – kein Wunder, denn hier ist es wirklich sehr schön – und die Natur wird hier respektiert, habe ich das Gefühl.

Ein kleines Gartenrestaurant am Weg lockt mich zum Anhalten. Ich bereue es nicht, denn es gibt hier wunderbaren, selbstgemachten Kartoffelsalat.

Kartoffelsalat mit Frankfurter Würstchen

Wenig später entgegnen mir Lamas:

Kinderprogramm mit Lamas

An der Westküste von Fehmarn ist es auch schön und ich wage es hier für einmal fahrenderweise die Landschaft zu filmen:

An der Westküste von Fehmarn

Der heutige Tag ist zum Geniessen und weil die Strecke so kurz war, komme ich schon um 15.30 Uhr in meinem vor langer Zeit gebuchten Hotel an.
Nach Dusche und kurzer Siesta mache ich mich in das nahegelegene italienische Restaurant auf. Ein Wunder, dass es in diesem kleinen Nest überhaupt ein gastronomisches Angebot hat. Dort bestelle ich Spaghetti Bolognese und einen gemischten Salat und geniesse es draussen im Garten zu sein. Den Dessert, ein hausgemachtes Haselnusseis, nehme ich drinnen zum mir, da es inzwischen leicht zu regnen begonnen hat. Ich wechsle ein paar Worte mit dem netten Wirt, der Grieche ist und Angst hat, dass sein Restaurant wahrscheinlich bald einer Grossüberbauung weichen muss.

Dessert in der Pizzeria von Avendorf

Ein wunderbarer Tag neigt sich dem Ende zu. Auch meine Tour endet bald, denn morgen steht meine letzte Etappe der diesjährigen Sommertour auf dem Programm.

Fakten Etappe 6: Maribo – Avendorf (Fehmarn)
Gefahrene Strecke: 77km (inkl. knapp 20km Fährenüberfahrt)
Übernachtung im Hotel Sonneninsel, Avendorf

Etappe 6: Maribo – Avendorf (Fehmarn)

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