Heute morgen nehme ich es gemütlich. Bis ich endlich losfahre ist es schon viertel nach neun. Aber das macht nichts, denn die heutige Etappe ist mit knapp 80km ziemlich kurz. Die erste halbe Stunde fahre ich durch die breiten Boulevards von Kopenhagen mit ihren tollen Velowegen. Ein Haus mit optisch täuschender Malerei erregt meine Aufmerksamkeit. Und sie ist wirklich unglaublich gut gemacht.

Es ist ein friedlicher Sonntagmorgen und es hat kaum Verkehr.
Die Fahrradroute führt mich in der Folge einer Küstenstrasse entlang, von der aus ich aber kaum Meersicht habe, weil der Küstenstreifen hier meist bebaut ist – wohl mit Ferienhäuschen.
Als ich einmal freie Sicht habe, mache ich eine Foto.

Da im Laufe des Tages der Verkehr immer mehr zugenommen hat, bin ich froh, dass bei Køge, einem hübschen kleinen Städtlein, meine Route auf eine weniger befahrene Strasse abbiegt.

Die Strecke nach Køge führt mich durch einen Wald. Das ist ziemlich aussergewöhnlich, da das Land sonst ziemlich waldarm ist.

Als ich wenig später einen schönen Rastplatz am Meer entdecke, entschliesse ich mich dazu, hier meinen Mittagshalt zu machen. Das Plätzchen liegt im Schatten und es ist fast ein bisschen kühl deshalb.

Die letzten 25 Km der heutigen Etappe sind wunderbar; nur der starke Gegenwind ist manchmal ein bisschen lästig.
Ein auffällig grosser Gutshof mit Schloss erregt meine Aufmerksamkeit. Er ist privat, ich kann aber von aussen trotzdem ein tolles Foto machen.

Mit dem Dänisch auf der Infotafel bin ich ein wenig überfordert. Vielleicht gibt es ja Dänisch-Kenner, die die Infos übersetzen können. Dänisch ist schon ein sehr spezielle Sprache; es klingt ein bisschen wie holländisch – mit dem Unterschied, dass man rein gar nichts versteht. Ein Dänin selbst sagte mir, dass Dänisch eine „crazy language“ sei.

Abends finde ich heraus, dass dies ein bedeutendes mittelalterliches Schloss mit gotischer Architektur ist.
Auch landschaftlich ist die Gegend hier äusserst reizvoll und die Gerstenfelder mit ihrer schönen Gelbfarbe sind ein besonders schönes Sujet.

Die letzten Kilometer sind zum Geniessen und schon bald erreiche ich das heutige Etappenziel Rødvig.

Das Hotel, das ich gebucht habe, gefällt mir. Hier suchen ältere Leute nach Ruhe – als ich das schreibe, merke ich, dass ich auch schon bald zu den älteren Leuten gehöre, deshalb gefällt es mir hier wohl so sehr.
Von meinem hübschen kleinen Zimmer mit Sitzplatz habe ich Meerblick. Einige Untentwegte tummeln sich im Wasser, das wohl nicht so warm sein wird.

Im hoteleigenen Restaurant darf ich um 20 Uhr dinieren; das trifft sich gut, so kann ich das Frauen-Fussball-EM-Finalspiel schauen, das um 18 Uhr beginnt.
Mit einem feinen Nachtessen endet ein Tag der gemütlicheren Sorte. Aber das hatte ich gerade gebraucht.
Fakten Etappe 4: Kopenhagen – Rørvig
Gefahrene Strecke: 78 km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 14.5 km/h
Übernachtung im Hotel Klinten, Rørvig
