Day 3: Aarhus – Kopenhagen (Dänemark-Tour)

Nach schlechtem Schlaf – ein wummernder Bass eines nahegelegenen Partylokals, der bis 03.00 Uhr dröhnte und der mich am Schlaf hinderte – stehe ich heute schon um 6 Uhr auf, denn ich sollte um 08.15 Uhr die Fähre nach Seeland erwischen. Beim Frühstück erscheine ich als erster an diesem Samstagmorgen. Der Frühstücksraum ist das Beste an diesem Hotel; er befindet sich im 10. Stock mit dementsprechender Aussicht, mit Blick auf Meer und die Hafenanlagen von Aarhus.

Blick auf Meer und Hafenanlagen bei Aarhus

Um 7.30 Uhr fahr ich zum Hafen, wo die Fähre nach Seeland fährt. Es sind fast 5 km und ich brauche eine gute Viertelstunde. Als ich dort ankomme, weiss ich gar nicht so recht, wo ich mit meinem Velo durchfahren muss. Dass die Beschilderung nur auf dänisch ist, ist auch keine Hilfe. Ich versuche es beim Fussgängerzugang und fahr mit meinem Velo einen Lift hoch, worauf ich über eine Gangway direkt zur Fähre gelange und dort mit meinem Velo mitten in den Passagierraum gelange. War das wirklich so gemeint mit den Velos? Ein Matrose, der später vorbeikommt, guckt ein wenig komisch und sagt, es sei nicht normal, aber ok.

Beladen der Fähre nach Seeland

Pünktlich um 8.30 Uhr fährt die Fähre ab. Ich staune, wie schnell sie fährt, Sie erreicht fast 70km/h. Kein Wunder, dass Gischt aufschäumt und die Leute, die sich hinten im Aussenbereich aufhalten, eingenebelt werden.

In voller Fahrt

Unterwegs kreuzt uns eine Fähre gleichen Bautyps.

Fähre in der Gegenrichtung

Nach ca. 70 km Fahrt über das Meer erreichen wir ein lange, schmale Landzunge, an deren äusserstem Ende die Fähre anlegt. Hier startet nun meine Fahrradetappe, die mich bis Kopenhagen führen soll.

Der heutige Tag ist sonnig und ziemlich warm, aber angenehm zum Fahrradfahren. Oft sehe ich nun das Meer, entweder zu meiner Linken oder auch zu meiner Rechten.

Blick auf das Meer

In dieser Region fahre ich auch an Pflanzen-Kulturen vorbei, die ich nicht sofort erkenne. Beim Nähertreten merke ich, dass hier Cassis-Beeren kultiviert werden – was für eine Überraschung.

Cassis-Kulturen

Ich habe heute kein Glück mit dem Wind, er kommt von Süden und ich fahre Richtung Süden. Dafür habe ich schönes Wetter, was den Nachteil wieder aufwiegt.

Nach ca. 2 Stunden Fahrzeit steht schon die nächste Fährenüberfahrt von Rørvig nach Hundested an. Ich habe ein bisschen Pech, da mir die bereitstehende Fähre vor der Nase wegfährt. Das ist aber weiter nicht schlimm, denn in einer halben Stunde fährt schon die nächste. In der Wartezeit esse ich mein Salamibrot, das ich mir beim Frühstücksbuffet zubereitet hatte.

Die Gegend bei Rørvig ist sehr touristisch, hier verbringen die Dänen wohl ihre Sommerferien in ihren Ferienhäuschen, von denen es hier soviele gibt.

Fähre Rørvig – Hundested

Bald schon wartet die nächste Fährenüberfahrt auf mich – es ist unglaublich wie wie viele Meerarme und Binnenmeere es hier gibt. Man hat den Eindruck, dass Dänermark aus mehr Meer als Land besteht…

In der Folge fahre ich bei Jaegerspris an einer eindrücklichen Schlossanlage vorbei.

Schloss Jaegerspris

Es hätte hier sogar ein Café, aber da mein Weg noch weit ist, verzichte ich schweren Herzens auf die Versuchung.

Bei Frederikssund, einer grösseren Ortschaft, muss wieder ein Meeresarm überquert werden. Diesmal hindert eine hochgezogene Zugbrücke meine Weiterfahrt.

Zugbrücke bei Frederikssund

Nun sollten bis Kopenhagen keine weiteren Wasserhindernisse mehr meine Fahrt aufhalten. Längere Zeit führt in der Folge meine Route einer Zugslinie entlang, was ziemlich schön ist.

Fahrradroute entlang der Bahn

Gegen 17 Uhr komme ich in erste Vororte von Kopenhagen. Es hat ziemlich wenig Verkehr an diesem Samstagnachmittag, Sind die Kopenhagener wohl alle in den Ferien? So komme ich nun gut voran und bin froh, dass ich auf meinem schnurgeraden Weg direkt ins Zentrum von Kopenhagen hinein immer eine breite Velospur zur Verfügung habe, also Verhältnisse fast wie in Holland. Je näher ich zum Zentrum komme, desto belebter sind die Strassen. Auf meinem Velostreifen tummelt sich nun ein ganzer Pulk von zumeist jüngeren Fahrradfahrern, die mit dem Fahrrad zum Ausgang radeln. Ein schönes Bild!

So erreiche ich gegen halb sieben die Innenstadt von Kopenhagen.

Erster Eindruck von Kopenhagen

Es ist ca. 18.30 Uhr als ich nach langem Tag endlich beim Hotel WakeUp ankomme. Das ist ein preisgünstiges, modernes und auch sehr grosses Hotel nahe bei der Innenstadt.

Nach der obligaten Dusche mache ich mich zur Suche nach einer Verpflegungsmöglichkeit auf und gleichzeitig möchte ich natürlich auch noch ein wenig diese mir bisher unbekannte Stadt erkunden.

Kopenhagen

Es sind sehr viele Leute unterwegs an diesem Samstagabend. Vor alllem die „Fressmeile“ am Nyhavn ist voll von Leuten. Trotzdem finde ich hier nach einigem Suchen ein Plätzchen in einem britisch angehauchtem Lokal. Ich bestelle Wienerschnitzel und bin ganz happy damit.

Nachtessen am Nyhavn

Satt und komplett müde schlendere ich wieder ins Hotel zurück. Ich sollte ja noch den Blog schreiben.

Fakten Etappe 3: Aarhus – Kopenhagen
Gefahrene Strecke: ca. 105 km (dazu noch ca. 75km Fährenfahrten)
Durchsschnittsgeschwindigkeit: ca. 15km/h
Übernachtung im Hotel Wakeup, Kopenhagen

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