Day 4: Verdun – Charlesville (Maas-Tour)

Nach tiefem Schlaf im Hotel de Mautaulbain in Verdun breche ich heute zeitig auf, denn die heutige Etappe ist mit über 110 km ziemlich happig. Ich bin froh, dass es nicht regnet, als ich um 08.15 Uhr losfahre, aber es ist dafür ziemlich kalt. Ich verlasse Verdun auf Strassen mit ziemlich viel Verkehr. Schon bald aber lässt er nach und ich bin wieder in der Natur draussen.

Morgenstimmung in der Nähe von Verdun

Ich bin froh, dass mich komoot auf eine Nebenstrasse führt und ich geniesse die morgendliche Stimmung. Die asphaltierte Strasse geht aber bald in eine Naturstrasse über und führt stetig aufwärts. Wahrscheinlich ist das wieder eine Abkürzung. Als ich oben bin habe ich dafür eine schöne Aussicht.

Aussicht auf Landschaft bei Verdun

Leider habe ich auch auf der Abfahrt Naturstrasse, so dass ich sehr vorsichtig und langsam wieder den Hügel runter fahre.

Der kommende Abschnitt der Tour ist sehr ländlich: Felder, Wiesen, Kühe, Hügel soweit das Auge blickt. Wenn ich durch Ortschaften fahre, sind es meist kleine Bauerndörfer ohne Läden, Restaurants etc. und ich frage mich, wo die Leute einkaufen gehen. Zum Fahrradfahren ist das aber optimal, denn es hat kaum Verkehr auf den komfortablen Departementsstrassen.

komfortable Strassen fast nur für mich

Immer wieder treffe ich zu Beginn der heutigen Tour auf Hinweisschilder zum 1. Weltkrieg, der ja in dieser Region heftigst geführt wurde und wo in der Schlacht um Verdun sinnlos Hundertausende von Soldaten ums Leben kamen (siehe auch https://www.dhm.de/lemo/kapitel/erster-weltkrieg/kriegsverlauf/verdun-1916.html).

In Cesse, wo ich einen kurzen Halt mache, ist im 1. WK das ganze Dorf zerstört worden, wie ich auf einer Schautafel bei der Kirche lese.

Kirche von Cesse

In der Nähe von Cesse mache ich meinen Mittagshalt. Ich habe eine Bank entdeckt (ein Wunder!), die neben einer winzigen Kappelle steht. Der Himmel hat sich inzwischen wieder bezogen und ein kalter Nordwind pfeift mir um die Ohren, als ich etwas Brot und Bündnerfleisch verspeise.

Mittagsrast in der Nähe von Cesse

So breche ich bald wieder auf. Ich ziehe meine Regenjacke als Windschutz über und bin froh um meine Odlo-Langlaufkappe, die meinen Kopf warm hält.

Wieder einmal lotst mich meine App über einen Hügel und ich frage mich, ob es nicht besser gewesen wäre, unten im Tal einen kleinen Umweg zu machen. Die Frage bleibt ohne Antwort.

Auf einem Ortschild wird die nächste Ortschaft als „Petite Cité de Caractère“ angekündigt.

Ortsschild von Mouzon

Ich hoffe inständig, dass sich dort ein Café befindet, in dem ich mich aufwärmen könnte. Meine Hoffnung wird aber enttäuscht. Es ist nicht viel los in diesem kleinen Städtchen. Immerhin gibt es eine eindrückliche Abtei aus dem 12. Jahrhundert.

Abtiale de Mouzon

So fahre ich halt ohne Kaffeepause weiter und werde dafür für kurze Zeit mit ein bisschen Sonnenwärme entschädigt.

Landschaft bei Mouzon

Meist weiss ich nicht, ob ich wirklich auf der Maas-Fahrradroute unterwegs bin, nur sporadisch sehe ich manchmal ein Schild. Als ich aber sehe, dass mich die Tour auf einen komfortablen Radweg entlang eines Kanals führt, bin ich erfreut, denn das bedeutet, dass das Auf und Ab ein Ende hat. – Und so ist es denn auch.

„Schilderbaum“ in der Nähe von Sedan

Ein bisschen verärgert bin ich wenig später, dass mich Komoot bei Sedan von dieser schönen Route weglotst und mich durch stark befahrene Strassen dieser Stadt führt.

Umso froher bin ich, als ich unverhofft wieder auf diesem schönen Radweg entlang der Maas oder dem dazugehörigen Kanal (so genau weiss ich es nicht immer) lande.

Maasradweg in der Nähe von Sedan

.Auf diesem wunderbar angelegtem Fahrradweg fahre ich in der Folge bis zu meinem Tagesziel, der Stadt Charleville-Mezières. Ich komme gerade zur Rush-hour an, der Verkehr staut sich hier überall und ich weiche aufs Trottoir aus, weil es keine Fahrradstreifen gibt.

Mezières

Um viertel nach fünf checke ich im Hotel Pelican ein, das im Stadtteil Charleville liegt. Nach einer wärmenden Dusche erkunde ich noch ein wenig den Stadtkern und suche ein Restaurant.

Überwältigt bin ich vom Zentrumsplatz dieser Stadt, dem Place Ducale. Er ist riesig um rundherum umsäumt von gleichartigen herrschaftlichen Häusern.

Place ducale in Charleville

An diesem Platz finde ich auch ein Restaurant, wo ich mir einen ausgezeichneten gemischten Salat und ein Entrecôte gönne.

Abendessen in der Brasserie Ducale

Müde spaziere ich zum Hotel zurück und schreibe danach an meinem Blog weiter.

Fakten Etappe 4: Verdun – Charleville
Gefahrene Strecke: 114 km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 14.8 km/h
hinauf: 620 m
hinab: 680 m

Day 4

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