Nach dem wunderbaren Aufenthalt im Hotel MainChateau in Seligenstadt fahre ich heute etwas früher los, denn ich möchte meinen Zug in Mainz pünktlich erreichen.

Der Tag beginnt mit einer goldenen Morgenstimmung, so richtig nach meinem Geschmack!

Es sind auffallend viele Hundebesitzer mit ihren Hunden unterwegs heute morgen; glücklicherweise sind sie, respektive ihre Hunde gut erzogen und sie machen immer schön Platz, wenn ich heranbrause.

Ich bin froh, dass heute das Wetter wieder besser ist und oft die Sonne scheint oder wenigstens ein Stück blauer Himmel zu sehen ist. Es ist wieder ziemlich kalt, ich friere ein wenig an Händen und Füssen.

In Offenbach erfahre ich auf einer Schautafel mehr über den Fluss Main, der dabei mit dem Flus Indus verglichen wird. Weshalb gerade der Indus als Vergleich herangezogen wird, ist mir aber schleierhaft.

Schon hier sehe ich die Skyline von Frankfurt. Als ich näher komme, bietet sich mir ein imposantes Bild, das an amerikanische Städte erinnert. Da haben die Banken aber mächtig geklotzt. Auch UBS ist dabei mit einem relativ bescheidenen „Doppeltürmchen“ rechts neben der Kirche.

Eigentlich hätte ich jetzt gerne eine Znünipause gemacht, aber da ich nicht bei einem Café vorbeikomme, fahre ich einfach weiter. Nach Frankfurt durchquere ich Industriegebiete mit grossen Fabrikgebäuden, bis es wieder ländlicher wird.

Vor Mainz gibt’s sogar ein kleineres Weinbaugebiet und da ich weder Apfel- noch Kaffeehalt gemacht habe, probiere ich ein paar bei der Weinernte vergessen gegangene Trauben. Sie sind nicht so süss und fein wie erhofft.

Ich fahre nun schon über 60km ohne Pause und Rast. Soweit bin noch nie gefahren, ohne etwas zu trinken oder zu essen. Es ist mittlerweile angenehm warm geworden und meine Hände und Füsse sind aufgetaut. Der Radweg am heutigen Tag war wieder meist sehr schön, wie auch hier etwas abseits vom Main:

Gerade als ich Mainz-Kastel erreiche, sticht mir ein Gartenrestaurant ins Auge. Da könnte ich doch endlich etwas essen.

Die bestellten Kalbslebern mit Röstkartoffeln munden mir sehr; es geht mir mal wieder gut. Die lustige Wirtin, die gemerkt hat, dass ich Schweizer bin, fragt mich, ob der Umgang mit Corona in der Schweiz auch so bescheuert und bekloppt sei wie hier in Deutschland, man müsse jetzt sogar geimpft sein, um im Aldi einzukaufen. Ich versichere ihr, dass das Ganze in der Schweiz normaler gehandhabt werde…
Es ist nun nicht mehr weit bis zum Hauptbahnhof Mainz. Ich muss den Rhein überqueren, um dorthin zu gelangen.

Das Timing stimmt perfekt. Um 15.00 erreiche ich den Bahnhof. Um 15.17 sollte mein Zug losfahren.

Die Rückfahrt verläuft nicht ganz pannenfrei; aber das habe ich auch nicht erwartet, mit einer halben Stunde Verspätung sitze ich dann aber doch im ICE, der mich von Mannheim nach Zürich bringen soll. Während der Zugfahrt schreibe ich den Blog der letzten Etappe meiner diesjährigen Herbsttour, die mich den Mainradweg entlang von Bayreuth nach Mainz führte. Ich habe diese schöne Tour sehr genossen, auch wenn es manchmal etwas gar kalt und grau war, glücklicherweise aber ohne nennenswerten Regen.

Fakten Etappe 6: Seligenstadt-Mainz
gefahrene Strecke: 76 km
Fahrzeit: 5 Std. 8
Durchschnittsgeschwindigkeit: 14.9 km/h
bergauf: 450m
bergab: 480m
