Day 3 : Volkach – Karlstadt (Main-Tour)

Heute habe ich keine Lust früh aufzustehen. Immer wieder drücke ich bei meinem iPhone-Wecker auf Schlummern und und schlafe so 4×9 Minuten länger als ursprünglich geplant. Als ich aus dem Fenster schaue, sehe ich, dass es regnet – also wirklich kein Grund zur Eile.

Beim Frühstück liest mir die äusserst freundliche und gut gelaunte Bedienstete jeden Wunsch von den Lippen ab. Ich wusste gar nicht, dass Deutsche so freundlich sein können. Ah –  da fällt mir gerade ein, dass ich hier ja gar nicht in Deutschland bin sondern im Freistaat Bayern – das erklärt alles.

Um 09.15 Uhr fahr ich los. Da es leicht regnet, habe ich die Regenhosen angezogen und der Helmregenschutz ist immer noch von gestern her auf dem Helm montiert. Die Schuhregenschütze bleiben vorerst in der Tasche, da es gemäss Kachelmann.com ab 11.00 nicht mehr regnen soll.

Gleich zu Beginn führt mich meine App an den Main.

Fahrradweg bei Volkach

Es ist wärmer als an den beiden Vortagen und der Regen hört bald auf, so dass ich die schöne Landschaft trotz des grauen Wetters geniessen kann. Es ist ein Weinbaugebiet hier; überall sind Weinberge. Nicht weit von Volkach entfernt fahre ich an grossen verschieden farbigen Haufen vorbei. Was das wohl ist?

merkwürdige Haufen

Es sind ausgepresste Weintrauben, die hier zwischengelagert werden. Wozu werden die wohl verwendet? Schweinefutter? zum Düngen? Ich weiss es nicht. Immerhin kann ich erkennen, dass hier auch rote Trauben angebaut werden, nicht nur weisse, die aber klar beliebter sind.

Die Stimmung an diesem Morgen gefällt mir. Weinberge wechseln sich ab mit schönen Ortschaften, die vom Weinbau leben.

Reben in der Nähe von Sommerach

Eine grosse Kirche mit 4 Türmen erregt meine Aufmerksamkeit; es ist ein Benediktinerkloster.

Benediktinerkloster Münsterschwarzach

In der Folge überquere ich mal wieder den Main. Ein grosses Lastschiff namens «Rialto» fährt gerade vorbei. Dieses Schiff hatte ich doch schon mal gesehen.

Main bei Schwarzach

Heute fahre ich fast immer dem Main entlang. Vor Kitzingen zeigt sich an diesem trüben Tag sogar einmal kurz der blaue Himmel.

Mainradweg in der Nähe von Kitzingen

Es ist sehr angenehm zu fahren heute. Wenig Wind, wenig Regen, nicht so kalt wie an den Vortagen und Top-Fahrradwege.

In der schönen Kreisstadt Kitzingen machen ich heute den ersten Halt. Ich finde eine Gelateria und hoffe, dass ich einen feinen Capuccino bekomme. Die Wirtin hat Freude an mir, da ich ein bisschen Italienisch spreche (besser als sie deutsch). Ich staune, dass Leute vorbeikommen und ein Eis möchten. Dies bei diesem nasskaltem Wetter! Ich bekomme den ersehnten Capuccino und esse einen italienischen Nusskuchen, der zwar ein bisschen trocken ist.

In einer Gelateria in Kitzingen

Als ich Kitzingen verlasse, mache ich noch rückblickend eine Foto:

Kitzingen

Wenig später erreiche ich das Städtchen Marktbreit, das herzig und klein ist, eben marktbreitklein…

Stadttor von Marktbreit

Als ich das Städtchen Ochsenfurt erreiche, beginnt es zu regnen. Also mache ich halt noch einen Kaffeehalt. Diesmal trinke ich aber eine heisse Schokolade und einen frisch gepressten Orangensaft.

Ochsenfurt

Auf dem Bild sind übrigens 2 Tourenfahrer zu entdecken. Es sind so ziemlich die einzigen, die mir heute begegnet sind.

Es gäbe noch weitere schöne Weinorte auf meinem heutigen Weg, die ich besichtigen könnte, aber ich ziehe es vor, nicht alle zu besichtigen, da ich ja irgendwann auch noch an meinem Zielort ankommen möchte.

Ca. 10 km vor Würzburg ist der Main besonders schön, da muss ich unbedingt eine Foto schiessen:

Main bei Würzburg

Würzburg habe ich auf meiner grossen Deutschlandtour im 2018 schon einmal besucht, deshalb fahre ich mehr oder weniger durch, mach aber eine Foto auf der berühmten Brücke, auf der viele Leute ein Weinglas in der Hand halten und Wein trinken; das scheint auf dieser Brücke wohl Mode zu sein.

Alte Mainbrücke, Würzburg

Der Weg weiter bis nach Karlstadt ist sehr schön – klar, bei schönen Wetter, wär er noch viel schöner – ich bin aber froh, dass es heute zumeist trocken geblieben ist.

Fahrradweg in der Nähe von Würzburg

Als ich mich 10 km vor Karlstadt befinde, fahre ich mal wieder an Apfelbäumen vorbei. Da kann ich nicht widerstehen. Der Hundehalter (im Hintegrund zu sehen) meint zwar, diese Äpfel seien zu sauer und ungeniessbar. Sie sind wirklich sauer, aber trotzdem gut, wenn man durstig ist und Hunger hat.

Apfelhalt in der Nähe von Karlsstadt

Um 17.15 Uhr erreiche ich endlich mein Ziel, Karlstadt

Karlsstadt

Mein App führt mich zielgenau zum Hotel Eisenbahn. Das ist eine gute Wahl, ich kann wieder im hoteleigenen Restaurant das Abendessen einnehmen und auch das Zimmer hat alles, was ich brauche.

Hotel Eisenbahn, Karlstadt

Nach dem vielen Schweinefleisch gibt’s heute einen gebratenen Lachs zusammen mit einem Weisswein aus der Region. Das passt und ich bin sehr zufrieden.

Zwischen den Gängen schreibe ich an meinem Blog und bin schon fast fertig, als ich beim Espresso bin.

Fakten Etappe 3: Volkach-Karlsstadt
gefahrene Strecke: 97 km
Fahrzeit: 6 Std. 15
Durchschnittsgeschwindigkeit: 15.4 km/h
bergauf: 730m
bergab: 760m

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