Day 7: Valence – Orange (Basel-Arles-Tour)

Als ich heute um Viertel nach sieben losfahren möchte, beginnt es gerade zu regnen. Damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet. So muss ich halt mal wieder die Regenklamotten überziehen, was ein ziemlich aufwändiges Prozedere ist. Da ich am Vorabend die Sightseeing-Tour von Valence wortwörtlich verschlafen habe, mache ich noch einen kleinen Abstecher in die Innenstadt. Es ist aber noch gar nichts los zu dieser frühen Zeit.

Morgenstimmung in Valence

Als ich wieder einmal die Rhone überquere, sieht’s wettermässig gegen Norden gar nicht so schlecht aus, ich fahre aber gegen Süden und dort hat es eine bedrohliche, dunkle Wolkenwand.

Bei Valence

Der Regen ist zum Glück nicht so stark und hört nach ca. einer Stunde wieder auf. Der Rhone-Radweg, die Via Rhôna, ist heute sehr abwechslungsreich, er führt nicht nur monoton der Rhone entlang, sondern er zweigt immer wieder ins «Hinterland» ab, wo es manchmal durch schöne Auenwälder geht, oder Obst- oder Gemüsekulturen entlang.

Via Rhona (Rhone-Fahrradroute)

Nach ca. 2 Stunden ist es wieder strahlend schön und da es noch angenehm kühl ist, trete ich heftig in die Pedalen und komme gut vorwärts.

Immer wieder überquere ich heute die Rhone und manchmal schaukeln die Hängebrücken, was ein mulmiges Gefühl hinterlässt

Überquerung der Rhone

Ein schönes grünes Farbenspiel weckt beim Betrachten eines kleinen Flüsschen meine Aufmerksamkeit:

Grünes Farbenspiel

Von weitem schon sehe ich aufsteigende Wasserdampfwolken. Beim Näherkommen stellt sich, wie vermutet, heraus, dass sie von einem grösseren Atomkraftwerk mit 4 Kühltürmen stammen. Einer davon ist bemalt, was ich ein bisschen geschmacklos finde:

Atomkraftwerk bei Montélimar

Gegen halb zwölf beginnt sich der Hunger bemerkbar zu machen; ein Restaurant käme nun wie gerufen. Ich habe mal wieder Glück. In Rochemaure, einem Örtchen mit Burgruinen oberhalb des Ortes, finde ich eine Pizzeria. Das Gebotene ist aber sehr mässig.

Blick auf Rochemaure

Ein wenig enttäuscht fahre ich wieder weiter und gerate nochmals in einen Regenschauer. Das ist aber der letzte heute. Sobald die Sonne scheint, wird es sehr heiss heute. So heiss, dass ich ein bisschen überhitzt ein Mittagsschläfchen im kühlenden Schatten eines Baumes mache.

Nickerchen an der Rhone

Die Brückenüberquerungen nehmen kein Ende heute, immerhin hat man auf der Brücke meist einen tollen Ausblick:

Die Etappe ist wieder sehr lang heute. Ich würde eigentlich lieber kürzere Etappen fahren, aber ich wollte halt in einem Tag von Valence kommend Orange erreichen.

Sehr froh, bin ich heute um die Wegstrecken im Wald, der Rhone-Radweg wurde wohl mit Absicht hier angelegt. Überhaupt staune ich über die gute Qualität der Radwege auf der heutigen Strecke. Oft scheint der Weg frisch asphaltiert worden zu sein.

Radweg im Schatten

Nur die letzten 20  Kilometer der heutigen Etappe sind weniger schön, wohl weil ich die Via Rhôna verlassen habe und einen direkteren Weg nach Orange geplant habe. Die Hitze setzt mir zu; so bin ich froh, gegen 18.00 Uhr endlich mein Ziel zu erreichen

Orange, Arc de Triomphe

Zum Hotel fahre ich mitten durch die kleine, verwinkelte, sehenswerte und sehr belebte Altstadt.
Der Hotelier begrüsst mich freundlich und meint auf meine Bemerkung, es sei sehr heiss heute, es sei heute «kalt». Normalerweise sei die Temperatur in dieser Jahreszeit viel höher.

Mein Zimmer ist eine Foto wert:

Zimmer im Hotel Saint-Florian

Leider schaffe ich es nicht, noch das etwas ausserhalb liegende römische Theater zu besichtigen, ich bin zu müde und möchte nur noch etwas Kleines essen – und den Blog schreiben sollte ich ja auch noch…

Day 7: Valence – Orange
Gefahrene Strecke : 124 km
Fahrzeit: 8 Std. 2
Durchschnittsgeschw.: 15.3 km/h
Bergauf: 240 m
Bergab: 320 m

Day 7: Valence – Orange

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