Wie fast immer bin ich zum frühstmöglichen Zeitpunkt beim Frühstück, das ist heute wieder um 07.00 Uhr. Los fahre ich um 07.50 Uhr; das ist spät für die heutige sehr weite Etappe. Deshalb geb ich auch ziemlich Gas und geniesse die morgendliche Stimmung am Doubs.

Ich nehme mir vor, mind. 30 km zu fahren und dann einen Kaffeehalt zu machen. Es taucht aber leider kein Café auf auf meinem Weg. So schiesse ich halt mal ein Schattenselfie:

Die Veloroute führt zu Beginn entweder dem Doubs oder dem ihn begleitenden Kanal entlang. Es ist sehr angenehm, aber schon ein bisschen windig, meist Gegenwind natürlich!
Manchmal verlässt die Route Doubs und Kanal, das heisst dann meist, dass kleine Steigungen überwunden werden müssen, wo mich die E-Biker locker überholen. Es sind wie gestern auch wieder einige Touren- und andere Biker unterwegs, aber in überschaubarer Zahl.

Ich fahre fast ohne Pause ca. 60 km weit, bis ich in den ersten grösseren Ort komme: Dole-sur-le-Doubs.

Das ist ein kleineres sehenswertes Städtchen, in welchem der berühmte Louis Pasteur aufgewachsen ist.

Da ich ziemlich hungrig bin, setze ich mich gleich neben dem Louis-Pasteur-Haus in ein wunderbar gelegenes Gartenrestaurant und vertilge einen „Salade Comtoise“.

Frisch gestärkt geht die Fahrt ca. um 13.00 weiter; ich bin ein wenig besorgt, da ich noch nicht einmal die Hälfte der heutigen Etappe geschafft habe. Wieder geht es längere Zeit einem Kanal entlang.
Bei einer Schleuse gibt’s wieder Spektakel; diesmal mache ich ein kurzes Video.
Erstaunt bemerke ich, dass dieser Kanal an dieser Stelle in die Saône mündet, die hier ziemlich breit ist.

Die Landschaft ist nun sehr eben geworden, das Wetter ist perfekt, nur der Wind, der in meine Richtung bläst, erschwert mein Vorankommen. Beim Städtchen Saint-Jean-de-Losne sind nacheinander mehrere Schiffe – Hausboote(?) – am Ufer vertäut. Die Briefkästen davor lassen darauf schliessen, dass hier Leute fix wohnen.

Auch auf diesem Streckenabschnitt gibt es einen Kanal, der die Saône begleitet und dem ich manchmal entlangfahre. An einer Anlagestelle springen Jugendliche ins Wasser. Ich denke, dass das nicht ungefährlich ist.

Als ich schon weiter bin und von einer Brücke aus die Szenerie fotografisch festhalte, springen mir drei Jungs entgegen und rufen: «nous allons sauter du pont». Die wollen doch tatsächlich von der Brücke springen, auf der ich mich befinde. Ich rufe ihnen zu: «C’est trop dangereux», die Brücke ist mind. 8 m hoch und es ist nicht ersichtlich wie tief der darunterliegende Kanal ist. Deshalb fahr ich schnell weiter – ich möchte nicht Zeugnis sein eines solchen Wagnisses.
In Seurre, in einem kleinen Städtchen mit schöner, alter Kirche mache ich dieses Foto:

Wenig später sehe ich 2 Badende in der Saône, Baden scheint an dieser Stelle offenbar nicht verboten zu sein, wie sonst fast überall.

Die letzten 15 km sind extrem hart. Ich verlasse die Saône und muss eine kleine Steigung im strengen Gegenwind bewältigen, dafür habe ich, als ich oben bin, eine tolle Aussicht:

Mit letzter Kraft erreiche ich um 17.45 Uhr den Zielort Verdun-sur-le-Doubs. Ich bin nun also wieder am Doubs, stelle ich erstaunt fest.

Komoot führt mich direkt vor das Hotel. Ich checke ein, nehme eine Dusche und möchte ein kurzes Nickerchen machen vor dem Nachtessen, das ich im hoteleigenen Restaurant einnehmen darf.
Das Nickerchen wird aber länger, erschrocken stelle ich fest, dass ich über eine Stunde geschlafen habe und somit fast das Highlight des Tages verpasst hätte.
Ich setze mich in das scheunenartige Gartenrestaurant des Hotels und lasse mich kulinarisch verwöhnen, das habe ich doch verdient nach dieser harten und langen Etappe!



Da wird man doch fast neidisch, oder?
Blogschreibend bleibe ich noch eine Weile an meinem schönen Plätzchen sitzen, nur die aggressiven Steckmücken trüben ein ganz klein bisschen meine gute Laune.
Day 3: Besançon – Verdun-sur-le-Doubs
Gefahrene Strecke : 125 km
Fahrzeit: 8 Std. 20
Durchschnittsgeschw.: 15.1 km/h
Bergauf: 510 m
Bergab: 580 m
