Der heutige Tag beginnt besser als der vorangegangene. Nach reichhaltigem Frühstück fahre ich um 08.20 Uhr los. Ich staune, dass an diesem frühen Sonntagmorgen schon ein Trödelmarkt für ziemlich Betrieb sorgt.

Das Wetter ist gut und es ist erfrischend kühl. Bald schon erreiche ich einen Fluss, der mich südwärts führt. Er heisst l’Allan und fliesst kurz nach Montbéliard in den Doubs. Auch der Kanal ist wieder da, oft parallel zum Fluss laufend – das kenne ich nun schon von gestern. Was ich gestern nicht gesehen habe, nämlich fahrende Schiffe, gibt es nun dafür heute – wenn auch ganz wenige.
Als ich eine Schleuse (zone éclusière) passiere, steckt dort gerade ein grösseres, älteres Schiff drin mit Schweizer Flagge und geschmückt mit vielen Blumen. Da schau ich natürlich gerne eine Weile zu und sehe wie das Schiff ziemlich schnell angehoben wird vom in die Schleuse laufenden Wasser. Das ganze scheint hydraulisch gesteuert zu funktionieren, also ohne kurbelnden Schleusenwärter.

Als das Niveau des höheren Kanalabschnittes erreicht ist, öffnet sich das Schleusentor und das Schiff tuckert gemächlich weiter.
Gerade als ich weiter fahren möchte, huscht ein futuristisches Gefährt vorbei. Ist das das Velo der Zukunft?

Die heutige Etappe ist landschaftlich sehr schön und führt bald dem Doubs oder parallel laufenden Kanalabschnitten entlang.

Das Wetter ist heute perfekt, es ist ca. 25 Grad warm und oft spenden vorbeiziehende Wolken etwas Schatten – besser kann man es sich kaum vorstellen.

Ich geniesse es heute, diesem Fluss entlangzufahren, ich staune nur, dass ich nirgends Badende entdecke – kein Wunder, es ist überall verboten und ich frage mich warum. Gerne wäre ich unterwegs mal eingekehrt um etwas Kleines zu essen; es hat aber lange Zeit keine Verpflegungsmöglichkeiten und als ich endlich in einem kleinen Dorf ein Restaurant entdecke, ist dieses proppenvoll. Enttäuscht fahre ich weiter und mache immer mal wieder eine Foto von dieser grandiosen Flusslandschaft:

So erreiche ich bald schon mein heutiges Etappenziel, die Stadt Besançon, die sich durch ihre die Stadt überragende Festung ankündigt.

Bald schon bin ich in der Innenstadt und fahre durch die interessante, aber etwas nüchtern wirkende Altstadt.

Gegen 16.00 steuere ich mein Hotel an, das direkt am Doubs liegt:

Dummerweise öffnet es erst um 17.00. So bleibt mir nichts anderes übrig, als nochmals eine Streiffahrt durch die Innenstadt zu machen. Ich könnte doch schon meinen heutigen Blog beginnen, denke ich, und finde dazu einen sehr schönes, schattiges Gartencafé. Ich habe aber keine Lust auf Kaffee; ich gönne mir mein erstes Bier auf dieser Tour. Es gibt nichts Besseres nach einem anstrengenden Tourentag!

Punkt 17.00 fahre ich beim Hotel Vauban vor und kann einchecken. Der freundliche Herr an der Reception erklärt mir, dass dies auch früher möglich gewesen wäre, ich hätte nur läuten müssen.
Nach der obligaten Dusche und einem längeren Nickerchen, möchte ich am Blog weiterschreiben, Bilder hochladen etc. doch es gibt Probleme über Probleme. Ich ärgere mich über das schlechte Hotelinternet, über die Office-Software und das WordPress-Blog-Programm. Letzteres funktioniert anders als am Vortrag und ich habe meine liebe Mühe damit. Der Blick aus meinem Hotelzimmer im 4. Stock ist aber atemberaubend (ein bisschen übertrieben):

Danach esse ich im hoteleigenen Restaurant; kulinarisch stimmt es heute. Das Saltimbocca-Fleisch ist zwar ein bisschen zäh, aber mundet trotzdem und die Ambiance an diesem Sonntagabend ist schön und belebend. Dank öffentlichem Internet kann ich nun fast problemlos den heutigen Blog fertig machen.

Das war ein sehr schöner Tag heute und eine superschöne Etappe mit wunderbarem Radweg.
Morgen habe ich meine längste Etappe zu bewältigen und bin gespannt darauf, wie ich das schaffe.
Day 2: Montbéliard – Besançon
Gefahrene Strecke: 98 km (inklusive Stadtrundfahrt)
Durchschnittsgeschw. 15.1 km/h
Bergauf: 1’550 m (das stimmt definitiv nicht, was rechnet die App nur!)
Bergab: 1’620 m (stimmt auch nicht, logischerweise)
Tiefster Punkt: -100m – (da liegt der Hund, resp. Der Fehler begraben…)
