Die diesjährige Sommertour, die mich von Basel in den Süden Frankreichs führen wird, startet grau und regnerisch. Im Bahnhof Basel, den ich von Zürich kommend morgens um 07.55 erreiche, muss ich zuerst die Regenkleider überziehen. Das dauert ein bisschen; so fahre ich ich ca. um 08.15 Uhr im Regen los; bald schon erreiche ich den Rhein, der immer noch sehr viel Wasser führt:

Rhein bei Basel
Die Grenze zu Frankreich passiere ich bald ohne Kontrolle; niemand will mein Impfzertifikat sehen.
Bald schon verlasse ich das Ufer des Rheins und fahre in der Folge (eigentlich bis zum Zielort) immer einem Kanal entlang.

Fahrradweg einem Kanal entlang
Nach ca. 30 km mache ich die erste Pause, ziehe meine Regenkleider aus, esse ein von zuhause mitgebrachtes Salamibrot und bin froh, dass man nun auch ein Stückchen blauen Himmel sieht.

Znünipause 10 km vor Mulhouse.
Mein Weg führt auf der Euro-Route 6 zuerst in nordwestlicher Richtung nach Mulhouse, bevor es dann in südwestlicher Richtung weitergeht.

Fahrradwege im Elsass
In Mulhouse suche und finde ich das Zentrum der Stadt; direkt vor der Kathedrale lasse ich mich in einem Café nieder und trinke einen Capuccino.

Mulhouse, Centre-Ville
In der Folge hat der Rhein-Rhone-Kanal, dem ich entlangfahre, viele Schleusen (frz. écluse). Jede ist mit einer Nummer und einem Ortsnamen bezeichnet.
écluse no. 27 Saint-Bernard mit Schleusenwärterhaus
Bei jeder Schleuse steht übrigens ein Schleusenwärterhäuschen, welches zumeist schön herausgeputzt und bewohnt ist. Die Schleusen werden heute aber kaum mehr gebraucht, ich sehe jedenfalls am heutigen Tag kein einziges fahrendes Schiff…
Dafür sehe ich eine Rekordzahl an Bibern, neun Stück zähle ich insgesamt. Die einen sind sehr scheu und springen ins Wasser, wenn man sich ihnen nähert – andere lassen sich nicht stören beim Vertilgen von Blümchen.

Biber frisst Blumen
Die heutige Etappe ist eine Flachetappe – zum Glück, denn ich bin ziemlich ausser Form, wie ich auch befürchtet hatte.
Nach 70 Kilometer beginnen die Beine zu schmerzen, nach 80 km habe ich das Gefühl, dass alles schmerzt. So sind die letzten Kilometer eine ziemliche Qual und ich kann die schöne Landschaft gar nicht mehr so geniessen.

Rhein-Rhone-Kanal, ca. 20 km vor Montbéliard
Das Wetter wäre eigentlich ganz angenehm, wenn nicht immer wieder Regenschauer vorbeiziehen würden, die ein Montieren und Demontieren der Regenkleidung erforderlich machen würde. Sicher insgesamt viermal mache ich diese unangenehme Übung.
Ca. um 16.15 Uhr erreiche ich Montbéliard, mein erstes Etappenziel und check in einem schönen, altehrwürdigen Hotel ein.

Montbéliard, Hotel Balance
Nach einer wohltuenden Dusche muss ich mich zuerst einmal hinlegen und ein Nickerchen machen, so kaputt bin ich…
Nachher erkundige ich noch ein wenig das sehenswerte Städtchen, das von einer riesigen Burganlage überragt wird, es ist aber recht wenig los hier, vielleicht drückt auch COVID und das kühle, graue Wetter auf die Stimmung.

Château von Montbéliard
Zum Nachtessen gibt’s einen Salatteller – mehr schlecht als recht – aber immerhin kann ich draussen sitzen.
Schon bald schlendere ich wieder ins Hotel zurück, denn ich sollte ja noch den Blog schreiben.
PS: Kaum war mein Blog online, erhielt ich von einem treuen Leser und Freund folgendes Gedicht:
Von Basel bis nach Mömpelgard dünkt’ dich das Trampeln scheint’s noch hart. Doch auf dem Weg entlang Kanälen musst du dich nicht mehr so sehr quälen, denn Wasser fliesst ja stets bergab, was ich selbst auch am liebsten hab. Da bleibt dir hoffentlich auch Musse, um deinen Fans zu kurzem Grusse den Tages-Blog samt Bild zu mailen, mit ihnen deine Tour zu teilen. Ich wünsch dir Sonn’ und Schatten viel und gute Fitness bis zum Ziel.
(Angelus Hux)
D1: Basel – Montbéliard:
Gefahrene Strecke: 98 km
Gefahrene Zeit: 6 Std. 40
Durchschnittsgeschw.: 14.7 km/h
Bergauf: 1’000 m (kann ich kaum glauben, es war doch fast alles flach!)
Bergab: 1’020 m
