Auf Velotouren schlafe ich meistens sehr gut. Abends falle ich sofort in Tiefschlaf, wenn ich zu Bett gehe und ich schlafe dann in der Regel wie ein Stein, bis mich der Wecker wieder aus meinen Träumen holt. Hier im schönen Hotel Bären in Langenthal war es auch genau so.
Der Frühstücksraum und das -buffet können sich sehen lassen:

Reichlich verpflegt mache ich mich um 08.30 Uhr auf den Weg. Es ist grau und ein wenig trostlos zu Beginn, immerhin habe ich meist einen Velostreifen oder sogar einen Fahrradweg. Die Strasse führt mich in Richtung Aarburg, wo ich wieder den Aare-Radweg erreichen sollte.

In Aarburg bin ich wieder an der Aare und damit auf dem Aare-Radweg. Aarburg ist eine mächtige Festungsanlage, die im Mittelalter entstand und im 17. Jahrhundert zu einer 400 m langen Festung ausgebaut wurde.

Von hier fahre ich wieder ein längeres Wegstück der Aare entlang. Die nächste grössere Stadt ist Olten, die man vor allem als wichtigen SBB-Verkehrsknotenpunkt kennt. Die Altstadt von Olten ist aber auch sehenswert. Vor allem dieses geschichtsträchtige Haus hat es mir angetan:

Als ich Olten verlasse, überquere ich eine imposante Holzbrücke, die über die Aare führt.

Weiter gehts es auf zuweilen idyllischen Wegen der Aare oder Aare-Kanälen entlang. Nur die Sicht auf das immer noch aktive Atomkraftwerk Gösgen trübt ein wenig meine Stimmung. Gösgen gehört noch zu den relativ neuen Atomkraftwerken der Schweiz und wird deshalb wohl nicht so bald abgeschaltet.

Der Fluss der Aaare oder parallel zur Aare verlaufende Kanäle werden immer wieder von Flusskraftwerken „unterbrochen“. Hier laufen gerade vorbereitende Arbeiten für eine Erneuerung eines solchen Flusskraftwerkes. Was der Bagger wohl aus der Tiefe des Flusses holt?
Bald darauf erreiche ich Aarau, die Hauptstadt des Kantons Aargau. Da ich diese Stadt nicht wirklich kenne, gucke ich sie mir näher an und mache eine kurze Besichtigungsfahrt durch die kleine, aber sehr schöne Altstadt.

Ich suche ein Café, finde aber keines. Als ich schon weiterfahren möchte, entdecke ich eine kleine Crêperie – meine Rettung!

Der Kalorienschub verleiht mir neue Kräfte – es kann wieder weitergehen; nur hat dummerweise meine Navi-App Komoot eine kleine Krise, sie weigert sich ein geraumes Weilchen, mich zu orten und mich zu navigieren. Erst als ich die App neu starte, funktioniert’s wieder.
Das folgende Wegstück bis Brugg ist besonders schön und führt mich meist der Aare entlang.

Brugg ist ein auch herziges, kleines Städtchen. Ich mache schnell ein Bild, fahre aber bald wieder weiter.

Bald gelange ich in die Agglomeration von Baden. Diese Stadt ist geprägt durch die Firma ABB, die hier ihren Hauptsitz hat.

Baden, welches auch eine historisch interessante Stadt ist, lasse ich links liegen. Über Wettingen und Würenlos gelange ich in der Folge schon bald in den Kanton Zürich. Über das Furttal geht’s nun Richtung Zürich-Affoltern.

Es ist nun noch grauer geworden und als ich in Zürich-Affoltern bin, beginnt’s leicht zu tröpfeln. Ich erhöhe ein wenig das Tempo, ich will doch noch trocken nach Hause kommen. Über Oerlikon und Schwamendingen komme ich wieder in heimatlichere Gefilde. Besonders schön ist der Abschnitt dem Greifensee entlang.

Nun hab ich nicht mehr weit. Zuguterletzt wartet noch diese Steigung auf mich – die nehm‘ ich normalerweise locker, doch heute sind die Beine ziemlich schwer, weshalb ich das Fahrrad ein Stückchen schiebe.

Bald darauf bin ich wieder zuhause.
Ich hatte trotz schlechter Prognosen ziemliches Wetterglück auf dieser „Ersatztour“ quer durch die Schweiz. Und es war auch, alles in allem, eine sehr schöne Tour. Natürlich wäre ich lieber der Rhône entlang Richtung Mittelmeer gefahren, aber das war aufgrund der Corona-Situation mit den aktuellen Quarantäne-Bestimmungen und auch des „schlechten“ Wetters wegen nicht ratsam. Bestimmt aber werde ich die Rhône-Tour auch irgendwann mal noch nachholen – aufgeschoben ist nicht aufgehoben.
Fakten Etappe 3: Langenthal – Egg b. Zürich
Strecke: 111 km
Fahrzeit: 6 Std. 29
Durschnittsgeschw.: 17.1 km/h
Bergauf: 990 m
Bergab: 960 m
