Nach tiefem Schlaf frühstücke ich in einem ausserordentlich schönen Saal.

Ich lasse mir Zeit und geniesse die Ambiance dieses schönen Raumes; dazu erklingt tolle Jazzmusik, ganz nach meinem Geschmack.
So fahre ich erst ca. um 09.00 Uhr los, das ist für meine Begriffe ziemlich spät. Das Wetter ist viel besser als erwartet und so starte ich frohgemut in den neuen Tag. Beim Stadtausgang mache ich noch eine Foto des eindrücklichen Schlosses von Estavayer.

Die Tour beginnt gut, ich habe Rückenwind und fahre auf kleinen Nebensträsschen durch schöne Landschaften parallel zum Neuenburgersee.

Manchmal erhasche ich einen Blick auf den Neuenburgersee, der links von mir etwas tiefer liegt.

Schon bald überquere ich den Canal de la Broye, der den Murtensee mit dem Neuenburgersee verbindet.

Bei Ins, zwischen dem Neuenburger- und Bielersee gelegen, muss ich ein Anhöhe überwinden. Dafür habe ich einen schönen Blick zurück.

Wenig später fahre ich dem Bielersee entlang. Beim Hagneck-Kraftwerk mache ich einen kurzen Fotohalt. Hier wird das Wasser des Hagneck-Kanals zur Stromproduktion verwendet, bervor es in den Bielersee geleitet wird. Der Hagneck-Kanal ist eine Umleitung der Aare in den Bielersee.

Der Wind wird immer stärker, auf dem Bielersee haben sich Schaumkronen gebildet. Mutige Surfer und Kite-Surfer nutzen den heftigen Wind. Ich schau eine Weile lang zu und staune über die bis zu ca. 3 Meter hohen Sprünge der Kite-Surfer.

Die Stadt Biel umfahre ich leider, ich hätte sie mir auch gerne angeschaut, da sie aber etwas abseits der Veloroute liegt, lasse ich es bleiben. Stattdessen fahre ich nun dem Nidau-Büren-Kanal entlang, dem Abfluss des Bielersees, der sich bei Büren wieder mit der alten Aare vereint.

Meine Fahrradroute führt nun meist der Aare entlang, das Wetter ist immer noch gut und der Rückenwind ist mir eine grosse Unterstützung. So komme ich gut vorwärts und bin schon bald in Solothurn. Ich nehme mir hier ein wenig Zeit, um mich in dieser schönen Stadt umzusehen. Ich erinnere mich dabei an ein legendäres* Konzert mit dem Kammerchor der Musikakademie Basel in der eindrücklichen Kathedrale dieser Stadt, bei dem ich als Sänger mitwirkte (* Ich verrate hier nicht mehr, das würde den Rahmen dieses Blogs sprengen).

Ich gönne mir in dieser Stadt in einem Café einen Latte Macchiato und ein Stück Honig-Torte und sitze dabei wie viele andere draussen, obwohl es ziemlich kühl ist heute.
Das darauffolgende Wegstück führt weiter meist der Aare entlang; es gibt sehr schöne, aber auch weniger schöne Abschnitte hier.

Wenig später verlässt meine Radroute den Fluss und es geht ein Stück weit happig aufwärts und es ist dabei so steil, dass ich vom Velo steige und es schiebe.
Langenthal ist mein heutiges Etappenziel und ich frage mich, als ich mich nähere, weshalb ich gerade diesen Ort als heutiges Ziel gewählt habe. Nun, es lag genau in der Mitte zwischen Estavayer und Egg ZH, wo ich wohne. Immerhin, das Hotel, in dem ich übernachte, sollte sehr schön sein, wenn ich mich nicht von den Bildern auf booking.com habe täuschen lassen.
Kurz vor Ankunft decke ich mich noch mit Verpflegung ein, da ich wahrscheinlich abends nicht noch ein Restaurant suchen möchte; das Hotel-Restaurant ist leider geschlossen ist an diesem Sonntagabend.
Um 16.30 Uhr komme ich beim Hotel an.

Ein prächtiger Bau. Den Schlüssel zu meinem Zimmer nehme ich aus einer Safe-Box beim Hintereingang, da niemand da ist zum Empfang. Mein Zimmer ist sehr schön, aber das Beste ist der tolle Yamaha-Flügel in einer öffentlich zugänglichen Halle. Den muss ich doch ein wenig ausprobieren, es ist ja sonst niemand im Hause:
Es hat sich also doch gelohnt, in Langenthal abzusteigen. Die heutige Etappe war sehr schön, empfehlenswert vor allem der erste Teil der Strecke bis Solothurn.
Fakten Etappe 2: Estavayer – Langenthal
Strecke: 111 km
Fahrzeit: 6 Std. 50
Durschnittsgeschw.: 16.3 km/h
Bergauf: 990 m
Bergab: 970 m
